© Schwäbische Post 31.01.2011

Dach und Turm werden saniert
 
Evangelische Kirchengemeinde steht vor einer großen Herausforderung
 
„Das Wichtigste ist ein dichtes Dach.“ Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch die Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde, die ganz unter dem Aspekt anstehender Sanierungsmaßnahmen stand.
 
Lothar Schell
 
Oberkochen Der Vorsitzende des Bauausschusses, Pfarrer Achim Bellmann, legte im Detail dar, welche Maßnahmen Kirchengemeinderat und Bauausschuss bisher für die anstehende Renovierung der Versöhnungskirche geplant haben. Dabei betonte er, dass man ganz am Anfang der Planungen stehe und noch keine definitiven Entscheidungen gefallen seien. An erster Stelle unter den Baumaßnahmen stehe die Notwendigkeit, das Dach der Versöhnungskirche komplett neu zu decken, erklärte Bellmann.
In den vergangenen Jahren sei es immer wieder an unterschiedlichen Stellen zu Wassereinbrüchen gekommen. Die Gründe dafür lägen sowohl an der Materialermüdung der Dachschindeln als auch bei Rissen im Dachunterbau. Lange diskutierte die Gemeindeversammlung über eine mögliche Neueinkleidung des Dachs mit einer teueren Metalldeckung, zum Beispiel aus Kupferblech. Einig war sich die Versammlung, dass eine Neudeckung der großen Dachflächen ohne eine Wärmedämmung des Dachs nicht vorstellbar sei. Stimmen mahnten, dass bei einer Neudeckung die Voraussetzungen für die Gewinnung von Solarenergie auf der Versöhnungskirche geschaffen werden müssten.
In einem weiteren Punkt bezog Pfarrer Bellmann die Anwesenden in die Überlegungen zu einer energetisch verbesserten Heizung der Versöhnungskirche ein. Er betonte jedoch, dass man an dieser Stelle ohne detaillierte Untersuchungen und Berechnungen durch ein Heizungsingenieurbüro nicht zu konkreten Ergebnissen kommen werde, dass aber eine Heizung mit nicht fossilen Energieträgern intensiv geprüft werde.
Ebenfalls von Fachleuten untersucht werden müsse die beste Möglichkeit, wie von der Kirchenebene ein barrierefreier Zugang zum Christian-Hornberger-Saal geschaffen werden kann. Auch aus der Zuhörerschaft wurde die Notwendigkeit hierfür angesichts einer älter werdenden Gesellschaft betont.
Als letzte große Maßnahme im Zuge der Kirchenrenovierung nannte Achim Bellmann noch die Sanierung des Kirchturms inklusive Anbringung eines Betonschutzes.
Pfarrer Albrecht Nuding ging in einer Grobschätzung von zu erwartenden Baukosten in Höhe von 900 000 Euro aus. Dem stünden, bis zu einer möglichen Durchführung der Baumaßnahme im Jahre 2015, Rücklagen der Kirchengemeinde und Einnahmen – zum Beispiel in Form von Landeskirchlicher Zuschüssen – in Höhe von 577000 Euro gegenüber. Nuding zeigte sich zwar überzeugt, dass die Finanzierungslücke von rund 320 000 Euro zu einem Teil durch Spenden und Fundraisingaktionen geschlossen werden könne, wies aber auch darauf hin, dass die evangelische Kirchengemeinde wohl nicht um eine Kreditaufnahme umhin kommen werde.
Kirchengemeinderat Christoph Schlichenmaier wies darauf hin, dass rasch aktiv um Spenden für die Kirchenrenovierung geworben werden müsse.
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© Schwäbische Post 30.01.2011

Vier Sieger und 1500 Euro als Dank für soziales Engagement: Mit dem Essinger Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) zeichnete die Bürgerstiftung Essingen vier Jugendgruppen aus und dankte ihnen damit für ihre Arbeit.  (Foto: Peter Hageneder)

Vier Sieger und 1500 Euro als Dank für soziales Engagement: Mit dem Essinger Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) zeichnete die Bürgerstiftung Essingen vier Jugendgruppen aus und dankte ihnen damit für ihre Arbeit. (Foto: Peter Hageneder)

Jugendarbeit wird gewürdigt

Kinder- und Jugendförderpreis der Bürgerstiftung Essingen geht an die Jugend der evangelischen Kirchengemeinde
 
Zum zweiten Mal zeichnete die Bürgerstiftung Essingen Jugendgruppen mit dem Essinger Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) aus. Platz eins belegte die evangelische Kirchengemeinde mit ihrem generationenübergreifenden Projekt „Begegnungen der Generationen beim Fußball und Kaffee“. Mit insgesamt 1500 Euro wurde das Engagement der ersten drei Siegergruppen nun im Musiksaal der Parkschule in Essingen honoriert.
 
Daniela Schurr
 
Essingen. Zum zweiten Mal wurde der Preis der Essinger Bürgerstiftung nun ausgeschrieben und verliehen, mit dem Ziel, die Jugendarbeit in Essingen zu würdigen und zu stärken. „Nicht nur in Vereinen wird Kinder- und Jugendarbeit geleistet, auch Kirchengemeinden sind haupt- und ehrenamtlich engagiert“, sagt der Vorsitzende der Bürgerstiftung Essingen, Dr. Rainer Lächele.
Das Gesamtpreisgeld von 1500 Euro, finanziert aus den Zinsen der Bürgerstiftung, wurde anteilig an die ersten drei Gewinner des Wettbewerbs vergeben. Eine fünfköpfige Jury hat die örtlichen Vereine ausgezeichnet, „und die Bewertung war einstimmig“, erklärt Lächele. So geht der erste Preis an die Jugend der evangelischen Kirchengemeinde in Essingen für deren generationenübergreifendes Projekt „Begegnungen der Generationen beim Fußball und Kaffee“.
„Der demographische Wandel braucht neue Formen des Miteinanders“, sagt Adolf Sesselmann, Vorstandsmitglied und Juryvorsitzender der Bürgerstiftung Essingen, der den Wanderpokal „Der Späher“ von Professor Karl Ulrich Nuss an die Gewinner übergab. Ein generationenübergreifendes Miteinander, so Sesselmann weiter, sei ein Geben und Nehmen, denn nicht nur die Jugend bringe Impulse für das Leben der Senioren, auch die Senioren könnten Fähigkeiten an die Jugend weitergeben.
Die Siegerprojektgruppe bastelte gemeinsam mit Senioren, lieferte Beiträge für einen Seniorennachmittag und nahm auch die Begegnungen mit Senioren in das Ferienprogramm auf. „Allein diese drei Bausteine haben die Jury davon überzeugt, dass sehr nachhaltige und längerfristige Projekte stattfinden“, erklärt Sesselmann, der nicht nur den Pokal, sondern auch einen Scheck im Wert von 1000 Euro an die Gewinner übergab.
Den zweiten Platz belegte der Leichtathletikclub (LAC) Essingen, der dafür ein Preisgeld von 400 Euro bekam. „Auch der LAC hat die Kriterien voll und ganz erfüllt“, sagt Lächele. Rund 700 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren beschäftigten sich intensiv mit Bewegung, was die Motivation zum Mitmachen im Verein stärke, so Lächele weiter.
Platz drei erreichte die Schulband der Parkrealschule in Essingen, die mit einem Preisgeld von 100 Euro für ihr gemeinsames Musizieren in der Band belohnt wurde. Denn dies fördere besonders die soziale Kompetenz der Schüler, so Adolf Sesselmann: „Das ist nicht selbstverständlich, dass man sich da hinstellt und Musik macht“, sagt er zu den jungen Musikern, die nicht nur mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurden, sondern auch mit rockigen Musikeinlagen zeigten, was sie musikalisch zu bieten haben.
Der vierte Platz ging an die Haugga Narra aus Essingen, deren Organisationsform für die närrische Jugend zwar nicht so richtig in die Kriterien der Jury gepasst habe, wie Lächele erklärt: „Aber wir wollen den Verein ermuntern, sich wieder zu bewerben, mit einem richtig tollem Projekt.“
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© Schwäbische Post 27.01.2011

Aus dem Kirchengemeinderat
 
Investitur Ralf Drescher wird als evangelischer Dekan für den Kirchenbezirk Aalen am 1. Mai in der Stadtkirche eingesetzt. Das hat Pfarrer Bernhard Richter den evangelischen Kirchengemeinderäten jetzt mitgeteilt. Prälatin Gabriele Wulz habe dieses Datum gewählt, so Richter.
 
Jubiläum Peter und Paul Die Kirchengemeinde auf der Heide feiert im Mai ihr 25-jähriges Bestehen. Pfarrer Uwe Quast teilte dies im Kirchengemeinderat mit. Für den 7. Mai sei als Auftaktveranstaltung ein ökumenischer Pilgerweg geplant mit einer katholischen Messe und einer evangelischen Predigt. Der 27. Mai stehe im Zeichen eines Festvortrags. Am 29. Mai feiere man einen Festgottesdienst sowie das Peter-und-Paul-Fest mit Joy of Gospel und dem neuen Dekan.
 
Finanzen Im Jahr 2009 hat die evangelische Kirchengemeinde Aalen weniger Geld ausgegeben als ursprünglich geplant. Das hat Kirchenrechner Harald Schweikert verkündet. Insgesamt konnte die Gemeinde 18 500 Euro den Rücklagen mehr zuführen als im Haushaltsplan für 2009 vorgesehen. Man habe an den unterschiedlichsten Stellen gespart, etwa bei den Gottesdiensten (10 000 Euro) oder der Kirchenmusik; auch seien für das Ferientagheim Leinroden mehr Spenden eingegangen. Mehrausgaben habe es bei der Kirchenpflege gegeben oder bei den Heizkosten für die Kirchen. Das Gremium segnete der Jahresrechnung einstimmig ab.
 
Aktionen fürs Ferientagheim „Es sind noch 158 Tage, bis wir das neue Ferientagheim in Leinroden einweihen“, sagte am Mittwoch Pfarrer Richter mit Vorfreude. Am 11. Februar wolle man Richtfest feiern. Für die Finanzierung des Neubaus seien nun zwei Aktionen geplant: ein Verkauf auf dem Wochenmarkt am 9. April; ebenfalls Geld einbringen soll ein Benefizessen einen Tag später am 10. April im Foyer des Gemeindehauses in der Friedhofstraße. „Das ist ein hervorragender Termin, denn da sind wegen des verkaufsoffenen Sonntags bestimmt sehr viele Menschen in der Innenstadt“, warb der Pfarrer um Zustimmung unter den Räten. Ulrike Schneider
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© Schwäbische Post 25.01.2011

Selbst Grobschmiedvariationen ziseliert
 
Das Quintett „Classic Brass“ lässt in der Stadtkirche Ellwangen Blech und Herzen dahinschmelzen
 
Edle Blechbläserklänge haben am vergangenen Sonntag die vollbesetzte Evangelische Stadtkirche in Ellwangen erfüllt, als das Quintett „Classic Brass“ hier erstmals konzertierte.
 
