Bei der ChurchNight dürfen Jugendliche ihre eigenen, ganz persönlichen Thesen anschlagen.
Spannende Nacht in der Kirche
Den Reformationstag am 31. Oktober neu beleben will die ChurchNight
Was tun am Abend des 31. Oktobers – am Reformationstag, an dem ein Mönch die Welt veränderte? Eine echte Alternative zu den Halloween-Partys ist die ChurchNight.
Aalen.Martin Luther hat durch seine Unerschrockenheit und seinen Mut das zur Sprache gebracht, was alle angeht und gewaltige Reformen in Gang gesetzt. Am Abend des 31.10. gibt es unter anderem deshalb Jugendgottesdienste, Kirchenübernachtungen, öffentliche Thesenanschläge, Abseilaktionen vom Kirchturm, illuminierte Kirchen, Rockkonzerte, „Futtern wie bei Luthern“, Mittelaltermärkte und Filmnächte. „Die Entdeckung deines Lebens“ lautet das ChurchNight-Jahresthema 2010.
„Junge Menschen erleben bei ChurchNight als eine Kirche, die Spaß macht und begeistert,“ sagt Angela Schwarz, ChurchNight-Projektleiterin im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw). ChurchNight richtet den Blick nach vorn. Die biblische Botschaft ist auch heute noch relevant. Diese Botschaft ermutigt. ChurchNight gibt jungen Menschen Raum, damit Kirche auch für die nächste Generation relevant bleibt. ChurchNight will Distanzierte neugierig machen auf Bibel, Gemeinde und gelebten Glauben. Menschen, die mit Kirche sonst wenig anfangen, erleben evangelische Spiritualität.
Auch im Raum Aalen wird es ChurchNight geben: In Aalen beispielsweise findet in der Markuskirche ab 20 Uhr die ChurchNight statt. Nach einem bunten Vorprogramm (mit Slagline, Eurodance, etc.) werden zwei Bands, eine Theatergruppe und verschiedene Cocktails für Stimmung sorgen. Zudem wollen die Teilnehmer darüber nachdenken, was sie in ihrem Leben entdecken können und was Gott damit zu tun haben könnte. Im Anschluss folgt eine Filmnacht.
Weitere ChurchNights gibt es in der Quirinuskirche Essingen ab 17 Uhr, in Westhausen im Gemeindehaus und der Kreuzkirche ab 18 Uhr, in Adelmannsfelden in der Nikolauskirche ab 18 Uhr.
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Schwere Einsätze gehen an den Rettern nicht spurlos vorbei. Auch ihnen hilft im Bedarfsfall die Notfallseelsorge.(Foto: Thomas Siedler)
Wenn die Helfer selbst Hilfe brauchen
(Ellwangen/Ostalbkreis/sz) Ansprache, Beistand, einfach da sein, zuhören – das sind mit die wichtigsten „Einsatzmittel“ der Notfallseelsorger. Und manchmal sind es bei schweren Unglücksfällen nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen, denen dieser Beistand gut tut. Auch die Helfer brauchen im Bedarfsfall Hilfe. Umso mehr, wenn sie die Opfer selbst kennen.
Von unserem Redakteur Eckard Scheiderer
Vergangenen Samstagvormittag bei Unterriffingen auf dem Härtsfeld: Bei einem grässlichen Verkehrsunfall stirbt eine Mutter von fünf Kindern. Als erste sind die Mitglieder der örtlichen Feuerwehr vor Ort, noch vor den anderen Rettungskräften. Und fast zeitgleich mit dem Ehemann der Getöteten. Fast alle der Feuerwehrmänner kennen die Frau gut. Die Wahrscheinlichkeit eines solch bedrückenden Umstands ist umso größer, je kleiner der Ort, die Feuerwehr und die Nähe eines Unglücks sind.
