Narren spenden für Kindergärten
Narren spenden für Kindergärten
Aus dem Erlös des Fachsenfelder Rathaussturmes 2010 spendeten die Fachsenfelder Narren nun 999,99 Euro für den evangelischen Kindergarten „Lebensbaum“ sowie für den katholischen Kindergarten „Ave Maria“ in Fachsenfeld. Auf dem Bild zu sehen sind (von links) der katholische Pfarrer Hans-Dieter Retzbach, Monika Jarmer, Leiterin des katholischen Kindergartens, Tamara Weng vom evangelischen Kindergarten, Ilse Schiele vom katholischen Kindergarten sowie Andrea Frankenreiter von den Fachsenfelder Narren. (Text/Foto: ds)
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Dialog der Generationen beim Prälaturtag
Dialog der Generationen beim Prälaturtag
Gut besucht mit rund 80 Teilnehmern war der Prälaturtag der Landesarbeitsgemeinschaft der Senioren (LageS) der evangelischen Landeskirche. Zweimal im Jahr bietet die LageS in den vier Prälaturen der Landeskirche thematische Treffen an. Diese Konferenz im evangelischen Gemeindehaus in Aalen, an der auch Prälatin Dr. Gabriele Wulz teilnahm, stand unter dem Thema „Dialog der Generationen“. Nach einem Impulsreferat von Dr. Julia Franz zu intergenerationellem Lernen, entwickelte sich mit dem gut besetzten Podium ein Gespräch um Spannungsfelder der Generationen. Nachmittags wurden die neu gewonnenen Erkenntnisse im „Markt der Möglichkeiten“ praktisch umgesetzt. Im Bild (v. l.): Martin Burger, politischer Referent des Jugendwerks Württemberg, Petra Pachner, Altenhilfefachberaterin, Moderatorin Pfarrerin Dr. Birgit Rommel, Bürgermeister a.D. Rolf Lehmann und Dr. Julia Franz, Universität Erlangen-Nürnberg. (Text/Foto: sik)
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Gruppenarbeit beim CVJM im Vereinsheim „Gütle“. Hier wird auch einmal „unter die Oberfläche“ geschaut. (Foto: sik)
Unter die Oberfläche schauen
Beim CVJM Aalen werden Gemeinschaft und Glaube gepflegt
Sie treffen sich in Jungscharen und in Bibelkreisen, sie gestalten gemeinsam Gottesdienste und machen Musik. Die Rede ist vom CVJM Aalen, vom Christlichen Verein junger Menschen. Getragen von einer langen, 125-jährigen Tradition und durchzogen von christlichen Wertvorstellungen, verbringen 92 Mitglieder ihre Zeit oft miteinander – im Vereinsheim „Gütle“, in der Aalener Jahnstraße.
Aalen. Glaube, Bibel und Gemeinschaft. Diese Dinge werden im Verein großgeschrieben. Abseits von all den anderen Freizeitangeboten, abseits von Schule und Arbeit, wird im CVJM mit einer anderen, mit einer christlichen Sicht die Welt beleuchtet, und gelebt. „Wir blicken unter die Oberfläche“, erklärt Werner Dittrich, stellvertretender Vorsitzender. Wie der Vereinsname schon sagt, der im Übrigen erst vor 25 Jahren das „M“ von „Männer“ in „Menschen“ getauscht hat, wird hier ein Forum vor allem für junge Menschen geboten.
„Wir haben eine Mädchenjungschar ab zehn und eine Bubenjungschar ab neun Jahren“, führt Vorsitzender Uli Mildenberger aus. Wegen der doch sehr unterschiedlichen Interessen habe man die Trennung in Jungs und Mädchen vorgenommen. Jeweils drei Gruppenleiter gestalten einmal in der Woche den gemeinsamen Abend. Es wird gebastelt und gesungen, gelacht und gebetet. „Natürlich spüren wir den Geburtenrückgang und das nachlassende christliche Grundverständnis in den Familien“, ist sich Uli Mildenberger bewusst.
Dennoch finden immer wieder neue Mitglieder den Weg ins „Gütle“. Dort stehen neben zwei Jugendräumen zwei Säle zur Verfügung. Einer davon erstrahlt in frisch renoviertem Glanz. „Das haben wir alles in Eigenarbeit geleistet“, berichten die Vorsitzenden. Dass die Kids auch eine gute Betreuung haben, dafür sorgen die Jugend-Trainees, an denen interessierte Jugendliche teilnehmen können. „Es geht um Kompetenzbildung von jungen Menschen, um den Umgang mit Konflikten, sie lernen den rechtlichen Umgang mit den Medien und erste Hilfe kennen“, führt Werner Dittrich aus.
Ein wichtiger Baustein fürs Leben, der da gesetzt werden kann. Dittrich fühlt sich durch den Umgang mit den Jugendlichen, sei es beim jährlichen Garten-fest, bei den Wochenschlussgottesdiensten in der Johanniskirche oder bei Adventsfeiern, bereichert. „Wir bleiben einfach dran und behalten so den Draht zu den Jugendlichen“. Als einen wichtigen Baustein in der Kirchengemeinde betrachtet auch Pfarrer Bernhard Richter die Arbeit des CVJM. Immer wieder spannend sei es, wie junge Menschen auf die Bibel ansprechen und wie versucht wird, die Bibel in die heutige Sprache umzusetzen. „Das ist immer wieder eine große Herausforderung“.
Auch für ältere CVJMler gibt es ein Angebot. Der Seniorenkreis trifft sich einmal im Monat zu Wanderungen, Arbeitseinsätzen und Gesprächen. Wichtig ist dem Vorstand, dass eine große Offenheit herrscht. Interessierte könnten einfach mal „hereinschneien“ und sich eine Gruppenstunde ansehen. Wer gerne Musik macht ist im Posaunenchor des CVJM gut aufgehoben. Sibylle Schwenk
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WORT ZUM SONNTAG
Anne Stiegele, Pfarrerin in Oberdorf am Ipf
Es ist an der Zeit, dass ich etwas verändere – an mir. Ich brauche eine neue Frisur. Wenn’s Richtung Frühling geht, dann packt es mich. Geht’s ihnen auch so? Neue Frisur, neue Brille, sich neu einkleiden, das winterliche Grau hinter sich lassen, Möbel verrücken, Tulpen in die Vase, Servietten in lebendigen Farben – vielleicht ändert sich ja dann auch das Wetter.
„Das passt zu dir!“ „Ändern – tust du dich ja doch nie!“ „Du bist immer so penibel.“ „Und du so vergesslich.“ „Typisch!“ Solche Sätze haben wir alle schon gesagt und zu hören bekommen. Sätze, die eine frostige Atmosphäre schaffen. Aber: Ich bin doch ein Mensch mit vielen Facetten. Ich will mich nicht festlegen lassen auf ein Bild und schon gar nicht auf das, das andere von mir haben.
Es ist an der Zeit dass wir etwas ändern. Haare, Brille, Wohnstil. Bleiben wir nicht bei Äußerlichkeiten. Viel wichtiger ist unser Inneres, unser Denken und Fühlen. Da braucht es einen Neubeginn, ein (Frühlings-)Erwachen. „Orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.“ (Römer 12,2 Neues Leben)
Es ist an der Zeit. Ich will mich von Gott verändern lassen. Wenn Gott mir zutraut, dass ich mich ändere, dann muss ich Menschen doch auch zutrauen, dass sie sich ändern können.
Vielleicht können wir ja zu dieser Veränderung, zur Erneuerung der Lebensfreude etwas beitragen: Dem Griesgram ein Lächeln abgewinnen. Unseren Kindern zutrauen, dass sie über sich hinauswachsen. Die Perspektive unseres Ehepartners einnehmen und endlich verstehen, warum er nicht genauso ist, wie ich ihn haben will. Und dann: sich gemeinsam verändern in neue Menschen.
