Das Gesangstrio der Musikschule. (Foto: tr)
Besinnlich und witzig
Adventliche Musik beim ökumenischen Eine-Welt-Fest
Beim ökumenischen Eine-Welt-Fest im katholischen Gemeindezentrum erlebten die Gäste einen Nachmittag mit adventlicher Musik und stimmungsvollen Beiträgen. Die Akteure vom Liederkranz, evangelischen Kindergarten, Härtsfeldschule und Musikschule erhielten viel Applaus.
Neresheim. Vorausgegangen waren Gottesdienste in der Stadtpfarrkirche mit Pfarrer Adrian Warzecha, der evangelischen Kirche mit Pfarrer Udo Schray und ein ökumenischer Kindergottesdienst im Kolpingheim.
Heinz Schmidt betonte im Gemeindezentrum, der Erlös des Festes gehe zu 100 Prozent an ökumenische Projekte von „Misereor“ und „Brot für die Welt“.
Das Programm eröffnete feierlich der gemischte Chor des Liederkranzes Neresheim unter dem Dirigat von Regina Baudenbacher mit „Advent, Advent“ und mit Begleitung am Keyboard von Magdalena Diwißus.
Pfarrer Warzecha bat die Gäste mitzusingen bei „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit“. Beeindruckend wurden die Lieder „Einmal wird kommen“, „Freue dich Welt“ nach G.F. Händel dargeboten. Der langanhaltende Beifall war verdient und es folgte noch eine Zugabe. Erfreut war Pfarrer Warzecha über die Melodienauswahl aus den Gesangbüchern beider Konfessionen.
Nervös vor dem ersten Auftritt
Die Kindergartenkinder waren vor ihrem Auftritt nervös. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen zogen sie singend zu „Zur Weihnachtszeit“ in den Saal ein. Danach entzückte das Lied „Bis Weihnachten ist’s nicht mehr weit“. Das nett vorgetragene Gedicht rund um die Weihnachtszeit und die schön gesungene Melodie „Lasst uns froh und munter sein“ meisterten die Kinder bravourös und waren nach ihrem Auftritt sichtlich stolz.
Alle 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a der Werkrealschule kamen zum Fest und zeigten ihren guten Zusammenhalt. Klassenlehrer Kaspar Grimminger begleitete am Keyboard den Chor zu „Fair sein ist stark“ und „Hey du Weihnachtsmann“ und angesichts des witzigen Textes, der so manchen Weihnachtswunsch verriet, musste das Publikum lachen.
Ein Höhepunkt waren die brillant vorgetragenen modernen Weihnachtslieder des Ensembles der Musikschule. Hermann Durner begleitete mit seinem exzellenten Flügel drei junge Sängerinnen. Sie benötigten kein Mikrofon, denn sie füllten mit ihren eigenen klangvollen Stimmen den Raum.
Anna-Lea Schwarz sang „Thank you stars“ und das beliebte „Winterwonder-Land“. Bei „Maracas at the manger“ und „Christmas long ago“ erhielt sie Verstärkung von Magdalena Diwißus und Sophie Zeyer. Ohne eine Zugabe durfte das Trio nicht gehen und legte „A rout’n toot’n Santa- Clause“ nach. Pia Rupp erfreute abschließend mit einem wunderbaren Klavierstück.
Verkaufstische mit Büchern, Kalendern, Fotokarten und Anderem, verschiedene Produkte aus dem Weltladen sowie leckeres Schwäbisches Bauernbrot rundeten das gelungene Fest ab. tr
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Gemeinsam singen oder nur zuhören
- dazu lud die evangelische Kirchengemeinde zum 15. Mal in die Stadtkirche ein. Mit Klavierbegleitung von Kantor Reinhold Krämer wurden bekannte Lieder wie „Macht hoch die Tür“ oder weniger bekannte wie „Am Adventskranz leuchtet heute“ angestimmt. Die jüngsten Sänger, der Kinderchor, verstärkt mit Leiterin Andrea Batz, trug „Ein Engel ist gekommen“ vor. Bei „Maria durch den Dornwald ging“, den der Jugendchor sang, konnte ebenso mit eingestimmt werden, wie bei den Liedern, die die Sänger der Kantorei anstimmten. Nach der musikalischen Mitsingstunde verkauften die Konfirmanden südafrikanische Orangen aus fairem Handel zugunsten des CVJM-Weltdienst-Projekts „Ein Brunnen für den Südsudan“. (sab/Foto Freimuth)
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Frohe Melodien beim Adventskonzert bot der evangelische Kirchen- und Posaunenchor auf der Kapfenburg. (Foto: kmü)
Advent im Rittersaal
Adventskonzert der evangelischen Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen
Mit dem traditionellen Adventskonzert der evangelischen Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen wurde im Rittersaal auf Schloss Kapfenburg in die diesjährige Adventszeit eingestimmt. Der Kirchen- und Posaunenchor hatte dazu eingeladen.
Karin Müller
Lauchheim. „Viele aus nah und fern sind auf die Kapfenburg gekommen, um zusammen mit allen Christen heute die Adventszeit zu beginnen“, begrüßte Pfarrer Uli Marstaller die Gäste im festlich geschmückten Rittersaal.
Mit adventlichen Weisen wie „Singet, klinget“ nach Josef Michel und Melodien von F. Mendelssohn Bartholdy unterhielten der Kirchenchor unter der Leitung von Sandra Saur und Simon Ebert am Flügel, sowohl mit Altbekanntem als auch Neuem.
Tongewaltig füllten Werner Joas, Leiter des Posaunenchores, und seine Bläserinnen und Bläser das alte Gemäuer aus mit Stücken wie „Machet die Tore weit“ von A. Hammerschmidt und „Sicut locutus est“ von J. S. Bach.
Die Erzählung von den drei Wünschen des kleinen Jesu an einen Jungen, der ihn auffordert, ihm seinen mit „ungenügend“ bewerteten Deutschaufsatz und den kaputten Milchbecher zu schenken, machte deutlich, dass es im Leben auf mehr ankommt und Menschen im Glauben Hoffnung und Zuversicht bekommen. Auch die Kerzen auf dem Tannenkranz hellen von nun an wieder Woche für Woche die Adventszeit auf.
„Nehmt euch Zeit zum Nachdenken und zur Ruhe, es ist Zeit, Gottes Spuren wiederzufinden“, betete Pfarrer Marstaller und der Kirchenchor unterstrich es in einem Lied mit den Worten: „Freude weit und breit“. „Ich bin stolz, dass es uns gelingt, jedes Jahr so ein kirchenmusikalisches Glanzlicht zustande zu bringen“, sagte Pfarrer Marstaller abschließend und das gemeinsam gesungene Lied „Macht hoch die Tür“ beendete diesen ersten Adventsabend.
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Mit Hoffest Spenden gesammelt
Bei ihrem Hoffest hatte die Familie Strauß angekündigt, mit dem Erlös die Kindergärten in Kirchheim zu unterstützen. Bei bestem Wetter kamen dann auch etliche Besucher auf den Hof in Kirchheim, um sich Kaffee und Kuchen schmecken zu lassen. Die Eltern der Kindergartenkinder hatten hierfür am Herd gestanden und ihre Kuchen gespendet. So konnte die Familie Strauß dem katholischen Kindergarten Sankt Maria und dem evangelischen Kindergarten eine Spende von je 750 Euro überreichen. (Foto: privat)
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Orangenverkauf mit prominenter Hilfe
Es war eiskalt am Samstag auf dem Aalener Wochenmarkt, aber viele verkaufte Orangen und ein Umsatz von fast tausend Euro ließ es allen Beteiligten warm ums Herz werden. Die Konfirmanden der Aalener Stadtkirche hatten mit Pfarrer Bernhard Richter (Bildmitte) einen Stand vor dem Café Podium aufgebaut, um fair gehandelte Orangen aus Südafrika an den Mann zu bringen. Der Reinerlös kommt einem Projekt des CVJM-Weltdienstes im Süden Sudans zugute. Prominente Unterstützung erfuhren die Konfirmanden von MdL Ulla Haußmann, die bereits vor neun Uhr die saftigen Orangen zum Verkauf anbot. Später gesellten sich auch noch Oberbürgermeister Martin Gerlach und der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (im Bild) dazu und halfen tatkräftig beim Verkauf. (Foto: hag)
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Der Zöbinger Kindergarten hat diesen Weihnachtsbaum bunt geschmückt. Erzieherin Dagmar Erhardt freut sich darüber und nannte ihn einen "Recyclingbaum".(Foto: Horst Blauhut)
Am Schlößle ist's ganz weihnachtlich
(Unterschneidheim/sz) Die zufriedenen Gesichter der vielen kleinen und großen Unterschneidheimer und zahlreicher Besucher aus der Umgebung haben Bürgermeister Nikolaus Ebert und die Vorstandschaft des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Unterschneidheim davon überzeugt, dass die Verlegung des Weihnachtsmarktes vom Kirchplatz zum Rathausvorplatz richtig war. Der Andrang war teilweise so stark, dass ein Umfallen auf der Brücke nicht möglich war.
Von unserem Mitarbeiter Horst Blauhut
Bei im Gegensatz zum Vorjahr winterlichen Temperaturen und Schnee schoben Bürgermeister Nikolaus Ebert und die stellvertretende HGV-Vorsitzende Susanne Drost die von der sächsischen Partnergemeinde Großhermersdorf gelieferte Weihnachtspyramide erstmals beim Rathaus an. Die Jugendkapelle des Musikvereins Unterschneidheim unter Leitung von Gerhard Feil umrahmte mit vorweihnachtlichen Weisen das Anschieben. Am Abend erstrahlt die 5,5 Meter hohe beleuchtete Pyramide mit dem illuminierten Rathaus im Hintergrund in voller Schönheit. Ebert dankte zuvor allen am Weihnachtsmarkt beteiligten Veranstaltern und Mitwirkenden für das vielfältige Programm, das keine Wünsche offen ließ.
Die jeweils drei Kindergärten und Grundschulen sowie die Sechta-Ries-Schule schmückten als Paten ihren Weihnachtsbaum auf der Brücke zum Schlößle sehr einfallsreich und bunt. Im Eingangsbereich präsentierte der Walxheimer Schäfer Heindel verschiedene Mutterschafe, sieben Lämmer und zwei Zwergziegen. Der Partnerschaftsverein, die Feuerwehr, der Liederkranz, der Musikverein, die Malteser, die Klasse 4 der Grundschule Unterschneidheim und die Realschuklkasse 9a der Sechta-Ries-Schule, die evangelische Kirchengemeinde, die Firmlinge, die Reitergemeinschaft und weitere private Aussteller boten nicht nur viel Selbstgemachtes an, sondern sorgten auch für reichlich Speis‘ und Trank.