„Das alles zusammen war für die Kameraden Stress hoch zehn“, sagt der zuständige Bopfinger Stadtbrandmeister Klaus Kurz, der auch Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Ostalbkreis ist. Ohne eine Einsatznachbesprechung, bei der auch ein Notfallseelsorger mit dabei ist, ließen sich solch schweren Einsätze nicht aufarbeiten. Zumal, davon ist Kurz überzeugt, die Helfer die Geschehnisse erst 24 Stunden später tatsächlich realisieren können. „70 Prozent der möglichen Spätfolgen lassen sich mit Gesprächen auffangen, für die restlichen 30 Prozent sind wir zuständig“, meint Kurz. Das heißt, die Einsatzführer und die Wehrmänner müssten wissen, wo und wie sie im Bedarfsfall Hilfe bekommen. Und sie müssen die Symptome dieser „restlichen 30 Prozent“ kennen: Schlaflosigkeit etwa, Schweißausbrüche, Angstträume. Stichwort: posttraumatische Belastungsstörungen.
Für Martin Keßler ist die Notfallseelsorge daher ein „Dienst in der zweiten Schleife“. Der Dekanatsreferent im katholischen Dekanat Ostalb koordiniert die Notfallseelsorge im Altkreis Aalen, macht Einsatzpläne, fährt oft selber raus, wenn niemand anders erreichbar ist. Er hat extra eine Zusatzausbildung für die Nachsorge von Einsatzkräften gemacht. Auch die Unterriffinger Feuerwehrmänner hat er am vergangenen Wochenende betreut. Für Rettungsdienste, Notarzt, Feuerwehr und Polizei gehe es unmittelbar im Einsatz zunächst um dies: Leib, Leben, Hab und Gut, sagt Keßler. Danach blieben aber oft traumatisierte Menschen zurück. Auch unter den Helfern.
Was im Umkehrschluss aber auch heißt: Nicht nach jedem schlimmen Einsatz brauchen alle Helfer selbst Hilfe. „Es gibt eine feststellbare Gewöhnung als natürliche Schutzfunktion des Körpers und der Seele, die aber mit Abgebrühtheit nichts zu tun hat“, meint Keßler. Der evangelische Ellwanger Pfarrer und Notfallseelsorger Martin Schuster glaubt, dass die Betroffenheit unter den Helfern nicht zwangsweise mit deren Alter zusammenhängt: „Ältere erleben manche Einsätze sensibler, denken aufgrund ihrer Lebenserfahrung mehr über die Folgen für die Betroffenen nach.“ Bei den Jüngeren stehe hingegen oft die Frage im Vordergrund, ob sie alles getan hätten, um zum Beispiel ein Menschenleben zu retten. In der Nachbesprechung sei dann wichtig zu klären, wie gut oder schlecht die Chancen von vornherein gewesen seien.
„Wir sind sehr froh, dass die Kirchen in die Notfallseelsorge eingestiegen sind“, sagt Kreisbrandmeister Otto Feil. Auch im Rückblick auf seine eigenen Erfahrungen als Feuerwehrmann. Nach einem schrecklichen tödlichen Unfall vor Jahren am Faschingsdienstag im Rottal, so erinnert er sich, sei er drei Tage krank gewesen. Nicht besser erging es ihm, als er einen frisch verpflichteten, jungen Feuerwehrkameraden tot aus seinem Auto schneiden musste. Hilfe für die Retter selbst gab es damals noch keine. „Solche Dinge“, so gibt er zu, „möchte ich nicht mehr mitmachen“. Für Klaus Kurz ist es deshalb umso wichtiger, dass sich im Bedarfsfall jeder Feuerwehrmann über die Rettungsleiststelle an einen Notfallseelsorger wenden kann. Auch ohne dass andere etwas davon mitbekommen. Trotzdem hält er wie Martin Schuster das Gespräch in der Gruppe für unerlässlich bei der Bewältigung schlimmer Erlebnisse. „Das“, so Schuster, „ist auch ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Kameradschaft funktioniert“.