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Christine Möhler gehört seit der ersten Stunde zu den Helfern in der Vesperkirche. (Foto: Markus Lehmann)
Nächstenliebe: „Hier bekommtman viel zurück“
Christine Möhler gehört zur „Stammbesetzung“der Wasseralfinger Vesperkirche
Von Markus Lehmann
Aalen-Wasseralfingen Hinter der Vesperkirche in Wasseralfingen stecken viele Helfer, ohne die rührige „Stammmannschaft“ ginge aber nichts. Eine davon, und seit der ersten Tafel in der Magdalenenkirche dabei, ist Christine Möhler.
Bis zu 300 Essen werden verteilt, aber das ist nur ein, wenn auch wichtiger Aspekt der Vesperkirche. Eine ganze Menge Organisation steckt hinter der „Tafel für alle“, viel von der Logistik ist für die Besucher gar nicht sichtbar.
Wie kam es aber eigentlich zur ersten Vesperkirche der Evangelischen Kirchengemeinde im Jahr 1997? „In der Gemeinde überlegte man“, erklärt die gebürtige Sächsin, „die Menschen in die Kirche einzuladen, die normalerweise nicht kommen. Als freundliche, unaufdringliche Einladung.“ Möhler erklärt, dass der christlich-soziale Aspekt immer im Mittelpunkt stand: „Gemäß Jesu Wort, das was ihr meinem Geringsten getan habt. “ Das Wort „der Geringste“ stünde freilich in Anführungszeichen, weil vor Gott alle Menschen gleich sind. Das Besondere an der Vesperkirche sei aber eben, dass hierher alle Bevölkerungsschichten kommen – „hier fallen Grenzen“.
Das besondere Flair der vierwöchigen Vesperkirche sei, dass hier Berührungsängste genommen würden und jeder Mensch seine Würde hat und bekommt. Es gehe darum: „Hier bin ich jemand.“ Und die Menschen, die hierher kommen, „geben uns viel zurück“, sagt die ehemalige Grundschullehrerin. Es sind auch solche Dinge wie die beruflich gut gestellte Japanerin, die vor einigen Tagen einen Blumenstrauß vorbeibrachte mit einer Grußkarte an Organisatorin Gudrun Fetzer, die die herzlichen Grüße dann dem Vesperkirchen-Team vorlas.
„Kirche in der Kirche“ nennt Möhler die Vesperkirche mit ihren Andachten, Gebeten und dem Vereintsein vor Jesus mit den ausgebreiteten Händen über dem Altar mit den brennenden Kerzen. Jährlich hat sich die Organisation immer weiter verbessert, berichtet die langjährige Helferin. Nach jeder Vesperkirchen-„Saison“ gibt es eine Besprechung, was noch besser gemacht werden kann. So hat man beispielsweise mehr Tisch-Bretter fürs Mahl in den Kirchenbänken aufgestellt. Denn dass mal bis zu 300 Essen und durchschnittlich etwa 220 pro Tag verteilt werden – damit hatte man zu Beginn nicht gerechnet.
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VR-Bank unterstützt Vesperkirche mit 1000 Euro
VR-Bank unterstützt Vesperkirche mit 1000 Euro
Aalen / pm „Wir unterstützen die Vesperkirche seit vielen Jahren gerne – sowohl finanziell als auch über unsere Mitarbeiter durch deren ehrenamtliches Engagement“, hob der Vorstandssprecher der VR-Bank, Hans-Peter Weber, hervor.
Seit 15 Jahren gibt es die Vesperkirche in Wasseralfingen, die bei Jung und Alt aus allen sozialen Schichten willkommen ist. Weber betonte, dass man als regionales Institut Verantwortung für die Region habe, die man gerne wahrnehme und solche Projekte unterstütze. Damit wolle man auch das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer würdigen. Pfarrerin Ursula Richter freute sich über die Spende und auch darüber, dass einige VR-Bank-Mitarbeiter sich seit Jahren in der Vesperkirche engagieren. Von links: Friedrich Fetzer, ehemaliger VR-Bank-Vorstand, Gudrun Fetzer, Hans-Peter Weber, Vorstandssprecher VR-Bank Aalen, und Pfarrerin Ursula Richter.
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180 Wunschtropfen
Martinskirche hilft „Brot für die Welt“ und Kindern in Kolumbien
In der Martinskirche hat die Unterstützung von „Brot für die Welt“ Tradition. Neben der Sammlung an Weihnachten gibt es jährlich einen Brot für die Welt-Sonntag.
Aalen. Bei diesem feierten die evangelische Kirchengemeinde, die Aalener Kantorei und Konfirmandengruppen gemeinsam Gottesdienst. Die „Konfi-3-Kinder“ aus Waldhausen, vom Grauleshof und vom Pelzwasen gestalteten mit Pfarrer Manfred Metzger eine sprudelnde Quelle. Sie verteilten 180 ausgeschnittene Wassertropfen, auf denen jeder einen Wunsch schreiben durfte. Das Ergebnis: Auf der Flipchart entstand eine Quelle, aus der gute Wünsche für die Kinder sprudelten.
Die 30-jährige Kolumbianerin Sandra Grisales vom Jugendnetzwerk Red Juvenil, das sich für die Entmilitarisierung einsetzt, war mit Adrian Oelschlegel (Brot für die Welt) zu Gast. Grisales rüttelte die Gemeinde mit Bildern und Zahlen wach. Ihre Fotos zeigten kolumbianische Kinder, die schwere Waffen tragen. „Fast 11000 Kinder wurden zwangsrekrutiert, von Guerillas oder Paramilitärs“, so Grisales. Das Alter der Rekruten sei auf 12,8 Jahre gesunken. „109 Kinderleichen wurden in Massengräbern gefunden“, schockiert sie. „Grisales kämpft für die Kinder. Sie setzt sich ein, für langfristige Alternativen im kreativen, wie im sportlichen Bereich. Sie steht für die Gleichberechtigung der Mädchen dort“, konstatierte Oelschlegel.
Der Erlös aus dem Essen und der Weltladen-Waren ging an diesem besonderen Sonntag an „Brot für die Welt“. sus
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1000 Euro für die Vesperkirche
Aalen. Vorstandssprecher Hans-Peter Weber brachte 1000 Euro von der VR-Bank Aalen zum Mittagessen in die Vesperkirche mit. „Wir unterstützen die Vesperkirche seit vielen Jahren gerne – sowohl finanziell als auch über unsere Mitarbeiter durch deren ehrenamtliches Engagement“, hob Weber hervor. Seit 15 Jahren gibt es die Vesperkirche in Wasseralfingen. Das Foto zeigt v.l. Friedrich Fetzer, ehemaliger VR-Bank-Vorstand, Gudrun Fetzer, Hans-Peter Weber, Vorstandssprecher VR-Bank Aalen, Pfarrerin Ursula Richter.
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Money, money, money. Wie viel Geld und Jobs sind nötig für ein „normales“ Leben, fragen sich am Sonntag, 20. Februar (von links) Anita Burdack, Ute Küstner, Monika Lechner, Mathias Böttcher, Waltraud Wiedenmann, Heike Hörkner und Marianne Galow. Es fehlt Pfarrerin Ursula Richter. (Foto: sf)
Zehn Minuten ohne Titel
Pfarrerin Ursula Richter initiierte das Kirchentheater – Aufführung am Sonntag
„Betroffenheit in Worte umzusetzen“ beabsichtigt das Stück des Kirchentheaters der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen. Am Sonntag, 20. Februar, wird es anstelle der kleinen Andacht zur Vesperkirchenzeit in der Magdalenenkirche gegen 13 Uhr aufgeführt.