Hermann Weigold
 
Dass im Ensemble um Jürgen Gröblehner ausschließlich Profis spielen, war zu erwarten, dass aber ausgerechnet die Tuba von einer zierlichen Dame aus der Meisterklasse der Münchener Musikhochschule meisterhaft geblasen wurde darf, mit Verlaub, mit staunendem Bewundern erwähnt werden.
Das Programm war mit zu Glanzstücken der Bläserliteratur arrangierten Transkriptionen gespickt. Bereits hier wurde deutlich, dass Arrangeure einerseits und Musizierende andererseits sich als Könner ihres Metiers erwiesen, dass das Programm aber auch – bei aller literarischen Weite – die Würde des Raumes berücksichtigte. Mit der „Canzon Septi toni No 2“ von Giovanni Gabrieli versetzte das Ensemble die Zuhörer ins venezianische San Marco, wo Gabrieli als Hauptorganist wirkte. Das am Übergang von Renaissance zum Barock stehende Werk, zunächst im Raum etwas verhallend, bestach durch seinen schlanken Klang und seine rhythmisch-dynamische Differenziertheit und sein Trompetensilber. Aus G. F. Händels „Wassermusik“ erklang die viel gehörte Suite Nr. 2 in Dur. Die Ouverture war ein brillantes Feuerwerk hoher Töne und einer virtuos blasenden Bassgruppe, die den Wellenschlag der Themseschiffe dazu ahnen ließ. Die kurzen Mittelsätze „Hornpipe“, kontrastreich gestaltet, das „Lentement“, breit und gesanglich angegangen, wurden von der ob ihrer Leichtigkeit frappierenden Bourrée spritzig musiziert abgeschlossen.
Wer kennt nicht „Jesu bleibet meine Freude“ von J. S. Bach? Die Interpretation war wunderschön, schlicht und weich im Klang der durchgehenden Begleitstimmen, aus denen der Choral sich einem musizierten Gebet gleich erhob. Hier wurde besonders die meisterhafte Verteilung der Stimmendominanz deutlich. Das dreisätzige „Concerto C-Dur“ (im Original für zwei Trompeten und Streicher) von Antonio Vivaldi strahlte im „Allegro“ vom ersten Ton an italienische Musizierfreude aus. Beeindruckend die gekonnte Streicherverarbeitung, die den Reiz der filigran geblasenen Solotrompeten an keiner Stelle vernachlässigte. Das eher düster anmutende kurze „Largo“ fiel durch die Besonderheit seiner harmonischen Anlage auf.
Der Norweger Edvard Grieg gilt als skandinavischer Meister folkloregeprägter Romantik. Aus seinen Werken stellte das Ensemble eine Suite zusammen, die durch ihre harmonische Andersartigkeit nach so viel Barock eine wohltuende Abwechslung gab und in der „Sarabande“ mit ihren großen Spannungsbögen stilsicher geblasen zum Hörgenuss wurde. „Wedding Day in Troldhaugen“, ein freudiger Hochzeitsmarsch, gemischt mit nordischer Herbheit, die dem Überschwang wehrt. Auffallend der besinnliche Mittelteil, der sich dann wieder in die Freude des Anfangs kehrt.
Aus Händels Oratorium „Salomo“ erklang „Einzug der Königin von Saba“, eine musikalische Huldigung an die biblische Monarchin als atemberaubendes Laufwerk von grenzenlosem barockem Hochgefühl. Ob man Händels „Grobschmiedvariationen“, ein sehr bekanntes Klavierwerk, für ein Blechbläser-Ensemble instrumentieren kann? Classic-Brass kann es: Das Thema zurückhaltend vorgestellt, waren die verschiedenen Variationen dazu angetan, hochvirtuose Klavierläufe auf Trompeten, Horn, Posaune und auch Tuba in ihrer Leichtigkeit vorzuführen und den Zuhörer über eine ausgefeilte Anblas- und Atemtechnik staunen zu lassen. Gleiches gilt für die Bachsche g-moll Fuge, ein Orgelwerk aus seiner Weimarer Zeit.
Aus dem Jahr 1909 stammt „Le petit nègre“ für Klavier von Claude Debussy, ein impressionistisches Klanggemälde voller melodischer Spannung und versteckten Jazz-Elementen. Aus Aram Chatschaturjans Ballett „Gayaneh“ interpretierten die Blechbläser den bekannten „Säbeltanz“ mit artistischer Doppelzunge und eingestreuten Kantilenen als exakte musikalisch integre Einheit. Dass schließlich, ganz unvirtuos aber umso beeindruckender, „Kein schöner Land“ von „Classic Brass“ zuerst vorgespielt und dann vom Publikum unbegleitet gesungen wurde, war ein besonderes Erlebnis in diesem Konzert.
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© Aalener Nachrichten 25.01.2011

Classic Brass kämpft mit lausiger Kälte
 
400 Besucher in der evangelischen Stadtkirche– Wärmere Temperaturen hätten gut getan
 
Ellwangen / gk Voll besetzt ist die evangelische Stadtkirche am Sonntagnachmittag beim Konzert mit Classic Brass gewesen. Es ist das neue Ensemble des aus Dresden stammenden Trompeters Jürgen Gröblehner. Das Blechbläserquintett rechtfertigte dieses große Publikumsinteresse und begeisterte die weit über 400 Besucher mit einem eindrucksvollen Konzert.
 
Die beiden Trompeten von Paolo Fazio und Jürgen Gröblehner, das Waldhorn von Aleksandar Crnojevic, die Posaune von Johannes Meures und die Tuba von Christina Bachauer funkelten mit den Kerzen am großen Weihnachtsbaum um die Wette. Und gleich im ersten Stück, einer Canzone von Giovanni Gabrieli hätte man sich mental ins 17. Jahrhundert zurückversetzen können, nach Venedig, in die Kirche von San Marco, wenn es in der evangelischen Stadtkirche in Ellwangen nicht so lausig kalt gewesen wäre. Als Zuhörer konnte man sich dagegen einigermaßen durch einen dicken Mantel wappnen, für die Musiker muss es ziemlich unangenehm gewesen sein.
 
Im letzten Stück vor der Pause, einer Suite mit Themen von Edvard Grieg, mussten sie der Kälte dann ein wenig Tribut zollen, da tendierte der Ton der beiden Trompeten etwas zu metallischer Härte und ein Intervallsprung hinauf in hohe Lage misslang. Zuvor jedoch blieb der musikalische Genuss ungetrübt. Sowohl in der Suite Nr. 2 D-Dur aus Händels „Wassermusik“, als auch im Concerto C-Dur für zwei Trompeten und Streicher – diesen Part übernahmen hier Horn, Posaune und Tuba – von Antonio Vivaldi überzeugten Classic Brass mit festlichem Bläserglanz, makelloser Intonation, stabilem Ansatz und einem homogenen, dynamisch apart belebtem Zusammenspiel.
 
Langer Nachhall zeichnet weich
 
Die technischen Feinheiten wurden zwar vom langen Nachhall in der Kirche ein wenig „weichgezeichnet“, trotzdem staunten sicher nicht nur die Fachleute im Publikum etwa über die spektakulären Bassläufe, die Christina Bachauer in der Händelsuite aus ihrer Tuba zauberte. Zwischen Händel und Vivaldi hörte man die Bach’sche Choralbearbeitung über „Jesu bleibet meine Freude“, einem der schönsten Werke der Musikliteratur. Hier bezauberte Paolo Fazio im cantus firmus mit einer traumhaft geblasenen Kantilene auf dem Flügelhorn.
 
Im zweiten Teil des Konzerts ging dieses opulente bläserische Fest barock weiter mit dem „Einzug der Königin von Saba“ aus der Oper „Xerxes“ und den „Grobschmied-Variationen“, beides von Händel, und der ebenfalls für Bläser bearbeiteten Bach’schen Fuge g-oll. Musik aus dem 20. Jahrhundert von Claude Debussy und der spektakuläre „Säbeltanz“ von Chatschaturjan komplettierten schließlich das mit begeistertem Beifall aufgenommene Gastspiel von Classic Brass.
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© Schwäbische Post 24.01.2011

Dr. Erika Palm-Blaich (Mitte) hat 50 000 Euro aus der Palm Stiftung für den Neubau des Ferientagheims in Leinroden gespendet. Das Bild zeigt von links Pfarrer Bernhard Richter, Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Löwisch, Regina Schlipf (stellvertretende Kirchenpflegerin), Dr. Erika Palm-Blaich, Architekt Axel Schmid, Willi Popp (Stiftungsratbeisitzer) und Kirchenpfleger Harald Schweikert.  (Foto: hag)

Dr. Erika Palm-Blaich (Mitte) hat 50 000 Euro aus der Palm Stiftung für den Neubau des Ferientagheims in Leinroden gespendet. Das Bild zeigt von links Pfarrer Bernhard Richter, Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Löwisch, Regina Schlipf (stellvertretende Kirchenpflegerin), Dr. Erika Palm-Blaich, Architekt Axel Schmid, Willi Popp (Stiftungsratbeisitzer) und Kirchenpfleger Harald Schweikert. (Foto: hag)

Stiftung lässt Spendenbarometer steigen
Dr. Erika Palm-Blaich überreicht 50 000 Euro aus der Palm Stiftung fürs Ferientagheim – Richtfest am 11. Februar
 
Mit einem Scheck über 50 000 Euro hat am Montagvormittag Dr. Erika Palm-Blaich die Finanzierung des neuen Ferientagheims Leinroden ein gutes Stück vorangebracht. Rund 200 000 Euro Spenden sind in der Finanzierung vorgesehen. Das „Spendenbarometer“ zeigt nun 101 000 Euro an. Richtfest soll am 11. Februar gefeiert werden.
 
Ulrike Schneider
 
Aalen-Leinroden. Die Freude bei den Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde war am Montagvormittag groß. Dr. Erika Palm-Blaich war gekommen und hatte einen großen Scheck dabei. 50 000 Euro aus der Dr. Wilfried Palm Stiftung kommen dem neuen Ferientagheim in Leinroden zu Gute. Dr. Erika Palm-Blaich daran, dass die Stiftung soziales und kirchliches Engagement fördere. „Dabei sollen auch Kinder im Vordergrund stehen“, erklärte Dr. Erika Palm-Blaich. Das Ferientagheim der evangelischen Kirchengemeinde Aalen passe perfekt zu den Vorgaben der Stiftung.
„Dank der Dr. Wilfried Palm Stiftung haben wir nun einen wichtigen Meilenstein bei den Spenden fürs Ferientagheim erreicht“, sagte Pfarrer Bernhard Richter beim Termin auf der Baustelle in Leinroden. Der Betrag sei mit 50 000 Euro so groß, dass man nun die Hälfte der benötigten Spenden beisammen habe und man ein entscheidendes Stück vorwärts gekommen sei.
Am 11. Februar wolle man Richtfest feiern – obwohl schon aufgerichtet sei. Doch man warte noch auf den Einbau der Fenster, damit die Richtfestgäste nicht so im Kalten sitzen müssten. Noch seien es 153 Tag, bis das Ferientagheim mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest seiner Bestimmung übergeben werde.
„Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun“, erklärte Architekt Axel Schmid. Im Rückblick erläuterte er zunächst, dass es eine Extra-Aufgabe gewesen sei, den Neubau in das Ensemble mit Denkmal-geschützer Kirche, Friedhof und dem Hausmeister-Haus zu integrieren. Gerade fertig sei der Rohbau mit der Dachkonstruktion, einem Pultdach. Große Fensterflächen sollen in den neuen Räume ein freundliches Ambiente entstehen lassen. In etwa zwei Wochen sollen die Fensterbauer beginnen. Derzeit hat das Wetter die Elektriker ausgebremst, so der Architekt. Dennoch sei man mit dem Bau zeitlich nicht im Verzug.
80 Quadratmeter Foyer und 160 Quadratmeter Saal sind die beiden großen Räume, die das ganze Jahr genutzt werden können. Hinzu kommen Nebenräume, eine Teeküche und vor allem moderne sanitäre Anlagen. „Derzeit arbeiten wir noch an einem Nutzungskonzept“, erklärte Kirchenpfleger Harald Schweikert. Schließlich wolle man den 585 000 Euro teuren Neubau künftig auch vermieten; etwa an Firmen, die hier tagen oder ihre Mitarbeiter weiterbilden wollen. Aber sie denke freilich auch an kirchliche Einrichtungen etwa die Kindergartenfachberatung oder die Seniorenfreizeit, die die Räume mit Aussicht ins Grüne nutzen könnten, ergänzte die stellvertretende Kirchenpflegerin Regina Schlipf.
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© Schwäbische Post 21.01.2011

Unterhaltung und Tiefsinniges sind auch heuer wieder beim Ökumenischen Seniorennachmittag im Gemeindehaus in Aalen geboten. (Archiv-Foto)

Unterhaltung und Tiefsinniges sind auch heuer wieder beim Ökumenischen Seniorennachmittag im Gemeindehaus in Aalen geboten. (Archiv-Foto)

Gottes Wort verbindet
 
73. Ökumenische Bibelwoche läuft in den hiesigen Kirchengemeinden an
 
Die Ökumenische Bibelwoche ist eine alte, wichtige und unkomplizierte Einrichtung der Ökumene, findet Pfarrer Bernhard Richter. „Himmel – Erde … und zurück“ ist sie in diesem Jahr überschrieben, rückt die Epheserbriefe in den Mittelpunkt und lässt miteinander ins Gespräch kommen.
 
