Die Aalener Christen waren jeden Tag Gast einer anderen Gemeinde – auch bei Hoffnung für alle. (Foto: max)
Weckruf für die Gemeinde
Die Allianzgebetswoche verbindet auch in diesem Jahr Aalener Christen
An 1100 Orten sind rund 300 000 Menschen in der vergangenen Woche zur Allianzgebetswoche zusammengekommen. Auch in der Region haben sich die Christen mit dem Motto „Verwandelt durch Christus“ befasst.
Aalen. „Wir wollen fürbittend der Tausenden von Christen gedenken, die in Angst und Schrecken leben“, sagte Hartmut Steeb aus Stuttgart, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, in den Eröffnungsgottesdiensten zur Allianzgebetswoche in Pforzheim und in Heidelberg.
Diese Gebetswoche, die es seit 165 Jahren gibt, und zu der in diesem Jahr an 1100 Orten bis zum vergangenen Freitag ungefähr 300 000 Menschen zusammengekommen sind, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Verwandelt durch Christus“. Steeb sagte, er wünsche sich, dass die Gebetswoche „ein Weckruf für die Gemeinde Jesu in unserem Land ist“.
Auch in Aalen treffen sich die Christen der Stadt seit vielen Jahren zu dieser Allianzgebetswoche. Dabei wechselt der Ort jeden Tag, um auch die beteiligten Gemeinden näher kennen zu lernen. Die Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen (AAC) unter ihrem Vorsitzenden Thomas Mayer zeichnet für diese Gebetswoche verantwortlich.
In einem gemeinsamen Auftaktgottesdienst am Erscheinungsfest in der Stadtkirche, den Pastor Thomas Mayer von „Hoffnung für alle“ zusammen mit Pastor Rainer Zimmerschitt von der methodistischen Gemeinde und Pfarrer Bernhard Richter von der evangelischen Kirche hielt, sprach Mayer von einem starken Zeugnis des Glaubens für diese Stadt, wenn Christen sich jeden Abend zum gemeinsamen Gebet treffen.
In der Gebetswoche gab es immer eine kurze Ansprache, und dann wurden verschiedene Gebetsanliegen formuliert, in einer ersten Runde im großen Kreis vorgetragen, und in einer zweiten Gebetsgemeinschaft in kleinen Gruppen.
„Das Gebet wurde auch in dieser Stadt unter den Christen wieder als wichtige Kraft entdeckt.“ Pfarrer Bernhard Richter
Beim ersten Abend in den Räumen von „Hoffnung für alle“ über dem Kinopark sprach Pfarrer Bernhard Richter vor über hundert Zuhörern von der Frage, die sich Christen am Beginn eines neuen Jahres stellen müssten. „Sind wir bereit, uns verändern zu lassen. Erwarten wir etwas von unserem Herrn und sind wir bereit, aufzustehen und uns von Jesus Christus verändern zu lassen, so dass es auch Auswirkungen hat auf diese Welt und das Miteinander der Menschen?“
In den Gebetsanliegen kamen schließlich sehr viele persönliche Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck. Aber es wurde auch für die Verantwortungsträger in Kirche, Politik und Wirtschaft gebetet, auch für verfolgte Christen und Menschen in materieller Not.
Weitere Gebetsabende fanden bei den Baptisten, im CVJM, in der methodistischen Kirche und am Freitagabend bei der Volksmission in der Ostpreußenstraße statt.
Sich vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn verändern zu lassen, bleibt ein wichtiges Anliegen über diese Allianzgebetswoche hinaus. „Das Gebet wurde auch in dieser Stadt unter den Christen wieder als wichtige Kraft entdeckt, die auf vielen mühsamen Wegen des Lebens und Glaubens stärkt und ermutigt“, bilanziert Pfarrer Richter.