Sandra Fischer
Aalen-Wasseralfingen. „Einen Namen hat das Zehn-Minuten-Stück nicht, mit Titeln tun wir uns schwer“, schmunzelt Pfarrer Mathias Böttcher, in dessen Kopf die Grundidee für das kurze Schauspiel entstand. Es geht um Geld – „Money, Money, Money“, der Hit der Popgruppe ABBA, schallt aus dem CD-Player, den Tina Hörkner bedient. In den Dialogen, die vom achtköpfigen „harten Kern“ der Kirchentheater-Gruppe vorgetragen werden, dreht es sich um die Frage, wie viele Jobs und Geld braucht jemand um ein „normales“ Leben führen zu können?
Pfarrer Mathias Böttcher: „Wir möchten nicht schweigen“
„Prekäre Arbeitsbedingungen“, so Böttcher, sollten in diesem Stück vordergründig thematisiert werden. „Wir möchten nicht schweigen und ohnmächtig dumpf betroffen sein, sondern etwas zur Sprache bringen“, ergänzt er. Authentische Geschichten aus dem Bekanntenkreis der Laien-Schauspieler stockten die Grundidee auf und geben dem Stück seinen Inhalt. Die „Authentizität und die Nähe zur Realität“ seien es ohnehin, die Böttcher so sehr am Kirchentheater gefallen. Seit 2006 verfasse die Gruppe selbst Geschichten für sich. „Die passen einfach am besten“, weiß er. „Das Arbeitsamt-Stück“ sei das erste Selbsterdachte gewesen, das mit seiner Spiellänge von einer guten Stunde bereits abendfüllend war und eine Benefizveranstaltung für die Vesperkirchen-Finanzierung war.
„Der Anlass gibt uns meist das Thema vor“, ergänzt der Pfarrer. In Stücken für die Vesperkirche würden häufig soziale Missstände aufgezeigt werden und diese im Mittelpunkt stehen, ergänzt er. Bereits im Jahr 2003 hatte sich die Gruppe des Kirchentheaters zusammengefunden. Eine Theatergruppe in der Kirchengemeinde war der Wunsch von Pfarrerin Ursula Richter. Nach persönlichen Anfragen und einem Aufruf im Gemeindeblatt folgte ein gutes Dutzend an Spielbegeisterten, erinnert sich Böttcher. Das erste Stück, „Der goldene Groschen“, wurde im Rahmen der Vesperkirche aufgeführt. „Mit passenden Sketchen an verschiedenen Gottesdiensten wurde Bühnenerfahrung gesammelt“, erzählt er. Am liebsten spiele sich jeder selbst, „das klappt am Besten“, meint Böttcher.
Pfarrerin Richter würden die Rollen gut gefallen, die eine ganz andere Facette an ihr zeigen. „Einen jugendlichen Rapper etwa“, schmunzelt er. Im Stück am Sonntag wird sie jedoch als Pfarrerin auf der Bühne stehen und mit dem biblischen Hintergrund zum Thema Geld Stellung nehmen.
Ein Markenzeichen des Kirchentheaters seien die passenden Musiksequenzen, die jeweils gemeinsam von der Gruppe ausgewählt werden, fügt Böttcher hinzu.
Ein starker Teamgeist und eine und gewisse Übungs-Routine seien zu einem Fundament geworden. „Wir sind inzwischen relativ erfahren. Das sind die Früchte jahrelanger Arbeit“, sagt Böttcher zufrieden und freut sich zusammen mit der Gruppe auf den Auftritt am Sonntag.
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Der älteste Oberkochener Friedhof, der evangelische Friedhof an der Bühlstraße, wurde um ein Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld erweitert. (Foto: ls)
Letzte Ruhe im neuen Urnengrab
Evangelischer Friedhof in Oberkochen besteht seit 160 Jahren – Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld angelegt
Der evangelische Friedhof an der Bühlstraße ist ein Stück Oberkochener Historie und ein besonderes Kleinod, das von vielen Besonderheiten geprägt ist. Er ist der älteste noch bestehende Friedhof in Oberkochen. Um der sich wandelnden Bestattungskultur Rechnung zu tragen, wurde nun auch ein Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld angelegt.
Lothar Schell
Oberkochen. Seit 160 Jahren besteht der evangelische Friedhof, der vor eineinhalb Jahren umgestaltet wurde und schon von jeher ein Abbild Alt-Oberkochener Industrie- und Sozialgeschichte ist.
Auf dem evangelischen Friedhof finden sich Gräber der Industriellen Bäuerle, Leitz, Grupp und Günther, der Mühlenbesitzer Scheerer und Elser und auch des Brauerei- und Gasthofbesitzers Nagel. Jakob Bäuerle, der Begründer der Oberkochener Werkzeugindustrie, hatte schon 1891 seine letzte Ruhestätte auf dem evangelischen Friedhof gefunden.
Neu auf dem evangelischen Friedhof ist nun ein Urnen-Gemeinschaftsgrabfeld. Die Kirchengemeinde übernimmt hier für die Grabstätten die Pflege. Jede einzelne Grabstätte erhält einen kleinen Grabstein mit den Namen der bestatteten Personen. In jedem Grab können bis zu zwei Urnen Platz finden. Die Kosten für ein solches Grab orientieren sich jeweils an den Kosten für eine Grabstätte im Kolumbarium auf dem städtischen Friedhof.
Karl Unfried, ehemaliger Stadtrat, Kirchengemeinderat und Vorsitzender des Friedhofsausschusses, ist ein profunder Kenner des evangelischen Friedhofs und seiner Geschichte. „Als der Friedhof im Jahre 1850 angelegt wurde, lag er noch außerhalb des Dorfs“, weiß Unfried zu berichten. In der Chronik ist er detailliert beschrieben: „Der Friedhof ist 150 Meter lang, 60 Meter breit und enthält ein Achtel Morgen.“
1947 wurde der an der heutigen Bühlstraße liegende Friedhof entlang der Katzenbachstraße um einen neuen Teil bis zur jetzigen Blumenstraße erweitert. Genau 60 Jahre nach der letzten Erweiterung hat der evangelische Friedhof seine heutige Gestalt angenommen.
Am Totensonntag 2009 fand die jüngste Einweihungsfeier auf dem Friedhof statt. Der Seiteneingang von der Blumenstraße war vom Müllbereich weg auf die Mittelachse des Friedhofs verlegt und die alte Mauer zwischen dem alten und dem neuen Friedhof abgebrochen worden. „Somit ist ein durchgängiges Konzept entstanden, das auch landschaftspflegerisch sinnvoll gestaltet ist“, betont Karl Unfried.
Der evangelische Friedhof hat auch besondere Ruhestätten: So gibt es zwei Gräber mit unbekannten Verstorbenen aus den letzten Kriegstagen. Fünf KZ-Insassen waren außerhalb des Friedhofs bestattet worden.
Daneben befindet sich das Grab eines russischen Zwangsarbeiters mit dem Datum 11. Juni 1945. Auch er war ursprünglich außerhalb des Friedhofs zur letzten Ruhe gebettet worden.
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Diese vier Vikarinnen des Kirchenbezirks Gmünd feiern am Sonntag, 20. März, ihre Ordination: (v.l.) Caroline Bender, Tamara Götz, Julia Glock und Ursula Brandt.
Ausbildung ist beendet
Vier Vikarinnen verlassen Schwäbisch Gmünd als Pfarrerinnen
Trauungen, Trauergespräch, Taufen, Konfirmandenunterricht und vieles mehr absolvierten die vier Vikarinnen
Caroline Bender , Julia Glock, Ursula Brandt und Tamara Götz während ihrer gut zweijährigen Vikarszeit im Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd. Jetzt werden aus den Vikarinnen Pfarrerinnen.