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Mit der Um- und Neugestaltung des Schweindorfer Pfarrgartens wurde begonnen. (Foto: tr)
Pfarrgarten erhält neues Gesicht
In Schweindorf sind zahlreiche Ehrenamtliche emsig mit der Dorfplatzgestaltung beschäftigt
Die Dorfplatzgestaltung Schweindorf steht in den nächsten Jahren an. Hierzu leisteten zahlreiche freiwillige Helfer bereits im Voraus einen großen Beitrag: Sie haben in den vergangenen Wochen mit der Um- und Neugestaltung des Schweindorfer Pfarrgartens begonnen.
Theodor Reicherzer
Neresheim-Schweindorf. Der ehemalige Pfarrgarten wird in den künftigen neuen Dorfplatz miteinbezogen. Um dies zu erreichen, muss der Pfarrgarten geöffnet werden. In Zukunft soll hier Raum für kleinere Feste entstehen.
Die Kirchengemeinde Schweindorf hat zu der Mitmachaktion aufgerufen und etwa 25 ehrenamtliche engagierte junge und ältere Bürger sind dem Aufruf gefolgt. Ortsvorsteher Friedrich Schröppel legte selbst Hand an und er betonte, dass mit dem Abbruch der Mauer ein gutes Stück Vorarbeit geleistet wurde.
Nach der Planung von Gartenarchitekt Lange und unter Anleitung und Mithilfe des örtlichen Gartengestalters Karlheinz Wagner wurde mit dem Abbruch der Mauer entlang des Pfarrgartens begonnen. Das Gelände wurde eingeebnet, mit Erde aufgefüllt und der Rasen wird noch eingesät. Der Weg vom Pfarrhaus und der runde Platz etwas unterhalb wurden mit Pflastersteinen belegt.
Hinter dem runden Platz wurde mit großen Würzburger Natursteinen ein Halbkreis mit mehreren „Stufen“ gebildet. Hier können beispielsweise die Mitglieder des Posaunenchors Schweindorf bequem Platz nehmen bei einem ihrer Auftritte.
Wo früher die Mauer den Schweindorfer Pfarrgarten begrenzte, wurden nun gewaltige Mengen an Erdreich abgetragen und es sollen nun neue Parkplätze entstehen.
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Pfarrer Uwe Quast (rechts) wurde von der stellvertretenden Dekanin Ursula Richter in sein Amt eingesetzt. Vor ihm betreute Pfarrer in Anstellung Stephan Stiegele die Gemeinde auf der Heide. (Foto: sik)
Gemeinde mit besonderen Ansprüchen
Nach zweijähriger Vakanz ist die Pfarrstelle Peter und Paul wieder besetzt – Uwe Quast am Sonntag eingesetzt
Die Pfarrstelle V im evangelischen Kirchenbezirk Aalen hat wieder einen Geistlichen an der Spitze. Pfarrer Uwe Quast trat seinen Dienst bereits am 1. September an. Gestern wurde er von der stellvertretenden Dekanin, Pfarrerin Ursula Richter, feierlich in sein Amt eingesetzt. Eine große Anzahl Gemeindemitglieder freute sich gemeinsam mit dem neuen Pfarrer.
Aalen. „Ich sehe mich einer neugierigen Gemeinde gegenüber, die die Besetzung der Pfarrstelle schon fast abgeschrieben hatte“, sagte Pfarrer Uwe Quast in seiner Ansprache im voll besetzten Kirchenzentrum Peter und Paul auf der Heide. Dort wird der gebürtige Reutlinger künftig wirken und vor allem die Aufgabe haben, „die verschiedenen Schichten in dieser Parochie (Amtsbezirk eines Pfarrers) weiter zu vereinen“, wie Pfarrerin Ursula Richter betonte.
Uwe Quast wurde 1960 in Reutlingen geboren, studierte in Kiel, Tübingen und München, war als Pfarrer in Hohenlohe, im Schwarzwald, in Bad Mergentheim und in Blaubeuren tätig. Die letzten acht Jahre ging er den theologischen Aufgaben in den Berufsschulen nach. „Nach acht Jahren ohne Gemeinde reizte mich diese Tätigkeit wieder“, so Uwe Quast.
