Ursula Richter leitet, so lange bis ein neuer Dekan, eine Dekanin gewählt ist, die Geschäfte des Dekanats. (Foto: opo)
Bewerbungskarussell beginnt sich zu drehen
Am Donnerstag endet die Bewerbungsfrist für die Stelle des Aalener Dekans – Wahl voraussichtlich im Dezember
Derzeit ist die Stelle des evangelischen Dekans in Aalen ausgeschrieben, nachdem Albrecht Daiss nach Ostern Aalen verlassen hat. Dessen Aufgaben hat nun die stellvertretende Dekanin Ursula Richter übernommen. Sie rechnet damit, dass frühestens Ostern 2011 die Stelle neu besetzt ist.
Ulrike Schneider
Aalen. „Anfang Juli endet die dreiwöchige Bewerberfrist für die neue Dekanin oder den neuen Dekan, vor Weihnachten wird vermutlich gewählt“, erklärt die Wasseralfinger Pfarrerin Ursula Richter, die derzeit neben ihrem Dienstauftrag noch die vakante Stelle mit Leben und Inhalt füllt. Darin hat sie bereits Erfahrung. Nachdem Dekan Erich Haller vor gut drei Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, drückte sie in der Interimszeit – bis Abrecht Daiss neuer Dekan war – dem Amt ihren Stempel auf. Nach dessen Weggang im April in Richtung Oberkirchenrat und Diakonie in Stuttgart kommt sie nun wieder zum Einsatz bis ein Nachfolger für Albrecht Daiss gefunden ist.
„Ich erwarte, dass der Oberkirchenrat dem Besetzungsgremium im Herbst eine Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern vorlegen wird“, sagt Pfarrerin Richter. Dieses Gremium, dem Synodenvorsitzender Heinz Schmidt und Ursula Richter vorstehen, umfasst 43 Personen aus dem Kirchenbezirksausschuss, dem Aalener Kirchengemeinderat sowie Pfarrern und Zugewählten aus der Bezirkssynode. Um die beste Wahl treffen zu können, sind alle Mitglieder des Gremiums aufgefordert, mit den Bewerbern und deren Gemeinde zu sprechen sowie deren Gottesdienste zu besuchen.
„Diese Phase müssen wir dieses Mal sehr ernst nehmen“, sagt die stellvertretende Dekanin. Es gelte, sich Zeit zu nehmen, um die einzelnen Bewerber kennenzulernen.
Wie man sich erinnert, kam es während der Amtszeit von Dekan Daiss zu Verstimmungen über Umgang und Arbeitsstil im Kirchenbezirk und in der Aalener Gemeinde. In dessen Folge hat Albrecht Daiss außerhalb von Aalen eine neue Aufgabe übernommen.
Doch daran will Ursula Richter nicht erinnern. Vielmehr gilt ihr Blick auf die Herausforderungen, die im Bezirk und in der Gemeinde auf den Neuen oder die Neue warten. Ihr scheint es wichtig, dass künftig die Bereitschaft zu Solidarität und Gemeinschaft im Bezirk wie in der Gemeinde vorhanden ist. Der Wille hierzu sei dieser Tage beim Pfarrkonvent zu spüren gewesen.
„Wir suchen jemanden, der die Gemeinschaft im Kirchenbezirk stärken kann, der Prozesse moderiert und kommunikationsfähig ist“, erläutert die Pfarrerin die Stellenausschreibung, wobei Geschäfts- und Personalführung vorausgesetzt sind.
Das und vieles mehr leistet Ursula Richter derzeit bereits zum zweiten Mal; inklusive ihrer Aufgabe als geschäftsführende Pfarrerin der Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen.
Und in der Tat, vor diesem Hintergrund könnte sich mancher Ursula Richter als Dekanin vorstellen. Sie selbst winkt ab. Der Pressesprecher des Oberkirchenrats in Stuttgart, Christian Tsalos, erklärt auf Nachfrage: „Bewerbungen von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Dekanat, wo der Dekan zu wählen ist, werden in der Regel vom Oberkirchenrat nicht akzeptiert.“ Der Blick von außen fehle und ebenso die Distanz als Vorgesetzter zu den ehemaligen Kollegen, begründet Tsalos die Vorgaben der evangelischen Landeskirche in Württemberg in dieser Hinsicht.
Offiziell sind für das Dekanat in Aalen noch keine Namen genannt. Anscheinend aber schon Bewerbungen eingegangen. Gewählt wird voraussichtlich erst im Dezember. Bis dahin geht die Meinungsbildung. „Hoffentlich finden wir eine geeignete Person“, sagt die stellvertretende Dekanin. Es müsse eine eindeutige Mehrheit für einen Bewerber oder eine Bewerberin innerhalb des Gremiums geben. Nur dann komme eine Wahl zustande. Und nur dann könne zu Ostern ein neuer Dekan oder eine Dekanin in das Amt eingeführt werden.
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Spende für Senioren
Mit einer Spende aus dem Verkauf des Lauterburger Holzbackofenbrotes unterstützt die Bäckerei Maier die Seniorenarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Lauterburg. Die Inhaberin der Bäckerei Maier, Gudrun Gröber, überreichte den Scheck in Höhe von 500 Euro an Kirchengemeinderat Schäffer (im Bild). (Foto: privat)
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Gottesdienst auf dem Aalbäumle mit 200 Gästen und feierlichen Chorälen
Am Sonntag startete die evangelische Kirchengemeinde in Aalen ihre Gottesdienstreihe auf dem Aalbäumle. Bei schönstem Wetter und sommerlichen Temperaturen fanden rund 200 Besucher den Weg auf den schönen Aussichtspunkt über der Stadt. Der Posaunenchor Unterrombach unter Leitung von Heidrun Melchinger begann schwungvoll und begleitete den Gottesdienst mit festlichen Chorälen. Pfarrer Bernhard Richter stellte seine Predigt unter das Wort aus Psalm 31: Meine Zeit steht in deinen Händen. Er sprach von geschenkter und begrenzter Zeit, von erfüllter aber auch unerfüllter Zeit, von Menschen, die mit ihrer Zeit nichts mehr anfangen können, aber auch von Menschen, die ihre Zeit anderen schenkten, indem sie sich in der Gemeinde und Gesellschaft engagieren. Wichtig sei, auch in schwierigen Lebenssituationen nicht aufzugeben, sondern auch diese Zeit zu überstehen. Letztlich stehe alle Zeit unter der Gnade und der Barmherzigkeit des Gottes, der uns alle Lebenszeit schenkt, und selbst nach diesem Leben eine neue Zeit offen hält. Denn alle Zeit sei letztlich eine begrenzte Zeit, und diese Begrenztheit, dürfe die Menschen nicht entmutigen, sondern eher bestärken, aus dieser Zeit etwas zu machen. Und darauf zu vertrauen, dass nach dieser Lebenszeit eine neue Zeit für sie offen steht, in der Gott die Menschen mitnimmt in sein ewiges Reich. (Foto: Oliver Giers)
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Sie erhalten Verstärkung: Der katholische Kindergarten in Kirchheim wird fit gemacht für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. (Foto: ott)
Kleinkinderbetreuung gesichert
Ab September gibt es im katholischen Kindergarten Kirchheim zehn Betreuungsplätze für Kinder unter drei
Ab September 2010 wird im katholischen Kindergarten Kirchheim die Betreuung von Kindern unter drei Jahren angeboten werden. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen. Bauherr und Träger ist die katholische Kirchengemeinde Kirchheim.