Anja Jantschik
Schwäbisch Gmünd. Die Zeit des Abschieds ist für die vier Vikarinnen gekommen. Nach absolviertem Vikariat und erfolgreich abgelegtem zweiten theologischen Examen haben sie das nötige Rüstzeug, um künftig als Pfarrerinnen ihrer seelsorgerischen Tätigkeit nachzugehen. Gut zwei Jahre lang waren sie im evangelischen Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd eingesetzt, um den jeweiligen Geistlichen über die Schulter zu schauen, wie Pfarrer Stephan Schwarz in einem Pressegespräch erläuterte. Nach der theoretischen Ausbildung an der Universität stand also die Praxis auf dem Programm. Eingesetzt waren sie in Schwäbisch Gmünd, Spraitbach und Lorch. Allerdings wurden parallel dazu auch Kurse am pädagogisch-theologischen Zentrum in Birkach bei Stuttgart besucht. „Vergleichbar mit dem Referendariat bei Pädagogen“, erläuterte Dekan Immanuel J. A. Nau.
Die gemeinsame Ordination findet am Sonntag, 20. März, um 10.15 Uhr in der Augustinuskirche statt. Die neuen Pfarrerinnen treten Dienste in Backnang sowie beim Aalener und Crailsheimer Dekanat und an der Universität Tübingen an. Kein Problem, wurden sie doch während ihrer Vikarinnenzeit bestens in die unterschiedlichsten Handlungsfelder eines Pfarrers, beziehungsweise einer Pfarrerin eingearbeitet. Nachdem der Kirchenbezirk drei Perioden lang ausgebildet hat, wird es in den kommenden Jahren keine weiteren Vikarstellen geben. „Jetzt sind die anderen 71 Kirchenbezirke am Zug“, erläuterte Dekan Nau.
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Gemeinsamer Gottesdienst (v. li.): Pfarrer Albrecht Nuding, Vater Johannes Ghali und Pfarrer Andreas Macho. (Foto: ls)
Für die Einheit der Christen beten
Ökumenischer Bittgottesdienst mit Katholiken, Kopten und Protestanten in Sankt Peter und Paul in Oberkochen
Katholische, evangelische und koptische Christen trafen sich am Sonntagabend zum Abschluss der ökumenischen Bibelwoche zum Bittgottesdienst in der katholischen Kirche Sankt Peter und Paul.
Lothar Schell
Oberkochen. Pfarrer Andreas Macho von der katholischen und Pfarrer Albrecht Nuding von der evangelischen Kirchengemeinde haben zusammen mit ihrem Amtsbruder Vater Johannes Ghali beschlossen, als Schwerpunktthema die Situation bedrängter und verfolgter Christen auf der Welt in den Fokus zu nehmen. Vor allem auch unter dem Hintergrund des Anschlags auf eine Kirche in Alexandrien, bei dem 22 Kopten ums Leben gekommen waren und auf Grund der aktuellen Ereignisse in Ägypten.
Die Ereignisse des Kirchenanschlags hätten bewusst gemacht, dass Christ zu sein durchaus bedrohlich sein könne und Mut gefordert sei, zu seinem Glauben zu stehen, sagte Pfarrer Andreas Macho in seiner Begrüßung in Sankt Peter und Paul. Dabei gehe es um vielfältige Facetten, wie etwa soziale Ausgrenzung, rechtliche Benachteiligung, Drohungen, gewalttätige Vertreibungen und systematische Inhaftierungen. Während sich die Situation von Christen in kommunistischen Ländern etwas verbessert habe, habe sich jene von Christen in islamisch geprägten Ländern bedeutend verschlechtert.
Ein koptischer Geistlicher betonte, dass der Druck auf koptische Christen in Ägypten in den letzten 40 Jahren gewachsen sei, während des Mubarak-Regimes habe sich die Situation zugespitzt. „Die deutsche Regierung darf nicht mehr wegschauen, es geht um Religions- und Chancengleichheit“, sagte Vater Johannes Ghali. Menschenrechte müssten beachtet und Häuser vor Attentaten geschützt werden.
„Was Christus uns in der Taufe geschenkt hat, sollen wir in Worten und Taten weitergeben“, meinte Pfarrer Albrecht Nuding in seiner Predigt. Dies sei der Kernpunkt christlichen Lebens. Christ zu sein heiße, sich loszulösen von der Rolle des Zuschauers. „Mischt Euch ein, in dem ihr die Liebe ins Spiel bringt“, meinte Pfarrer Nuding weiter. Dabei gehe es sowohl um das Verhalten in der christlichen Gemeinde wie auch um das Verhalten der Christen in der Welt. Kirchen müssten zu einer engen Solidargemeinschaft zusammenwachsen. Wenn einmal im Jahr getrennte Kirchen gemeinsam Gottesdienst feierten, könne dies nur der Anfang sein. Alle Christen seien Glaubensgeschwister und Gebete und Gedanken müssten übergreifend wirken. Die Situation in Ägypten könne und dürfe die Menschen nicht kalt lassen.
Auch in vielen anderen Ländern würden Christen in ähnlicher Weise verfolgt. Religionsfreiheit sei Synonym für Menschenrecht, dies müsse dann allerdings auch für Muslime in Deutschland gelten. „Das heißt dann im Klartext auch ein klares Ja für den Bau von Moscheen in Deutschland“, setzte Pfarrer Nuding hinzu. Religionsfreiheit sei immer auch Religionsfreiheit des anders Gläubigen.
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Kleiderbasar im Magda-Eckle
Kleiderbasar im Magda-Eckle
Seit vergangenen Samstag läuft der Kleiderbasar der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen im Magda-Eckle. Dort kann man jeden Tag von 11 bis 14.30 Uhr gebrauchte Kleider zu günstigen Preisen erstehen. Der Verkauf läuft noch bis Freitag, 25. Februar. Der gesamte Erlös kommt der Aktion Vesperkirche zugute, die nebenan in der Magdalenenkirche stattfindet. Ein Team des ökumenischen Frauenfrühstücks organisiert den Verkauf bereits zum siebten Mal. Die Frauen sortieren die gespendeten Kleidungsstücke und leiten den Verkauf. Anne Joas ist für die Aktion verantwortlich. Sie schätzt, dass dieses Jahr mehr als 5000 verschiedene Kleidungsstücke gespendet wurden. „Wir decken die ganze Palette an Kleidungsstücken für groß und klein ab. Badeanzüge, Mäntel, Schuhe aber auch Anzüge sind im Angebot“, erklärt sie. Es gebe aber andere Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Tischdecken oder Taschen. „Seit Samstag haben wir schon relativ viel verkauft. Wir rechnen aber noch mit unseren Stammkunden, die jedes Jahr beim Kleiderbasar vorbeischauen“, sagt Anne Joas. (Text/Foto: ach)
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Kreissparkasse spendet für die Vesperkirche
Kreissparkasse spendet für die Vesperkirche
Aalen-Wasseralfingen / sz (pm) - Bis zu 250 Essen am Tag, 6000 Essen während des vierwöchigen Aktionszeitraum, insgesamt 100 ehrenamtliche Helfer sowie 30 Schüler der achten Klasse der Karl Kessler-Realschule – das sind die Zahlen der diesjährigen Vesperkirche Wasseralfingen. Pfarrerin Ursula Richter: „Neben der ehrenamtlichen Arbeit ist die Vesperkirche auch auf Spenden angewiesen, ohne die das Essen in dieser Menge und Qualität nicht angeboten werden könnte. Der Kreissparkasse sind wir daher für die großzügige Zuwendung sehr dankbar.“ Sparkassendirektor Andreas Götz lobte das großartige Engagement: „Was hier in der Evangelischen Magdalenenkirche geleistet wird verdient Respekt und Anerkennung. Unsere Spende, mit der 500 weitere Essen finanziert werden können, findet hier die richtigen Empfänger.“ pm/Foto: privat
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Spende für Vesperkirche Wasseralfingen
Spende für Vesperkirche Wasseralfingen
Zum 15. Mal seit 1997 bietet das Organisationsteam rund um Pfarrerin Ursula Richter und Gudrun Fetzer im Rahmen der Wasseralfinger Vesperkirche Menschen aller Altersklassen und sozialen Schichten ein warmes Mittagessen. Die Kreissparkasse unterstützt die Vesperkirche nun mit 2000 Euro. Sparkassendirektor Andreas Götz: „Was hier in der Magdalenenkirche geleistet wird, verdient Respekt und Anerkennung.“ Mit der Spende könnten 500 Essen finanziert werden. Pfarrerin Ursula Richter dankte: „Neben der ehrenamtlichen Arbeit ist die Vesperkirche auch auf Spenden angewiesen, ohne die das Essen in dieser Menge und Qualität nicht angeboten werden könnte.“ Das Bild zeigt v.r. Direktor Wilhelm Schiele, Pfarrerin Ursula Richter, Gudrun Fetzer, Sparkassendirektor Andreas Götz, Corinna Pavel und Mareike Bauz von der Sparkassen-Geschäftsstelle in Wasseralfingen. (Foto: privat)
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Das Bild hängt nun im Treppenhaus des evangelischen Gemeindehauses.