Sogar Bürgermeister Nikolaus Ebert räumte sein Zimmer aus und bot der Märchenerzählerin Nicole Kolb aus Nordhausen ein einmaliges Ambiente beim Vorlesen der Weihnachtsgeschichten. Bunte Luftballone wurden auf die Reise geschickt. Der Kindergarten Unterschneidheim bot ein Singspiel, die „Fun Kids“ des Liederkranzes und der Jugendchor „Cantamos“ sangen ebenso weihnachtliche Weisen wie der Chor „da capo al fine“, auch Pfarrer Bergius zeigte seine Musikalität.
Bernd Trautwein hatte mit seinen beiden Kaltblütern Nane und Babba viele Anhänger bei seinen Rundfahrten und kutschierte auch den Nikolaus, der rund 400 vom HGV gestiftete Weihnachtsmänner verteilte. Der Weihnachtsmarkt im neuen Ambiente und die Möglichkeit, sich auch in beheizten Räumen kurzfristig aufzuwärmen, kamen bei den Gästen gut an.
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Gemeinden eröffnen den Advent
Mit einem festlichen Gottesdienst in der Salvatorkirche haben die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Aalen zusammengeschlossenen Gemeinden den Advent eröffnet. Pastoralreferent Wolfgang Fimpel (re.), Pastor Matthias Harsanyi (li.) und Pfarrer Bernhard Richter zogen mit ihren Ökumene-Kerzen in die Kirche ein. Nach der Entzündung der ersten Kerze am Adventskranz durch Wolfgang Fimpel las Matthias Harsanyi die große Friedensvision aus dem Buch Jesaja.
In seiner Predigt fragte Pfarrer Bernhard Richter: „Was erwarten wir vom Leben?“ Manchmal seien die Erwartungen viel zu hoch gesteckt, manchmal erwarten Menschen aber auch nichts mehr vom Leben. Deshalb sei es am Beginn eines neuen Kirchenjahres und der Adventszeit wichtig, zu wissen, dass es Jesus ist, der auf uns wartet und der hilft, mit den Erwartungen des Lebens zurechtzukommen, und der uns auch in schwierigen Zeiten zur Seite steht und uns begleitet.
Die Adventseröffnung wurde festlich mitgestaltet vom Kirchenchor Salvator unter Leitung von Hans-Peter Haas. Am Schluss des Gottesdienstes zogen die Besucher mit einem Teelicht aus, das an den Ökumenekerzen entzündet wurde. Gemeinsam sang man den Kanon „Mache dich auf und werde licht“ und trug damit das Licht des Advents in die Stadt und die Häuser. (Foto: hag)
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In der Johanneskirche ist das Buch über Aalens älteste Kirche vorgestellt worden. Co-Autor Dr. Roland Schurig (links) betonte, dass darin der aktuelle Kenntnisstand der Forschung des Kirchleins aufgeführt sei.(Foto: Kullmann)
Ein Buch würdigt das Johanniskirchle
(Aalen/kul) Mit einem umfangreichen Buch würdigt Aalens evangelische Kirchengemeinde ihre St. Johann Kirche. An dem Projekt über das 1000 Jahre alte Kirchlein wirkten, von der Dr. Wilfried Palm-Stiftung unterstützt, zahlreiche Autoren mit.
„Gut beschützt von hohen Bäume liegt die alte Sankt-Johann-Kirche im Friedhof, abseits von Lärm und Verkehr, beinahe vergessen“, schreibt der Vorsitzende des Geschichts- und Altertumsvereins Aalen, Alois Schubert, in seinem Vorwort und beschreibt damit treffend die Situation: Die Kirche ist vergessen und doch bekannt, weidlich genutzt und doch abseits des Gemeindelebens.
Stadtarchivar Dr. Roland Schurig, der Präsident des Landesdenkmalamtes i.R. Prof. Dr. Dieter Planck, Kunsthistorikerin Magdalena Gärtner, Kirchenmusikdirektor Thomas Haller, Pfarrer Bernhard Richter, Dekan i.R. Erich Haller und Alois Schubert gewähren als Autorenteam Einblick in zurückliegende Jahrhunderte. Der Zeitstrahl führt zurück ins Imperium Romanum – in den Kirchenmauern verbaute römische Spolien zeugen davon. „Die Johanniskirche weist nach dem Vorbild ihres Namenspatrons Johannes des Täufers auf Jesus Christus hin. Durch die Jahrhunderte hindurch gibt sie noch heute bei Taufen, Trauungen und Trauerfeiern Zeugnis von Jesus“, schreibt die stellvertretende Dekanin Ursula Richter. Dass den Aalenern die Kirche ans Herz gewachsen sei, könne man auch daran sehen, dass die Menschen von ihrem „Johanniskirchle“ reden. Laut Schurig findet sich im Buch der aktuelle Kenntnisstand über das Gebäude. Insbesondere Forschungsergebnisse seit der letzten Publikation im Jahre 1923 sind mit aufgenommen worden, ebenso die vor 35 Jahren entdeckten Wandmalereien. Trotz ihrer Geschichte und kulturellen Bedeutung dürfe die Sankt-Johann-Kirche nicht zum Museum werden, betonte Stadtpfarrer Richter.
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Bei der Buchübergabe, v.l.: Stiftungsmitglieder Willi Popp und Dr. Erika Palm-Blaich, Ursula Richter, Rosemarie Löwisch, Dr. Schurig, Alois Schubert. (Foto: ban-)
„Ein Kleinod über ein Kleinod“
Stadt-Jubiläum: Buch über die Johanneskirche der evangelischen Kirchengemeinde
Rechtzeitig zu den Jubiläumshöhepunkten 650 Jahre Reichsstadt Aalen hat die evangelische Kirchengemeinde ein reich bebildertes Buch über Aalens ältestes Denkmal, die Johanneskirche herausgegeben. Die amtierende Dekanin Ursula Richter bezeichnete es als „Kleinod über ein Kleinod“.
Aalen. Eigentlich sollte die Übergabe des ersten Exemplars „Sankt-Johann-Kirche“ an die stellvertretende Dekanin Ursula Richter und die KGR-Vorsitzende Rosemarie Löwisch eine schlichte Feierstunde in derselbigen Kirche schmücken. Doch die Zufriedenheit über ein sowohl inhaltlich als auch typografisch und fotografisch gelungenes Werk steigerte sich zu einer kollektiven Freude, so dass schließlich ein halbes Dutzend Bücher an direkt beteiligte Personen überreicht wurde.
Ursula Richter erinnerte an das in einer konzertierten Aktion entstandene Vorhaben, das ohne die Unterstützung der Dr.-Wilfried-Palm-Stiftung nicht hätte verwirklicht werden können. Sie begrüßte die Vorstandsmitglieder Dr. Erika Palm-Blaich und Willi Popp herzlich. Die Realisierung habe der Geschichts- und Altertumsverein mit Stadtarchivar Schurig und Alois Schubert an der Spitze übernommen, unter der Verpflichtung namhafter Autoren. Dr. Roland Schurig bezeichnete es als eine freudige Pflicht das erste Buch zu übergeben. Er überbrachte auch die Glückwünsche des durch eine Sitzung verhinderten Oberbürgermeisters Martin Gerlach, der sich sehr erfreut über das älteste Kapitel Aalener Stadtgeschichte zeige.
Das Buch „Sankt-Johann-Kirche“ umfasst auf 220 Seiten die Schwerpunkte Frühgeschichte (Dr. Dieter Planck), Patrozinium (Alois Schubert), Wandmalerei, Epitaphien (Dr. Magdalene Gärtner), Orgel (Thomas Haller), Denkmal (Dr. Roland Schurig), Kirche heute (Dekan i.R. Erich Haller, Bernhard Richter) und erschien in der Edition Ostalb mit der Gestaltung durch die Ausbildungsabteilung unter Leitung von Wilfried Walther; Fotos Julie Borrusch. Der Verkaufserlös geht zugunsten der Orgel; das Buch ist nicht im Handel erhältlich, nähere Infos beim evangelischen Dekanat. Helmut Banschbach
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Pfarrer Manfred Metzger (links) bekam zur Einweihung des evangelischen Gemeindezentrums in Waldhausen von seinem katholischen Kollegen Stefan Ziellenbach eine Stola überreicht.(Foto: Viktor Turad)
Im Christushaus strahlt der Sonnenball
(AALEN-WALDHAUSEN/sz) Ein Stück des Reiches Gottes ist mit dem neuen evangelischen Gemeindezentrum auf dem Härtsfeld Wirklichkeit geworden. Dieses Bild hat geschäftsführende Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Aalen, Bernhard Richter, bei der Einweihung des Christushauses in Waldhausen gewählt.
Von unserem Mitarbeiter Viktor Turad
Mit den neuen Räumen direkt neben dem Bürgerhaus haben die evangelischen Christen in Waldhausen ein Domizil, das von allen Seiten viel Lob bekam. Die Feier begann mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Manfred Metzger, musikalisch umrahmt von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller (Klavier) und seiner Tochter Johanna-Marie (Geige). Die Künstlerin Susanne Traub berichtete über die Entstehung des Altarbilds, im Wesentlichen ein großer Sonnenball, dem der Text im Johannes-Evangelium über die Begegnung im Garten am Grab des Auferstandenen zugrunde liegt. „Christus – Dein Licht“ sei die Botschaft dieses Raumes. Den biblischen Text lasen im Wechsel die Künstlerin, Pfarrer Metzger, Kirchengemeinderat Thomas Hiesinger und Architekt Martin Klaiber.
Beim Stehempfang unterstrich Hiesinger, wie sehr sich die evangelischen Christen über die ansprechenden Räume freuten. Beim Umbau habe sich in Waldhausen bewiesen, wie Ökumene gelebt werden kann: Knapp 30 Waldhäuser hätten knapp 1000 Stunden geleistet und dabei habe die Hälfte des Teams aus katholischen Christen bestanden. Hiesinger würdigte besonders Susanne Traub, die das Altarbild, und Knut Koschel, der die Kanzel und den Altar geschaffen hat, sowie Engelbert Saur, der die kompletten Malerarbeiten übernommen hatte.
Architekt Klaiber betonte, dass mit viel Engagement und Können gearbeitet worden sei. Den großen ehrenamtlichen Einsatz lobte auch Baubürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler. „Waldhausen kann froh sein über die neuen Räumlichkeiten.“
Stola für den Kollegen
Der katholische Pfarrer Stefan Ziellenbach, der zu Beginn des Festes seinem Kollegen Metzger eine Stola zum Geschenk gemacht hatte, nannte das Entstehen des Gemeindezentrums einen Hinweis darauf, wie Kirche und Gesellschaft gelingen können. Er freute sich darüber, wie selbstverständlich in Waldhausen Ökumene gelebt werde.