GÜNTER OTT
Kirchheim. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung zudem klar dafür ausgesprochen, dass die katholische und die evangelische Kirche Träger der beiden Kindergärten bleiben. Die Gemeinde hat hier 75 Prozent der Kosten zu tragen. „Wir vom katholischen Kirchengemeinderat wollen nun wissen, was die Gemeinde jetzt will“, sagte Klaus Panni. In seiner Funktion als katholischer Kirchengemeinderat hat er zuvor für die Zustimmung des Bauvorhabens im katholischen Kindergarten geworben und so mitgeholfen, den Erhalt des Kindergartens trotz rückläufiger Geburten zu sichern. „Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder ist vorhanden und die Eltern warten auf eine Entscheidung“, sagte Bürgermeister Willi Feige. Werde der katholische Kindergarten geschlossen, fielen auch die Zuschüsse aus Rottenburg weg.
Auch den Gemeinderäten Johannes Strauß und Hubert Schurrer war es wichtig, dass die bisherige Struktur mit zwei Kindergärten, dem evangelischen und dem katholischen, erhalten bleibt. „Wir müssen uns von der Überlegungen eines Alternativstandortes gleich verabschieden“, forderte Schurrer. „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, sagte Johannes Strauß. Er hält auch die christliche Erziehung der Kinder in den beiden Kindergärten für wichtig.
Ein Anbau am evangelischen Kindergarten bei der Schule für die Kleinkinderbetreuung, hätte langfristig das Aus für den katholischen Kindergarten im Klosterhof bedeutet.
Die Kosten für die zehn Plätze für Kleinkinderbetreuung werden sich im ersten Bauabschnitt, nach Berechnungen des Architekten, auf rund 100 000 Euro belaufen. Sanitäre Anlagen, Heizung, Fenster, Elektrik und Außentüren müssen erneuert werden. Die Diözese wird die Kosten vorfinanzieren. Die Gemeinde muss, nach Abzug von Zuschüssen, die Investitionen in den beiden kommenden Jahren in den Haushalt einstellen. „Wir freuen uns darauf, die schöne Aufgabe gemeinsam anzugehen“, sagte Bürgermeister Feige zu den Vertreterinnen des katholischen Kirchengemeinderates, die als Zuhörer der Sitzung beiwohnten. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung sollen genaue Zahlen auf dem Tisch liegen, die dann auch die Fördermöglichkeiten beinhalten.
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„Christen fallen nicht ins Bodenlose, wenn ihr Team verliert“
„Christen fallen nicht ins Bodenlose, wenn ihr Team verliert“
„Christen fallen nicht ins Bodenlose, wenn ihr Team verliert“
(UNTERSCHNEIDHEIM-WALXHEIM/sz) Pfarrer Gerhard Bergius und seine Konfirmanden, allen voran Tochter Lea, organisieren auch heute Abend ein Public Viewing im Pfarrgarten. Bergius sprach mit unserem Redakteur David Oliver Betz über die Parallelen zwischen Fußball und Glauben. Davon gibt’s gar nicht so wenige.
Herr Bergius wie kommt es zum Fußballgucken im Pfarrgarten?
Die evangelische Kirche Deutschland (EKD) hat in einer Rundmail mitgeteilt, dass Kirchengemeinden ohne Lizenzgebühren Fußball zur WM übertragen dürfen. Speziell zu diesem Turnier haben sich EKD und die Sendeanstalten darauf geeinigt. Bei uns ist das nun zum ersten Mal, in Aalen gibt es das schon länger. Die Konfirmanden haben das auf Initiative meiner Tochter, die ganz großer Fußballfan ist, dann organisiert.
Gerade im Sprachgebrauch rund um den Fußball gibt es ja viele Analogien zum Christentum. Da ist vom Fußballgott die Rede, die Stadien sind Kathedralen des Sports und viele Spieler - egal ob Christen oder Moslems - zeigen offen ihren Glauben. Fans beten für Tore und Punkte. Gibt es da einen Zusammenhang zwischen Theologie und Fußball?
Ich nehme das sehr ernst. Wenn Leute ihren Glauben haben, wirkt sich das auf alle Bereiche aus. Glaube ist Teil des Alltags bei gläubigen Christen. Aber man kann schon die Frage stellen, wie ich Gott um Hilfe bitten kann, wenn die anderen das doch sicherlich auch tun werden. Aber zum Gebet gehört eben auch, dass man sagt: "Dein Wille geschehe." Und als gläubige Christen fallen wir nicht ins Bodenlose, wenn die anderen gewinnen, wenn unser Spiel verloren geht. Wir sind ja trotzdem Angenommene von Gott.
Eine weitere Analogie ist ja auch das gemeinsame Zelebrieren von Fußball genauso wie Gottesdienste.