Kirchengemeinderat greift zum Pinsel
Bopfingen / an Der Kirchengemeinderat der evangelischen Gemeinderat ist unter die Künstler gegangen: Als das Gremium im Jahr 2008 die Renovierung des evangelischen Gemeindehauses in Bopfingen beschlossen hatte, war klar, dass die gusseisernen Ofenplatten, die man einst als Kunst am Bau im Gemeindehaus angebracht hatte, nicht mehr zum neuen Farbkonzept passen.
In mehreren Sitzungen wurden Vorschläge gemacht und diskutiert. Die rettende Idee kam vom neuen zweiten Vorsitzenden, dem Steinmetz Oliver Hornung. Er schlug vor, als Gemeinschaftsaktion selbst ein Bild zu malen. Er fertigte auch einen Entwurf zum Leitspruch des Gemeindehauses, dem Jesuswort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Der Entwurf fand allgemeine Zustimmung.
Ende Januar ging der Kirchengemeinderat dann an die Arbeit. Nun hängt das Bild im Treppenhaus. Das Gremium betrachtet es nicht als Werk für die Ewigkeit, sondern als die Frucht einer Aktion, die nicht zuletzt auch die Gemeinschaft im Kirchengemeinderat gestärkt hat.
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Die ersten Essen von durchschnittlich 5000 pro Veperskirchen-„Saison“ wurden am Sonntagmorgen ausgegeben. (Foto: Markus Lehmann)
Die 15.Vesperkirche ist eröffnet
Aalen-Wasseralfingen / sz (lem) - Mit Kaffee und Kuchen, Knödeln, Schweinebraten und Gemüse hat die 15. Vesperkirche begonnen. Und natürlich mit dem Wichtigsten – dem Gefühl der Gemeinschaft im Kirchenschiff, das bis 6. März Tafel für alle sein wird. Liebe ist mehr als Worte, das war das Leitthema des vom ökumenischen Kirchenchor mitgestalteten ökumenischen Gottesdiensts in der Magdalenkirche. Pfarrerin Ursula Richter sprach von dem „Funke in der Gesellschaft“ der die Vesperkirche, damals eine der ersten im Land, sein will. Denn die Gesellschaft drifte immer weiter auseinander. Deshalb seien ein würdevoller Umgang und die Teilhabe aller miteinander wichtig.
Immer wieder drehte sich der Eröffnungsgottesdienst um das diesjährige Vesperkirchen-Motto „einfach himmlisch gut.“ Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler, eine der Gäste, ging beispielsweise näher auf das Wort „einfach“ ein. Denn es seien die einfachen Dinge, die das Leben schöner machten. Mit ihrem Dank an die Vesperkirche überbrachte sie einen „kleinen Obolus“ der Stadt in Höhe von 1000 Euro. Trotz des Aufschwungs, wandte sich Sozialdezernent Josef Rettenmaier an die Versammelten in der Kirche, lebten im Ostalbkreis noch Tausende auf der „Schattenseite des Lebens.“ Allein 3300 Kinder und Jugendliche lebten am Rande der Armut. Gottes Segen wünschte Pfarrer Harald Golla der Vesperkirche, deren Auftakt auch der Abschluss der ökumenischen Bibelwoche (wir berichteten) war, der unter dem Motto der Epheserbriefe gestanden hatte: „Die Vesperkirche tut ganz Wasseralfingen gut.“ Viele Wochen der Vorbereitung, erinnerte Gudrun Fetzer vom Organisationsteam, stünden nun hinter einem. Rund 120 Mitarbeiter stünden jetzt bereit, um der 15. Vesperkirche einen „himmlischen“ Verlauf zu geben.
Die Vesperkirche ist täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr, die Essensausgabe ist von 12 bis 13.30 Uhr.
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In Gemeinschaft essen und sich begegnen – vier Wochen lang heißt es „einfach, himmlisch, gut“ in der Wasseralfinger Vesperkirche. (Foto: sf)
Ein Funke in der Gesellschaft
Die Vesperkirche in Wasseralfingen lädt unter dem Motto „Einfach, himmlisch, gut“ bis zum 6. März ein
„Einfach, himmlisch, gut“ duftete am Sonntag zur Mittagszeit der Braten samt Knödeln und Gemüse in der Magdalenenkirche Wasseralfingen. Zum 15. Mal wurde die Vesperkirche mit einem ökumenischen Gottesdienst und Grußworten eröffnet.
Sandra Fischer
Aalen-Wasseralfingen. „Ein Funke in der Gesellschaft“ möchte die Vesperkirche sein, sagte Pfarrerin Ursula Richter. Wie alle 24 Vesperkirchen „im Ländle“ rücke auch die Wasseralfinger Vesperkirche in den Mittelpunkt: Die Gesellschaft drifte immer weiter auseinander und es funktioniere nur miteinander, wenn alle in einem würdevollen Umgang miteinander teilhaben können, sagte Pfarrerin Richter.
Einfach sei das Leben für viele nicht mehr, erläuterte sie das Wort „einfach“ im diesjährigen Vesperkirchenmotto. „Hier kann ich keine Ansprüche stellen, es ist kein Hotel, einfach eben“, sagte sie. Aber jeder sei willkommen, jeder gehöre zur Gemeinschaft, ob arm oder reich. Zwar helfe eine Mahlzeit nicht bei den Problemen, keiner habe dadurch mehr in der Tasche, aber das Beisammensein helfe, aus der Isolation auszubrechen.
„120 Mitarbeiter sind bereit und freuen sich auf viele Gäste“ wünschte Gudrun Fetzer vom Organisations-Team der Vesperkirche einen „himmlisch-guten Verlauf“. Pfarrer Harald Golla von der katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus, griff im Gottesdienst, der gleichzeitig als Abschluss der ökumenischen Bibelwoche gefeiert wurde, nochmals die darin thematisierten Epheserbriefe in seiner Predigt auf. Denn auch diese haben das Zusammenleben in der Gemeinde im Blick und stellten die Liebe als ein Band dar, das Einheit schafft und ein großes Wort, das mit Leben und Taten gefüllt werden muss.
Im Gottesdienst hatten Gudrun Fetzer und Ute Küstner symbolisch ein Brot geteilt und zusammen mit den Schülern und Schülerinnen der Klasse 8a der Karl-Kessler-Realschule, die sich in den kommenden vier Wochen hier engagieren werden, Brotstücke unter den Kirchenbesuchern verteilt.
Teilen sei leider keine Selbstverständlichkeit mehr, sagte Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler. „Danke“, sagte sie der Vesperkirche und überbrachte von der Stadt Aalen einen Obolus von 1000 Euro. Die Vesperkirche als eine „Tankstelle für Menschlichkeit und Solidarität“ bezeichnete Sozialdezernent Josef Rettenmaier, der seitens des Ostalbkreises Grußworte sprach. Feierlich hatte der ökumenische Kirchenchor unter der Leitung von Dagmar Barsacq den Eröffnungsgottesdienst bereichert.