Der Theologe wohnt nun mit seiner Ehefrau und drei Kindern in Aalen. Hier wurde er mit offenen Armen empfangen. Seit zwei Jahren war die Pfarrstelle nach dem Weggang von Pfarrerin Beate Günzler-Markert unbesetzt und wurde von Pfarrer in Anstellung, Stephan Stiegele, betreut. Dieser geht jetzt in die Elternzeit. „Sie haben helle Spuren durch ihre Zuverlässigkeit hier hinterlassen“, lobte die stellvertretende Dekanin die Arbeit Stiegeles.
Dem neu eingesetzten Pfarrer Quast sprach Ursula Richter zu: „Halte das Feuer des Glaubens hier am Brennen“. Durch die uneinheitliche Struktur der Gemeinde sei hier ein besonderer Anspruch gegeben. Kirche sei nicht bürgerlich, sondern setze sich aus allen sozialen Schichten zusammen. Auch die Integration muslimischer Mitbürger stelle auf der Heide einen besonderen Anspruch dar.
Nach der feierlichen Einsetzung von Uwe Quast und nach den Segensworten zweier Freunde des Geistlichen, Katharina Bickel aus Biberach und Bernhard Riesch-Clausecker, hielt Quast seine Predigt über ein Wort des Propheten Micha: „Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“. Die Aufgabe der Kirche sehe er nicht in Moralpredigten, sondern als einen Orientierungsort, gleichsam als Wach- und Leuchtturm für die Welt.
Zu der Festlichkeit des Gottesdienstes hat der Posaunenchor unter der Leitung von Wolfgang Böttiger beigetragen. Mit der herrlichen Vertonung des 100. Psalms „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und mit dem berühmten Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von Johann Sebastian Bach (Solo-Violine Marie Haller), sorgte die Aalener Kantorei mit ihrem Leiter, Kirchenmusikdirektor Thomas Haller, für vokale Kostbarkeiten.
Nach dem Gottesdienst wurde im Foyer des Gemeindezentrums weitergefeiert. Gremien der kirchlichen und weltlichen Gemeinden hießen den neuen Pfarrer herzlich willkommen.sik
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Am Sonntag ist Investitur-Feier von Pfarrer Uwe Quast (Bildmitte) gewesen. Links der scheidende Pfarrer Stephan Stiegele, rechts die stellvertretende Dekanin Pfarrerin Ursula Richter.(Foto: Markus Lehmann)
Auf der Heide ist wieder ein Pfarrer
(Aalen/sz) Nach über zwei Jahre der Vakanz hat die große evangelische Peter- und Paul-Gemeinde wieder einen eigenen Pfarrer. Im fünften Bezirk in Aalen, auf der Heide, feierte gestern Pfarrer Uwe Quast Investitur im ökumenischen Gemeindezentrum – und wurde feierlich und herzlich begrüßt.
Von unserem Mitarbeiter Markus Lehmann
Es sei ein „ganz besonderer Tag,“ eröffnete die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Ursula Richter, den Investitur-Gottesdienst. Nun sei wieder jedes Pfarramt mit einem Pfarrer besetzt und das Wirken und die Gemeinschaft der Gemeinde Peter und Paul erfülle nicht nur die Parochie Peter und Paul selber, sondern strahle auch über den Pfarrbezirk in die ganze Aalener Kirchengemeinde hinaus.