Ja. Glauben oder Christentum ist ja keine Privatsache zwischen dem einzelnen und Gott. Glaube ist eben auch die Zusammengehörigkeit mit Mitchristen, das gemeinsame Beten, Singen, Feiern und Trauern. Glaube wie Fußball ist eine Teamsache. Das kann man sogar mit dem christlichen Kreuz erklären. Die Senkrechte steht für das höhere Ziel im Fußball oder für Gott im Glauben. Die Waagrechte dagegen steht für das Miteinander, sowohl im Glauben als auch bei den Fans und der Mannschaft.
Neurologen wollen sogar herausgefunden haben, dass im Stadion und beim Gottesdienst die gleichen Hirnregionen stimuliert werden. Geht das zu weit?
Nein, das geht nicht zu weit. Ich glaube, dass das sicher richtig ist. Es wird aber dann kritisch, wenn der Fußball zu einer Ersatzreligion wird, es nichts anderes mehr gibt und das ganze Leben auf das Wohl und Wehe einer Mannschaft ausgerichtet wird. Aber wenn man sich einfach nur begeistert und mitfiebert, ist das völlig in Ordnung. Es gehört zu den guten Gaben Gottes auch gemeinsam solche Dinge zu erleben. Damit lebt man ja auch die Nächstenliebe, dass man etwas gemeinsam tut.
Mit Verlaub: Wenn es um den Gegner oder den Schiedsrichter geht, hört bei vielen die Nächstenliebe auf.
Da ist es wichtig, dass die Menschen auf dem Boden bleiben und sich ihren Glauben nicht vergessen. Wir machen das hier mit dem Public Viewing ja auch, um zu zeigen, dass es auch anders geht. Und dass es auf den Rängen in den Stadien auch Leute gibt, die sich daneben benehmen, dann ist das nicht anders wie in allen Bereichen des Lebens. Da muss man ja nicht mitmachen.
Die unvermeidlichen Fragen zum Schluss: Wer wird Weltmeister und wer gewinnt heute Abend?
(lacht) Meine Tochter schwört ja auf Deutschland, das ist aber wohl Wunschdenken. Ich würde die Spanier als Favoriten verdächtigen. Ich glaube aber auch, dass wir heute weiterkommen. (überlegt kurz) Aber ich würde es auch Ghana richtig gönnen, schließlich ist dort unsere Partnergemeinde.
-> zurück zur Übersicht 2010Spende soll helfen, Köder-Bilder zu erhalten
Seit neun Jahren malt der Künstlerpfarrer Sieger Köder Bilder für die evangelische Kirche. Dies geschieht unter anderem jedes Jahr im Rahmen der Vesperkirche Wasseralfingen. „Wir möchten diese Bilder in Ehren halten und erhalten, aber das Geld ist knapp“, betont Pfarrerin Ursula Richter. Nun hat die SHW-Bergkapelle 1128 Euro bei einem Benefizkonzert in der Stefanuskirche gesammelt und spendet sie der evangelischen Kirche in Wasseralfingen. Der Vorsitzende der Bergkapelle, Eugen Krämer, übergab den Scheck an Pfarrerin Ursula Richter. Das Geld wird zur Erhaltung und Sicherung der Bilder von Sieger Köder verwendet. Das Köder-Bild, das Pfarrerin Richter präsentiert, zeigt die Speisung der Fünftausend. (Text/Bild: BW)
-> zurück zur Übersicht 2010
-> zurück zur Übersicht 2010Mit Vuvuzela an der Orgel: Organist Karl Reinhard Krüger aus Adelmannsfelden entlockt der Plastiktröte nicht nur einen lupenreinen Kammerton A, er baut auch Fußballmelodien in sein geistliches Orgelspiel mit ein. Sogar beim Gottesdienst
Die Vuvuzela klingt auch in der Kirche
(ADELMANNSFELDEN/sz) Gottesdienst mit Orgelspiel mal ganz anders: Jogi Löws Spieler wären stolz auf ihren zwölften Mann, Organist Karl Reinhard Krüger aus Adelmannsfelden. Krüger würzt seine geistliche Musik zur WM nämlich gern mal mit Fußballmelodien
Von unserem Mitarbeiter Martin Bauch
Schwarz und weiß sind die Tasten der Kirchenorgel. Die Nationaltrikots unserer Fußballjungs in Südafrika sind es auch. Nun, das kann ja schon fast kein Zufall sein, denkt sich Karl Reinhard Krüger, Organist der evangelischen Kirche in Adelmannsfelden, und fasst im Geheimen einen Plan, wie man Jogi Löws Weltmeisteraspiranten noch anders unterstützen kann. „Das erste, was ich gedacht habe war, dass ich in der Kirche mit meiner Musik ein kleines bisschen das hereinnehmen kann, was man gerade um uns sehen kann und hört“, sagt Krüger und schnappt sich seine Vuvuzela.
„Diese Plastiktröte benutze ich jetzt ab sofort immer zum Stimmen der Instrumente.“ Denn was noch keiner weiß: Die Vuvuzela bringt einen astreinen Kammerton A hervor, erklärt Krüger und bläst zum Beweis einmal kräftig in das schwarz-rot-goldene Ding. Wer hätte das gedacht? Die Tröte kann tatsächlich musikalisch sein. Was bei anderen klingt wie ein heiserer Frosch im Teich, lässt einen bei Krügers Bläserkünsten erstaunt die Augenbrauen hochziehen.
Die Finger warmknacken und ein bisschen noch üben, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen im Gottesdienst. So bereitett sich Krüger auf seinen Überraschungscoup vor. Die einzige Schwierigkeit: Es gibt noch keine Orgelnoten für den Fußballschlager „54, 74, 90, 2010“ von den Sportfreunden Stiller. Also hilft nur die Improvisation, was aber für den freien Orgelsachverständigen Krüger kein Problem ist. Denn das ist genau das passende Stück, denkt er sich.
Kirchgänger haben's gemerkt
Beim nächsten Gottesdienst war es dann soweit und Krüger baute die Melodie in sein Spiel mit ein. Hat es denn überhaupt jemand gemerkt? „Ja, die Kirchgänger haben es gemerkt. Einer hat die Melodie sofort nachgepfiffen, hat aber nicht genau gewusst, was es für eine Melodie ist.“ Dann ist er von der Empore heruntergelaufen und hat das Rätsel aufgelöst. „Und da war natürlich die Freude groß“, lächelt Krüger.