Ortsvorsteher Herbert Brenner erinnerte daran, wie er zusammen mit Elke Hiesinger über ein Gemeindezentrum nachgedacht habe und wie Architekt Bickel erste Pläne vorgelegt hatte. Entstanden sei ein gelungenes Gesamtensemble. Ein Sanierungszuschuss in Höhe von 1000 Euro sei aus den Windkraftgeldern in Waldhausen geflossen. Den Empfang umrahmte die Musikkapelle Waldhausen mit Dirigent Johann Traxler.
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Der erste Gottesdienst im Christushaus mit Pfarrer Manfred Metzger. (Foto: ls)
Happy End fürs Dreigestirn
Christushaus der evangelischen Kirche Waldhausen seiner Bestimmung übergeben
Rathaus, Bürgerhaus, Christushaus. Für die evangelischen Christen Waldhausens hat dieses Dreigestirn ein Happy End gefunden. Die eigenen Gemeinderäume wurden am Samstag im Festgottesdienst mit anschließendem Stehempfang offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Lothar Schell
Aalen-Waldhausen. Dass der Ideengeber dieser Realisierung Ortsvorsteher Herbert Brenner ist, bleibt beim Festakt nicht unerwähnt. Kirchengemeinderat Thomas Hiesinger, bei dem die Fäden zum Umbau zusammenliefen, drückt seine tiefe Dankbarkeit aus.
Und die katholische Schwestergemeinde freut sich mit. Eine schöne Geste gibt es gleich zu Beginn des Festgottesdienstes, als Pfarrer Stefan Ziellenbach dem evangelischen Amtsbruder Manfred Metzger als äußeres Zeichen der Verbundenheit eine Stola überreicht, passend zur Altargestaltung, für die die Künstlerin Susanne Traub verantwortlich zeichnete.
Sie liest den zentralen Text aus dem Johannes-Evangelium vor, der dem Christushaus zugrunde liegt und zeichnet die Ausgestaltung des Kirchenraums aus dem Bibeltext heraus nach. Das Altarbild ist entstanden aus dem Lebensrhythmus. Stück für Stück ist eine Symbolik des Lebens und Wachsens entstanden. Der große Sonnenball verweist auf die Lichtfigur Jesu Christi.
„Auferstehung mitten im Leben“, sagt Pfarrer Manfred Metzger in seiner Predigt. Der Osterglaube gebe Hoffnung in diesem Leben. Die dunklen, vom Altar verdeckten Stellen im Altarbild solle man bewusst anschauen. Der Osterglaube stehe für Vergebung und Versöhnung.
Ökumenisch vernetzt
„Die Freude kommt von innen, wir haben ein eigenes Zuhause“, eröffnet Kirchengemeinderat Thomas Hiesinger den Festakt und er schildert den Weg der evangelischen Christen von der Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde Lauchheim und zur Parochie Martinskirche bis hin „zur von Joe Brenner initiierten Idee Bürgerhaus“. Alle hätten mitgezogen, die Stadt Aalen habe ihr Plazet gegeben und 30 ehrenamtliche Helfer hätten über 1000 Stunden Eigenleistung eingebracht. Dies alles sei in ökumenischer Vernetzung geschehen.
Engelbert Saur von der katholischen Kirchengemeinde habe die gesamten Malerarbeiten geschultert. „Rathaus, Bürgerhaus, Christushaus, das ist die logische Folge gewesen“, fasste Hiesinger zusammen. Architekt Klaiber aus Schwäbisch Gmünd würdigt das Zusammenleben von kirchlicher und bürgerlicher Gemeinde in engster Nähe.
„Eigenleistung vorbildlich“
Von einer vorbildhaften Eigenleistung spricht Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler. Waldhausen habe jetzt ein sehr schönes Gemeindezentrum und sie setzt hinzu: „Es war der richtige Zeitpunkt, heute könnten wir das nicht mehr realisieren.“ Pfarrer Bernhard Richter und Ortsvorsteher Herbert Brenner würdigen die Tatkraft der evangelischen und katholischen Christen im Zeichen der Ökumene. In Waldhausen sei ein Paradebeispiel dafür abgeliefert worden, wie Kirche und Gesellschaft sich miteinander verzahnen, meint Pfarrer Stefan Ziellenbach.
Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller (Klavier) und seiner Tochter Johanna Marie Haller (Violine). Beim Festakt unterhielt der Musikverein Waldhausen.
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Vesperkirche gibt Wärme und Gesellschaft
Vesperkirche gibt Wärme und Gesellschaft
(Bopfingen/sz) Satt werden an Leib und Seele, das ist die Vesperkirche in Bopfingen. Pfarrer Michael Rau hat gestern zum dritten Mal in der evangelischen Stadtkirche diese Adventsaktion der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde eröffnet.
Von unserer Mitarbeiterin Andrea Weber
Festlich gedeckte Tische, Kerzen, duftender Kaffee und reichlich gefüllte Teller erfreuen das Herz. Besinnliche Stimmung erfüllt die Menschen. Gedanken zu Liebe, Frieden und ein bisschen Geborgenheit machen sich breit. Freundliche Helfer bedienen an den Tischen. Alle sind herzlich willkommen: Arme und Reiche, Junge und Alte, Alleinstehende und Familien. Und alle sind erschienen. Bunt gemischt sitzen sie an den Tischen in angeregten Gesprächen.
Vor 15 Jahren fand die erste Vesperkirche in Stuttgart statt. Damals wollte man den Armen zu einer warmen Mahlzeit verhelfen. Heute soll durch das gemeinsame Essen vor allem die Gemeinschaft gestärkt und an die Anfänge der Eucharistiefeier erinnert werden. „Zu Gast bei Jesus“ ist das Motto.
Die Bopfinger Vesperkirche ist übrigens die einzige von den zirka 25 in Baden-Württemberg, die im Advent stattfindet. 160 bis 200 Menschen nehmen täglich daran teil, so die Schätzung von Pfarrer Michael Rau. Auch die christliche Seite kommt bei der täglichen Veranstaltung nicht zu kurz: Jeden Tag um 12.30 Uhr singen alle gemeinsam ein Adventslied, und es wird ein geistlicher Impuls gegeben. Zudem bekommt man mit jeder Essensmarke ein Tischgebet, welches vielleicht auch zu Hause auf die Adventszeit mit einstimmen kann. Dadurch wird auch ein Beitrag geleistet, die manchmal stressige Zeit Vorweihnachtszeit etwas besinnlicher zu gestalten.
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Mit einem ökumenischen Gottesdienst startete die Bopfinger Vesperkirche. Zum Auftakt folgten rund 150 Hungrige der Einladung der Kirchengemeinden. (Foto: gne)
Stärkung für Leib und Seele
Bopfinger Vesperkirche startet mit einem ökumenischen Gottesdienst
Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche die 3. Bopfinger Vesperkirche begonnen. Bis Freitag gibt es nun immer von 12 bis 14 Uhr für wenig Geld ein warmes Mittagessen, Kaffee und Kuchen und für die seelische Stärkung um 12.30 Uhr einen geistlichen Impuls.
Gabi Neumeyer
Bopfingen. „Mit der Vesperkirche gehen wir zurück zu den frühen christlichen Gemeinden, die sich zum gemeinsamen Essen um einen Tisch versammelten“, sagte Pfarrer Michael Rau in seiner Predigt. Neben Rau gestaltete die katholische Pastoralreferentin Maria Zaunmüller den Gottesdienst mit, der vom Bopfinger Posaunenchor musikalisch umrahmt wurde.
In den Fürbitten beteten die 170 Gläubigen (am Sonntag war Zählsonntag) „stärke die Menschen in der Vesperkirche an Leib und Seele“ und Pfarrer Rau rief die Gemeinde auf zur Dankbarkeit angesichts des Friedens und der Gerechtigkeit in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Regionen in der Welt. „Die Vesperkirche ist eine Chance zu erleben, dass sich das Versprechen der Bibel von der Ankunft eines Herrschers der Gerechtigkeit erfüllt hat.“
Nach dem Gottesdienst füllten sich die Tische im vorderen Bereich der Kirche und im Altarraum schnell mit hungrigen Gästen. Viele Gottesdienstbesucher blieben gleich da. Junge Familien und Senioren saßen beieinander.
150 Gäste genießen den Schweinebraten
Insgesamt dürften rund 150 Personen der Einladung der beiden Bopfinger Kirchengemeinden zum gemeinsamen Mittagessen unter dem Herrlin-Altar gefolgt sein. Ein Anfang, mit dem auch Organisator Michael Rau zufrieden war.
Gut 20 freiwillige Helfer übernahmen die Bewirtung, vom Verkauf der Essensmarken für 1,50 Euro das Stück, über das Portionieren bis hin zum Servieren des leckeren Schweinebratens mit Spätzle und Salat.
Insgesamt seien die Woche über 75 Freiwillige im Einsatz, erklärte Pfarrer Rau, der die Gelegenheit nutzte und noch um Kuchenspenden für die kommende Woche bat.
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Die Evangelische Landeskirche Württember trifft bei ihrer Tagung in Schwäbisch Gmünd Entscheidungen für die Zukunft. (Foto: Tom)
Zehn Millionen sparen
Evangelische Landessynode tagt bis Donnerstag in Schwäbisch Gmünd
Die evangelische Kirche muss sparen. Darum geht es vorrangig bei der Tagung der Evangelischen Landessynode im „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd. Zum Auftakt sprach Landesbischof Frank Otfried July.
Kuno Staudenmaier
Schwäbisch Gmünd. „Auch wenn wir im Jahr 2030 auf weniger Ressourcen als heute zurückgreifen können, so werden wir dennoch im Blick behalten: Für jedes Gemeindeglied muss und wird es Gottesdienste in erreichbarer Nähe geben“, sagte der württembergische evangelische Landesbischof July in seinem Bericht vor mehr als 120 Synodalen und Mitgliedern des Oberkirchenrats. Außerdem sprach sich July dafür aus, die Dienstgemeinschaft in Kirche und Diakonie zu erhalten. Dazu möchte der Bischof das Miteinander sowohl der hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter stärken als auch das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen.
Die Präimplantationsdiagnostik und die verlängerte Laufzeit der Kernkraftwerke beschäftigte das Gremium in der aktuellen Stunde zum Auftakt der bis zum Donnerstag dauernden Tagung. Einhellig lehnten die Synodalen die Präimplantationsdiagnostik ab. Pressesprecher Christian Tsalos: „Es gab Stimmen für einen Ausbau der kirchlichen Beratungsarbeit.“ Kirche müssten Paaren in schwierigen Entscheidungen zur Seite stehen. Dieter Kaufmann, der Vorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg betonte, dass die Diakonie die Selektion von Embryonen für unvertretbar halte, weil die Konsequenzen unvorhersehbar seien.