Quast, im August gewählt und seit 1. September im Amt, bescheinigte Richter viel Erfahrung, Begabung und Humor. Sein Amt sei Herausforderung und Gabe zugleich, die Gemeinde verglich sie mit einem Puzzle unterschiedlichster Menschen. Quast stehe aber nicht allein: „Sie haben viele motivierte Mitarbeiter und ein tolles Netzwerk“, in dem man sich wie in einer Familie fühlen können. Die Nähe zu den Menschen aller Altergruppen, erklärte Quast vor seiner Verpflichtung, sei ihm immer wichtig und er wandte sich an die vielen Versammelten: „Ich freue mich, wieder Gemeindepfarrer zu sein. Ich freue mich, hier zu sein.“
Die Investitur sei aber auch von Wehmut geprägt, sagte Richter weiter. Denn Stephan Stiegele, seit zweieinhalb Jahren mit zuständig für Peter und Paul, gehe ja jetzt in Elternurlaub. Das Bedauern sei groß, habe Stiegele doch so viele „helle Spuren“ hinterlassen. Durch seine Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Besonnenheit. Für seine Predigt hatte Pfarrer Quast am 20. Sonntag nach Trinitas Micha 6,8 gewählt. Mit drei seiner Maximen: „Recht tun, Güte lieben und behutsam mitgehen mit deinem Gott.“ Glaube bedeute losgehen – und das ehrlich.
Den Investitur-Gottesdienst gestalteten mit die Aalener Kantorei (Leitung Thomas Haller) und der Posaunenchor unter der Leitung von Wolfgang Böttiger. Im Anschluss daran gab es einen Stehempfang mit Vertretern des Kirchengemeinderats, der Parochie Peter und Paul, des Kindergartens, der Kinderkirche, der Partnerschaft Ghana und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde.
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1000 Euro für die Sozialstation
1000 Euro für die Sozialstation
(Essingen/l) Das evangelische Gemeindefest ist dem Essinger Krankenpflegeverein als idealer Anlass erschienen, der Diakonie- und Sozialstation der Samariterstiftung eine Spende von 1000 Euro zukommen zu lassen. Das Geld ist für eine zweites Auto bestimmt.
Wie der Geschäftsführer dieser Station, Christoph Rohlik, mitteilte, ist das Fahrzeug nötig, nachdem die Nachfrage nach den Diensten der Station auch in Essingen deutlich gewachsen ist. Die Leiterin des Krankenpflegevereins, Brigitte Meck, dankte dem Kirchengemeinderat für die Billigung der Spende. Diese kam aus den Mitgliedsbeiträgen der 240 Mitglieder zusammen.
Pfarrer Christoph Bäuerle zeigte sich von der Fülle des Programms beeindruckt. Dazu gehörten der Gottesdienst zum Thema: „Gott gibt ein Fest“, der Verkauf von Büchern, Strickwaren, CDs, Videos, Kalendern und Eine-Welt-Artikeln, die mehrfache Führung durch die neu renovierte Kirche, Bildergeschichten für Kinder, eine Spielstraße, Darbietungen des Kindergartens „Sonneneck“ und eine Quizshow mit der Kirchenmaus „Quiri“. Besonderen Eindruck hinterließen das gottesdienstliche Anspiel der Konfirmanden und die profunden Informationen des Pfarrers über Historie und Technik der Kirche.
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Gemeinsam mit Bürgermeister Georg Ruf haben die Kindergartenkinder das rote Band zum neuen Anbau durchschnitten.(Foto: Fath)
Kinder weihen ihren Anbau selber ein
(Abtsgmünd/sz) Mit einem großen Familienfest hat die evangelische Kirchengemeinde gestern den Anbau des Kindergartens eingeweiht. Dabei hat auch Kindergartenleiterin Elsbeth Krauss ihr 20-jähriges Dienstjubiläum gefeiert.
Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Fath
Es war ein großartiger Festtag für die evangelische Kirchengemeinde. Bei schönstem Herbstwetter feierte die ganze Gemeinde. Und es gab außer der Einweihung des neuen Anbaus noch weitere Gründe zum Feiern. Mit einem Familien-Gottesdienst begann der Festtag. Pfarrer Martin Gerlach eröffnete die Feier mit einem Hinweis auf das Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“. Der Kindergarten sei ein Teil des Schiffs Gemeinde. Sein Dank galt den Erziehern, den Eltern, der Gemeindeverwaltung und der Architektenfamilie Bachmann für das gelungene Werk.