-> zurück zur Übersicht 2010Pfarrer Bernhard Richter im schwarz-rot-goldenen Fan-Hut (l.) feuert die Fußballfans beim Public Viewing im evangelischen Gemeindehaus
Lasst die Kicker zu mir kommen
Das kirchliche Public Viewing im evangelischen Gemeindehaus begeistert
Nur noch 15 Minuten, und dann beginnt das Spiel der deutschen Mannschaft. Das Foyer im evangelischen Gemeindehaus in Aalen beginnt sich langsam zu füllen. Eine große Leinwand ist aufgebaut, und das Gemeindehaus gleicht in diesen Tagen eher einer Fußball-Arena. 32 Fahnen hängen, stellvertretend für alle an der WM teilnehmenden Nationen, alles ist verdunkelt, eine Großbildleinwand lässt erahnen, was hier in den nächsten 90 Minuten passiert.
Aalen. Doch zuerst nimmt Pfarrer Bernhard Richter einen WM-Ball in die Hand und ergreift das Wort. „Fußball und Christsein“ haben eine ganze Menge gemeinsam“, erklärt er seinen Gästen. „die vielen Stars können im Fußball allein nichts verrichten, nur wenn sie eine gute Mannschaft sind, haben sie Erfolg. Und so ist es auch in einer christlichen Gemeinde. Alle sind wichtig. Wie beim Fußball, nicht nur der Torwart oder der Vollstrecker, alle werden gebraucht. Und nur der Teamgeist bringt sie zum Sieg.“
Und während auf der Großbildleinwand schon zu sehen ist, wie die Mannschaften in den Kabinen bereit sind zum Einzug, heizt Richter noch einmal ein bisschen Stimmung ein. Plötzlich spricht er von Schalke 04 und dem Pokalspiel in Aalen im August, und bittet alle aufzustehen. Denn die Schalker haben eine Hymne und die wird nun abgewandelt. Während sich im Hintergrund „Schweini“ und „Poldi“ zur Nationalhymne formieren, dröhnt es durch das inzwischen proppenvolle Foyer. „Steht auf, wenn ihr Christen seid.“
Das kirchliche Public Viewing findet in diesen Tagen im evangelischen Gemeindehaus seine dritte Auflage. Bereits 2006 zur WM in Deutschland hatten sich verschiedene kirchliche Organisation zusammengeschlossen, um die Deutschlandspiele zu übertragen, und die Fußballbegeisterung ein bisschen für die kirchliche Arbeit zu nutzen. Denn unterscheiden wollen sich die Aalener Christen durchaus von anderen Übertragungen. Zu Beginn gibt es immer einen geistlichen Impuls, und es werden nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt, damit Eltern auch unbesorgt ihre Kinder zu den Übertragungen schicken können. Und so haben sich der CVJM, die Volksmission, die Baptisten, das evangelische Jugendwerk, die Gemeinde „Hoffnung für alle“ und die evangelische Kirchengemeinde wieder zusammengeschlossen, um ein etwas anderes Public Viewing zu organisieren.
Viele kommen direkt nach der Schule
Das Publikum ist bunt gemischt. Viele Jugendliche, aber nicht nur. Und am Freitag, zum Spiel gegen die Serben, sind viele direkt nach der Schule gekommen. Bei jedem Deutschlandspiel ist eine andere Gemeinde verantwortlich. Für das Catering und für den geistlichen Impuls. Gestern war es die Volksmission. Und am Mittwoch beim Spiel gegen Ghana die Gemeinde „Hoffnung für alle“.
Die Organisatoren sind guten Mutes, dass sie noch oft bis zum Finale das Foyer öffnen dürfen, und Klose und Cacao weiterhin treffen und die Deutschen ins Endspiel schießen.
Aber eines hat Pfarrer Bernhard Richter schon vor dem WM-Auftakt im Foyer des Gemeindehauses klar gemacht. Egal wie das Spiel ausgeht, egal wer am Ende Weltmeister wird, wir Christen haben längst gewonnen, und dürfen uns zu den Siegern zählen, weil wir in Jesus einen Herrn haben, der unserem Leben Sinn und Orientierung schenkt und der uns auch in den Niederlagen unseres Lebens nicht alleine lässt. Bernhard Richter
-> zurück zur Übersicht 2010Von seinen Reisen nach Ghana hat Gerhard Flechsler allerlei mitgebracht – auch Musikinstrumente. (Foto: opo)
Zur Sicherheit mit zwei Beffchen
Leute heute (250): Gerhard Flechsler, ehemaliger Mesner der Stadt- und Johanniskirche, Papa von Stumpfes „Flex“
Obwohl Gerhard Flechsler aus dem Grauleshof zum Einzugsgebiet der Martinskirche gehört, geht er doch am liebsten in die Stadtkirche. „Das ist halt meine Kirche“, lächelt er. Ganz besondere Augenblicke verbinden den ehemaligen Mesner Flechsler, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, mit der Kirche im Herzen Aalens. Und: Er ist der Papa von Stumpfes „Flex“.
Sibylle Schwenk
Aalen. „Das Musikalische hat er aber nicht von mir!“, blitzt Gerhard Flechsler aus stahlblauen Augen heraus, „das hat er von meiner Frau, ich kann nur Radio spielen oder den Flohwalzer am Klavier“. Ach so ist das. Den hat er wohl bei den Festivitäten zu seinem 80. Geburtstag nicht zum Besten gegeben. Da sorgten dann schon die „Stumpfes“ für gute Musik.
Gerhard Flechsler ist vielleicht nicht ganz so bekannt wie sein Sohn, der Musikus. Aber er ist doch vielen Aalenern als langjähriger Mesner der Stadt- und Johanniskirche im Gedächtnis, wo er 17 Jahre lang die rechte Hand der Geistlichen war. „Eine wunderbare Zeit“, erinnert sich Gerhard Flechsler. Er war mit Leib und Seele derjenige, der dafür sorgte, dass in der Kirche alles glatt ging.