An diesem Dienstag beraten die Synodalen über Sparpläne des Oberkirchenrats. Von den angestrebten Einsparungen sollen im kommenden Jahr 800 000 Euro realisiert werden. Bis zum Jahr 2019 soll die volle Einsparsumme von gut zehn Millionen Euro jährlich umgesetzt sein. Das sagte der Finanzdezernent der Evangelischen Landeskirche, Martin Kastrup. Derzeit befinde man sich noch in einer stabilen finanziellen Situation. Auf längere Sicht wirke sich der Mitgliederrückgang negativ aus. Dem könne man nur mit Kostenreduzierung begegnen. „Mehr Menschen werden evangelisch bestattet als evangelisch getauft.“ Er rechnet mit fünf Millionen Euro Kirchensteuerverlusten pro Jahr, bis 2019 also mit 45 Millionen Euro. Aktuell möchte die Landeskirche bei der Evangelischen Akademie in Bad Boll sparen. Außerdem beraten die Mitglieder der Synode über die Zukunft des Studienzentrums der Landeskirche, das Haus Birkach. Die Sanierung kostet 16,5 Millionen Euro. Am Mittwoch soll der Haushaltsplan verabschiedet werden. Der gesamte Haushalt der evangelischen Kirche in Württemberg liegt bei knapp 900 Millionen Euro.
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Posaunenchor spielt auf dem Friedhof
Am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Ewigkeits- oder Totensonntag, haben die Evangelischen Christen ihrer Toten gedacht. In Ellwangen gestaltet der Evangelische Posaunenchor seit nunmehr 60 Jahren die Gedenkfeier an diesem Tage. Auf dem Friedhof St.Wolfgang werden dazu von den Bläsern Choräle intoniert. Stadtpfarrer Martin Schuster trug am Sonntag zwischen den einzelnen Stücken Gedichte von Hesse, Bonhoeffer und Mörike vor. (Text/Foto: Freimuth)
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Gerhard Brüning hat aus seinem bewegenden Buch über ein deutsch-deutsches Schicksal im evangelischen Gemeindehaus in Essingen gelesen. (Foto: sus)
Eine Geschichte über die Last der Schuld
Gerhard Brüning hat im evangelischen Gemeindehaus Essingen aus seinem Krimi „Die Laubenkolonie“ gelesen
„Die Laubenkolonie“ ist das bisher persönlichste Buch von Gerhard Brüning. Eine deuscht-deutsche Geschichte mit viel Tiefgang. Er nimmt die Leser mit auf eine wachrüttelnde Reise in die ostdeutsche Vergangenheit. Nun las der Autor aus seinem Buch vor. Die evangelische Erwachsenenbildung freute sich über 50 begeisterte Zuhörer.
Essingen. Im evangelischen Gemeindehaus war kein Platz mehr frei. Ulrike Scholz und Ulrike Hofer von der Erwachsenenbildung stuhlten noch zusätzlich auf, sonst hätten einige der Gäste stehen müssen. „Meine Eltern sind die einzigen der Familie gewesen, die im Westen waren“, erzählt der frühere Lauterburger Pfarrer Gerhard Brüning.
Der Rest habe im Osten Deutschlands gelebt. Alle drei Jahre seien sie zu Besuch in die DDR gefahren. Einfach sei dies nicht gewesen. Brüning beschreibt den Gästen das irrsinnige Prozedere, das notwendig war, um einreisen zu dürfen. „Als dann die Grenzen geöffnet wurden, bin ich in Hamburg vorm Fernseher gesessen und habe Rotz und Wasser geheult“, erzählt er. Mit dem Buch „Die Laubenkolonie“, gelang es Brüning die deutsch-deutsche Geschichte aufzuarbeiten. Seiner Meinung nach hätten viel zu wenige begriffen, was die DDR-Bürger in den 40 Jahren geleistet haben.
Sensibilisieren wollte er mit diesem Buch. Sein Wunsch für West-Ostbeziehung: „Mehr Respekt.“ Und natürlich habe sein Buch auch einen christlichen Touch. An diesem Abend las er aus zwei Kapiteln vor, die in Leipzig spielen.
Und weil alle so begeistert waren, gab es noch eine Zugabe. Im Mittelpunkt des Krimis steht der Ingenieur und DDR-Bürger Wolfgang Blischke, dem während eines Kongresses in der Schweiz die Flucht in den Westen gelang. In Stuttgart macht er Karriere, doch der Preis, den er dafür bezahlt ist hoch.
Sein Bruder in Leipzig wendet sich von ihm ab. Mit der Begründung: Er habe die Familie durch die Flucht verraten. Der Vater stirbt kurz darauf. 20 Jahre danach wird der Bruder in seiner Datsche inmitten einer Leipziger Laubenkolonie ermordet. Wolfgang muss wieder zurück in die alte Heimat.
Auf der Suche nach der wahren Identität seines Bruders begegnen ihm die Verlierer der Wende. Durch die redselige und trinkfeste Nachbarin, das sächsische Original „Onkel“ Erich und durch die „Laupenpieper“ gelingt es ihm, die Gedanken und Handlungen des Ermordeten nachzuvollziehen. Ein Buch gespickt mit Schuldgefühlen und den Versuchen diese zu bewältigen. Spannend geschrieben und teilweise sehr amüsant. sus
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Groß ist die Zahl der Aktiven gewesen, die beim 34. Ordensfest der Aalener Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck ausgezeichnet wurden. (Foto: Klüpfel)
Pfarrer Bernhard Richter erhält den Goldorden
Aalen/l) Er ist Pfarrer und Büttenredner, ernsthaft evangelisch, aber auch lustvoll ökumenisch und pflegt aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen. Kein Wunder, dass die Meckerzunft den Aalener Stadtkirchenpfarrer Bernhard Richter als geistesverwandt einstufte und mit der Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet hat.
AFZ-Präsident Roland Fürst und Laudatorin Suse Behringer, Goldordensträgerin des Vorjahres, deuteten diesen Vorgang als Zeichen dafür, dass nunmehr auch in der traditionell faschingsfeindlichen evangelischen Kirche die Vorstellung an Raum gewinne, wonach zwischen der Freiheit des Narren und der Freiheit des Christenmenschen kein prinzipieller Unterschied bestehe. Was die universelle Tätigkeit des Geehrten betrifft, so kommt diese nach Suse Behringer allein schon in der Tatsache zum Ausdruck, dass das Bild des Pfarrers häufiger in der Zeitung erscheine als das von Landrat Klaus Pavel.
Suse Behringer hob die Heirat des Geistlichen mit der „schönsten Maid“ des Ostalbkreises, seine Tätigkeiten in Täferrot und Heuchlingen, seine Fußball- und Ringerbegeisterung, seine pointierten Büttenreden im Wiesengrund, aber auch die Förderung von Senioren- und Jugendarbeit, Konfirmation, Freizeitgestaltung in Leinroden und Ökumene hervor.
Weiter Ehre, diesmal durch die AFZ-Vorstände Roland Fürst, Hannsi Gässler und Timo Rieg sowie durch den extra angereisten LWK-Vize Wolfgang Henes (Stuttgart) wurde einer ganzen Reihe von AFZ-Aktiven zuteil. Ulli Welsch, Melanie Kaufmann und Timo Rieg erhielten das Großkreuz des Landesverbandes Württembergischer Karnevalsvereine (LWK). Der Hirsch am Goldenen Vlies, der demnächst in Stuttgart verliehen wird, ging an die Männerballett-Trainerin Dagmar Mäurer. Dr. Eugen Hafner und Volkmar Binder bekamen als Urgesteine der Zunft den hohen BDK-Orden in Silber. Schließlich nahmen Elke Vogler, Conny Kartheiser, Yvonne Fuchs und Roohi Tunda-Katruff die AFZ-Verdienstmedaille in Silber entgegen. Irina Epp (Maskentruppe) freute sich über den goldenen Gardeorden des LWK.
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WORT ZUM SONNTAG
Christoph Bäuerle, Pfarrer in Essingen
„Wo suche ich meine Toten, die ich nicht verloren gebe?“ So fragt ein Mann nach dem Tod seiner Frau. Viele von uns mögen sich in diesen Tagen so fragen. Wenn die Erinnerung an einen Verstorbenen uns einholt. Wenn wir ein Grab suchen auf dem Friedhof und in Gedanken einen Menschen vor Augen haben, wie er neben uns ging, mit uns ging eine wichtige Zeit unseres Lebens.
Die Zeit heilt eben doch nicht jede Wunde. Manches bleibt offen, wie eine Wunde, die nicht heilen will. Sie schmerzt jeden Tag neu.
„Wo suche ich meine Toten, die ich nicht verloren gebe?“, fragt Fulbert Steffensky nach dem Tod von Dorothee Sölle, seiner Frau. Und er fährt fort: „Ich suche sie bei Gott. Was aber sage ich mit diesem Satz? Ich weiß es selber nicht, aber ich werde ihn sprechen, und sei es aus Trotz.“
Trotz der Macht, die der Tod mich spüren lässt, trotz der Ohnmacht, in die er mich immer noch von Zeit zu Zeit stürzt – ich fange an, meinen Kopf wieder zu heben. Mein Blick weitet sich langsam wieder.
Ich fange an zu sehen, wie der Seher Johannes sah. Er schreibt: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. . .und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch das Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein“ (Offenbarung 21).
Trotz und gegen alle Erfahrung des Todes kann Gott uns in unserer Trauer auf wunderbare Weise unglaublich nahe sein. Ich wünsche Ihnen heute solche Erfahrung neuen Lebens!
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Die Pianistin Angela-Charlott Bieber war am Samstagnachmittag zu Gast beim 70. Walxheimer Pfarrhauskonzert. (Foto: dog)
Waldszenen am Piano gezeichnet
Pianistin Angela-Charlott Bieber kredenzt zum Walxheimer Pfarrhauskonzert Musik von Robert Schumannn
Mit einem exquisiten Klavierkonzert zum Schumann-Jahr überraschte Pfarrer Gerhard Bergius die Gäste beim 70. Walxheimer Pfarrhauskonzert. Interpretin am Flügel war die Pianistin Angela-Charlott Bieber aus Reutlingen. Zur Aufführung kam unter anderem Schumanns erstes gedrucktes Werk, die 1830 komponierten Abegg-Variationen op. 1.
Dorothea Gundling
Die leidenschaftlich aufspielende Pianistin benötigte während des gesamten Konzerts keine Noten und meisterte das ursprünglich nur für Klavier und Orchester komponierte Werk mit drei Variationen und einem umfangreichen Finale mit Bravour.
Im weiteren Verlauf entpuppte sich Angela-Charlott Bieber zudem als ausgezeichnete Kennerin von Robert Schumann (1810-1856), den sie „Inbegriff des romantischen Toninterpreten“ nannte. Seine sämtlichen Werke beherrscht die Pianistin, die unter anderem bei Jürgen von Oppen in München studiert hat, aus dem Effeff. Als überaus hörenswert erwiesen sich die Waldszenen, die Robert Schumann 1848/49 in Dresden komponiert hatte. Mit den sehr schnell populär gewordenen Waldszenen lag Robert Schumann voll im Trend der Zeit. Mit der darin enthaltenen Szene „Einsame Blumen“ erwies er sich als glühender Verehrer des Dichters Friedrich Hebbel.