Sandra Fischer
 
Aalen. Pfarrer Richter blickt der Bibelwoche, für welche die einzelnen Kirchengemeinden jeweils unterschiedliche Termine festlegen, freudig entgegen. Denn dann werde nicht nur predigtartig eine Bibelstelle vorgetragen, sondern sei in den Gesprächsabenden der mündige Christ gefragt. Der Besucher erzähle, hinterfrage kritisch, berichte von vielerlei Glaubenserfahrungen oder „wenn etwas nicht richtig rund laufe, was zum Leben dazu gehört“, zählt Pfarrer Richter auf. „Denn das Wort Gottes lebt von unseren Erfahrungen“, ergänzt er.
Die Bibel sei hierfür die wichtige und wertvolle Grundlage, auf die es sich zu besinnen gelte. Zwar wurde die Bibel zu einer ganz anderen Zeit niedergeschrieben, doch strahlt sie in unser heutiges Leben aus. „Über das Wie soll sich ausgetauscht werden“, ist sein Anliegen. Selbstverständlich darf auch nur zugehört werden, aber mitunter würden sehr lebhafte Gespräche entstehen, weiß er aus Erfahrung.
„Als Pfarrer stehen wir in der Aufgabe, unsere Mitmenschen von der tragenden und haltenden Botschaft der Bibel anzustecken. Damit steht und fällt die Zukunft der Kirche“, ist sich der Pfarrer seiner Aufgabe bewusst und findet auch den in vielen Gemeinden praktizierten Kanzeltausch innerhalb der Bibelwoche „eine gute Sache“.
Den Zeitpunkt der Bibelwoche, unmittelbar nach Jahresanfang, hält Pfarrer Bernhard Richter für ideal. Zu dieser Zeit würden viele eine Art „Jahresplan“ entwerfen oder manchmal schon vom ersten Frust eingeholt werden. Dann sei meist die Aufgeschlossenheit da, zu diskutieren und auch manches neu zu überdenken.
Anregende Gesprächsgrundlage sollen in diesem Jahr, dem 73. Jahr seit Beginn der Ökumenischen Bibelwoche, die Epheserbriefe sein. Dabei sei es interessant, wie der Epheserbrief von der Gemeinde spreche und welche Sehnsüchte er wecke. Etwa eine neue Sehnsucht nach der Verheißung, aus der die christliche Gemeinde lebe. Auch wird derjenige, der den Epheserbrief liest erkennen und beklagen, was sich in unserer Kirche und in unseren Gemeinden verändern müsse. Schließlich werde heute mit Stichworten wie „Kirche im Aufbruch“, „Leitbildprozesse“ oder „Gemeindeentwicklung“ debattiert.
Als Besonderheiten in der Bibelwoche nennt Pfarrer Richter den Ökumenischen Seniorennachmittag am Dienstag, 1. Februar, im evangelischen Gemeindehaus in Aalen. „Diesen Nachmittag gibt es erst seit rund vier Jahren. Wir haben gemerkt, dass viele ältere Menschen abends nicht mehr aus dem Haus gehen möchten“, sagt der Stadtkirchenpfarrer. Auch meint er zu wissen, dass der „Eröffnungsabend“ der Kirchengemeinde Wasseralfingen und Hofen, am Sonntag 30. Januar, in der Wasseralfinger Sängerhalle, in den Kirchengemeinden der Region einmalig ist.
Initiiert wird die Ökumenische Bibelwoche bundesweit von der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste im Verbund der Diakonie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischen Bibelwerk. „Die Bibelwoche ist ein wichtiger ökumenischer Baustein. Denn Gottes Wort verbindet uns“, weiß Pfarrer Richter.
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© Schwäbische Post 21.01.2011

Nicht nur die CDU-Fraktion (hier im Bild) hat sich im Gemeinderat klar zur Kooperation mit den Kirchen bei den Kindergärten bekannt.  (Foto: Oliver Giers)

Nicht nur die CDU-Fraktion (hier im Bild) hat sich im Gemeinderat klar zur Kooperation mit den Kirchen bei den Kindergärten bekannt. (Foto: Oliver Giers)

Ja zu kirchlichen Kindergärten
 
Alle Fraktionen im Gemeinderat bekennen sich zur Förderung, auch bei St. Vinzenz
 
Noch vor einer Woche wurde kontrovers diskutiert. Nun haben sich alle Fraktionen des Gemeinderates zum Modell städtisch geförderter Kindergärten bekannt. Und auch zum Architektenwettbewerb für die Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Vinzenz. Damit ist der Weg frei für einen großen Schritt in Sachen Kleinkindbetreuung in Aalen.
 
rafael binkowski
 
Aalen. Eigentlich war es nur ein Sturm im Wasserglas: Die Grünen hatten im Verwaltungsausschuss einen Zuschuss von 7800 Euro infrage gestellt, der für den Architektenwettbewerb vorgesehen ist. Wie berichtet, will die katholische Kirche St. Vinzenz deutlich ausbauen und zwei weitere Kita-Gruppen für Kinder unter drei Jahren anbieten.
Davon ist nun keine Rede mehr. Vielmehr erklärte Doris Klein für die Grünen-Fraktion, der Ausbau der Kleinkindbetreuung im Ganztagesbetrieb müsse weiter vorangetrieben werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. „Wir begrüßen auch den Architektenwettbewerb“, sagte sie. Es sei auch sinnvoll, mit externen Trägern zusammen zu arbeiten, weil dies für die Stadt günstiger sei: „Selbst wenn wir künftig 73 statt 65 Prozent der Kosten tragen müssen“, sagte sie. Das wird nach Gesprächen mit der katholischen Diözese wohl der Fall sein. Klein verlangte allerdings, dass alle Zahlen auf den Tisch kommen. Das Bauvorhaben werde nun mit über einer Million Euro deutlich teurer als zunächst geplant.
Auch die anderen Fraktionen bekannten sich zu dem Projekt. „Auch 73 Prozent sind weniger als 100 Prozent“, meinte CDU-Fraktionschef Dr. Karl Franke. Wenn die Stadt weiterhin auf der Überholspur in Sachen Kinderbetreuung fahren wolle, müsse sie mit anderen Trägern kooperieren. Ute Hommel (SPD) betonte, dass auch die evangelischen Kindergärten gefördert würden. Sie zeigte Verständnis für die zurückgehenden Zuschüsse: „Auch die katholische Kirche muss sparen.“
Und FDP/FW-Fraktionschef Bernhard Ritter stellte klar: „Die Kooperation ist ein Geben und Nehmen.“ Die Irritationen über die Haltung seiner Fraktion seien nicht berechtigt gewesen.
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© Aalener Nachrichten 20.01.2011

Gemeinderat steht zu kirchlichen Kindergärten
 
Architektenwettbewerb für den Umbau von Sankt Vinzenz wird mit bis zu 7800 Euro gefördert
 
AALEN / ug Der Gemeinderat ist sich in seiner Sitzung am Donnerstag einig gewesen: Der Ausbau der Kinderbetreuung in Aalen muss weiter gehen. Und einig war sich das Gremium auch, dass die katholische und evangelische Kirchengemeinde hierzu einen großen Beitrag leisten. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat daher, dass die Stadt den Architektenwettbewerb zum Umbau und zur Erweiterung des Kindergartens Sankt Vinzenz mit bis zu 7800 Euro fördert.
 
Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Karl Franke, erinnerte daran, dass die Stadt aufgrund eines Vertrags verpflichtet sei, dieses Vorhaben zu unterstützen. Zurzeit noch mit 65 Prozent, künftig womöglich mit 73 Prozent. Das sei aber immer noch weniger als 100 Prozent, die die Stadt aufbringen müsste, wenn sie die Betreuungsplätze selbst baut. „Wenn wir hier weiterkommen wollen, müssen wir die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Trägern forcieren“, betonte Franke und erhielt für diese Einschätzung die Zustimmung von Ute Hommel von der SPD-Fraktion. „Die Kirchen nehmen uns mit ihren Kindergärten eine sehr große finanzielle Last“, konstatierte der Vorsitzende der FDP/FW-Fraktion, Bernhard Ritter.
 
Gerade für Kinder unter drei Jahren seien weitere Krippenplätze notwendig, sagte Doris Klein (Grüne). Für einen Um- und Ausbau biete sich der Kindergarten Sankt Vinzenz aufgrund seiner Lage an. Da die bauliche Erweiterung eine Herausforderung sei, begrüßten die Grünen den Architektenwettbewerb. Von der Verwaltung erwarten sie jedoch eine überschlägige Rechnung für den Bereich des Kindertagesstätten-Ausbaus für die nächsten Jahre. „Die Zahl benötigen wir, um die Kosten im Bereich der Kinderbetreuung im Auge zu behalten und nicht zugunsten anderer Projekte zu vernachlässigen“, sagte. Doris Klein.
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© Schwäbische Post 20.01.2011

Die Orgel in der Aalener Johanneskirche ist eine Rarität. Jetzt wird geforscht, wie sie einst geklungen hat.  (Foto: opo)

Die Orgel in der Aalener Johanneskirche ist eine Rarität. Jetzt wird geforscht, wie sie einst geklungen hat. (Foto: opo)

Wie sie wohl einst geklungen hat?
 
Kirchengemeinderat bringt Forschung für die Orgel in der Johanneskirche auf den Weg – 20 000 Euro Spenden
 
Die evangelischen Kirchengemeinderäte haben in ihrer Sitzung am Mittwochabend 20 000 Euro bewilligt. Mit diesem Geld soll erforscht werden, wie die Orgel in der Johanneskirche historisch korrekt zu rekonstruieren wäre.
 
Ulrike Schneider
 
Aalen. Über eine Stunde lang hat am Mittwoch Kirchenmusikdirektor Thomas Haller in der Sitzung des evangelischen Kirchengemeinderats über die Orgel in der Johanneskirche mit Herzblut referiert. Am Ende konnte er das Gremium davon überzeugen, jetzt die Chance zu nutzen und zu erforschen, wie die Allgeyer-Orgel aus dem Jahr 1802 historisch korrekt klingt und welche Metallpfeifen einzubauen sind – sofern die Orgel restauriert wird.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Kleinod wie die Orgel in der Johanneskirche in Vergessenheit gerät“, appellierte Pfarrer Bernhard Richter eingangs. Das historische Musikinstrument müsse als Denkmal einer versunkenen Kultur betrachtet werden. Dem stimmte Kirchenmusikdirektor Haller zu und erläuterte dem Gremium die Hintergründe in einem Power-Point-Vortrag.
„Das ist eine der wenig erhaltenen historischen Orgeln in dieser Bauweise aus der Zeit um 1800. Dieser Orgeltyp ist untergegangen“, stellte Haller fest. Und es gebe – außer dieser – keine weitere erhaltene Allgeyer-Orgel mehr. Zudem habe man mit den manuellen Blasbalgen auf dem Dachboden einen echten Schatz gefunden. „Die Fachwelt zeigte sich überrascht, dass eine solche originale Windanlage überhaupt noch existiert“, betonte der Kantor. Der historische Wert sei enorm. Des Weiteren habe man in der Orgel Pfeifen entdeckt, die aus den Jahren 1650 bis 1670 stammen.
Während also die technischen Änderungen der Orgel klein seien, seien die musikalischen dafür umso größer. Haller spielte damit vor allem auf die Metallpfeifen an, die dem Instrument fehlen, weil sie im Ersten Weltkrieg zu Kanonenfutter eingeschmolzen wurden. Jetzt müsse man herausfinden, welches die Stilmerkmale der Allgeyer-Orgel waren, wie ist der Stil definiert. Das gelte es nun zu erforschen und das Wissen zusammenzutragen. Jetzt haben die Personen das Wissen und die Ressourcen. Auch die Mittel seien vorhanden – dank der Palm-Stiftung und anderer Spender habe man eine Summe von 20 000 Euro zur Verfügung.
Jetzt gehe es in einem ersten Schritt um die Forschung. Dann erst könne man in einem späteren zweiten Schritt die Pfeifen historisch korrekt rekonstruieren. „Ich habe die Vision, wir machen das dann so, wie es einst war mit den Metallpfeifen und den alten Blasebälgen“, sagte Thomas Haller. Dies würde für Aalen ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Orgelbau bedeuten.
Der Kirchengemeinderat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.
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© Aalener Nachrichten 20.01.2011

Spannend: Haller erforscht Orgelgeschichte
 
Der neue Dekan des evangelischen Kirchenbezirks, Ralf Drescher, wird am 1. Mai in der Stadtkirche in sein Amt eingeführt
 
AALEN / l Als eine historische Kostbarkeit von Rang hat sich die 200 Jahre alte Orgel in der Sankt Johann-Kirche entpuppt. Um auch noch ihre letzten Geheimnisse zu entschleiern, hat der evangelische Kirchengemeinderat einen Forschungsauftrag im Wert von 20 000 Euro gebilligt.
 