Öffnungszeiten
Bis zum 6. März sind täglich von 11.30 bis 15 Uhr die Türen der Magdalenenkirche geöffnet. Die warme Mahlzeit kostet 1,50 Euro, erstmalig können Kinder bis 14 Jahren für nur 50 Cent essen. Kleider für den Kleiderbasar im Magda-Eckle (12. bis 25. Februar) können am Donnerstag, 10. Februar, von 11.30 bis 17 Uhr abgegeben werden.
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Die Jakobuskirche ist eingerüstet. Nun sind Schiff und Turm dran. (Foto: ott)
Schäden an Dachstuhl und Turm
Evangelische Jakobuskirche in Kirchheim wird renoviert – Projekt ist ohne Spenden nicht zu finanzieren
Am Dach der evangelischen Jakobuskirche in Kirchheim haben sich gravierende und umfangreiche Schäden gezeigt. Im Frühjahr wird mit den notwendigen und nicht mehr aufschiebbaren Arbeiten an Kirchenschiff und Turm begonnen.
GÜNTER OTT
Kirchheim. „Wenn wir am Dachstuhl nichts unternehmen, dann müssen wir bald ein rotes Absperrband um die Kirche ziehen, denn die Sicherheit ist nicht mehr zu 100 Prozent gewährleistet“, sagte Pfarrer Nicolai Gießler. Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde bereits mit der Renovierung der Jakobuskirche begonnen. Die Putz- und Steinmetzarbeiten am Kirchenschiff sind nahezu abgeschlossen. Lediglich die Epitaphien – das sind künstlerisch aufwändig gestaltete Figuren, die an Verstorbene erinnern und sich nicht am Bestattungsort befinden – am äußeren Kirchenschiff werden erst nach der kompletten Renovierung der Kirche wieder eingesetzt.
Bei einer Kontrolle des Dachstuhls im Sommer 2010 wurden von einem Sachverständigen für Holzschutz und Holzschäden die umfangreichen Mängel festgestellt. So ist etwa das Holz des Sparrenfußpunktes durch Pilze geschädigt. Auch Braun- und Weißfäule-Erreger verursachen Innenfäule an der Fünfkantstuhlschwelle. Weiter sind einige Stichbalken in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Beigetragen hat eine, aus heutiger Sicht, unzureichende Konstruktion der Holzbalken, die an drei Seiten vom Stein umschlossen waren. Auch der viele Schutt und Dreck, der auf dem Dachboden belassen wurde, hat dazu geführt, dass die eingedrungene Feuchtigkeit nicht mehr entweichen konnte. Dadurch wurde das Holz geschädigt und zerstört. An manchen Stellen ist von der Holzsubstanz gar nichts mehr vorhanden.
Gefährlicher sind jedoch die anderen Stellen, wo das Holz äußerlich noch einen guten Eindruck macht, jedoch von innen heraus zerstört ist und keine Stabilität mehr hat. „Der äußere Dachstuhl sollte eigentlich den inneren Sichtdachstuhl halten, aber nun ist es gerade umgekehrt“, sagte Pfarrer Nicolai Gießler.
Er und die evangelische Kirchengemeinde sind jetzt dankbar darüber, dass viele Gemeindeglieder mit ihrem freiwilligen Gemeindebeitrag zur Finanzierung des wichtigen Projekts beitragen. Unterm Strich muss die Kirchengemeinde aber mit den bisherigen Mitteln und den Spenden auskommen. So müssen zunächst geplante aber weniger dringende Arbeiten auf später verschoben werden.
Wie Pfarrer Nicolai Gießler weiter mitteilte, werden im Februar die Angebote für die Arbeiten am Dachstuhl eingeholt. Im weiteren Schritt wird ein veränderter Finanzierungsplan erstellt und die Gewerke werden vergeben. Sobald die Witterung es zulässt, wird dann mit den Arbeiten begonnen.
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Im Kirchenbezirksausschuss, der in Neresheim tagte, waren evangelische Friedhöfe und Beerdigungsgebühren Thema. Im Bild der Oberkochener kircheneigene Friedhof, der erhalten bleiben soll.
Begräbnis nur als Spar-Version?
Kirchenbezirksausschuss debattiert über evangelische Friedhöfe und die Deckelung der eigenen Ausgaben
Der Kirchenbezirksausschuss des Aalener Dekanats hat in Neresheim über evangelische Friedhöfe, die Gebühren für Beerdigungen und die Beschränkung von eigenen Ausgaben diskutiert. Eine Deckelung der Ausgaben im Kirchenbezirk erfordert möglicherweise einen Stellenabbau. Zudem müsse man Aufgaben kritisch hinterfragen, lautete ein Fazit.
Ulrike Schneider
Neresheim. Die evangelische Kirchengemeinde Adelmannsfelden erhält einen Zuschuss für die Saneriungsarbeiten am Friedhof. Dies war Anlass im Kirchenbezirksausschuss, der diesmal in Neresheim getagt hat, über die kircheneigenen Friedhöfe zu debattieren. Vor allem die Kosten für eine Beerdigung rückten ins Blickfeld des Gremiums. „Das kann bald keiner mehr bezahlen“, meinte Pfarrer Ulrich Marstaller. Die Gebühren für die Nutzung der Aussegnungshalle etwa seien enorm, nicht nur in seiner Gemeinde. „Da stehen wir bald vor der Situation, dass wir die Beerdigung ausschließlich am Grab feiern, ohne Aussegnungshalle“, sagte der Pfarrer aus Lauchheim/Westhausen.
Dem stimmte auch Pfarrerin Ulrike Nuding zu. Man habe in Oberkochen eine Kostendeckung von 84 Prozent erreicht; dabei habe man sich an den Gebühren der Stadt orientiert. Die Aussegnungshalle der Stadt habe bislang rund 100 Euro gekostet, nur müsse man das Doppelte bezahlen. Der Kirchengemeinderat habe seinen Unmut geäußert, weil die Gebührenerhöhung mitzutragen sei – auch wenn die Nutzung der kircheneigenen Friedhofskapelle nichts koste. Noch sei unklar, wie sich das Ganze weiterentwickle. „Fest steht, die evangelische Kirchengemeinde wird den eigenen Friedhof erhalten“, erklärte Pfarrerin Nuding.
In Bopfingen habe man den evangelischen Friedhof der Stadt angetragen, erzählte Kirchengemeinderat Eberhard Löcklin. Da dieses Angebot ausgeschlagen worden sei, setze man dort nun weiter Urnen bei. Für die Bestattung verlange man dieselben Sätze wie die Stadt Bopfingen. Kostendeckend sei das auf keinen Fall, da die Friedhofmauer vor acht Jahren für 140 000 Euro hatte saniert werden müssen. Löcklin schlug einen so genannten Runden Tisch vor, damit man gemeinsam transparentere Strukturen schaffen könne. Kirchenverwaltungsrat Harald Schweikert erinnerte dabei daran, dass es im Kirchenbezirk vergleichsweise wenig evangelische Friedhöfe gebe; neben den genannten seien das unter anderem Leinroden, Goldburghausen und Fachsenfeld.
Über die Einnahmen und Ausgaben im Kirchenbezirk referierte Kirchenrechner Schweikert, um am Ende dem Gremium aufzuzeigen, wie wenig Spielraum für eine Deckelung sei. Die hatte die Bezirkssynode im Herbst gefordert und Kritik am Vergabemodus geübt. Beim Vergabemodus für die Gelder versuchte Schweikert die Ausschussmitglieder mit Zahlen und Fakten zu überzeugen, dass das Aalener Modell durchaus seine Berechtigung habe. In Aalen werden berücksichtigt: ein Grundbedarf, Einrichtungen, Stellen und Haushaltsplanvorgaben. Daraus errechnet sich, laut Schweikert, eine so genannte Umlage pro Gemeindemitglied.