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Die Kerzen mit dem Symbol des Jahres des
Gottesdienstes wurden an der Osterkerze entzündet. (Foto: Oliver
Giers)
Der evangelische Kirchenbezirk eröffnete am Sonntag in der Stadtkirche Aalen das Jahr des Gottesdienstes
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntagvormittag in der Stadtkirche St. Nikolaus das „Jahr des Gottesdienstes“ eröffnet. Landesweit wollen die evangelischen Christen mit diesem Motto den sonntäglichen Gottesdienst neu erlebbar und zum Mittelpunkt des Glaubens machen.
Aalen. Aus acht
umliegenden Kirchengemeinden sind die Christen zum zentralen Eröffnungsgottesdienst
in die Stadtkirche gekommen. Sie alle beteiligen sich am „Jahr des
Gottesdienstes“, ein Motto, das von der evangelischen Landeskirche innerhalb
der Luther-Dekade für 2012 ausgelobt wurde.
Am ersten Advent bereits feierte die Landeskirche den Eröffnungsgottesdienst im
Ulmer Münster. In Aalen, Ellwangen und Bopfingen war es an diesem Wochenende so
weit. Dekan Ralf Drescher freute sich über den guten Besuch und lenkte in
seiner Predigt die Aufmerksamkeit auf Worte aus den Römerbriefen des Apostels
Paulus.
Nur noch 3,9 Prozent der evangelischen Christen, so der Dekan, besuchen den
Gottesdienst am Sonntag regelmäßig. Eine Untersuchung des evangelischen
Jugendwerks habe gar ergeben, dass der traditionelle Sonntagsgottesdienst
unüberbrückbar weit von einem jugendgemäßen Gottesdienst entfernt sei. „Die
spannende Frage wird sein, wie es uns gelingt, die unterschiedlichen
Bedürfnisse so miteinander zu verbinden, dass der Reichtum der Möglichkeiten
sichtbar wird“, führte Ralf Drescher aus. Dabei wolle man Bewährtes erhalten
und Neues wagen.
„In der Versammlung der Glaubenden, im Hören auf Gottes Wort ereignet sich
Gottesdienst, fast wie eine dramatische Begegnung mit Gott, in der er sich
jedem Einzelnen von uns zuwendet“. Die Vielfalt und die Lebendigkeit des
gottesdienstlichen Geschehens wieder grundlegend neu zu entdecken, gehöre
ebenfalls zu den Chancen des „Jahres des Gottesdienstes“.
Der diakonische Auftrag der Kirche, so Drescher, sei verankert in der
gemeinsamen Feier des Gottesdienstes, „um zu spüren, was Gottes Wille ist und
diesen in die Welt hinaus tragen“. Viel davon wurde bereits in diesem zentralen
Eröffnungsgottesdienst umgesetzt. Ein gelungenes, aus dem Alltag gegriffenes
Anspiel, das die sonntäglichen Aktivitäten zweier Frauen, abseits von
Gottesdiensten, thematisierte. „Die könnten sich ruhig mal was Neues einfallen
lassen in der Kirche“, so eine der Frauen im Dialog.
Der sternförmige Einzug der Gemeindemitglieder in die Mitte der Kirche, und die
Weitergabe der Kerze mit dem Symbol des Jahres des Gottesdienstes durch Pfarrer
Uwe Quast und Pfarrer Marco Frey, zeigten ebenso eindrücklich die innere
Verbundenheit der Christen. Die an der Osterkerze entzündete Kerzen trugen
Vertreter der Gemeinden aus Aalen, Abtsgmünd, Essingen, Lauterburg, Oberkochen,
Unterkochen, Unterrombach und Wasseralfingen aus der Stadtkirche hinaus in ihre
Gemeinden.
Ein großer Chor mit Sängerinnen und Sängern aus diesen Gemeinden begleitete
unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller und Gabriele Bender
den Gottesdienst. Stadtkirchenpfarrer Bernhard Richter lud zu Kirchenkaffee und
Neujahrszöpfle ein.

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