Er folgte damit einem Antrag von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller, der sich über die alte Orgel auf 40 Seiten bereits sehr ausführlich und profund in dem neuen Buch „Sankt Johann-Kirche Aalen“ geäußert hat. Haller nahm Bezug auf den tadellosen, vielfach noch originalen Erhaltungszustand der Orgel. Er biete die Chance, noch Genaueres über die handwerklichen Praktiken und musikalischen Überlegungen des Orgelbauers Josef Nikolaus Allgeyer herauszufinden. Dies umso mehr als bei einer Reinigungsaktion vor allem die ursprünglichen Blasebälge noch weithin unverändert angetroffen worden seien. Bei dem Forschungsauftrag gehe es nicht zuletzt darum, Anhaltspunkte für eine sensible, am Original orientierte Restaurierung der Orgel zu gewinnen. Diese würde nun allerdings an die 125 000 Euro kosten. „Das müssen wir noch etwas schieben“, meinte Pfarrer Bernhard Richter, der die Sitzung leitete.
 
Haller erinnerte in seinem Vortrag an die einstige Bedeutung der im württembergisch-fränkischen Raum sehr stark vertreten Orgelbauerdynastie Allgeyer, an die stilistischen Denkansätze von Rokoko und Klassizismus, an die Stiftung der Orgel durch den in der Sankt Johann-Kirche verewigten Bürgermeister Christian Friedrich Fürgang, aber auch an die „tragische Beschlagnahmung“ aller Metallpfeifen für Kriegszwecke 1917. Glücklicherweise sei der Orgel im Zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal erspart geblieben, nachdem es 1942 gerade noch gelungen sei, das Instrument unter Denkmalschutz zu stellen.
 
Was stand darüber hinaus auf der Tagesordnung des evangelischen Kirchengemeinderats? Die Amtseinführung des neuen Dekans Ralf Drescher ist für den 1. Mai, 15 Uhr, in der Stadtkirche vorgesehen. Auf der Heide wird der 25. Geburtstag des ökumenischen Nachbarschaftszentrums gefeiert. Laut Pfarrer Uwe Quast sind ein Vortrag, ein Festgottesdienst (29. Mai), ein Gemeindefest und ein 25 Kilometer langer Pilgerweg geplant.
 
Als Missionsprojekt für 2011 billigte der Rat ein Vorhaben der presbyterianischen Kirche in Ghana zur „Medizinische Versorgung der Ärmsten“. Zur Finanzierung des Ferientagheims Leinroden soll ein Verkauf auf dem Wochenmarkt (9. April) und ein Benefizessen im Foyer des Gemeindehauses (10. April) veranstaltet werden. Keine Einwände gab es gegen den von Kirchenpfleger Harald Schweikart erläuterten Rechnungsabschluss 2009. Er weist – „erfreulich“, so Pfarrer Richter – eine zusätzliche Rücklagenzuführung von 18 550 Euro auf. „Gerade noch ausreichend für einige kleine Reparaturen“, kommentierte Schweikart.
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© Schwäbische Post 20.01.2011

Wer packt mit an?
 
Ökumenische Ellwanger Vesperkirche vom 14. bis 20. März
 
Vom 14. bis 20 . März laden die Katholische Gesamtkirchengemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Ellwangen zur 5. Ökumenischen Ellwanger Vesperkirche ein. Derzeit werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht, die bei der Vesperkirche mit anpacken.
 
Ellwangen. Die 5. Ellwanger Vesperkirche soll in der Woche nach Aschermittwoch, vom 14. bis 20. März, stattfinden.
Täglich, von Montag bis Sonntag, wird dann wieder in der Zeit von 11.30 bis 14 Uhr ein Mittagstisch im Philipp-Jeningen-Heim angeboten. Unter dem biblischen Leitwort „Du deckst mir den Tisch – Mir fehlt nichts“ soll christliche Gemeinschaft erfahrbar werden.
„Wir denken bei der Vesperkirche besonders an die Menschen mit schmalem Budget in unserer Stadt, genauso aber auch an die, die sich danach sehnen, in gastlicher Gemeinschaft zu essen,“ fasst Pfarrer Anton Esswein das Anliegen der Vesperkirche zusammen.
Zu den Mahlzeiten gehören ein gemeinsames Tischgebet und ein biblischer Impuls. Jugendliche und Erwachsene gestalten die Vesperkirche indem sie die Gäste begrüßen und sie bei Tisch bedienen.
Am Dienstag, 1. Februar findet um 19 Uhr im Saal des Philipp-Jeningen-Heims der Vorbereitungsabend für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Vesperkirche statt. Zu diesem Termin sind alle Menschen willkommen, die die Arbeit der Ellwanger Vesperkirche unterstützen wollen.
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© Aalener Nachrichten 19.01.2011

Weltklasse-Musikerspielen in der Stadtkirche

Weltklasse-Musikerspielen in der Stadtkirche

Weltklasse-Musiker spielen in der Stadtkirche
 
Das Blechbläser-Ensemble „Harmonic Brass“ ist zurück
 
Ellwangen / pm Im Jahr 1991 hat Jürgen Gröblehner in München mit vier weiteren musikalischen Enthusiasten das Blechbläserquintett „Harmonic Brass“ gegründet. Die Musiker kommen am Sonntag, 23. Januar, nach Ellwangen. Ab 17 Uhr spielt das Ensemble in der evangelischen Stadtkirche.
 
Zahlreiche Auftritte in Kirchen und Festsälen, im In- wie im Ausland, live und im Fernsehen machten „Harmonic Brass“ bekannt. Mit seinen CD-Produktionen erlangte das Quintett Weltruhm. Im Herbst 2009 ist Jürgen Gröblehner nach einer Pause in die Welt der Blechbläsermusik zurückgekehrt. Erneut gelingt es ihm, sich in die Herzen einer großen Hörerschaft hinein zu spielen. Beim Zusammentreffen mit Classic Brass erweist sich die Wahrheit des Mottos dieser Musik-Reisenden, einem abgewandelten Satz aus dem Klassiker „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry: „Man hört nur mit dem Herzen gut“.
 
Jürgen Gröblehner hat auch nach dem Wechsel der Besetzung bei Horn, Posaune und Tuba die sehr erfolgreiche Zusammenstellung der Werke im Ablauf kaum geändert.
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© Schwäbische Post 17.01.2011

Das Duo Jabadao, bestehend aus Monika und Dieter Hartmann, erfreute mit seiner Musik.  (Foto: ne)

Das Duo Jabadao, bestehend aus Monika und Dieter Hartmann, erfreute mit seiner Musik. (Foto: ne)

Ein bunter Strauß religiöser Folklore

 
Benefizkonzert mit dem Duo Jabadao in der Essinger Quirinuskirche findet zahlreiche Zuschauer
 
Eine bunte Mischung internationaler Folklore, die im religiösen zuhause ist, wurde von dem Duo Jabadao in der Essinger Quirinuskirche vor zahlreichen Zuschauern vorgetragen. Die Interpreten verliehen den Stücken dabei einen eigenen, individuellen Charme.
 
Nele Kasper
 
Essingen. Das Duo Jabadao, bestehend aus Monika und Dieter Hartmann, erfreute in der Essinger Quirinuskirche mit seiner religiösen Folklore. Mit Gitarre, Banjo, Geige und Flöte trugen sie Liedgut aus verschiedenen Ländern vor, sangen den Text zweistimmig, und luden zum Mitsingen ein.
Alles hat seine Zeit, und darum ging es in „Turn, turn, turn“, dem ersten angestimmten Lied. Das Paar hatte sich vor dem Altar auf Stühlen platziert, die Instrumente zu beiden Seiten neben sich. Etwa 200 Besucher waren in die evangelische Kirche gekommen, viele Essinger, aber auch die Fangemeinde, die vor dem Konzert noch persönlich von den Akteuren begrüßt wurde.
Das Team der evangelischen Erwachsenenbildung hatte zu dem Benefizkonzert zugunsten der Kirchenrenovierung eingeladen. Zwischen den Stücken erklärte Dieter Hartmann den Inhalt und übersetzte den Text. Ausgesuchte Stellen aus der Bibel dazu rundeten die Darbietungen ab. „Gottesdienst soll Spaß machen“, sagte er, und forderte die Zuhörer immer wieder zum Mitmachen auf.
Das Publikum, zunächst etwas zaghaft, klatschte und sang, nach weiterer Ermunterung vielstimmig mit. Zu spanischen Rhythmen und lateinischem Text, stimmten die beiden „Gaudete Christus est natus“ an, ein Lied das seinen Ursprung im Mittelalter hat. Bekannte Stücke wie „Kum Ba Yah, my Lord“ oder „Halleluja“ gab es zu hören.
„Alle denken dran und keiner will rein – das Paradies“, moderierte Dieter Hartmann das Lied „Ar Baradoz“ an. Und genau davon handelte der keltische Grabgesang. Zum Verständnis gab es auch eine Strophe auf Deutsch.
Mit Gitarre und Flöte stimmte Jabadao dann das provenzalische Weihnachtslied „Noel nouvelt“ an. Es gab ein israelisches Stück, ein Mantra aus Indien für den Schutz durch die Kraft der Liebe, Lieder aus Tansania oder aus dem Süden der USA, die gemeinsam für ein buntes Programm sorgten.
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© Schwäbische Post 16.01.2011

Liebhaber des Lebens
 
Ulmer Prälatin Wulz predigt in der Magdalenenkirche
 
Karin Burgenmeister
 
Die Evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen wurde im Rahmen eines feierlichen Gottesdienst mit dem Umweltzertifikat „Grüner Gockel“ ausgezeichnet. Zum zweiten Mal konnte sie die Zertifizierungsurkunde aus den Händen der Ulmer Prälatin Gabriele Wulz entgegennehmen.
 
Aalen-Wasseralfingen. Nicht nur zahlreiche Gläubige konnte Pfarrer Jochen Stolch in der sonnendurchfluteten Magdalenenkirche begrüßen. In der Kirchenbank Platz genommen hatten auch Prälatin Gabriele Wulz, Erhard Zettler als Vertreter der IHK Ostwürttemberg und das Umweltteam der Kirchengemeinde. Nach den von Pfarrer Stolch zelebrierten Eingangsgebeten bestieg die Prälatin die Kanzel.
„Gott der Liebhaber allen Lebens, das soll das Vorzeichen sein unter dem dieser Gottesdienst steht“. Nach diesen Anfangsworten der Prälatin erfüllte eine erwartungsvolle Stille den Kirchenraum. Die ganze Schöpfung, davon singt die Weisheit Salomons, sei von der Liebe Gottes durchzogen und würde davor bewahrt werden in das Chaos des Uranfangs zurückzustürzen, so Wulz.
Sie appellierte in ihrer Predigt an die Verantwortung des Menschen gegenüber der Schöpfung und den nachfolgenden Generationen. Der Mensch sei von Gott als sein Statthalter eingesetzt und habe den klar definierten Auftrag bekommen, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Sie rief der Gemeinde in Erinnerung , dass Gott den Menschen mit Verstand, Liebe, Mitgefühl und Barmherzigkeit ausgestattet habe. Auch wenn die Natur ihr tödliches Gesicht zeige, gelte es, diese nicht aufzugeben. Mit ihrem umweltbewussten Handeln habe die Kirchengemeinde den richtigen Weg eingeschlagen und den „Grünen Gockel“ zu Recht verdient, so die Prälatin.
Feierlich umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Aalen und der Organistin Sabine Ott-Seeling.
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© Schwäbische Post 14.01.2011

Armut als Herausforderung zum Handeln

 
Frauenfrühstück im Gemeindezentrum der Martinskirche – Altdekan Erich Haller über Vertrauensaufbau für Bedürftige
 
Welche Hilfen brauchen arme Menschen? Mit mehr Geld zuzuschießen sei es nicht getan, betonte Altdekan Erich Haller. Er sensibilisierte am Freitag 20 Frauen zwischen Kaffeetasse und Frühstückstisch im Gemeindezentrum der Martinskirche für diese Problematik und die Aufgabe der Kirchen.
 