Insgesamt handelt es sich bei den Waldszenen um neun Charakterstücke, in denen Robert Schumann dem Wald als besonders romantischem Idealraum huldigt.
In den darauffolgenden Jahren bis zu seinem frühen Tod spiegelte sich in den Kompositionen von Robert Schumann immer mehr dessen kranke Seele wider. Besonders deutlich wird dies in den drei Fantasiestücken, welche Schumann fünf Jahre vor seinem Tod komponiert hatte. „Robert hat drei Klavierstücke von sehr ernstem leidenschaftlichen Charakter komponiert, die mir außerordentlich gut gefallen“, schrieb Clara Schumann im September 1851 in ihr Tagebuch. Offensichtlich hatte Schumanns Frau damals noch nichts von dessen nahendem seelischen Zerfall geahnt.
Als „etwas haltlos“ beschrieb Schumann-Kennerin Angela-Charlott Bieber hingegen das erste der insgesamt drei Fantasiestücke. Mit dem zweiten Stück folge der Ruhepol und mit dem dritten Stück, dessen „wirschem Mittelteil und den eigenartigen Harmonien“ habe sich der bereits erkrankte Komponist offensichtlich selbst Mut zusprechen wollen.
Einen famosen Schlusspunkt setzte die Pianistin mit der 1838/1839 entstandenen Humoreske. Konzentriert und mit geschlossenen Augen gab sich Angela-Charlott Bieber zum Ausklang des Pfarrhauskonzerts ihrem Klavierspiel hin. In dem großen Werk, welches der Pianistin, nach eigenem Bekunden, einiges abverlangte, kam vor allem Schumanns damals noch modularer Kompositionsstil zum Ausdruck. Nach den Worten der Interpretin handelt es sich dabei um einzelne, im Charakter sehr unterschiedliche Stücke, die durch harmonische Verwandtschaften Verbindungen und jede Menge Bezüge zu anderen Welten schaffen. Schumann seinerseits dagegen bezeichnete die Humoreske „als wenig lustig und als sein vielleicht melancholischstes Werk“.
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Bildversteigerung und Gemeindebasar
Im evangelischen Gemeindehaus in Aalen herrschte reges Treiben. Schon unten vor der Tür lockten verschiedene Stände die Besucher an. Und während sich im Untergeschoss die Gäste das Essen schmecken ließen, ging es in der oberen Etage heiß her. Ehrenbürger und Ex-Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle versteigerte mit Pfarrer Bernhard Richter vier Holzschnitte aus der Heimat von Ernst Wanner. Der Holzschnitt „Kapfenburg“ wird zukünftig in der Gartenschule in Ebnat seinen Platz finden. 400 Euro wurden durch die Versteigerung eingenommen. So wie in jedem Jahr boten die Familien- und Hauskreise allerlei Handarbeiten aus Filz, Wolle und Keramik an. Floristik und selbstgemachte Marmeladen und Plätzchen fanden reißenden Absatz. Wer Lust zum Stöbern hatte, konnte dies ausgiebig auf einem großen Flohmarkt tun. Der Erlös kommt einem Hilfsprojekt in Argentinien und dem Neubau des Ferientagheims Leinroden zugute. (Text/Foto: sus)
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Die Kranzniederlegung vor dem Gedächtnismal erfolgte durch Richard Meitner (rechts), den Vorsitzenden des VdK, und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine begleiteten die Zeremonie. Die Stadtkapelle Bopfingen spielte abschließend „Ich hatte einen Kameraden“. (Foto: ott)
In über 40 Ländern herrscht Krieg
Ökumenischer Gottesdienst und mahnende Worte bei der Volkstrauertagsfeier auf dem Bopfinger Friedhof
Mit einem ökumenischen Gottesdienst, in der sehr gut besuchten Aussegnungshalle des städtischen Friedhofes in Bopfingen, wurde am Sonntag zum Gedenken der Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft der Volkstrauertag begangen.
GÜNTER OTT
Bopfingen. Den ökumenischen Gottesdienst zelebrierten Pfarrer Michael Rau und Pastoralreferentin Maria Zaunmüller. Der feierliche Gottesdienst mit anschließender Trauerfeier wurde vom evangelischen Posaunenchor und dem Kolpingchor feierlich umrahmt.
Pfarrer Michael Rau bat in seinem Gebet darum, dass die Trauer um die Verstorbenen die Wunden und Narben hinterlässt, heilen und weggenommen werde. Er betete auch für die Soldaten, die jetzt in Afghanistan Dienst tun, und für den Frieden in unserem Land.
Das Opfer des Gottesdienstes war für Flutopfer in Pakistan bestimmt. „Dort wird dringend Hilfe benötigt, damit Pakistan nicht weiter abdriftet und eine Gefahr für die Welt wird“, so Pfarrer Rau.
„Wenn wir uns jährlich hier versammeln, gedenken wir der unermesslich vielen Opfer der beiden Weltkriege“, sagte Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. „Einer, der fortging und nicht wiederkommt, das schmerzt. Geraubte Leben gab es auch in unserer Stadt.“, sagte er.
„Darf man mit 29 Jahren schon sterben?“ Mit dieser Frage aus einem Gedicht der jüngeren Zeit, das vom Krieg und seinen Opfern handelt, wurde das sinnlose Sterben in Afghanistan angeprangert. „Damit das Sterben nicht nur dieser Soldaten nicht umsonst war, sollten wir gemeinsam am Band des Friedens festhalten.“
Abschließend erinnerte der Bürgermeister daran, dass noch heute in mehr als 40 Ländern Krieg geführt wird. Dr. Bühler schloss mit dem Zitat von Karl Jaspers: „Die Frage des Friedens ist keine Frage an die Welt, sondern eine Frage an jeden selbst.“
Während die Stadtkapelle aufspielte machten sich die Besucher auf den Weg zum Gedächtnismal. „Mit dem Gedenken an alle Opfer der Vergangenheit und Gegenwart nimmt uns der Volkstrauertag in die Pflicht, die Menschlichkeit in den Mittelpunkt unseres zukünftigen Handels zu stellen“, mahnte VdK-Vorsitzender Richard Meitner. Weiter forderte er dazu auf, unbeirrt für Menschenrechte und Menschenwürde, für die Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzutreten. Darum sei der Volkstrauertag so wichtig und unverzichtbar.
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Beim musikalischen Festgottesdienst zum Jubiläum des Posaunenchors gab es ein Konzert, das einen weiten Bogen über die Jahrhunderte spannte. (Foto: sus)
Reichtum musikalischer Vielfalt
Musikalischer Festgottesdienst zum 45-jährigen Bestehen des Posaunenchors
45 Jahre Essinger Posaunenchor waren Grund genug für die evangelische Gemeinde Gott zu danken. Am Sonntag feierte sie das Jubiläum mit einem musikalischen Gottesdienst in der Quirinuskirche in Essingen. Die Gemeinde bekam, unter der Leitung von Dirigent Reinhard Liebhäuser, ein Konzert zu hören, das einen weiten Bogen über die Jahrhunderte spannte. Doch nicht nur die Melodien, auch die Worte von Pfarrer Christoph Bäuerle bewegten und berührten.
Susanne Rötter
Essingen. „45 Jahre nun schon, finden kleine und große Füße ihren Weg zu Proben, zu Gottesdiensten und Konzerten,“ sagte Pfarrer Christoph Bäuerle in seiner Begrüßung. „Was wir hören, spannt einen weiten musikgeschichtlichen Bogen durch die Jahrhunderte und vom Stil her einen Bogen über Kontinente hinweg,“ so Bäuerle weiter.
Vom Bachchoral bis in den Jazz. Von afrikanischen Rhythmen bis ins schottische Hochland und weiter in die neuere deutsche Chormusik und beim Segen noch nach Irland. Der Reichtum einer großen musikalischen Vielfalt begegne uns in dem Posaunenchor.
Unter Gottes Segen würden sich die Bläserinnen und Bläser nach Südafrika aufmachen. Dabei ginge es um menschlich-musikalische Begegnungen. Dies sei, so Bäuerle, ein wichtiger Beitrag der Völkerverständigung und des praktizierten Friedens zwischen Menschen. „Dass diese Beziehungen Kreise ziehen, sieht man an Gegenbesuchen aus Südafrika und sehr gut auch an der Hilfe für den Kindergarten in Langa,“ so der Pfarrer. Die Hilfe für 113 Kinder dort werde durch ganz viele in Essingen mitgetragen.
Nach der Begrüßung wurde der „Trinitarische Gruß“ des deutschen Kirchenmusikers Hans-Peter Braun vorgetragen. Himmlische Klänge an einem göttlichen Fest. Im Kanon sangen der Kinderchor und die Gemeinde gemeinsam: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Dann wurde der kleine Frieder Eisele getauft.
Es sei so wichtig in unserer Zeit, mahnte der Pfarrer, Zeichen des Lebens gegen die Resignation zu setzten. Kinder in diese Welt zu bringen, aller atomaren und terroristischen Bedrohung zum Trotz, sei ein gutes Zeichen.
„Wir mögen kleine Leute sein und kleine Schritte tun, aber es sind Schritte auf dem richtigen Weg,“ predigte er. Es seien Schritte, die wir nie allein gehen. Unsere Hoffnung lebe aus dem Vertrauen, dass Gott etwas mit uns und der Welt vorhabe. Der Posaunenchor gab der Gemeinde „Sometimes I Feel“ von Jochen Rieger mit auf den Weg.
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Pfarrer Gerhard Bergius (Zweiter von rechts) verurteilte die israelsche Siedlungspolitik im Nahen Osten. Josef Baumann, Volker Lauster-Schulz und Bettina Strohm (von links) beteiligten sich mit Rede- und Liedbeiträgen an der Gedenkfeier am jüdischen Friedhof. (Foto: Klemm)
Schilderungen machen betroffen
Gedenkfeier am jüdischen Friedhof bringt Greueltaten der Nazis in Erinnerung
Am jüdischen Friedhof wurde am Sonntag der Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht. Pfarrer Gerhard Bergius prangerte den Missbrauch der Religion Israels zu politischen Zwecken und dessen Siedlungspolitik an.
ACHIM KLEMM
Ellwangen. „Krieg und Gewalt ist kein Mittel der Politik“, betonte Peter Maile vom Friedensforum vor dem jüdischen Friedhof an der Dalkinger Straße. Er erinnerte an die Euthanasieopfer vom Rabenhof, jene 32 Heimbewohner, die vor 70 Jahren von den Nazis in den Gaskammern von Grafeneck getötet wurden. Auch seien weitere Euthanasieopfer aus Ellwangen, Rosenberg, Ellenberg oder Elchingen bekannt, so Maile.