Dennoch gab es so manchen netten Zwischenfall, der dem rüstigen Senior heute noch im Gedächtnis ist. „Da gab es mal ein Hochzeitspärchen“, plaudert Gerhard Flechsler am Esstisch in seinem Haus im Grauleshof, „das hatte mitten im Winter seinen Trauungstermin“. Wäre ja eigentlich nicht das Problem, gestikuliert Flechsler, aber – der Pfarrer kam nicht. Im dünnen Kleidchen fing die Braut langsam zu frieren an. „Da hab ich die beiden einfach in die Sakristei geführt, ihnen ein Schnäpschen gegeben und nebenher deren Lebenslauf notiert, dass der Dekan, den ich inzwischen gerufen hatte, etwas in der Hand halten konnte“. Das treibt Gerhard Flechsler heute noch die Lachtränen ins Gesicht. Und warum er als Mesner nach kurzer Zeit immer zwei Beffchen (die Halsbinde des evangelischen Geistlichen) parat hatte, entsprang aus dem Erlebnis heraus, dass einem Pfarrer in der Eile sein weißes Beffchen mit samt dem Gesangsbuch in den Dreck gefallen ist. „Ich hab‘s nicht mehr ganz sauber bekommen“, weiß Gerhard Flechsler noch.
Was ihn außer den Mesner-Geschichten immer noch sehr eng mit der evangelischen Kirchengemeinde verbindet, ist die Freundschaft mit Ghana, die Pfarrer Josenhans ins Leben gerufen hatte. Siebenmal war Gerhard Flechsler dort, war begeistert von den Menschen und den lebendigen Gottesdiensten. Er selbst installierte damals als gelernter Fachmann in der Frauenfachschule von Begoro die Elektrotechnik. „Diese Besuche in Ghana sind für mich eine wertvolle Erinnerung“, sagt er und blättert versonnen im schön angelegten Fotoalbum.
Natürlich blickt er auch gern auf das Leben hier, auf seine Ausbildung zum Elektriker, auf die erste Zeit mit seiner Frau in einem Zimmer der schwiegermütterlichen Wohnung und den Bau des Reihenhauses im Grauleshof zurück. Über 30 Jahre lang arbeitete er bei Elektro-Grimminger. Erst als die Bandscheiben nicht mehr mitmachten, musste er sich beruflich neu orientieren.
Seit 1993 ist Gerhard Flechsler im verdienten Ruhestand und genießt das Leben im beschaulichen Wohngebiet. Vier Kinder und acht Enkelkinder sorgen mittlerweile dafür, dass es ihm nie langweilig wird. Und wenn die zu ihrem Opa kommen, dann kann es schon passieren, dass er mal den Flohwalzer spielt, oder zumindest Radio.
-> zurück zur Übersicht 2010So bunt wie die Papierflieger, die die Jugendlichen vom Stadtkirchenturm in den Bopfinger Himmel schicken, so bunt soll das Programmangebot im evangelischen Jugendtreff werden. (Foto: ott)
Ideen und Spaß für junge Leute
In Bopfingen gibt es seit den Pfingstferien wieder einen evangelischen Jugendtreff – Treffen immer mittwochs
Es gibt eine neue Jugendgruppe in Bopfingen. Seit den Pfingstferien treffen sich im evangelischen Gemeindehaus in Bopfingen Jugendliche im Alter ab 14 Jahren. Gemeinsam singen, spielen, basteln und unterhalten sich die acht bis zehn Jugendlichen jeden Mittwoch, von 18.30 bis gegen 20 Uhr.
Günter Ott
Bopfingen. „Wir haben nun noch einmal einen Versuch gestartet“, sagte der evangelische Pfarrer Michael Rau zu der neuen Jugendinitiative. Die meisten der Jugendlichen seien in diesem Jahr konfirmiert worden. Die Gruppe passe gut zusammen und harmoniere auch bestens. Mädchen und Jungs hielten sich die Waage, erläutert Rau. „Natürlich sind auch weitere Jugendliche willkommen, auch solche, die nicht konfirmiert sind“, sagte Pfarrer Michael Rau. Er hofft, dass die Jugendlichen noch einige Jahre zusammenbleiben.
Zusammen mit den kirchlichen Mitarbeitern Heike Keller und Diana Rau leitet der Pfarrer die Jugendgruppe. Zu Beginn der Treffen wird meist zusammen gesungen. Pfarrer Michael Rau begleitet dabei auf der Gitarre. Bisher spielten sich die gemeinsamen Unternehmungen wegen des regnerischen Wetters meist im Gemeindehaus ab. Doch das soll so nicht bleiben. „Wir wollen wieder Indiaca spielen lernen“, sagt Dina Rau. Vor dem Kirchplatz könne ein Netz gespannt werden, oder auf einem Beachvolleyballfeld könne mal auf ein besonderes Turnier geübt werden. In der Vergangenheit hätten die Bopfinger schon einige Pokale in dieser Sportart gewonnen.
Beim jüngsten Treffen der Jugendgruppe wurden Papierflieger gebastelt. So etwas wie „B-Hornflieger“, die nach dem Samen des Ahorn benannt werden und auch ähnlichen Flugeigenschaften haben. Aber auch einige Papierflieger in anderen Formen wurden gebastelt. Denis Günther ist gerade beim Papierfalten. Er kommt gern in die Jugendgruppe. „Es macht mir hier richtig Spaß“, sagt er „denn hier treffe ich viele Freunde“. Luna Keller findet die Gruppe ebenfalls „ganz toll“. Sie hat besonders Spaß an den gemeinsamen Spielen.
„Entscheidend ist es, dass wir was gemeinsam machen“, sagt Pfarrer Michael Rau. Bei den leichten Basteleien erzählen die Jugendlichen, was sie so bewegt.
Nachdem alle Flieger gebastelt sind, wird der Kirchturm der Stadtkirche bestiegen. Über 100 Stufen geht es hinauf und oben angelangt, werden die Flieger auf den Weg nach unten geschickt.