Die Systematiken in Heidenheim, Göppingen oder Schwäbisch Gmünd hätten auch Nachteile, etwa dass Festbeträge niemand zum Sparen bewegten (HDH) oder dass Sonderaufgaben extra bewertet werden müssten (GD).
Wer nun die Gesamtausgaben festschreiben wolle, müsse sich der Auswirkungen klar sein: „Eine Deckelung ohne Aufgabenkritik und ohne Stellenabbau ist nicht zu machen“, stellte der Kirchenverwaltungsrat fest. Dem stimmte auch der Vorsitzende des Ausschusses, Heinz Schmidt, zu. Man brauche die Deckelung angesichts der finanziellen Situation. „So können wir nicht weitermachen“, meinte Schmidt. Schon allein in diesem Jahr fehlen 14 000 Euro, das entspreche 35 Cent pro Gemeindeglied. Da gelte es, Prioritäten zu setzen.
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Die Aktionskünstlerin Martina Ebel hat am Mittwoch auf dem Kreisel bei der Wasseralfinger Löwenbrauerei Kunst installiert. „Mit dieser Kunst im öffentlichen Raum möchte ich indirekt auf die Vesperkirche in der Magdalenenkirche hinweisen“, erklärt sie. Das Zelt mit seinen Eingängen in die vier Himmelsrichtungen stehe für Vertrauen und Geborgenheit. Die „dünne Zelt-Haut“ aus Betttüchern symbolisiere zugleich aber auch Schutzlosigkeit und das Ausgeliefertsein.
Einfach, himmlisch, gut
Wasseralfinger Vesperkirche startet am Sonntag, 6. Februar, mit einem Gottesdienst in der Magdalenenkirche
„Einfach, himmlisch, gut.“ So lautet das Motto der 15. Wasseralfinger Vesperkirche, die am kommenden Sonntag, 6. Februar, startet. Den Auftakt der vierwöchigen Aktion in der Magdalenenkirche macht traditionell ein Gottesdienst mit Chor und Grußworten um 10 Uhr.
Ulrike Schneider
Aalen-Wasseralfingen. „Unser Grundanliegen ist in den vergangenen 14 Jahren gleich geblieben“, sagt Pfarrerin Ursula Richter beim Pressegespräch im Vorfeld der 15. Wasseralfinger Vesperkirche. Die steht unter dem Motto: Einfach, himmlisch, gut.
„Einfach, weil sie kein Hotel ist, schon gar keines mit vier Sternen“, erläutert Pfarrerin Ursula Richter den Hintergrund. Man könne sich einfach treffen, einfach dabei sein und man gehöre einfach dazu. Das Essen sei einfach und gut, wie die Idee, die Menschen an einen Tisch bringe; zumal im Alltag immer weniger gemeinsam an einem Tisch gegessen werde. Himmlisch, weil die verschiedenen Generationen miteinander während der Vesperkirche arbeiten, erklärt die Pfarrerin das nächste Schlagwort. Zumal neben den Konfirmanden mit der Karl-Kessler-Realschule auch wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit an Bord der Vesperkirche seien. Auch sie gestalten die täglichen Andachten mit.
Die Vesperkirche sei ein Ort, wo Menschen aller Schichten, Konfessionen und jeden Alters Raum und Zeit für Gespräche und Begegnungen bei einem Essen finden. Das sei für jeden erschwinglich, so die Pfarrerin. 1,5o Euro kostet die warme Mahlzeit für Erwachsene, Kinder zahlen – und das ist neu: nur noch 50 Cent. Damit wolle man ein Zeichen setzen, gegen die Kinderarmut. Auch wenn sie die Probleme nicht lösen könne, so wolle die Vesperkirche doch Signal sein, gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und für mehr Solidarität. Man sitze in einem Boot – symbolisiert durchs Kirchenschiff und könne erfahren: „Gott stets bei dir und du bist willkommen“, so Pfarrerin Richter.
Vor diesem Hintergrund werden täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr etwa180 Mittagessen von den insgesamt 90 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern serviert. „An den Wochenenden sogar bis zu 240 Essen“, berichtet Gudrun Fetzer vom Vesperkirchen-Team.
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„Richtig helfen“ ist das Motto für alle, die einen Sozialführerscheinkurs besuchen. Einsatzort kann später zum Beispiel eine Vesperkirche (im Bild in Bopfingen) sein.
Helfen lernen – und Nein sagen
Der Sozialführerschein hat sich etabliert – Erfahrungen von Teilnehmern und Ausbildern
Einfach rumsitzen, die Hände in den Schoß legen? „Das ist wirklich nicht mein Ding“, sagt Ingeborg Buchheister ganz entschieden. Auch als Rentnerin will sie etwas Nützliches tun. Und vielleicht manches richtiger machen, wofür sie früher keine Zeit hatte. „Für mich ist das mit dem Sozialführerschein genau das Passende“, findet die Bopfingerin – vor allem, weil eine Praxisbörse auch die passenden Anregungen gegeben habe.
Anke Schwörer-Haag
Ostalbkreis. Noch vor einem Jahr ging es Ingeborg Buchheister wie vielen: „Den Begriff Sozialführerschein hatte ich zwar schon mal gehört. Mehr aber auch nicht.“ Dass so ein Kurs, der unter dem Motto „Helfen lernen“ steht, für sie passenen könnte, auf diese Idee hat Pfarrer Michael Rau die angehende Pensionärin gebracht. Ein wenig Erfahrung im Umgang mit sozialen Themen hatte Ingeborg Buchheister zwar, da sie schon lange Betreuerin ist für ihren Bruder, der im Samariterstift lebt. „Aber dazulernen kann man natürlich immer etwas. Und ich hatte ohnehin das Gefühl, dass mir noch mehr Grundlagenwissen helfen könnte“, findet sie und hat prompt mitgemacht beim ersten Sozialführerschein-Kurs in Bopfingen.
Die Vorlieben selbst austesten
Und fühlte sich prima aufgehoben: „Ich habe sehr viel gelernt über Gesprächsführung und übers Zuhören“, erzählt sie. Auch die Praxisbörse sei sehr hilfreich gewesen. Diese ist ein Baustein des Kurses (siehe Kasten). Sie gibt all den Institutionen Gelegenheit, sich zu präsentieren, die für Menschen mit Sozialführerschein Aufgaben anbieten können. Von der Vesperkirche bis zum Hoszipdienst, vom Samariterstift übers Rote Kreuz bis zur Bahnhofsmission sowie in Bopfingen natürlich die Wachkomastation sind bei dieser Börse vertreten. Die Kursteilnehmer können dann ein Praktikum „buchen“ und so testen, was zu ihrem Zeitbudget und ihren inhaltlichen Vorlieben passt.
„Ich mache gerne Besuchsdienste“, erzählt Ingeborg Buchheister. Außerdem könnte sie sich vorstellen, einem Wachkoma-Patienten regelmäßig vorzulesen. Fast schon Ehrensache sei die Mithilfe in der Vesperkirche, die inzwischen für ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl in Bopfingen sorge. Andere Kursteilnehmer aus dem ersten Sozialführerscheinlehrgang unterm Ipf engagierten sich in der Demenzgruppe, erzählt sie. Wieder andere helfen mit im Samariterstift.
Sariye Yasar dagegen weiß heute noch nicht, was sie als Praxisbaustein auswählt. Die in Kirchheim lebende Türkin gehört zur Teilnehmergruppe beim zweiten Sozialführerscheinkurs, der in diesen Tagen in Bopfingen angefangen hat (Info siehe unten). „Ich weiß nur eines sicher: dass ich helfen will. Und etwas dazulernen. Ich liebe die Menschen und ich lebe hier. Warum soll ich mich also nicht engagieren?“, fragt sie.