Besondere Erwähnung fand der couragierte Ellwanger Kirchen- und Kunstmaler Max Reeb, der im September 1940 im KZ-Dachau getötet wurde.
Josef Baumann und Volker Lauster-Schulz, ebenfalls vom Ellwanger Friedensforum, berichteten von ihren Forschungen über die Vorfälle in Ellwangen, den Hessentaler Todesmarsch und die schrecklichen Greueltaten der Nazis in der Raumschaft.
Baumann beleuchtete die Ereignisse des Hessentaler Todesmarsches 1945, der von Schwäbisch Hall über Bühlertann und Rosenberg nach Ellwangen und Zöbingen, nach Wallerstein bis nach Dachau ins KZ führte. Die detaillierte Schilderung der unmenschlichen Qualen und brutalen Misshandlungen, die die Gefangenen auf ihrem langen Weg erleiden mussten, und die Vergegenwärtigung von willkürlichen Ermorderungen und Exekutionen machten ergriffen und erfüllten die anwesenden Gäste mit Trauer.
27 in Ellwangen zurückgelassene Gefangene wurden damals in der Sandgrube von Dalkingen erschossen. „Die Männer und Todesschützen kamen aus der Mitte unserer Gesellschaft“, hob Josef Baumann hervor. Leider hätten Rassismus und Fremdenhass weiterhin Bestand, wenn auch nur unterschwellig, zeigte Volker Lauster-Schulz auf.
Pfarrer Gerhard Bergius nahm die israelische Siedlungspolitik zum Inhalt seiner Rede. Diese sei falsch und verstoße gegen das Völkerrecht. „Israel missbraucht die Religion gegenüber der palästinensischen Bevölkerung für seine Zwecke“, strich Bergius heraus.
Der Geistliche erwähnte die große Zahl der Vertreibungen von Palästinensern und die Gewaltausübungen der Israelis. Bergius warnte am Ende: „Kein einziges Gebet Gottes kann auch nur eine Tötung rechtfertigen.“
Deutschland habe mit seiner Vergangenheit die Pflicht Aufklärung zu leisten über die Lügen und Mythen und die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik der Israelis, schloss Bergius.
Bettina Strohm und Volker Lauster-Schulz umrahmten die Gedenkfeier am jüdischen Friedhof mit jüdischen Volksliedern.
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Pfarrer Gerhard Bergius (rechts) hat bei der Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof einen "lebensfähigen Staat der Palästinenser" gefordert. Die Feier gestalteten Volker-Lauster Schulz, Josef Baumann und Bettina Strohm (von links).(Foto: Josef Schneider)
„Israel ist Apartheidstaat“
(ELLWANGEN/sj) „Krieg und Gewalt sollten kein Mittel der Politik sein“, hat Peter Maile gestern bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Mahnmal vor dem Jüdischen Friedhof an der Dalkinger Straße unterstrichen. Das Ellwanger Friedensforum gedachte aller Opfer von Krieg und Gewalt, auch der Opfer der gegenwärtigen Kriege.
Betroffenheit unter den rund 70 Besuchern der Gedenkfeier erzielten Peter Maile, Josef Baumann und Volker-Lauster-Schulz vom Ellwanger Friedensforum, indem sie an die über 100 Opfer des qualvollen, unmenschlichen Hessentaler Todesmarsches im April 1945 erinnerten, an die Häftlinge, die von SS-Männern brutal niedergeschlagen, zu Tode getreten oder erschossen wurden. So sind allein im Zöbinger Sterbebuch 42 Tote vermerkt, in einem Steinbruch bei Neunheim wurden 27 Leichname zurückgelassen, in Dalkingen ebenfalls 27. Gedacht wurde auch der Opfer der beiden KZ-Außenlager der Stammlager Dachau und Natzweiler in Ellwangen, die von 1941 bis 1942 beziehungsweise von 1943 bis 1945 existierten, an die Euthanasieopfer aus Ellwangen und aus der Region und an den Ellwanger Kunstmaler Max Reeb, der 1940 im Konzentrationslager Dachau starb.
Zu Wachsamkeit, Widerspruch und konsequentem Handeln in der Gegenwart mahnte Volker Lauster-Schulz angesichts von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, von Hunger und Not und der Bedrohung durch die Anhäufung einer perfekten Tötungstechnik. Der evangelische Pfarrer Gerhard Bergius aus Walxheim sprach dem israelischen Staat den Anspruch, ein demokratischer Staat zu sein, ab. „Israel ist ein Apartheidstaat“, sagte der Geistliche: „Die Siedlungspolitik Israels ist völkerrechtswidrig.“ Bergius geißelte die „blutige Gründungsgeschichte“ Israels und trat für einen „lebensfähigen Staat der Palästinenser“ ein.
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Mit höflichem Abstand verfolgten die einheimischen Gäste das Freitagsgebet in der Moschee An der Jagst 1 in der hintersten Reihe. (Foto: Klemm)
Die Integration mit Leben füllen
Gäste nehmen am Freitagsgebet in der Ellwanger Moschee teil
Ein Beitrag zu größerem kulturellen Verständnis und mehr Integration war die Einladung zum Freitagsgebet in der Ditib-Moschee, An der Jagst. Knapp 20 deutsche Mitbürger nutzten das Angebot und besuchten die Moschee.
Ellwangen. Der Friedenskreis der evangelischen Kirchengemeinde und Ditib – der Türkisch Islamische Kulturverein Ellwangen – hatten die Idee, Einheimische und türkische Mitbürger beim Freitagsgebet in der Moschee zusammenzubringen.
„Wir wollen, dass Ellwangen sieht, dass unsere türkische Glaubensgemeinschaft mit guten Absichten unseren Glauben auslebt“, erklärte Ditib-Mitglied Tasyontan Bekir vor dem Freitagsgebet. Und der evangelische Gemeindepfarrer Thomas Merkel konnte keine Widerstände gegen die Einladung ausmachen: „Es gab lediglich zwei besorgte Anrufer, die nachfragten, ob ein gemeinsames Gebet in der Moschee stattfinden würde.“ Das war jedoch nicht der Fall. Es handelte es sich lediglich um einen Besuch des Freitagsgebetes und der Moschee.
Bereits eine knappe halbe Stunde vor dem Gebet am Mittag, wurden die Gäste in der Cafeteria der Moschee mit Kaffee und Tee willkommen geheißen. Es gab genügend Gelegenheit sich auszutauschen, sich näher kennenzulernen und Fragen zu stellen.
Auch der Ausländerbeauftragte Thomas Steidle und der Integrationsbeauftragte Jürgen Schäfer machten sich einen Eindruck.
Das Gebäude An der Jagst 1 (ehemals Gasthaus „Wilder Mann“) hat der Türkisch Islamische Kulturverein vor drei Jahren erworben und mit Hilfe der Mitglieder grundlegend umgebaut. In dem Haus gibt es einen Gebetsraum für Frauen und einen größeren für Männer, eine Cafeteria, Schulungsräume, Waschräume und einen Raum für den Vorbeter. „Im Keller entsteht noch ein Hobby- und Fitnessraum. Zu 90 Prozent ist jetzt alles fertig,“ beschreibt Tasyontan Bekir.
Fünf Mal am Tag wird gebetet in der Moschee, die von fünf Uhr morgens bis 23 Uhr, sieben Tage die Woche geöffnet hat. Ein Imam soll in naher Zukunft dort dauerhaft den islamischen Glauben verkünden.
„Wir sind offen gegenüber unseren Mitmenschen. Jeder kann kommen. Alle sind herzlich eingeladen“, sagt Bekir.
Es gab in der Moschee bereits zahlreiche Führungen für Schulen und die Kirchengemeinden. Das gestrige Freitagsgebet gestalteten ein Prediger, ein Imam (Vorbeter) und ein Rufer (Muezzin).
Die Gäste verfolgten in der hintersten Reihe mit einigem Respektabstand aufmerksam den Ablauf des Gebetes und die türkische Predigt, ohne allerdings dabei viel vom Gesprochenen zu verstehen.
Dennoch zeigten sich die Besucher beeindruckt von den Ritualen. AK
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Reinhard Liebhäußer (links) und Karl-Heinz Winter überreichten Joy Kronenberg als Vertreterin der Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika einen Scheck für den Kindergarten in Langa/Kapstadt über 3500 Euro. (Foto: privat)
Ein musikalisches Gebet
Am Sonntag Festgottesdienst zum 45-jährigen Bestehen des Posaunenchors Essingen
„Lobet den Herren mit Posaunen“ gilt seit 45 Jahren für den Posaunenchor Essingen. Mit seinen 110 Bläserinnen und Bläsern gehört er zu den größten seiner Art in Baden-Württemberg. Am Sonntag, 14. November, wird er anlässlich seines Geburtstags in einem Festgottesdienst in der Quirinuskirche Essingen musizieren.
Essingen. Beginn ist um 10 Uhr, bereits ab 9 Uhr wird auf dem Kirchhof zur Tagwache geblasen. „Mit unseren 45 Jahren gehören wir zu den jungen Posaunenchören“, weiß Reinhard Liebhäußer, Chorleiter seit 1987. Jung sind auch die Bläser. Obwohl inzwischen die dritte Generation musiziere, liege der Altersdurchschnitt der 75 Bläser und Bläserinnen im Großen Chor bei etwa 28 Jahren, der der 35 Jungbläser bei zwölf Jahren. Dass das Miteinander in der Gemeinschaft zwischen Alt und Jung im Chor funktioniere, sei ihm sehr wichtig, so Liebhäußer. Außerdem solle die Musik in die heutige Zeit passen und die Qualität stimmen. Bezirksjugendreferent Siegfried Rembold hatte 1965 den Posaunenchor Essingen gegründet, 1967 übernahm Rolf Hay die Chorleitung. Jakob Scheid führte von 1968 bis 1987 den Taktstock, ehe er ihn an Reinhard Liebhäußer weiterreichte.
Viel hat sich in dieser Zeit verändert, die Musik sei mit Schlagzeug und E-Piano – wenn es zum Rahmen und zur Literatur passe – moderner geworden, resümiert Liebhäußer. Der Schwerpunkt, junge Menschen für die Posaunenarbeit zu begeistern, sei geblieben. „Junge Leute auszubilden ist nicht das Problem, sie im Chor zu halten schon eher“, weiß Liebhäußer. Der Musikstil reiche von alter und neuer Choralmusik über Volks- und freie Bläsermusik bis zu Spirituals und Poparrangements geistlicher Musik. „Wir singen auch. Und das gut.“
Zu hören sind die Essinger Posaunen etwa einmal monatlich bei den Gottesdiensten, zu Konfirmationsfeiern, bei Bläserserenaden, Konzerten, Posaunenfeierstunden und beim Landesposaunentag in Ulm. Neben Auftritten und Probenarbeit wartet der Posaunenchor mit Aktivitäten wie der Familienfreizeit, Jungbläserfreizeit oder, als besonderer Höhepunkt, den Kontakten nach Südafrika auf. Fast jedes Jahr sind nach dem ersten Besuch im Jahr 1994 Gruppen aus dem fernen Land zu Konzerten in Essingen. Höhepunkte waren Gegenbesuche nach Südafrika in den Jahren 2000 und 2006, die nächste Reise ist 2013 geplant. Ein weiteres Bindeglied ist seit 2001 die finanzielle Hilfe des Posaunenchors für einen Kindergarten in Langa/Kapstadt.