Sandra Fischer
 
Aalen. Vielen nackten Zahlen folgte die Ernüchterung: „Der geringe Hartz-IV-Regelsatz soll für das alles reichen?“, entfährt es einer Besucherin beim Betrachten eines Infofaltblatts. Doch nicht nur Hartz-IV-Beziehern fehle es an Geld. Laut Statistischem Bundesamt gelten 15,5 Prozent der deutschen Bevölkerung als armutsgefährdet, verlas Haller. Dabei gelte als armutsgefährdet, wer monatlich weniger als 929 Euro netto zur Verfügung habe. Diese ungünstige Entwicklung der letzten Jahre, dem immer größeren Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich, sei einem komplizierten Steuersystem und einer „Klientel-Politik“ zuzuschreiben, meinte Haller. Er hatte sich in den letzten anderthalb Jahren intensiv als Vorsitzender des Sonderausschusses einer Arbeitsgruppe der Landessynode diesem Thema gestellt.
Die Landessynode hatte einen Schwerpunkttag im Juli zum Thema „Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze“ benannt und aktuelle „Herausforderungen zum Handeln“ formuliert. Fünf oder zehn Euro pro Monat mehr würden nicht viel bewirken, es gehe um die Teilhabe an der Gemeinschaft, am „normalen Leben“ sagte er. Kinder seien die am meisten Betroffenen, wenn es an Geld für den Sportverein, den Musikunterricht oder Ausflüge fehle. Und hier heiße es aufgepasst, denn „Armut vererbt sich“, zitierte er eine Statistik. Formen der Finanzierung solcher Teilhabe müssten gefunden werden. Die Kirche tue schon vieles, wusste Haller und nannte die Vesperkirche und den Kocherladen als herausragende Beispiele neben vielen kirchlichen Beratungsstellen. Vielen armutsgefährdeten Menschen fehle es an der Alltagsorganisation. Wie ein jeder mit dem Geld umzugehen pflege, sei eine Sache der Mentalität. „Nur fällt es bei den Reichen nicht so sehr auf, wenn sie es nicht können, denn sie haben ja genug“, sagte er. Als große Hürde habe Haller die Bürokratie zum Erhalt von Sozialleistungen kennengelernt, als er selbst einen jungen Mann unterstützte. Erschwerend komme hinzu, dass arme Menschen oft versuchten, ihre Armut zu verbergen. „Und ist die Scham überwunden, sollten sie sich nicht durch die Hilfe anderer stigmatisiert fühlen“, betonte er.
Nun sei es wichtig, innerhalb der Gemeinde eine Gruppe zu finden, die das Vertrauen gegenüber Betroffenen aufbaue. Fit in den Grundzügen des Sozialrechts und in bürokratischen Abläufen, könnten die Helfenden dieses Wissen in Familien transportieren. „Vertrauensbildend“ nannte er dies und einen sensiblen, offenen Umgang ohne Scheu nötig. Auf beiden Seiten der Scheren bräuchte es ein „Umdenken“ und einen „Begegnungsprozess“. „Denn wir können uns auf Dauer eine Finanzierung der Armut nicht mehr leisten.“
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© Schwäbische Post 14.01.2011

Traut Euch
 
Erstmals bei der Hochzeitsmesse am Sonntag, 16. Januar, in der Aalener Stadthalle: ein Stand der evangelischen Kirche. Unter dem Motto „Traut euch“ wird die Aalener Kirchengemeinde alle an einer Hochzeit Interessierten zu einer kirchlichen Trauung ermutigen. Was es zu beachten gilt, wie Lieder und Trautext ausgesucht werden, und vieles mehr ist am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr am Stand der evangelischen Kirche auf der Hochzeitsmesse zu erfahren.
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© Schwäbische Post 14.01.2011

WORT ZUM SONNTAG
 
Martin Schuster, Pfarrer in Ellwangen
 
295 Meter lang ist der Weg über den farbigen Marmorboden in der Kathedrale von Chartres, wenn man dem Weg des Labyrinths folgt. Dieses Labyrinth dient nicht dazu, den Wanderer in die Irre zu führen. Es will im Gegenteil dazu anleiten, den eigenen Weg des Lebens und des Glaubens anzunehmen. Es stellt nicht vor die Herausforderung der Entscheidung: Welchen Weg schlage ich ein? Der Weg des Labyrinths führt zur Mitte, er mutet dem Wanderer aber zu, sich führen zu lassen, auch wenn das Ziel aus dem Blick gerät.
Stellen Sie sich einmal vor, den Weg tatsächlich zu gehen. Zu Beginn kommt man dem Ziel schnell näher. Dann führt der Weg zur Seite, eine Kehre und fast hat man das Ziel erreicht. Dem Weg folgend, vor, zurück, in Viertelkreisen bewegen wir uns um das Ziel herum, unendlich scheint die Zahl der Kehren – hat es überhaupt einen Sinn weiterzugehen? Schließlich der Moment erschreckender Erkenntnis: Ich stehe fast wieder am Ausgangspunkt, weit bin ich gegangen, aber bin ich vorwärts gekommen? Doch der Weg öffnet sich zur Mitte und wird zum Ziel. So kann das Labyrinth von Chartres zu einem Spiegel unserer Lebens- und Glaubenserfahrungen werden. Es mutet uns zu, darauf zu vertauen dass Gott unsere Wege zum Ziel führt. Lesen Sie doch einmal die Geschichten von Abraham, Mose, Ruth oder Jona als solche Labyrinthgeschichten. Als Geschichten von Wegen und Umwegen und Abwegen, auf denen doch immer wieder die Treue Gottes, seine Gnade und Barmherzigkeit erfahrbar sind. Lassen Sie sich leiten auf Ihren Wegen!
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© Schwäbische Post 14.01.2011

Die Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau haben begonnen. Die Aalener Delegation besichtigt mit Dekan Paul K. Dekyem (links) die Baustelle.

Die Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau haben begonnen. Die Aalener Delegation besichtigt mit Dekan Paul K. Dekyem (links) die Baustelle.

Geld für größeres Dekanat
 
Aalener Kirchenbezirk sammelt Spenden für Ghana – Dort fehlen Räume
 
Im evangelischen Kirchenbezirk Aalen läuft derzeit eine große Spendenaktion für den Partnerbezirk Akyem Abuakwa in Ghana. Unterstützt wird mit dem Geld dieErweiterung des Missionshauses in der ghanaischen Partnergemeinde.
 
Aalen. Nachdem eine Aalener Delegation im Sommer in Kyebi war, hat der Partnerschaftsausschuss beschlossen, die Partnerinnen und Partner in Ghana bei deren Baumaßnahmen am Missionshaus in Kyebi, dem Hauptort der Partner-Presbytery zu unterstützen. Das alte Haus aus den Gründerjahren der Basler Mission (ca. 1880), welches heute das Dekanatamt samt Büros und kleinem Versammlungsraum, Gästezimmern und Privaträumen des Dekans fasst, ist marode und zu klein. Die Wasserversorgung ist schlecht, Schulungsräume sind keine vorhanden, obwohl sie beispielsweise für die Katechistenausbildung dringend benötigt werden.
Ein Grundstück direkt hinter dem Haus konnte erworben werden und der Grundstein für den Erweiterungsbau ist bereits gelegt. Die Delegation hat Baupläne und Finanzierung eingesehen – die Kosten belaufen sich auf zirka 80 000 Euro – und ruft nun zu einem Zeichen der Solidarität auf.
Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch, Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses in Aalen, referierte bereits auf der Bezirkssynode Ende November über das Projekt. Sie rief dazu auf, auch an die „fernen Nächsten“ zu denken. Sie wies darauf hin, dass zwischen Akyem Abuakwa und dem Bezirk Aalen seit fast 15 Jahren eine lebendige Partnerschaft gewachsen sei, bei der man sich auch gegenseitig unterstützen sollte. Kaum ein anderes Projekt könne man in der Durchführung so transparent und direkt verfolgen wie dasjenige in Kyebi.
Bis zu 20 Prozent der Baukosten wolle der Kirchenbezirk versuchen aufzubringen. Das Geld sei absolut sinnvoll angelegt, da kirchliche Arbeit in Ghana wachse und diese Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen dringend notwenig seien. „Wenn kirchliche Arbeit in Ghana wachse, ist das auch für uns in Aalen ein Segen, sagt Heike Ehmer-Stolch.
Im Mai 2011 erwartet der Bezirk den Dekan aus Kyebi mit weiteren Mitarbeitern, sie werden auch über den aktuellen Stand des Bauprojekts berichten.
 
Spenden kann man direkt an: Kirchenbezirkskasse, Konto 110 004 790, BLZ 614 500 50 bei der KSK Ostalb, Stichwort: Baumaßnahmen Missionshaus Kyebi/Ghana. Überweisungsträger liegen in der kirchlichen Verwaltungsstelle, Wilhelm-Merz-Str. 13, im EG, im evangelischen Dekanatamt, Dekanstr. 4, oder in evangelischen Pfarrämtern und Kirchen aus.
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© Schwäbische Post 13.01.2011

Debatte um kirchliche Kindergärten
 
Die Grünen stellen Zuschüsse für den Umbau des Kindergartens St. Vinzenz in Frage, was auf Widerstand im Rat stößt
 
Eigentlich ging es nur um 7800 Euro, mit dem die Stadt einen Architektenwettbewerb für das neu zu bauende Kinderhaus St. Vinzenz unterstützen will. Aber die Grünen zettelten eine Grundsatzdebatte an, ob die Stadt Zuschüsse für kirchliche Kindergärten zahlen soll.
 
Rafael Binkowski
 
Aalen. Wie schon berichtet, sollen die zwei Kindergartengruppen in St. Vinzenz an der Stuttgarter Straße um zwei Krippengruppen erweitert werden, und zwar als Ganztagesbetreuung. Das ist ein Teil der Lösung, die in Aalen vor einigen Jahren als „Kinderhaus“ diskutiert und dann doch wieder verworfen wurde. Jedenfalls soll nun der 90 Jahre alte Mittelbau des katholischen Kindergartens abgerissen werden, um Platz für neue Räume zu schaffen, in denen Material untergebracht wird oder die dem Personal dienen.
Schon im Dezember hat der Gemeinderat grünes Licht für das 1,3-Millionen-Euro-Projekt gegeben, an dem die Stadt einen Anteil von voraussichtlich 700 000 Euro stellen wird. Sozialbürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher (SPD) verhandelt derzeit noch mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart über den genauen Finanzierungsanteil der Stadt, der aber wohl von bislang 65 auf 73 Prozent steigen wird.
Der Streit entzündete sich im Finanzausschuss an dem Architektenwettbewerb, der beschränkt auf drei Aalener Büros ausgeschrieben werden soll. Dieser Wettbewerb wird vom Ellwanger Büro „Act“ umgesetzt, die Stadt gibt dafür einen Zuschuss von 7800 Euro.
Dies rief die Grünen auf den Plan. „Wie ist das, wenn andere Träger von Kindergärten einen Wettbewerb ausrufen?“, fragte die Grünen-Stadträtin Karin Boldyreff-Duncker. Etwa bei der Waldorfschule seien die Kosten für den Architekturwettbewerb nicht geltend gemacht worden. Auch Dr. Friedrich Klein (FDP/FW) meldete nun Bedenken gegen das Projekt an: „Wäre ein kompletter Neubau nicht sehr viel günstiger?“ Zudem stellte er die Frage, ob die Stadt unbegrenzt die Kosten für einen Neubau finanzieren solle.
Während SPD-Fraktionsvize Ute Hommel und der CDU-Fraktionschef Dr. Karl Franke dem Zuschuss grundsätzlich zustimmten, forderte Hommel allerdings mehr Details der Planung.
Angesichts der Kritik von Grünen und FDP platzte Uschi Barth der Kragen: „Die Debatte geht in eine völlig falsche Richtung.“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Kirchengemeinde wolle hier abkassieren. Die Stadt sei vor Jahrzehnten vor der Entscheidung gestanden, eigene Kindergärten zu bauen oder diese der evangelischen und katholischen Kirche zu übertragen. Man habe bisher immer auch die Architektenwettbewerbe mitfinanziert. Die Kirchen seien nur verpflichtet, für ihre Mitglieder Kindergärten zu betreiben.
Und Wolf-Dietrich Fehrenbacher verwies darauf: „Den gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergarten- und jetzt auch Krippenplatz haben die Eltern gegenüber der Stadt.“ Man stehe nur vor der Wahl, die Kindergärten kommunal zu betreiben und 100 Prozent zu bezahlen, oder kirchlich und nur 73 Prozent zu tragen.
Auch SPD-Fraktionschef Albrecht Schmid erklärte: „Die Stadt fährt damit finanziell gut.“ Man könne froh sein, dass es nicht so laufe wie in Heidenheim, wo die evangelische Kirchengemeinde alle Kindergärten zurück an die Stadt gegeben habe. Die Diskussion endete genau so schnell, wie sie begonnen hatte. Alle Fraktionen stimmten dem Zuschuss doch zu.
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© Schwäbische Post 13.01.2011

Die Versöhnungskirche ist für Gottfried Grimme ein zweites Zuhause geworden.  (Foto: ls)

Die Versöhnungskirche ist für Gottfried Grimme ein zweites Zuhause geworden. (Foto: ls)

Vom Fast-Absturz zur Zufriedenheit
 
Oberkochener Mesner Gottfried Grimme: über die Suchthilfe zum erfüllten Christsein
 
„Meine Geschichte ist authentisch und in keiner Weise übertragbar. Weil ich dankbar dafür bin, dass sich einige Mosaiksteine als Hilfen für mein Leben vernetzt haben, spreche ich offen darüber“, betonte Gottfried Grimme (65) im Gespräch mit der Schwäbischen Post.
 