Bürgermeister Georg Ruf hob hervor, dass die Kinderbetreuung einen neuen Stellenwert bekommen habe und heute für die Gemeinde ein wichtiger Standortfaktor sei. Die Gemeinde habe sich an den Baukosten des Anbaus von rund 317 000 Euro mit 200 000 Euro beteiligt. Besonders stolz sei man auf den neuen großen Bewegungsraum. Symbolisch übergab er den letzten Scheck in Höhe von 1000 Euro. Ruf dankte auch Kindergartenleiterin Elsbeth Krauss, die ihr 20-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte. Sie habe zwei Jahrzehnte lang den Kindern bleibende Werte vermittelt. Grußworte zur Einweihung überbrachten Harald Schweikert von der kirchlichen Verwaltungsstelle Aalen und Kindergartenfachberaterin Ilse Blum. Seitens der Elternschaft gab es aus dem Erlös der letzten Kinderbedarfsbörse eine Spende von 650 Euro.
Bevor die Kleinsten und Wichtigsten an diesem Tag, die Kindergartenkinder, das rote Band zum Kindergartenanbau durchschneiden durften, stellten die Architekten Sandra und Michael Bachmann den Gästen ihr Konzept vor. Am Nachmittag erhielt der Kindergarten „Regenbogenhaus“ das Zertifikat zur erfolgreichen Teilnahme am Kindergartenprojekt „Technolino“, das in Abtsgmünd von der Firma Kessler & Co unterstützt wird, überreicht.
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Die Kinder vom „Regenbogenhaus“ durften bei der Einweihung des Erweiterungsbaus ihres Kindergartens das rote Band durchschneiden. (Foto: rb)
Regenbogenhaus feiert doppelt
Evangelische Kirche feiert Gemeindefest und „Tag der offenen Tür“ im Kindergarten
Zum Gemeindefest und einem „Tag der offenen Tür“ hatte die evangelische Kirchengemeinde am Sonntag geladen. Zum Feiern gab es zwei gute Gründe: Die Einweihung des Anbaus an den Kindergarten und das 30-jährige Bestehen der Kirchengemeinde.
Abtsgmünd. Kaum hatte „Kapitän“ Pfarrer Martin Gerlach das Kommando „Leinen los“ gegeben, fiel das von den Kindern zerschnittene Band und der Erweiterungsbau durfte von den Besuchern besichtigt werden. Bei traumhaftem Wetter hatte der Tag mit einem Gottesdienst begonnen, der unter dem Motto „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“stand. Flötengruppe und Kindergartenkindern gestalteten diesen mit. Auch der Kindergarten sei Teil des Schiffes Gemeinde, sagte Pfarrer Martin Gerlach. Dies werde durch die holzverkleidete Fassade des Anbaus, die an Schiffsplanken erinnere, sichtbar. Er freue sich, eine gute Mannschaft an Bord zu haben – „ein tolles Erzieherinnen-Team und aktive Eltern“. Besonders dankte er der Gemeinde Abtsgmünd, die sich mit 119 000 Euro an den Baukosten von 317 000 Euro beteiligt.
Um den Betrag aufzurunden, überreichte Bürgermeister Georg Ruf einen weiteren Scheck in Höhe von 1000 Euro. Das sei gut angelegtes Geld, befand er und die Gemeinde gebe es gerne. Kinderbetreuung sei ein wichtiger Standortfaktor, betonte Ruf. Besonders würdigte er die Verdienste der Kindergartenleiterin Elsbeth Kraus, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Dienstjubiläum feiert. „Im Regenbogenhaus sind die Kinder gut aufgehoben, sie erhalten Heimat und Werte“, sagte er.
Harald Schweikert von der kirchlichen Verwaltungsstelle Aalen und Kindergartenfachberaterin Ilse Blum überbrachten ebenfalls Glückwünsche. Die Kindergarteneltern spendeten den Erlös der jüngsten Bedarfsbörse. Die Summe von 650 Euro überreichte Katja Rocktäschel.