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Beim Sankt-Martins-Umzug am Donnerstag in der Aalener Innenstadt bestaunten viele Kinder gemeinsam mit ihren Eltern das Schauspiel um den heiligen Martin (Miriam Engel) und dessen Begleiter (Clara Hopfensitz). (Foto: Oliver Giers)
Leuchtende Laternen
Sankt-Martins-Umzug in der Aalener Innenstadt
Ein Meer von bunten Laternen: Vor dem Aalener Rathaus lauschen am Donnerstag zahlreiche Kinder gemeinsam mit ihren Eltern der Geschichte des Heiligen Martins. Danach ziehen sie mit ihren Laternen durch die Innenstadt.
Aalen. „Die leuchtenden Laternen ringsum, die erinnern bis heute an das leuchtende Vorbild Martin“, sagt Michael Fitzner, der an diesem Abend den Martin spricht, nachdem OB Martin Gerlach die Anwesenden begrüßte. Gemeinsam mit Bärbel Geßler erzählt er die Geschichte des römischen Soldaten Martin, der sich für Arme einsetzte.
Fitzner berichtet, dass Martin aus Nächstenliebe seinen Mantel in zwei Stücke zerteilt und diesen einem armen Bettler gegeben habe. Auch die dreijährige Davina Schönle aus Aalen kennt diese Geschichte. Und sie ist stolz auf ihre Laterne: „Die Laterne ist ein Apfel, die hab’ ich im Kindergarten selbst gemacht“, sagt sie. Auch Davinas fünfjährige Schwester Jana hält eine bunte Laterne in der Hand. „Mir haben die Pferde am besten gefallen“, meint sie.
Es ist eine fröhliche Feier, der ein kleiner Umzug mit Blaskapelle durch die Stadt folgt. Die Veranstaltung wurde von den evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden in Aalen sowie der Stadt Aalen organisiert. „Auch wir wollen teilen wie Sankt Martin“ steht auf dem Textbuch, und hierzu fordert auch der evangelische Pfarrer Bernhard Richter auf, der an diesem Abend den Segen spricht. So bittet er um eine Spende, die einer neuen Dorfschule in Burkina Faso zu Gute kommen soll. ds
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Als die Bopfinger dem Bischof trotzten
Als die Bopfinger dem Bischof trotzten
(Bopfingen/sz) Auch Bopfingen hatte seine Widerstandsbewegung: Als vor fast 400 Jahren Augsburgs Bischof der Stadt den Protestantismus mit Gewalt austreiben wollte, rebellierten die evangelischen Bopfinger – mit Erfolg. Michael Rau, heute Bopfingens evangelischer Pfarrer, hat viel über die stürmischen Zeiten in alten Aufzeichnungen herausgefunden.
Von unserem Redakteur Bernhard Hampp
Lutherische Prediger traten in Bopfingen erstmals 1521 auf den Plan. Im Jahr 1546 bekannte sich der Rat der Freien Reichsstadt offiziell zur evangelischen Konfession. „Der katholische Kaiser hat damals immer darauf gewartet, die evangelischen Gebiete mit Waffengewalt zurück zum katholischen Glauben zu holen, hatte aber nicht genug Geld für einen Krieg“, berichtet Rau. Auf der Ebene der Bürger klappte das Zusammenleben der Konfessionen, die Ökumene, aber wohl recht gut: Der erste evangelische Pfarrer in Bopfingen hielt Gottesdienste für evangelische und katholische Gläubige ab. „Lange gab es Ökumene in Bopfingen, bis Gewalt ins Spiel kam“, sagt Rau.
Es ging auch um Pfründe
Gewalt, das hieß: Dreißigjähriger Krieg. Es entbrannten blutige Schlachten um den rechten Glauben. Bopfingen erreichte der Glaubenskampf 1630, als Bischof Heinrich von Augsburg beschloss, die evangelische Reichsstadt zu re-katholisieren. Ihm halfen die Soldaten des Grafen von Oettingen-Wallerstein. Sie fuhren Kanonen vor der Stadtmauer auf, marschierten ein, verlangten den Kirchenschlüssel, vertrieben die beiden evangelischen Pfarrer und setzten einen katholischen Priester ein. Dem Oberhirten ging es auch um die Pfründe: Seit der Reformation hatten die Bopfinger die Einnahmen aus kirchlichen Grundstücken nicht mehr nach Augsburg zum Bischof geschickt, sondern damit Schulen für die Bibellektüre gegründet.
„Es folgte die Zeit des Widerstands“, sagt Rau. Eine Beschreibung dieser Zeit liefern die Aufzeichnungen des Mesners Matthäus Franck, die im Kirchenarchiv erhalten sind. Franck und der Stadtschreiber Friedrich Enslin seien die Köpfe des passiven Widerstandes gewesen. Die Kirche des katholischen Pfarrers blieb meist leer. Stattdessen pilgerten die Bopfinger sonntags nach Goldburghausen oder Nördlingen und ließen sich auch vom wütenden Priester nicht aufhalten. Sie knackten das Schloss am Friedhofstor und bestatteten ihre Toten ohne Pfarrer. Der katholische Pfarrer wurde auf offener Straße angepöbelt. Im Gegenzug wanderten einige aufsässige Gläubige in den Kerker. Die Trendwende kam, als die protestantischen Schweden Süddeutschland einnahmen. Rau erzählt: „Im Frühjahr 1632 rückten fünf schwedische Reiter in Bopfingen ein, verhafteten den katholischen Pfarrer und führten ihn an einem Strick bis nach Kirchheim. Dort versteigerten sie ihn, die Äbtissin des Klosters erbarmte sich und gab das höchste Gebot ab.“
Nun schlugen die Evangelischen zurück: Katholische Bopfinger mussten konvertieren oder die Stadt verlassen. „Das friedliche Miteinander war leider vorbei“, betont Rau, den vor allem eines an den Berichten aus den staubigen Akten fasziniert: „Es ist eindrucksvoll, wie viel der Glauben den Bürgern damals bedeutet hat.“
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Auf einer „biblio-galaktischen“ Zeitreise erleben die 89 Kinder der zehnten Kinderbibelwoche in Oberkochen die Abenteuer des Priesters Samuel. (Foto: ls)
Eine „biblio-galaktische“ Zeitreise
Jubiläum der Kinderbibelwoche in Oberkochen – 89 Kinder hören und spielen Abenteuer des Priesters Samuel
Ansteckende Fröhlichkeit in der Versöhnungskirche. „Was für ein schöner Tag“, singen die 89 Kinder und die 23 Mitarbeiter beim Einmarsch. Heute ist Jubiläum – zum 10. Mal wird Kinderbibelwoche gefeiert.
Lothar Schell
Oberkochen. Martin Schaub, Brigitte Hug und Birgit Hübenthal leiten die Kinderbibelwoche, die alle zwei Jahre stattfindet und 1992 von der damaligen Pfarrvikarin Claudia Fischer ins Leben gerufen wurde. „Klein aber wichtig“, so lautet schon immer das zugrunde liegende Motto.
Fetzige und rhythmisch ans Ohr gehende Lieder werden jeden Tag intoniert. „Das stimmt so richtig aufs Geschehen ein, motiviert und die Kinder und Jugendlichen finden sich wieder“, sagt Martin Schaub. Eine kleine Band sorgt für den entsprechenden Sound. „Du bist meine Zuflucht, meine Hoffnung und meine Stärke. Du lässt mich nicht allein“, hallt es durch die Versöhnungskirche. Die Geschichten von Samuel geben heuer das inhaltliche Thema vor. Schon dessen Mutter Hanna darf erleben, wie Gott sie annimmt, obwohl sie wegen ihrer Kinderlosigkeit klein gehalten und verachtet wird. Ähnlich geht es Samuel, der bereits als kleines Kind die Missstände am Ladeheiligtum in Silo – einem Ort in Israel – anprangert und dann von Gott zum Priester berufen wird.
„Wir laden Euch ein auf unsere bibliogalaktische Zeitreise ins Israel vor 3000 Jahren“, heißt die Aufforderung der Schauspieler. Am kommenden Sonntag wird man im Familiengottesdienst das Ergebniswerk vorspielen und vorsingen.
Auch katholische Kinder sind da und die Mitarbeiter stammen aus beiden Kirchengemeinden. Tradition seit es die „Kibiwo“ gibt.
„Es ist uns wichtig herauszuarbeiten, dass die Underdogs triumphieren und bei Gott Gestalt und Anerkennung finden“, sagt Martin Schaub. So wie die Kraft Gottes in den neuen Samuel übergegangen sei.
Und das ist auch das tolle Gemeinschaftsgefühl, das die Kids die Woche über entwickelt haben. „Die Kinderbibelwoche ist ein wichtiger Mosaikstein in den vielen Facetten der Kinder- und Jugendarbeit, die die evangelische Kirche vor Ort anbietet“, sagt Martin Schaub. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Abschluss der Kibiwo am Sonntag gleichzeitig der Start ist für „Konfi 3“.
Die Vormittage sind ausgefüllt. Nach dem „Theater-Clip“ geht es in die Gruppen. Im Spiel, beim Basteln und Kommunizieren werden die gesehenen und gehörten Geschichten ins Alltagsgeschehen transponiert. Mit Kopf, Herz und Hand.
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Ökumenisches Lehrgespräch: Pfarrer Harald Golla, Pfarrerin Ursula Richter, Domkapitular Rolf Hagmann und Pfarrer Christoph Doll (von links). (Foto: Schell)
Seelsorger und Kirchenmanager?
Ökumenisches Lehrgespräch zum Reformationstag – Der Kirchengemeinderat ist kein Aufsichtsrat
Pfarrerin Ursula Richter von der evangelischen und Pfarrer Harald Golla von der katholischen Kirchengemeinde moderierten das schon zur Tradition gewordene ökumenische Lehrgespräch am Reformationstag, das von Sabine Ott-Seeling musikalisch umrahmt wurde.
Lothar Schell
Aalen-Wasseralfingen. Gastreferenten waren Domkapitular Rolf Hagmann, Leiter der Hauptausbildung Pastorale Konzeption aus Rottenburg und Pfarrer Christoph Doll, Studienleiter am Pfarrseminar der evangelischen Landeskirche Württemberg.