Lothar Schell
 
Oberkochen. Gottfried Grimme ist ein Mann mit vielen Facetten. Gerne geht er unter die Leute. Ein lieb gewonnenes Gesicht in der evangelischen Kirchengemeinde, wo er seit acht Jahren als Mesner in der Versöhnungskirche tätig ist. Es gab andere Zeiten, lange Jahre der Verzweiflung und jener Momente, als er kurz vor dem Absturz stand. Schon in der Jugendzeit hatte Gerhard Grimme mit dem Trinken begonnen, die Droge Alkohol setzte ihm und der Familie zu. Dann der Entzug und die Erkenntnis: „Es muss für mich im Leben doch mehr geben.“ Herzinfarkt und Schlaganfall lagen hinter ihm und zu allem Unglück verlor er seinen Arbeitsplatz. „Die ganze Familie hat mich unterstützt, allen voran meine Frau Elli, mit der ich nun seit 43 Jahren verheiratet bin“, schaut er dankbar zurück. Im Rahmen der Nachsorge schloss er sich in seinem damaligen Wohnort in Bopfingen dem unter dem Dach der Diakonie stehenden Freundeskreis Suchthilfe an. Dort machte er eine Ausbildung als Gruppenbegleiter. Bis heute ist er dort sehr engagiert in der Suchtkrankenhilfe tätig. „Auch wenn ich längst trocken bin und ein selbstbewusstes Leben führe, weiß ich, dass der persönliche Kampf gegen die Droge immer weiter geht“, betont er und er setzt hinzu: „Wenn ein Suchtkranker glaubt, dass die Sucht kein Thema mehr für ihn ist, dann kann das Thema schon wieder hautnah da sein.“
„Ich habe meine Lebenssituation offen gelegt“, umschreibt Gottfried Grimme jenes Netzwerk von Mosaiksteinen, die ihm neben seinem Einsatz in der Selbsthilfegruppe zu einem geordneten Leben verholfen haben. Mit 58 Jahren stand er vor der schwierigen Frage, wie es beruflich weiter gehen soll. Von seinem Schwager erfuhr er, dass die evangelische Kirchengemeinde Oberkochen einen Mesner sucht und seine Schwägerin hatte ihn ermuntert, seine Stärken, mit Menschen gut kommunizieren zu können, doch zu nützen. Schonungslos erzählte er Pfarrer Albrecht Nuding und dem Kirchengemeinderat seine Lebensgeschichte. „Durch die Therapie und den Einsatz in der Suchthilfe war ich viel selbstbewusster geworden“, erinnert sich Grimme, dem die Kirchengemeinde grünes Licht gab für eine 60 Prozent-Stelle. Durch den Einsatz von Bürgermeister Peter Traub bei der Kreisbaugenossenschaft Aalen komplettierte sich das berufliche Glück in Form einer Hausmeisterstelle.
 
Gelebtes Christsein
Der dritte Mosaikstein war der nie abreißende Einsatz in der Suchthilfe, wo er sich weiter ausbilden ließ.
In der Arbeit als Mesner, die er nach seinem offiziellen Ruhestand heute noch täglich für einige Stunden verrichtet (Grimme: „Vor allem die Pflege des evangelischen Friedhofs liegt mir am Herzen“), habe er Erfüllung gefunden und entdeckt, „dass es im Leben Gott als zentrale Mitte gibt.“ Seine Arbeit in der Kirche sieht er als Berufung, das Dienen für die Gemeinde sei für ihn Synonym für den Dienst am Schöpfer. „Einfach den Leuten zuhören, Nächstenliebe üben, mal zu schweigen oder einen Rat aus dem eigenen Leben heraus zu geben, das ist für mich Christsein“, sagt er. Nach seiner Therapie hatte Gottfried Grimme auch einen Bibelkreis besucht. „Die Leute haben für mich gebetet, dass ich eine Wohnung bekomme und ich habe so was wie eine Gebetserhörung gefunden“, sagt er. Seine Lebensgeschichte sei nie und nimmer übertragbar, sie sei einfach authentisch, setzt er hinzu und er sei glücklich, innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit gefunden zu haben.
Und hinsichtlich seiner Arbeit im Bopfinger Freundeskreis Suchthilfe bekennt Grimme offen: Das ist meine Geschichte, ohne mich profilieren zu wollen. Wenn ich einem von hundert helfen kann, von der Krankheit wegzukommen, dann ist das ein Segen.“
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© Schwäbische Post 12.01.2011

Schluckt Aalen Heidenheim?
 
Evangelische Landeskirche muss zehn Millionen Euro sparen – Diskussion um Verwaltungsstelle in Heidenheim
 
Die evangelische Landeskirche muss sparen – zehn Millionen Euro. Daher stehen jetzt kirchliche Verwaltungsstellen und kleinere Dekanate im Visier eines entsprechenden Arbeitskreises. Der hat angedacht, dass die Verwaltungsstelle Heidenheim künftig Aalen zugeschlagen werden könnte.
 
Ulrike Schneider
 
Aalen/Heidenheim. Die Landeskirche plagen Finanzsorgen. Die Kirchensteuereinnahmen sind durch Austritte und Wirtschaftsflaute weiter abgesackt. Deshalb muss die evangelische Landeskirche Württemberg beim Personal sparen. Darauf hat sich die Landessynode bei ihrer Herbsttagung im November vergangenen Jahres in Schwäbisch Gmünd verständigt. In diesem Jahr sollen zunächst Einsparungen von rund 3,6 Millionen Euro realisiert werden. Bis zum Jahr 2019, so hat das Kirchenparlament angepeilt, soll eine Kürzungssumme von jährlich etwa zehn Millionen Euro umgesetzt sein.
Sparmaßnahmen bei der Landeskirche Württemberg sind nichts Neues. Bereits über die beiden Pfarrpläne I und II hat der Oberkirchenrat für weniger Ausgaben gesorgt, indem Kirchengemeinden – wie etwa in Schweindorf – zusammengelegt wurden.
Jetzt stehen die Verwaltungsstrukturen auf der Sparliste. Eine Art Flurbereinigung ist angesagt. Bei der werden Verwaltungsstellen und Kirchenbezirke in neue Grenzen gegossen. „Unser Ziel ist es, die Kirchenbezirke zu reduzieren – und damit auch das Personal“, erklärt Kirchenverwaltungsrat Theophil Burger auf Anfrage dieser Zeitung.
Dabei denke er weniger an Aalen. Hier umfasse der Kirchenbezirk und damit das Dekanat die Kirchengemeinden von Essingen bis Riesbürg und von Oberkochen bis Wört und Rosenberg. Hier könne und wolle man nicht ansetzen. Auch die landeskirchliche Verwaltungsstelle, die in Aalen zentralisiert ihre Aufgaben erledige, sei in dieser Form in Ordnung. Zumal der Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd von Aalen aus mitverwaltet werde.
Indes sei die Region Heidenheim durch mehrere Kirchenpflegen, etwa in Heidenheim, Giengen und Schnaitheim, gekennzeichnet. Hier müsse etwas geschehen. Dabei denkt der Verwaltungsrat der württembergischen Landeskirche daran, dass die Verwaltung im Kirchenbezirk Heidenheim neu strukturiert werden müsste. Es gibt, laut Burger, zwei Ansätze, mit denen sich eine Arbeitsgruppe innerhalb der Landessynode derzeit befasse. Ein Modell sieht vor, dass die Verwaltungsstelle Heidenheim nach Aalen verlagert wird.
 
Alternative: Dienstleistungszentrum
„Hier existieren bereits Strukturen, mit denen sich ein eindeutiger Synergieeffekt erzeugen lässt“, stellt Burger klar. Denkbar bei diesem Modell sei auch, dass nur Teilbereiche nach Aalen verlagert werden; etwa das Haushalts- und Kammerwesen, der Immobilienbereich mit Pfarr-, Gemeindehäusern und Kirchen oder die Personalmeldestelle. Dann erhalte man in Aalen größere Verwaltungseinheiten im jeweiligen Spektrum. Dies setzt jedoch voraus, dass die evangelischen Kirchenvertreter im Kreis Heidenheim dem Vorschlag mehrheitlich zustimmen. „Ohne Mehrheit müssen wir nach einer Alternative suchen“, sagt Theophil Burger.
Die sieht der Kirchenverwaltungsrat in einem Dienstleistungszentrum in Heidenheim. „Da würden wir dann die Kapazitäten, die bislang in Schnaithaim, Giengen und Heidenheim vorgehalten werden, zusammenziehen“, erläutert Burger. Doch auch hier müssen Mehrheiten gefunden werden, zumal Giengen und Schnaitheim derzeit noch dezentrale Strukturen bevorzugen.
Es bleibt offen, wie die Lösung am Ende aussehen wird. Eins steht allerdings fest. „An den Dekanatsgrenzen wird weder in Aalen noch in Heidenheim gerüttelt“, betont Burger. Denn die stehen beispielsweise eher im Hohenlohischen zur Disposition. Da müsse man sehen, welche Dekanate zusammengelegt werden könnten. Ob Gaildorf oder Künzelsau als kleinere Kirchenbezirke zu jenen zählen, die fusionieren könnten, dazu wollte sichBurger nicht äußern. Doch Ziel müsse sein, die Finanzen zu konsolidieren, wie von der Landessynode vorgegeben.
Das Kirchenparlament lässt aber keinen Spielraum für die Kirchenbezirke selbst. „Wir sind nicht einbezogen in das Verfahren um die Verwaltungsstellen der Landeskirche. Das ist außerhalb unserer Entscheidungsbefugnis“, betont Heinz Schmidt. Zudem weist der Vorsitzende des Aalener Kirchenbezirks darauf hin, dass das Dekanat Aalen mit Dischingen bereits eine Kirchengemeinde an Heidenheim abgegeben habe.
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© Aalener Nachrichten 12.01.2011

Die 15. Wasseralfinger Vesperkirche beginnt am 6. Februar. Sie kann nur wegen vieler ehrenamtlicher Helfer stattfinden. Diese sind zu einem Vorbereitungstreffen zusammengekommen.

Die 15. Wasseralfinger Vesperkirche beginnt am 6. Februar. Sie kann nur wegen vieler ehrenamtlicher Helfer stattfinden. Diese sind zu einem Vorbereitungstreffen zusammengekommen.

Vesperkirche: Jeder Mensch ist eine wichtige Zutat
 
„Einfach himmlisch gut“ ist das Motto der Aktion der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen
 
Von Markus Lehmann
 
Aalen-Wasseralfingen (lem) - Es sind ganz neue Gesichter dabei und auch diejenigen, die sich schon bei der ersten Wasseralfinger Vesperkirche engagiert haben: Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und jeden Alters, vom Schüler bis zur Rentnerin. Das Vorbereitungstreffen zeigt, wie bunt die 15. Wasseralfinger Vesperkirche wieder sein wird.
 
Vier Wochen lang täglich eine warme Mahlzeit in der Gemeinschaft, sich begegnen, miteinander sprechen im Haus von Jesus Christus, in dem die Sakristei zum Kuchenlager und die Kirchenbank zur Tafel wird. Auch das wird wieder der Geist der Vesperkirche der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen sein, eine der ältesten im Land und Vorbild für die mittlerweile 25 anderen Vesperkirchen in Baden-Württemberg.
 
Seit Anbeginn gleich geblieben ist insgeheim das Motto „Die Mischung macht’s“. So jedenfalls grüßt Pfarrerin Ursula Richter die gut 50 ehrenamtlichen Helfer im evangelischen Gemeindehaus. Weil sie aus einer Bäckerfamilie stammt, vergleicht sie jeden der Engagierten mit einer Backzutat: „Aus verschiedenen Zutaten wird etwas ganz Tolles.“ Das offizielle Motto der 15. Vesperkirche heißt aber „Einfach himmlisch gut“.
 
