Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks tagte in Bopfingen
Bei der evangelischen Bezirkssynode in Bopfingen referierte Schuldekan Hansjürgen Meinhardt über Schule, Religionsunterricht und Familie. Das Gremium segnete den Pfarrplan 2011 ab, nach dem es im Ries künftig statt drei nur noch zwei Pfarrstellen gibt.
Ulrike Schneider
Bopfingen. „Unser Schulamtsbezirk entspricht nach der Umstrukturierung in etwa der Größe des Saarlandes“, sagte Schuldekan Hansjürgen Meinhardt bei der Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks am Freitagabend im evangelischen Gemeindehaus. Vor diesem Hintergrund hätte man auch auf Kirchenseite das Schuldekanat verändert. Zwar seien die Dekanate Heidenheim sowie Aalen und Schwäbisch Gmünd erhalten geblieben. Neu sei eine 50-Prozent-Stelle in Göppingen.
In seinem Bericht führte Meinhardt aus, dass zwar die Zahl derer, die sich vom Religionsunterricht abmelden konstant bei etwa drei Prozent liege, es jedoch immer mehr Kinder gebe, die zwar am Religionsunterricht teilnehmen, allerdings nicht dem evangelischen Glauben angehören (18 Prozent).
Kleine Änderungen seien für die gemeinsamen Religionsunterricht zu erwarten, den es in Aalen an der Greut-, der Grauleshof- und an der Reinhard-von-Koenig-Schule sowie in Adelmannsfelden gebe. Dennoch bleibe die ökumenische Offenheit hier weiter bestehen.
Der Schuldekan kritisierte die aktuellen Entwicklungen in der Schullandschaft mit der Werkrealschule, da er um die kleinen Hauptschulen fürchtet. „Wir müssen die Hauptschulen wertschätzen“, hob er hervor. Und man müsse über eine gemeinsame Schule für alle bis zur zehnten Klasse nachdenken.
Aus für Pfarrstelle Goldburghausen
Ohne Diskussion segnet das kirchliche Kreisparlament die Veränderungen in den Riesgemeinden ab. Demnach wird die Pfarrstelle in Goldburghausen aufgelöst. Im Ries verbleiben je eine Pfarrstelle mit je 100 Prozent in Trochtelfingen und in Kirchheim.
Dekan Albrecht Daiss dankte bei spontanem Beifall vor allem den Kirchengemeinderäten in Goldburghausen, die diesen Schritt möglich gemacht haben. „Wenn Sie so mutig weiter agieren, dann sind Sie ein starker, attraktiver Teil des Kirchenbezirks“, sagte Dekan Daiss. Kirchenbezirksrechner Harald Schweikert erläuterte, dass das Jahr 2008 finanziell „unspektakulär verlaufen ist“ und ein Überschuss in Höhe von knapp 25 000 Euro erwirtschaftet wurde. Für das kommende Jahr erhalte der Kirchenbezirk Aalen vom Oberkirchenrat eine Zuweisung von rund 3,5 Millionen Euro. Daraus ergebe sich, dass von den Kirchengemeinden für 2010 eine Kirchenbezirksumlage von rund 851 000 Euro erhoben werde; das bedeute, so Schweikert, pro Gemeindeglied 20,93 Euro. Dem stimmte das Gremium mehrheitlich zu.
Das Bezirksforum im Frühjahr und dessen Ergebnisse beleuchtete Pfarrerin Ulrike Nuding. Es gelte, die Anregungen für den Kirchenbezirk aufzunehmen – vor dem Hintergrund der künftigen Ausrichtung des regionalen, evangelischen Kirchenparlaments.
Über die Partnerschaft zu Ghana referierte Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch. Die EKD-Synodale Eva Glock berichtete über die jüngsten Wahlen und Pfarrerin Ursula Richter und Bezirkssynoden-Vorsitzender Heinz Schmidt über die Zukunftswerkstatt Kassel „Kirche im Aufbruch“.
Regina Schlipf wurde zur stellvertretenden Bezirksrechnerin gewählt. Die Prädikantinnen Gabriele Fiedler und Jutta Buchholz wurden zur Leitung von Sakramentsgottesdiensten, Bezirksjugenreferentin Gabi Vogt zur Leitung von Abendmahlsfeiern ermächtigt.