Die Architekten Sandra und Michael Bachmann stellten den Gästen dann kurz ihr Raumkonzept vor. Zudem wurde das Regenbogenhaus am Nachmittag durch einen Vertreter von Südwestmetall mit dem „Technolino“-Zertifikat ausgezeichnet. „Für uns ist heute ein Tag der Freude und des Dankes“, betonte Kindergartenleiterin Elsbeth Kraus. Der neue Bewegungsraum sei für die Kinder das größte „Aha-Erlebnis“ gewesen und werde jetzt täglich genutzt. rb
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Die "Brandstifter" der baptistischen Gemeinde sorgten für modernen Sound beim Fest der Einheit in der Aalener Stadtkirche.(Foto: Thomas Siedler)
Pavel: Wessi-Ossi-Mentalität überwinden
(Aalen/sz) Erstmals ist der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober in Aalen mit einem gemeinsamen Gottesdienst unterschiedlicher christlicher Kirchen gefeiert worden. In der vollbesetzten Stadtkirche wirkten Posaunenchor, Jugendband und eine Pantomimengruppe mit. Zahlreiche junge Leute fanden sich nachmittags zum Indiaca-Spielen in der Karl-Weiland-Halle ein.
Von unserem Mitarbeiter Johannes Müller
„Wir können an diesem Sonntag einen doppelten Dankestag begehen, das Erntedankfest und die vor 20 Jahren errungene Wiedervereinigung unseres Volkes“, hob Pfarrer Bernhard Richter hervor. Im Zusammenwirken Aalener Christen in Einheit sieht er ein deutliches Zeugnis für die Zukunft. In seinem Grußwort für Stadt und Gemeinderat würdigte Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher das christliche Wertesystem, das die Kirchen besonders im Sozialbereich segensreich umsetzten. In der internationalen Zusammensetzung der Aalener Bürger hätten die Muslime ihren festen Stellenwert, sagte Fehrenbacher.
Dass der 3. Oktober nicht nur in Berlin und Bremen, sondern auch in der Fläche gefeiert werde, dafür spreche die „einzigartige Gestaltung dieses Festes der Einheit“ in Aalen, betonte Landrat Klaus Pavel. Er rief dazu auf, die Wessi-Ossi-Mentalität endlich zu überwinden und die Herzen für ein gutes Miteinander zu öffnen, das in der Familie beginnen sollte.
Ein pantomimisches Spiel verdeutlichte die gegenseitige Annahme von Menschen unterschiedlicher Meinung und Herkunft. Diesen Gedanken vertiefte Gottfried Müller aus Marburg. Der Jugendevangelist der bundesweiten Bewegung „Christustreff“ ging auf die wichtige Rolle der Christen ein, immer noch bestehende Grenzen zwischen West und Ost abzubauen. Vom Pauluswort im Römerbrief ausgehend gelte es, die Prinzipien von Gerechtigkeit, Frieden und Freude zu verwirklichen.
Bei Gebet und Fürbitten wechselten sich ab: Elisabeth Beyer, Pastoralreferentin der katholischen Gemeinden Salvator und Sankt Maria, der evangelische Pfarrer Marco Frey, Ulrich Niedenberger vom CVJM, Pastor Matthias Harsany von der Gemeinde der Baptisten, Patrick Stephan, der neue Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche, Pastor Thomas Mayer von „Hoffnung für alle“ sowie Vertreter der Altpietisten. Modernen Sound brachte die Jugendband „Brandstifter“ der Baptisten mit ihren religiösen Liedern.
Am Nachmittag beteiligten sich etwa 15 Gruppen beim Indiaca-Turnier in der Karl-Weiland-Halle. Die Organisation oblag einem Team unter Gabi Vogt, der Bezirksleiterin des evangelischen Jugendwerks. Das „Fest der Einheit“ schloss ab mit einem bunt gestalteten Jugendgottesdienst, zu dem sich zahlreiche junge Menschen aus den unterschiedlichen christlichen Kirchen einfanden.
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