„Die Rolle des Pfarrers ist in unseren ökumenischen Gesprächen vor Ort immer ein Thema. Der Beruf hat binnen zwei Jahrzehnten einen enormen Wandel erfahren“, meinte Pfarrer Harald Golla einführend. Die Rolle des Pfarrers sei für Martin Luther etwas ganz Wesentliches gewesen, auch am 31. Oktober 1517 sei es um die Lehre gegangen, erklärte Pfarrerin Ursula Richter, die provozierend hinzusetzte: „Sind Pfarrer Eier legende Wollmilchschweine, Seelsorger, Kirchenmanager und Geschäftsführer inklusive?“
„Die Kirchen haben als Wertegaranten und Sinnstifter Konkurrenz bekommen“, verwies Pfarrer Christoph Doll auf den Autoritätsverlust der Kirche. Viele Menschen seien zu „Architekten ihrer Religion“ geworden und übten sich in einer „individuellen Patchwork-Religiosität“. Das Verkünden der frohen Botschaft sei ein wichtiger Teil der Aufgabe des Pfarrers. Aber das reiche nicht, schließlich seien auch viele Ehrenamtliche im Dienst der Verkündigung unterwegs, unterstrich Doll. Luther verstehe das ordinierte Amt als Dienst am göttlichen Wort und dieser Dienst sei immer gekoppelt mit dem Gottesdienst am Menschen. Der ordinierte Pfarrer nehme die Aufgabe und Autorität auf der Kanzel wahr und dies setzte theologische Kompetenz voraus. Pfarrern müsse man freie Zeit zur Gestaltung ihrer Predigt sowie Abwesenheitszeiten für eine fundierte Fortbildung zugestehen.
„Das Leben einer Kirchengemeinde muss viele Talente einbinden“, erklärte Pfarrer Doll. Pfarrer dürften sich nicht als „Platzhirsche“ sehen, von den Geistlichen müsse man Pluralismusfähigkeit einfordern. Pfarrer bräuchten das Vertrauen der Gemeinde, und Kirchengemeinderäte dürften sich nicht als Aufsichtsrat aufspielen. Beide zusammen leiten die Gemeinde, betonte Doll. Pfarrer seien für die gesamte Gemeinde Ansprechpartner und eben gerade für jene, die man selten in der Kirche sieht.
Zum Evangelium berufen
Domkapitular Rolf Hagmann erinnerte in seinem Referat an die Zeichen der Taufe. Jeder Mensch sei berufen, das Evangelium zu empfangen und zu bezeugen. Leider sei die Tradition des Priestertums in Vergessenheit geraten. Als zweiten Zentralaspekt nannte Hagmann die Weihe des Pfarrers mit der Handauflegung durch den Bischof als Zeichen der Weitergabe des Amtes. „Christus tauft den Menschen und dies ist ganz elementar das Amtsverständnis des katholischen Priesters“, erklärte Hagmann. Die Aufgabe dieses Amts sei, dass Kirche immer berufen sei von Christus und dass die Carismen der Gläubigen gestärkt werden. Dabei sei dieses Amt kein eigener Machttempel, sondern immer ein Dienst an der Einheit.
Beide Kirchen haben die gleiche Not, das Amt mutiere immer mehr zum Verwaltungsamt, sprach Hagmann auch die eingangs erwähnte These von Pfarrerin Ursula Richter vom Eier legenden Wollmilchschwein an. Je mehr sich die Kirche „hineindifferenziere“ in die Gesellschaft, umso stärker entwickle sie sich zum Organisationsamt. Auf der einen Seite, so Hagmann, müsse die Kirche aufpassen, dass sie nicht zum Verein abgleite. Auf der anderen Seite müsse sie aufpassen und genau hinschauen, was ihr Geschäft und wo die Stimme der Kirche nötig sei. Auch wenn sich nur 15 Prozent der Getauften im Binnenraum der Kirche engagierten, so riefen doch viele Menschen in ganz bestimmten Lebenssituationen nach der Kirche und nach dem Pfarrer, von dem man Trost, Hoffnung und Orientierung erwarte. Neben dieser Herausforderung nach außen gebe es auch ein wichtiges Anliegen nach innen. Die Kirche brauche dialogfähige Pfarrer, die anderen Menschen Mut machen, ihre eigene Sendung zu entdecken auf dem Weg zu einer mitsorgenden Gemeinde, erklärte Domkapitular Hagmann. Nur so könne Kirche lebendig bleiben. Beide Referenten, dies wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, setzten sich dafür ein, für die immer mehr ausufernden Verwaltungsbereiche Spezialisten einzusetzen. Es sei aber ein zweischneidiges Schwert, weil damit ein Machtverlust des Pfarrers verbunden sei, wurde betont.
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Der christliche Liedermacher Frieder Gutscher gab bei seinem Konzert in der Johanneskirche viele Anregungen zu einem gelingenden Leben. rb
Gutscher gastierte
Liedermacher gab Konzert in der Johanneskirche
Seit vielen Jahren ist der Liedermacher Frieder Gutscher mit seinen christlichen Liedern unterwegs. Zum ersten Mal gab er nun auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde ein Konzert in der Aalener Johanneskirche.
Aalen. Altes verlassen, Neues wagen, im Hier und Jetzt leben, „dem einzigen Moment, der wirklich ist“: So lauteten einige von Frieder Gutschers Botschaften in seinem musikalischen Vortrag. Sehr angetan zeigten sich die Konzertbesucher in der Johanneskirche von den einfühlsamen Texten, den ruhigen, meditativen und auch heiteren Melodien und Instrumentalstücken des Liedermachers.
Persönliche Erlebnissen und Erfahrungen haben den Künstler zu seinen Texten inspiriert, auch aus biblischen Geschichten und Erzählungen zieht er den Stoff für seine Lieder. Frieder Gutscher lebt in Lindau am Bodensee und unterrichtet an einer Realschule Musik und Mathematik. Daneben betreut er traumatisierte junge Erwachsene in einer therapeutischen Lebensgemeinschaft. Bei seinen Konzerten werde er meist von einem oder zwei weiteren Musikern begleitet, erzählte er. Nach Aalen kam er jedoch allein. „Aber sie sind ja da“, forderte er sein Publikum gleich beim ersten Lied zum Mitsingen auf und ließ die Liedtexte dazu an die Wand hinter dem Altar der kleinen Kirche projizieren. Spontan stimmten die Zuhörer immer wieder in den einen oder anderen Refrain ein.
Im „Haus des Friedens“ sang Gutscher von einem Platz, an dem Menschen sich zuhören, sich gegenseitig Lasten abnehmen und eine Heimat finden. Einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf das Leben zeigte er mit „Werde du“ und erzählte von einem Zwiegespräch zwischen Zwillingen, die sich im Mutterleib, die Frage stellen, ob das Leben nach der Geburt zu Ende sei. Ob bei „Bleib nicht stehen, der Weg wächst im Gehen“ , „Du bist ein Königskind“ oder „Wie ein Adler möchte ich fliegen“, Frieder Gutscher ermunterte mit seinen Liedern die Zuhörer immer wieder dazu, das eigene Schicksal mutig in die Hand zu nehmen und vertrauensvoll durch das Leben zu gehen.
Er begeisterte aber auch mit ausdrucksvollen Instrumentalstücken, für die er zu seiner Geige oder zur Querflöte griff. Instrumente, die der vielseitige Künstler neben der Gitarre, ebenfalls virtuos beherrschte. Das Publikum bedankte sich bei ihm mit großem Applaus und nutzte gerne auch das Angebot zu einer persönlichen Begegnung mit dem Künstler in der Pause. rb
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Viele spannende Mitmachaktionen warteten auf die Besucher der ChurchNight in Westhausen. Pfarrer Ulrich Marstaller freute sich über den großen Andrang beim Rübengeisterschnitzen. (Foto: sus)
Glaube ist ein Geschenk
Am Reformationstag die Kirche neu entdecken – ChurchNight in Westhausen
Rund 300 Besucher erlebten am Reformationstag in der evangelischen Kreuzkirche und im Gemeindehaus Westhausen eine Kirche, die Spaß macht und begeistert. Aber auch in Aalen, Essingen und Ellwangen wurde das Beste der Reformation hervorgehoben und mit einem Fest zum Leuchten gebracht.
Susanne Rötter
Westhausen. „Die Entdeckung deines Lebens“ lautet das ChurchNight-Jahresthema 2010. Junge Menschen sollen ermutigt werden, selber Entdeckungen in der Bibel und im Glauben zu machen. Ganz im Sinne dessen, was Martin Luther erkannte: „Allein der Glaube – allein Christus – allein die Schrift – allein durch Gnade“. In Deutschland feierten in diesem Jahr rund 1000 Gemeinden das besondere Geburtstagsfest mit attraktiven Veranstaltungen.
Auch die evangelische Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen zelebrierte den Reformationstag auf eine ganz besondere Art und Weise. Der Kircheneingang war herbstlich geschmückt und illuminiert. In der Dunkelheit loderten Schwedenfeuer. In der Kirche war kein Platz mehr frei. Viele waren gekommen, um mit Pfarrer Ulrich Marstaller die Quellen des christlichen Glaubens neu zu entdecken. Marstaller freute dies besonders, denn er wollte nicht nur spezielle Gruppen anziehen, sondern die ganze Gemeinde, Jung und Alt.
Der Gottesdienst wurde von der Trainee-Gruppe (Jugendgruppe) mitgestaltet. Das aufgeführte Musical „Der falsche Ritter“ bezog sich auf Martin Luther, wie auch die Predigt, in der Marstaller die Reformation hervorhob und als eine der größten Revolutionen bezeichnete. „Der Glaube ist ein Geschenk und kann nicht durch Leistung erworben werden,“ so der Pfarrer. Gott mache keine Unterschiede, wir Menschen aber große. „Gott liebt alle.“ Seine Liebe sei einem auch ohne etwas zu leisten gewiss.
Nach dem Gottesdienst wartete im Gemeindehaus ein Imbiss auf die Besucher. Im Untergeschoss schnitzten die Kinder und Jugendlichen Rübengeister. Andere spielten Tischfußball, aßen und plauderten. Das Gemeindehaus war so voll wie schon lange nicht mehr.
Welcher biblische Begriff für Luther der Schlüssel zu seiner reformatorischen Theologie war, wussten einige beim Lutherquiz. „Die Gerechtigkeit Gottes,“ rief ein älterer Herr. Als Preis gab es „Luther-Bonbons“. Das Geben und nicht das Nehmen stand an diesem Abend mit im Vordergrund. Viele Überraschungen und zum Abschluss der Scientology-Spielfilm „Bis nichts mehr bleibt“ zeigten, wie hellwach und engagiert die Gemeinde ist.
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