-> zurück zur Übersicht 2010Über 400 Besucher feiern Gottesdienst im Grünen unter der Kapfenburg
Über 400 Besucher feiern Gottesdienst im Grünen unter der Kapfenburg
Der gestrige Gottesdienst im Grünen bei der evangelischen Kreuzkirche in Westhausen ist mit über 400 Besuchern eine große ökumenische Begegnung unter der Kapfenburg gewesen. Pfarrer Uli Marstaller (im Bild mit Kindern beim Falten von Papierschwalben) hat hierin mit Jugendlichen im biblischen Gleichnis von den „Vögeln des Himmels“, die weder säen noch ernten und doch von Gott ernährt werden, zu mehr Gottvertrauen ermuntert. Dabei solle man auf die Kraft des Gebets setzen und mit diesem „Gott einen Sack voll Sorgen vor die Füße werfen“, zitierte er Martin Luther. Beim Gottesdienst mitgewirkt haben der Rhythmuschor der Concordia Westhausen, der evangelische Posaunenchor und die Bläsergruppe „fm“. fm/Foto: Franz Mayer
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-> zurück zur Übersicht 2010Vereint im Gotteslob: Der Knabenchor der Abtei Neresheim und die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. (Foto: sik)
Auf das christliche Wesen besinnen
Feierliche Vesper zum 90. Jahrestag der Wiedererrichtung der Abtei Neresheim mit Prälatin Gabriele Wulz
Diesen Tag wollen die Abtei Neresheim und die Benediktinermönche nicht allein feiern: Am Montag, 14. Juni, jährt sich die Wiedererrichtung der Abtei durch Papst Benedikt XV. zum 90. Mal. Dazu haben sich die Hausherren Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm und die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben eingeladen. Gemeinsam begingen sie bereits gestern ein festliches Gotteslob.
Sibylle Schwenk
Zur feierlichen Gestaltung des sonntäglichen Konventamtes und des Abendlobes, hat sich der Knabenchor der Abtei mit seinem Leiter Pater Albert Knebel OSB, den Männerchor der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben geholt. Mit einer wunderbar warmen und formschönen Motette „Adspice Domine“ von Felix Mendelssohn Bartholdy machen sie den Reigen der andächtigen Musik auf. Das angemessene Tempo, das Kirchenmusikdirektor Johannes Homburg vorgibt, lässt die Töne schweifen und ihren meditativen Charakter hervortreten.
Leider können die weiteren Teile der Motette mit ihren zum Teil fugierten Einsätzen und den schnellen, polyphonen Motiven diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden. Die Akustik lässt die Klänge so sehr verschwimmen, dass die Harmonien nicht mehr greifbar sind.
In üppige chorromantische Fülle begeben sich die Hymnus-Chorknaben mit den Neresheimer Sängern für das klangvolle „Magnificat“ von Charles Gounod. Stimmlich passen beide Chöre hervorragend zusammen und können in den alternierend gesungenen Psalmen ihre unterschiedlichen Ausstrahlungen deutlich machen. Die Knaben von Pater Knebel gefallen mit ihren leuchtenden, sauberen Stimmen und klangvollen Gesängen wie das bezaubernde „I will magnify thee“ aus den Händen des britischen Klassik-Komponisten Joseph Corfe.
Sie ist ja nicht zum ersten Mal Gast auf dem Ulrichsberg – Gabriele Wulz, Prälatin der Evangelischen Landeskirche. In ihrer ansprechenden Predigt vor den voll besetzten Kirchenbänken der Klosterkirche, hat sie auch dieses Mal verbindliche Worte gefunden. Von einer Einheit der Konfessionen im Gebet, im Gotteslob und im Gesang ist hier die Rede, „eine Einheit, die vor 90 Jahren noch nicht denkbar gewesen wäre“.
Gleichzeitig spricht die Prälatin allerdings auch von dem Glaubwürdigkeitsverlust, der die Kirche derzeit erschüttert. „Nicht wir erhalten die Kirche, sondern der Herr allein“, ist Gabriele Wulz überzeugt. Die Christen sollten sich wieder auf ihre Wesensmerkmale besinnen, die der Evangelist Lukas bestimmt hatte. Dazu gehörten die Taufe, der Glaube in einer nicht erstarrenden Tradition, die Gemeinschaft, das Brotteilen, das Gebet und die Verantwortung für die Gerechtigkeit in der Welt. Dass die Konfessionen besonders in der Art des eucharistischen Brotteilens so unterschiedlicher Auffassungen seien, sieht die Prälatin nicht als hindernd an. „Eine Gemeinschaft wird lebendig durch das Anderssein des Nächsten“.
Das mit der Gemeinde und beiden Chören gesungene „Nun danket alle Gott“ beschließt den feierlichen Gottesdienst in der Gemeinschaft aller Gläubigen.
-> zurück zur Übersicht 2010Dicht bevölkert war die Wacholderheide unterhalb des Volkmarsbergs, wo katholische und ev
Dem Himmel ein Stück näher
„Tag der Schöpfung“ auf dem Oberkochener Volkmarsberg mit einem ökumenischen Gottesdienst im Grünen
Inmitten der Wacholderheide unterm Volkmarsberg feierten die katholischen und evangelischen Christen gemeinsam den „Tag der Schöpfung“. Zum ersten Mal war auch der neue katholische Pfarrer Andreas Macho mit dabei. Pfarrer Albrecht Nuding hielt die Predigt.
Oberkochen. „Ein wunderschönes Fleckchen mitten in Gottes Natur, da ist man dem Himmel ein Stück näher“, begrüßte Pfarrer Macho rund 100 Christen beider Konfessionen zum ökumenischen Gottesdienst, der vom Posaunenchor unter Leitung von Christoph Kübler musikalisch umrahmt wurde. Die Ehrenamtlichen des Schwäbischen Albvereins sorgten wie in jedem Jahr für den begleitenden Rahmen.
„Ich hebe meine Augen auf den zu den Bergen“ – dieses Psalm-Wort lag dem „Tag der Schöpfung“ zugrunde. In seinem Gebet dankte Pfarrer Macho Gott für das Wunderwerk der Natur und appellierte, pfleglich mit diesem Geschenk umzugehen. „Wenn man rauf auf den Berg wandert und die Schönheit dieser Schöpfung sieht, dann kann man den Alltag hinter sich lassen und manches Kleinklein des Alltags relativiert sich“, betonte Pfarrer Albrecht Nuding. Er ging zudem ein auf die Bedeutung der Berge als Ort der Begegnung in der Bibel und in alten Kulturen. Es sei darum gegangen, Gottes Gegenwart zu suchen und Opfer zu bringen.