Pfarrer Bernhard Richter wurde schon vor einiger Zeit von Menschen in der Aalener Innenstadt angesprochen, wann es wieder los gehe, berichtet er. Die Vesperkirche sei ein ganz wichtiges Ereignis, das außer warmem Essen ein Stück Wärme und Menschlichkeit vermittle. Und sie sei notwendiger denn je. Immer mehr Menschen träfen die gestiegenen Lebenshaltungskosten, immer mehr fühlten sich in ihrer Armut ausgegrenzt. Und immer häufiger erlebe man, dass Kinder nach der Schule vor verschlossenen Türen stünden, nichts zum Essen bekommen oder sich ein Essen in der Schulmensa schlicht nicht leisten können. Kinder zahlen deshalb nur 50 Cent pro Mittagessen.
 
Welch planerischer Aufwand hinter jeder Vesperkirche steckt, zeigt die organisatorische Einführung von Gudrun Fetzer, dabei seit der ersten Vesperkirche: Wer übernimmt die Arbeit beim Ein- und Ausräumen der Geschirrspülmaschine, wer macht mit beim Kleiderbasar (vom 10. bis 23. Februar), wer putzt die Kirche nach dem gemeinsamen Essen, wer ist für die Kuchenspenden zuständig? In Listen haben sich bereits die eingetragen, die für die Küchenarbeit und die Kinderbetreuung zuständig sind. Etwa 130 Helfer sind dabei – darunter auch Schüler und Schülerinnen von Realschule und Gymnasium sowie die Konfirmanten.
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© Aalener Nachrichten 12.01.2011

Uschi Barth stellt klar: Die Kirchen kassieren nicht ab
 
Über die städtische Zuschusspraxis bei Investitionen in kirchliche Kindergärten entzündet sich lebhafte Debatte
 
AALEN / ug Die katholische Kirchengemeinde plant, den Kindergarten Sankt Vinzenz um zwei Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren zu erweitern. Das heißt, es müssen Ruhe- und Schlafräume, Funktionsräume fürs Personal und für Elterngespräche gebaut und der Sanitärbereich vergrößert werden. Nach jetzigem Stand ist geplant, den mittleren, 90 Jahre alten Gebäudeteil abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die zwei Gebäudeflügel seien hingegen in den 90er Jahren saniert worden und könnten damit stehen bleiben, erläuterte Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher am Mittwoch die Pläne der Kirchengemeinde dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats. Insgesamt wird das Vorhaben deutlich über eine Million Euro kosten. Der gesetzlich geforderte Anteil der Stadt liegt damit entsprechend der tatsächlichen Baukosten bei bis zu 770 000 Euro. Bisher muss die Kommune 65 Prozent finanzieren, künftig könnten es sogar 73 Prozent sein, sagte Fehrenbacher.
 
Da dieses Bauvorhaben nicht einfach zu realisieren ist, hat sich die Kirchengemeinde für einen beschränkten Architektenwettbewerb mit drei Aalener Büros entschieden. An diesem Wettbewerb beteiligt sich die Stadt mit einem 65-prozentigen Zuschuss in Höhe von 7800 Euro.
 
An diesem Zuschuss entzündete sich im Ausschuss eine lebhafte Debatte. Auslöser war eine Bemerkung von Karin Boldyreff-Duncker. „Ich glaube, dass sonst nirgends Architektenkosten abgerechnet werden“, sagte die Grüne. Bedenken äußerte Dr. Friedrich Klein. Er stellte die Frage nach der Verhältnismäßigkeit angesichts des Alters der Gebäude und schlug daher vor, über einen kompletten Neubau nachzudenken. Ein Fragezeichen hinter die Zuschusspraxis stellten zudem die Grünen Jutta Hendrischke und Dr. Thomas Battran. Damit provozierten sie eine heftige Reaktion Uschi Barths. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Kirchen würden die Stadt abkassieren“, wies die CDU-Stadträtin ihre Gemeinderatskollegen zurecht. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirchengemeinden würden weit mehr im Bereich Kinderbetreuung leisten als sie müssten. Und die Stadt habe die Architektenkosten immer mitfinanziert. Dem pflichtete SPD-Fraktionschef Albrecht Schmid bei und verwies auf Heidenheim. Dort habe die evangelische Kirchengemeinde ihre Kindergärten an die Stadt zurückgegeben.
 
Bei einigen Enthaltungen empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, den Architektenwettbewerb finanziell zu unterstützen. Über den städtischen Gesamtzuschuss wird erst entschieden, wen das Ergebnis des Wettbewerbs vorliegt.
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© Schwäbische Post 11.01.2011

Alle ansprechen/
 
 
Den evangelischen Gemeindebrief gibt es seit 40 Jahren
 
Seit genau 40 Jahren gibt es nun einen evangelischen Gemeindebrief in Oberkochen. In 138 Ausgaben wurde über alles Mögliche rund um den Kirchturm der Versöhnungskirche berichtet.
 
Lothar Schell
 
Oberkochen.„In unseren Gemeindebriefen werden Themen behandelt, die die Evangelischen in Oberkochen unmittelbar angehen und wir wissen, dass der Gemeindebrief von vielen von Anfang bis Ende durchgelesen oder doch wenigstens durchgeblättert wird“, so Pfarrer Albrecht Nuding gegenüber der SchwäPo. In den letzten Jahren gab sich das Redaktionsteam des Gemeindebriefs viel Mühe mit Schwerpunktthemen für einzelne Ausgaben. „Ziel des Gemeindebriefs ist, das ganze Spektrum dessen zum Ausdruck zu bringen, was Evangelischsein in Oberkochen bedeutet“, setzt Pfarrerin Ulrike Nuding beim Pressegespräch hinzu.
Gerade die Vielfalt an kirchlichen Aktivitäten in Oberkochen, aber auch die Vielfalt an unterschiedlichen geprägten Menschen und ihre verschiedenen Ansichten zu Gott und der Welt ließen die evangelische Kirchengemeinde „als eine sehr lebendige und bunte Gemeinschaft erkennbar werden, die mitten im Leben steht“, unterstreicht Albrecht Nuding weiter. Nur mit dem Gemeindebrief gelinge es, wirklich alle Gemeindeglieder regelmäßig zu erreichen und anzusprechen.
Wolfgang Schwab bildete zusammen mit Marianne Simon, Reinhardt Walter und Pfarrer Kurtz das erste Redaktionsteam des Gemeindebriefs. Pfarrer Kurtz war im Frühjahr des Jahres 1970 in Oberkochen aufgezogen und neben vielen anderen Dingen, die in seiner Amtszeit begannen, war er es, der den Gemeindebrief ins Leben gerufen hat.
 
Gemeinschaft ist sichtbar
Heute ist an vielen Stellen der evangelischen Kirchengemeinde Gemeinschaft sichtbar und ein gerüttelt Maß Anteil hat dabei auch der Gemeindebrief.
Die Beurteilung anlässlich des 40. Geburtstags des Gemeindebriefs, ob man heute eine lebendige Gemeinschaft sei, wie die Bibel dies vor Augen führe, bleibe jedem offen. Fakt sei, so Pfarrerin Nuding weiter, dass das Leitbild „Evangelisch in Oberkochen“, ein Baustein sei, der immer wieder Erneuerung einfordere, um „als Gemeinde im Gottvertrauen, in der Nächstenliebe und als Gemeinschaft zu wachsen.“
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© Schwäbische Post 11.01.2011

Christlich-islamischer Dialog
 
Christlich-islamischer Dialogkreis Der Dialogkreis hat ein neues Programm für das Jahr 2011. Begonnen wird am Mittwoch, 12. Januar, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal der Martinskirche in Aalen. Dort steht der Vergleich der Noahgeschichte in Bibel und Koran im Mittelpunkt. Da Muslime am Zehnten des Monats Muharram das „Aschura-Fest“ feiern, gibt es kulinarische Leckerbissen wie „Aschure“ und Bibelkuchen. Termine: www.evangelische-kirchengemeinde-aalen.de.
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© Schwäbische Post 09.01.2011

Von links: Vorsitzender des Festausschusses Bernhard Wettemann, Silvia Mühlberger (300 Euro für den Kindergarten Regenbogen), Ortsvorsteher Felix Auracher, Heidi Neher (200 Euro für die evangelische Kirchengemeinde), Pfarrer Willi Scheitz für die katholische Kirchengemeinde, Bürgermeister Werner Kowarsch, Helmut Merkle (200 Euro für die Seniorengruppe).  (Foto: ks)

Von links: Vorsitzender des Festausschusses Bernhard Wettemann, Silvia Mühlberger (300 Euro für den Kindergarten Regenbogen), Ortsvorsteher Felix Auracher, Heidi Neher (200 Euro für die evangelische Kirchengemeinde), Pfarrer Willi Scheitz für die katholische Kirchengemeinde, Bürgermeister Werner Kowarsch, Helmut Merkle (200 Euro für die Seniorengruppe). (Foto: ks)

Verteilung des Festerlöses der 775-Jahr-Feier in Hülen
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© Schwäbische Post 07.01.2011

Gemeindereise nach Schlesien
 
Fachsenfeld. Die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet in den Pfingstferien eine Reise nach Schlesien. Vom 14. bis 19. Juni können auch Interessierte anderer Kirchengemeinden auf Schloss Muhrau/Morawa bei Striegau/Strzegom in Niederschlesien ihren Urlaub verbringen. Reiseleiter ist Andreas Busch, der ein vielfältiges Besichtigungsprogramm organisiert hat. Die Kosten für Reise, Unterkunft und Halbpension belaufen sich auf etwa 350 Euro. Informationen gibt es im Pfarramt Fachsenfeld unter der Tel. (07366) 6305 oder bei Andreas Busch unter Tel. (07361) 556889.
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© Schwäbische Post 07.01.2011

„Weil Jesus es will“
 
165. Allianz-Gebetswoche – Weltweit gemeinsam beten und dienen
 
Die weltweite Allianz-Gebetswoche lädt Christen verschiedener Konfessionen zu gemeinsamen Begegnungen ein. In Aalen beginnt die Gebetswoche am Sonntag, 9. Januar, mit besonderen Gottesdiensten und Kanzeltausch in fünf verschiedenen Gemeinden.
 
Johannes Müller
 
Aalen. Die Gebetswoche geht auf ein internationales Treffen der Evangelischen Allianz im Jahr 1846 zurück. Seither treffen sich Christen alljährlich Anfang Januar zu gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetsabenden. Dieses Jahr ist es die 165. Gebetswoche. Auch in Aalen wird die Tradition der Gebetswochen seit vielen Jahren gepflegt. Die in der Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen (AAC) zusammengeschlossenen Gemeinden bereiten die örtlichen Gebetswochen vor. Auch katholische Christen arbeiten dabei mit und laden ihre Gemeindemitglieder zu den ökumenischen Begegnungen dieser Gebetswoche ein.
Für Pastor Thomas Mayer („Hoffnung für Alle“) ist es als AAC-Vorsitzender ermutigend, mit Christen anderer Gemeinden und Kirchen gemeinsam zu beten und dabei zu erfahren, dass man in zentralen Fragen völlig eins ist, nämlich Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu begreifen.
Das diesjährige Leitwort des Eröffnungsgottesdienstes „Gemeinsam beten und dienen – weil Jesus es will“ geht auf das Johannes-Evangelium 17, 11-18 und 14,7-11 zurück. Dieses Schriftwort wird am Sonntag, 9. Januar, in folgenden Gottesdiensten erläutert: Um 9.30 Uhr in der Volksmission, Ostpreußenstraße 11, von Pastor Matthias Harsányi (evang.-freikirchliche Gemeinde, Baptisten), Leitung: René Uhlig; ebenfalls um 9.30 Uhr in „Hoffnung für alle“, Eduard-Pfeiffer-Str. 7-13 von Patrick Stefan, Leitung: Pastor Thomas Mayer; um 10 Uhr in der Stadtkirche, Alter Kirchplatz, von Lutz Hampel, Leitung: Kraut/Lochstampfer; ebenfalls um 10 Uhr in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (EFG, Baptisten), Oesterleinstr. 16, von Pfarrer Uwe Quast, Leitung: Ulrich Winkler; um 10.15 Uhr in der evang.-methodistischen Kirche (EKM), Südlicher Stadtgraben 4, von Pastor Matthias Stahl, Leitungsteam.
Die gemeinsamen Verkündigungs- und Gebetsabende beginnen jeweils um 19.30 Uhr am 10. Januar, „Hoffnung für Alle“, Eduard-Pfeiffer-Str. 7-13, mit Pfarrer Marco Frey, Leitung: Thomas Mayer; am 11. Januar Martinskirche, Zebertstraße 37; am 12. Januar Volksmission, Ostpreußenstraße11, mit Gerhard Hengel, Leitung: Lutz Hampel; am 13. Januar EFG, Oesterleinstraße 16, mit Lutz Hampel, Leitung Matthias Harsányi; am 14. Januar EMK, Südl. Stadtgraben 4, mit Pfarrer Uwe Quast, Leitung Patrick Stefan; am 15. Januar St. Johann Friedhof, mit Hermann Schöll, Leitung: Bernhard Richter; am 16. Januar evangelisches Gemeindehaus, Friedhofstr. 5, mit Pfarrerin Maike Sachs, Leitung: Bernhard Richter; am 16.Januar um 18 Uhr „Hoffnung für Alle“, Eduard-Pfeiffer-Str. 7-13, mit Michael Stahl, Leitung: AAC-Jugend.
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© Aalener Nachrichten 07.01.2011

Christen sind zur Gebetswoche eingeladen
 
Gemeinsame Gottesdienste und Begegnungen stehen für die Gemeinden im Mittelpunkt
 
Aalen / jm Die weltweite Allianz-Gebetswoche lädt Christen verschiedener Konfessionen zu gemeinsamen Begegnungen ein. In Aalen beginnt die Gebetswoche am Sonntag, 9. Januar, mit besonderen Gottesdiensten und Kanzeltausch in fünf verschiedenen Gemeinden.
 