Und hat Pfarrer Michael Rau besonders beeindruckt, weil sie sich beim Kennernlernabend die auf dem Tisch liegende Bibel gegriffen und festgestellt habe, dass es über Religions- und Nationalitätsgrenzen hinweg verbinde, wenn die Menschen sich gegenseitig helfen.
Das schätzt der Pfarrer an den Sozialführerschein-Kursen: „Dass die Menschen erfahren, dass helfen kein Opfer ist. Wenn es gut und richtig gemacht wird, kommt für einen selber mindestens so viel raus“, findet er. Die große Chance des Ehrenamtes sei es, weiter zu geben, was in einem selbst ist.
„Das Kursangebot ist zugeschnitten auf Leute, die gerne helfen möchten, aber nicht wissen, wie und wo“, ergänzt Diakon Jörg Dolmetsch vom evangelischen Kreisdiakonieverband, der in Aalen in diesen Tagen den neunten Sozialführerschein gestartet hat und in Ellwangen mit der vierten Kursauflage noch in diesem Monat Abschlussfest feiern kann. Die Kontakte, die sich im Kurs ergeben, beseitigten Hemmschwellen und erleichterten es durch Selbstreflektion, die passende Aufgabe zu finden. Oder auch zu erkennen, was für einen nicht infrage kommt.
Dolmetsch hat unter den inzwischen mindestens 300 Teilnehmern, die im Ostalbkreis einen Sozialführerschein gemacht haben, unterschiedlichste Motive beobachtet: „Die einen sind in einer Umbruchsituation – die Kinder sind aus dem Haus oder der Ruhestand steht bevor; die anderen warten auf einen Studienplatz oder wollen für ihre Ausbildung soziale Kompetenzen vorweisen“, beschreibt er.
Die Rückmeldungen, die allerdings statistisch nicht erfasst werden, zeigten, dass fast alle hinterher irgendwo eine Aufgabe gefunden haben. In Aalen zum Beispiel im Pelikanclub oder bei der Schuldnerberatung. „Manche haben beim Sozialführerscheinkurs auch einen Bedarf erkannt und deshalb ein Angebot geschaffen, das es vorher noch nicht gab“, erzählt Dolmetsch stolz vom „Sonntagstreff für Frauen“ im Haus Kastanie, den zwei Absolventinnen gegründet haben. Deshalb findet Dolmetsch: Auch, wenn der Sozialführerschein hier schon ins neunte Jahr geht – wir bieten ihn so lange an, bis sich niemand mehr meldet.“
Aus unterschiedlichen Lebenswelten
Kollegin Nathalie Pfeffer, bei der katholischen Caritas zuständig für den Sozialführerschein hat im Herbst ein bisschen mitgebangt, als der Kurs zunächst nicht voll werden wollte. Dass jetzt im Frühjahr 18 Teilnehmer starten – und damit drei mehr als notwendig – hat sie dann doch „einigermaßen erstaunt.“ Aalen zählt für sie gerne zu den Pionieren, die zugegriffen haben, nachdem die Projektidee der Bahnhofsmission 2002 in Ulm erstmals getestet worden ist.
Faszinierend findet sie auch immer die Zusammensetzung der Teilnehmer, „weil die aus unterschiedlichen Lebenswelten kommen“, berichtet Pfeffer und erinnert sich dabei besonders an einen Manager, für den das soziale Umfeld und dessen Strukturen eine völlig fremde Welt gewesen seien. „Ich dachte immer, das weiß doch jeder.“ Gerade durch solche Einblicke von außen ergäben sich immer wieder Impulse für die Strukturen des sozialen Netzes. „Es werden Lücken entdeckt und manchmal auch geschlossen,“ sagt sie.
Kollegin Rabea Krumm, die für die Caritas in Schwäbisch Gmünd die Sozialführerscheinkurse organisiert, bestätigt das. Bislang stets ordentlich ausgebucht, waren die inzwischen vier Kurse in der Region – in Mutlangen, Heubach/Böbingen, Bettringen und zurzeit in der Kernstadt Gmünd. Besonders spannend findet sie aus den Rückmeldungen, dass „die Leute die sozialen Netze besser durchschauen lernen“ und dass sie erfahren, „dass man als Ehrenamtlicher auch mal Nein sagen darf.
Mit einem Fahrplan richtig helfen lernen
Der Kurs zum Sozialführerschein will die Vielfalt des sozialen Miteinanders und des Helfens vorstellen und damit jedem Teilnehmer einen persönlichen Weg ins Ehrenamt ebnen.
Die Bausteine der Kursabende sind:
Einführungsabend: Vorstellung von Institutionen und Konzeption; gegenseitige Erwartungen; christliches Menschenbild.
Motivation Ehrenamt – was bringe ich mit, was nehme ich für mich mit, was kann ich tun, für wen?
Gesprächsführung – vom Hören zum Verstehen. Ein weiterer Abend dient der Vertiefung.
Rahmenbedingungen für das Ehrenamt – von der Versicherung bis zum Zeitbudget.
Praxisbörse bei der sich die sozialkaritativen Projekte vorstellen, an denen sich die Teilnehmer ehrenamtlich beteiligen können. Praxisbesuche sind vorgesehen. Diese werden dann auch ausgewertet.
Sozialrechtliche Grundlagen: vorgestellt wird das Netz sozialer Sicherung.
Meine soziale Wirklichkeit – das eigene Umfeld und sich selbst anders betrachten lernen.
Abschlussfest mit Übergabe der Sozialführerscheine.
Informationen zu den Sozialführerscheinkursen gibt es bei der Caritas in Aalen, Gmünd oder Ellwangen, beim Kreisdiakonieverband, beim örtlichen Roten Kreuz, bei den evangelischen und katholischen Pfarrämtern oder auch bei großen Einrichtungen wie Samariterstift oder Stiftung Haus Lindenhof.
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Dieses Kunstwerk ziert nun das Gemeindehaus. (Foto: privat)
Farblicher Akzent
Kunstwerk für das evangelische Gemeindehaus
Ein Bild haben Mitglieder des evangelischen Kirchengemeinderates in Bopfingen gemeinsam gemalt. Das Werk ziert nun das Treppenhaus im Gemeindehaus.
Bopfingen. Als der Kirchengemeinderat im Jahr 2008 die Renovierung des evangelischen Gemeindehauses in Bopfingen beschlossen hatte, war klar, dass die gusseisernen Ofenplatten, die man einst als Kunst am Bau im Gemeindehaus angebracht hatte, nicht mehr zum neuen Farbkonzept passten. Es sollten nicht alle Ofenplatten entfernt werden. Im Treppenhaus und Foyer jedoch wollte der Kirchengemeinderat künstlerisch ein anderes Zeichen setzen.
In mehreren Sitzungen wurden Vorschläge gemacht und diskutiert. Weil Kunst aber Geschmackssache ist, standen bei zwölf Kirchengemeinderäten mindestens ebenso viele Meinungen gegeneinander. Bald war klar, dass eine demokratische Einigung über neue Bilder eine langwierige Sache werden konnte.
Währenddessen klafften in der Treppenhauswand, wo einmal die Ofenplatten gehangen hatten, tiefe Löcher. Die rettende Idee kam vom neuen zweiten Vorsitzenden, Steinmetz Oliver Hornung. Er schlug vor, als Gemeinschaftsaktion selbst ein Bild zu malen.
Er fertigte auch einen Entwurf zum Leitspruch des Gemeindehauses, dem Jesuswort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Der Entwurf fand allgemeine Zustimmung.
Der Kirchengemeinderat machte sich an die Arbeit. Nun hängt das Bild im Treppenhaus. Der Kirchengemeinderat betrachtet es nicht als Werk für die Ewigkeit, sondern als die Frucht einer Aktion, die nicht zuletzt auch die Gemeinschaft im Kirchengemeinderat gestärkt hat, wie Pfarrer Michael Rau konstatiert. „Und als Ansporn, auch die eigenen Fähigkeiten nicht zu gering zu schätzen“, so Rau.
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