Früher seien Berge für die Menschen heilige Orte gewesen. Heute würden Berge bestiegen, Massentourismus jedweder Form habe Einzug gehalten, Lebensraum werde gefährdet und Berge würden von den Menschen beherrscht. Auf Dauer allerdings könnten die Menschen nicht „einfach von oben herab leben“. Großspurigkeit helfe nicht weiter, abgehobene Erklärungen reichten nicht. Für den Umweltschutz müsse mehr getan werden als die sicherlich wichtigen kleinen Dinge im Alltag, mahnte der Pfarrer. Seit Golgatha gehe der Blick der Menschen nicht mehr zu den Bergen, sondern zum Kreuz. „Vom Gekreuzigten kommt Hilfe und Heil“, betonte Pfarrer Nuding in seiner Predigt. su
-> zurück zur Übersicht 2010Diese beiden Mädchen verkauften selbstgemachte Marmeladen und Lavendelherzen für einen guten Zweck. (Foto: dog)
Trotz Regen und Kälte guter Dinge
Zum evangelischen Gemeindefest in Westhausen strömten die Besucher herbei
Trotz kühler Temperaturen und des am Nachmittag einsetzenden Regens waren die Besucher des evangelischen Gemeindefestes der Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen auf den Freiflächen bei der Kreuzkirche in Westhausen guter Dinge. Dafür hatte bereits am Vormittag Pfarrer Uli Marstaller in seiner Predigt unter freiem Himmel gesorgt.
Westhausen. Die Mischung aus Besorgnis, wie es diesmal wohl wieder werden wird mit den Einnahmen aus dem Gemeindefest für notwendige Kirchen-und Gebäudeunterhaltung der beiden Kirchen, und des Pfarrers gleichbleibendem Optimismus animierten sogar einige katholische Glaubensbrüder und -schwestern aus Lauchheim und Westhausen, am bunten Programm kräftig mitzumischen. Es begann im Anschluss an den vom Rhythmuschor Westhausen und dem Posaunenchor musikalisch umrahmten Gottesdienst. Allen voran Pfarrer Matthias Reiner aus Westhausen. Als der freundliche und zudem noch sehr jugendlich wirkende Geistliche gemeinsam mit seinem evangelischen Amtskollegen Uli Marstaller zum Taktstock griff und die volkstümlichen Weisen der Blaskapelle von und mit Franz Mayer aus Lauchheim dirigierte, hatten auch die evangelischen Christen ihren Spaß.
Den ganzen Nachmittag über herrschte rund um die Kreuzkirche in Westhausen buntes Treiben. Die Kinder und Jugendlichen erfreuten sich an Musik und allerlei Schabernack, wobei die von der Jungschar und den Mitarbeitern der Kinderkirche aufgebaute Spielstraße mit auf das größte Interesse stieß. Immerhin konnte man dabei sogar etwas lernen – und später auch gewinnen. Beim Gedächtnisquiz sowieso, aber auch das Süßigkeitenquiz fand regen Zulauf. Ständig umlagert war auch der wunderschön gestaltete Stand im Foyer der Kirche, wo es neben selbstgenähten Lavendelherzen auch leckere selbstgemachte Marmelade und herrlich duftendes Rosenöl zu kaufen gab. Der Erlös aus dem Verkauf soll nach den Worten von Pfarrer Marstaller der Finanzierung einer Küchenzeile im Gemeinderaum Lauchheim zugute kommen. Guten Zuspruch fand auch die CD mit “Hits der Ostalb” zugunsten des Fördervereins “Regionales Bündnis für Arbeit”. dog
-> zurück zur Übersicht 2010
-> zurück zur Übersicht 2010Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) referierte in der Aalener Stadtkirche über Geschichte und Zukunft der Europäischen Union. (Foto: opo)
„Europa braucht eine Identität“
Alt-Ministerpräsident Teufel spricht in der Stadtkirche
„Kirche und Kultur“ heißt eine neue Veranstaltungsreihe der evangelischen Kirchengemeinde in Aalen. Zu deren Auftakt referierte Alt-Ministerpräsident (MP) Erwin Teufel (CDU) in der Stadtkirche. Sein Thema: „Europa in eine bessere Verfassung bringen.“
Heiko Buczinski
Aalen. Neben interessierten Bürgern kam auch viel Polit-Prominenz in die Stadtkirche, um Teufels Ausführungen zu lauschen. „Wir sind ganz überparteilich heute, was wichtig ist, wenn es um Europa geht“, sagte Pfarrer Bernhard Richter. „Man darf sich den Problemen der jeweiligen Zeit nicht verschließen, sondern muss sich ihnen stellen“, sagte er. Und Europa sei „das entscheidende Thema, das uns beschäftigt“.
Wenn das Stichwort Europa falle, hätten die Menschen zwei gänzlich unterschiedliche Empfindungen und Meinungen, sagte Erwin Teufel. Auf der einen Seite stehe die Geschichte vor und nach 1945, auf der anderen Seite die seit Jahren herrschende Europa-Skepsis.
Ausführlich ging der Alt–MP auf die Geschichte Europas und „die unglaubliche Wende“ nach dem zweiten Weltkrieg ein. „Die Europäer haben aus der Geschichte gelernt“, sagte er. Mit der Gründung der Montanunion für Kohle und Stahl zwischen der Bundesrepublik, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden sei das Fundament der heutigen Europäischen Union (EU) gegossen worden. „Diese Gemeinschaft der Sechs war eine einzige Erfolgsgeschichte“, sagte Teufel. Ausdrücklich bekannte er sich zur EU-Osterweiterung.
Die Skepsis vor Europa hat für Teufel einen einfachen Grund: „In den Augen der Bürger ist Europa ein fernes Gebilde, ein bürokratisches Monster.“ Das liege unter anderem daran, dass die EU-Gesetzgebung viel zu lange hinter verschlossenen Türen stattgefunden habe, sagte er. Auch die Einmischung der EU-Politik in kommunale Belange, „wie zum Beispiel bei der Festlegung des Salzgehalts einer Brezel“, nähre dieses Gefühl.
„Europa ist dann stark, wenn es sich um die richtigen Aufgaben kümmert“, sagte Teufel. Er sei daher Befürworter des Subsidiaritätsprinzips, nachdem Europa nur die Aufgaben an sich ziehen dürfe, die auf untergeordneten Ebenen, also zum Beispiel auf Bundes-, Landes- oder Kreisebene, nicht gelöst werden könnten. Als große Chance bezeichnete Teufel den Vertrag von Lissabon, mit dem Europa erstmals eine Art Verfassung bekommen habe. Im Detail stellte er den Zuhörern dessen wichtigste Inhalte vor. „Man kann Europa nicht nebenher regieren“, konstatierte er. Europa brauche eine eigene Identität.
„Weil wir wollen, dass die Zukunft unserer Gesellschaft aussieht, wie die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, müssen wir uns für Europa, für Frieden und den Rechtsstaat einsetzen“, sagte Teufel.
-> zurück zur Übersicht 2010Gerne nutzten gestern Träger von Hörgeräten den Informationsnachmittag in der Quirinuskirche. Dort wurden ihre Hörgeräte von Studenten der Hörakustik der Hochschule Aalen justiert. (Foto: Pflanz)
Eine Telefon-Spule fürs Ohr
Hörgeräte von Gemeindemitgliedern wurden in der Quirinuskirche für ein optimales Klangerlebnis justiert
In Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen hat die evangelische Kirchengemeinde Essingen am Dienstagnachmittag einen Informationsnachmittag für Hörgeräteträger in der Quirinuskirche angeboten. Durch das Aktivieren der Telefon-Spule, die viele Hörgeräte besitzen, ist es Trägern möglich, gezielter zu hören.
Stefanie Pflanz
Essingen. „Das ist etwas sehr Sinnvolles“, sagte Prof. Dr. Annette Limberger, Expertin für die Hörakustik und Professorin an der Hochschule Aalen, was sie persönlich von der Telefon-Spule hält. Kurz als „T-Spule“ bezeichnet, erlaubt diese Induktionsschleife einem Hörgeräteträger besseres Hören. Warum? „Das ist eine wichtige Technologie, die Wichtiges, also die Sprache, von Unwichtigem, wie beispielsweise Raunen, Gemurmel oder Geraschel, trennt“, erläuterte Limberger in ihrem Einführungsvortrag.
Die evangelische Kirchengemeinde Essingen hatte bei Kaffee, Tee und Gebäck alle Hörgeräteträger zu einem Informationsnachmittag eingeladen. Im alltäglichen Leben weisen zwei Zeichen, beide mit einem Ohr und einem T, darauf hin, dass eine Einrichtung über eine solche Induktionsschleife verfügt. Diese gibt es zum Beispiel im Theater, Kino, an öffentlichen Schaltern oder eben in einer Kirche. Wie eben seit neuestem auch in der Quirinuskirche Essingen. Bei der im April fertig gestellten Innenrenovierung war auch eine Induktionsschleife eingebaut worden.
Eigens für die Quirinuskirche
„Wir mussten die elektrischen Anlagen, wie die Lautsprecheranlage und die Beleuchtung, erneuern lassen“, erklärt Gemeindediakon Jürgen Schnotz und ergänzt: „Da stand dann die Entscheidung an, ob wir eine normale Lautsprecheranlage oder eine Induktionsschleife einbauen lassen.“ Die Entscheidung fiel auf letzteres, da sie das Hören für viele, vor allem ältere Gemeindemitglieder, erleichtere. Diese Sonderanfertigung, die nach Aussage des Gemeindediakons eigens für die Essinger Kirche produziert wurde, ist nun in Betrieb.
Mit dem Informationsnachmittag bot die Gemeinde ihren Mitgliedern eine kostenlose Möglichkeit, ihre Hörgeräte prüfen zu lassen. Das kann sonst nur der Akustiker. Prof. Dr. Annette Limberger und ihre drei Studenten vom Studiengang Augenoptik und Hörakustik prüften die Hörgeräte auf ihre T-Spulen-Tauglichkeit und aktivierten diese Funktion über Laptops. Bei vielen der rund 15 anwesenden Gäste konnte die T-Spule erfolgreich aktiviert werden.
„Nun müssten Sie nur noch auf das Programm umstellen“, erklärte eine Studentin einer älteren Dame. In dem T-Programm hören die Nutzer nur noch denjenigen, der über ein Mikrofon spricht. In der Kirche ist das (meistens) der Pfarrer. Alle Umgebungs- und Störgeräusche werden gefiltert und somit nicht im Hörgerät hörbar. Ein angenehmes Hören: „Sie können ihre ‚Ohren’ auch ausschalten, wenn sie wollen. Das können wir ‚Normalen’ nicht“, scherzte Limberger.
Ob die T-Spule auch einen besseren Hörkomfort bietet, testeten die Hörgeräteträger dann auch gleich in der Kirche. Und tatsächlich: Den vorgelesenen Psalm 100 konnten sie besser verstehen. „Wir haben wunderbar gehört“, freuten sich die Gemeindemitglieder. Doch es komme auch auf den Menschen an, der das Mikrofon bediene, mahnt ein Gemeindemitglied. Wichtig für Schwerhörige Menschen sei, dass das Gegenüber vor allem langsam und deutlich spricht. Schwerhörige Menschen liegen Annette Limberger besonders am Herzen. Deshalb habe sie auch sofort zugesagt, als sie von der Gemeinde gefragt wurde, ob sie einen solchen Nachmittag unterstütze.
-> zurück zur Übersicht 2010Treffpunkt Begegnung im Café Kastanie eröffnet
Der evangelische Stadtpfarrer Bernhard Richter eröffnete den Treffpunkt Begegnung im Haus Kastanie. Die Idee, einen gemütlichen Ort der Begegnung zu schaffen, mit Kaffee und Kuchen, der für alle bezahlbar ist, hat das hoch motivierte Team um Anneliese Staier in monatelanger Arbeit realisiert. Zur Freude aller Besucher. Jeden ersten und dritten Sonntag, das nächste Mal am 20. Juni, wird der Treffpunkt Begegnung erneut die Türen öffnen für Kaffee, Kuchen und Unterhaltung. Unser Bild zeigt bei der Eröffnung von links Anneliese Staier, Elke Lauerer, Frank Nietzold, Martina Bennett, Monika Lechner, Irmgard Höflacher und Bernhard Richter. (Foto: privat)
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