Die Gebetswoche geht auf ein Treffen der Evangelischen Allianz im Jahr 1846 zurück. Seither treffen sich Christen alljährlich Anfang Januar zu gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetsabenden. Dieses Jahr ist es die 165 Gebetswoche. Auch in Aalen wird die Tradition der Gebetswochen seit vielen Jahren gepflegt. Die in der Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen (AAC) zusammengeschlossenen Gemeinden bereiten die örtlichen Gebetswochen vor. Auch katholische Christen arbeiten dabei mit und laden ihre Gemeindemitglieder zu den ökumenischen Begegnungen dieser Gebetswoche ein.
 
Gemeinsame Verkündigung
 
Für Pastor Thomas Mayer („Hoffnung für alle“) ist es als AAC-Vorsitzender ermutigend, mit Christen anderer Gemeinden und Kirchen gemeinsam zu beten und dabei zu erfahren, dass man in zentralen Fragen völlig eins ist: nämlich Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu begreifen. Das Leitwort des Eröffnungsgottesdienstes „Gemeinsam beten und dienen – weil Jesus es will“ geht auf das Johannes-Evangelium zurück. Dieses Schriftwort wird am Sonntag, 9. Januar, in folgenden Gottesdiensten erläutert: Um 9.30 Uhr in der Volksmission, Ostpreußenstraße 11, von Pastor Matthias Harsányi (evangelisch-freikirchliche Gemeinde, Baptisten), Leitung: René Uhlig; ebenfalls um 9.30 Uhr in „Hoffnung für Alle“, Eduard-Pfeiffer-Straße 7-13 von Patrick Stefan, Leitung: Pastor Thomas Mayer; um 10 Uhr in der Stadtkirche, Alter Kirchplatz, von Lutz Hampel, Leitung: Kraut/Lochstampfer; ebenfalls um 10 Uhr in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, Oesterleinstraße 16, von Pfarrer Uwe Quast, Leitung: Ulrich Winkler; um 10.15 Uhr in der evangelisch-methodistischen Kirche, Südlicher Stadtgraben 4, von Pastor Matthias Stahl.
 
Die gemeinsamen Verkündigungs- und Gebetsabende beginnen jeweils um 19.30 Uhr am 10. Januar, „Hoffnung für Alle“, Eduard-Pfeiffer-Straße 7-13, mit Pfarrer Marco Frey, Leitung: Thomas Mayer; am 11. Januar, Martinskirche, Zebertstraße 37; am 12. Januar, Volksmission, Ostpreußenstraße 11, mit Gerhard Hengel, Leitung: Lutz Hampel; am 13. Januar EFG, Oesterleinstraße16, mit Lutz Hampel, Leitung Matthias Harsányi; am 14. Januar EMK, Südlicher Stadtgraben 4, mit Pfarrer Uwe Quast, Leitung Patrick Stefan; am 15. Januar Sankt Johann Friedhof, mit Hermann Schöll, Leitung: Bernhard Richter; am 16. Januar evangelisches Gemeindehaus, Friedhofstr. 5, mit Pfarrerin Maike Sachs, Leitung: Bernhard Richter; am 16.Januar, 18 Uhr, „Hoffnung für Alle“, Eduard-Pfeiffer-Str.7-13, mit Michael Stahl, Leitung: AAC-Jugend.
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© Schwäbische Post 07.01.2011

Vater Johannes erteilt für die Kopten die Kommunion. (Fotos: ks)

Vater Johannes erteilt für die Kopten die Kommunion. (Fotos: ks)

„Wir haben schon Angst“

Wie koptische Christen aus Oberkochen mit anderen Gemeindemitgliedern in Stuttgart Weihnachten feiern
 
In Stuttgart haben koptische Christen aus ganz Baden-Württemberg am Donnerstagabend die Weihnachtsmesse gefeiert. Nach dem Anschlag in Ägypten und Terror-Warnungen für Deutschland, kamen viele mit einem mulmigen Gefühl. Polizeischutz wie in Frankfurt oder München gab es nicht. Dennoch stand ein Streifenwagen vor der Tür, als die Kopten die Kirche verließen. Auch eine junge Familie aus der koptischen Gemeinde in Oberkochen war mit dabei.
 
Katharina Scholz
 
Stuttgart/Oberkochen. Draußen vor der Kirche in Stuttgart-Degerloch haben die Kopten einen kleinen Altar aufgebaut. Kerzen, ein Kreuz, die ägyptische Flagge und Fotos erinnern an die Opfer des Anschlags von Alexandria am Neujahrstag. Drinnen wirkt Vater Johannes ruhig. Obwohl er so kurz vor der Weihnachtsmesse schon ein wenig im Stress ist. Er begrüßt jedes Gemeindemitglied und jeden Gast, der an diesem Tag in seine Kirche gefunden hat. Zwei Fernsehsender wollen ein Interview, das Radio auch. Noch schnell ein Foto für die Zeitung. Ob er Angst hat, wollen alle Journalisten wissen. Die Antwort ist immer die Gleiche: „Ich bin in Gottes Hand.“
Drei Gemeinden betreut Vater Johannes Ghali in Baden-Württemberg. In Stuttgart, in Tuttlingen und in Oberkochen. Die meisten seiner Gemeindemitglieder stammen aus Ägypten, die Tuttlinger und Oberkochener Kopten stammen aus dem Sudan. Elf Familien leben seit Ende der 80er-Jahre in Oberkochen. Eigentlich ist es mehr eine sehr große Familie. „Wir sind alle miteinander verwandt“, sagt ein junger Familienvater aus Oberkochen. Er möchte lieber anonym bleiben. „Die koptischen Christen haben bei uns Gastrecht“, sagte tags zuvor Achim Bellmann, der evangelische Pfarrer in Oberkochen am Telefon.
Zweimal im Monat kommt Vater Johannes und zelebriert in der Versöhnungskirche in Oberkochen die Messe. Nach der Messe gibt Vater Johannes für die Kinder koptischen Religionsunterricht und Lektionen in koptischer Sprache und Kultur im evangelischen Gemeindehaus. „Einmal im Jahr feiern wir auch einen großen ökumenischen Gottesdienst“, sagt Pfarrer Bellmann. Evangelisch, katholisch und koptisch.
Nach der Predigt findet Vater Johannes einige persönliche Worte. Er bedankt sich bei den evangelischen und katholischen Gästen. „Sie sind ja eigentlich nicht gekommen, um mit uns Weihnachten zu feiern“, sagt er. „Sie sind gekommen, um mit uns zu sterben.“ Füreinander zu sterben sei der größte Ausdruck der Nächstenliebe.
Die Familie aus Oberkochen ist ein wenig später gekommen. Sie wollten den zwei kleinen Töchtern die über dreistündige koptisch-orthodoxe Liturgie nicht antun. Dafür hat man Verständnis hier. Nach dem Gottesdienst sitzen die Eltern noch ein paar Minuten mit Freunden zusammen. Früher waren sie es gewohnt Angst zu haben. In Deutschland ist das ein neues Gefühl für sie. Die letzten Jahre wäre es keine Frage gewesen, ob sie zur Weihnachtsmesse nach Stuttgart fahren. Dieses Jahr haben sie es sich gut überlegt. „Wir haben schon Angst“, sagt die junge Frau.
Neben ihr sitzt eine Freundin, die aus Alexandria stammt. Es war ihre Kirche, vor der die Autobombe explodiert ist. Viele der Opfer hat sie gekannt. Der Anschlag in Ägypten und die Terror-Drohungen in Deutschland lassen die Kopten an die Erlebnisse ihrer Jugend denken. „Im Sudan haben wir immer mit der Angst gelebt“, sagt der junge Mann aus Oberkochen. „Nie konnten wir uns sicher fühlen“. Diskriminierung und Gewalt haben zum Alltag gehört. „Das kann man gar nicht alles erzählen“, sagt er.
Nach einer Pause erzählt er dann doch eine Sache. Einmal da habe er einen Unfall gehabt. Muslime, die ihn gesehen haben, hätten ihm nicht geholfen, stattdessen noch geschlagen. Ihn, den Christen. Eigentlich würde jetzt die ganze Gemeinde bei einem großen Bankett zusammen essen. Aus Respekt vor den Opfern aus Alexandria haben sie es dieses Jahr abgesagt.
Als die Familie die Kirche verlässt, steht ein Streifenwagen vor der Tür. „Danke“, ruft die junge Frau und winkt den beiden Beamten zu. Sie wirkt erleichtert. Die Kirchentüren sind aufgegangen und keine Bombe ist explodiert, niemand hat geschossen. Jetzt freut sie sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest mit Familie und Freunden. Und gutes Essen nach der Fastenzeit.
 
Kopten
 
Der Begriff „Kopten“ bezeichnet heute die ägyptischen Christen. Die koptische Kirche in Ägypten soll im ersten Jahrhundert nach Christus vom Evangelisten Markus gegründet worden sein. Es gibt auch kleinere Gemeinden in Lybien und im Sudan, von wo die Familie aus Oberkochen stammt. Heute bilden die Kopten in ihren Heimatländern eine Minderheit. In Deutschland leben ca. 6000 Kopten, 150 Familien in Baden-Württemberg, 11 in Oberkochen.
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© Schwäbische Post 06.01.2011

Foto: dog

Foto: dog

800 Euro für Oberdorfer Kindergärten
 
Mit einer Spende in Höhe von 800 Euro beglückte Thomas Mayer vom Bund der Selbstständigen Oberdorf (Mitte) die beiden örtlichen Kindergärten. Marion Walter vom evangelischen Kindergarten (links) und Waldtraud Schwarz vom katholischen Kindergarten Oberdorf (rechts) nahmen den Geldbetrag gern entgegen. Die Kindergärten wollen damit neue Kochtöpfe und Schneidebretter sowie die Puppenküche auf den neuesten Stand bringen. (Text / Foto: dog)
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© Aalener Nachrichten 05.01.2011

Unternehmer spenden für Kindergärten

Unternehmer spenden für Kindergärten

Unternehmer spenden für Kindergärten
 
Bopfingen-Oberdorf / ham Die Aktion hat sich gelohnt: 800 Euro hat der Bund der Selbstständigen (BdS) aus Oberdorf beim Nikolausmarkt erlöst. Jeweils 400 Euro davon haben die Unternehmer jetzt dem katholischen Kindergarten „Christus König“ Oberdorf und dem evangelischen Kindergarten Oberdorf gespendet.
 
Das Geld ist gut angelegt: „Wir kaufen neue Töpfe für unsere Küche“, sagt Waltraud Schwarz (rechts), Leiterin des katholischen Kindergarten. Im evangelischen Kindergarten wird mit der Spende die Puppenstube neu eingerichtet, wie die Leiterin, Marion Walter (Zweite von links), verrät. Die Spende übergaben Thomas Mayer (Zweiter von rechts) und Alexander Plöchl (links) vom BdS.
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© Aalener Nachrichten 04.01.2011

Himmlisch: Vesperkirche lädt wieder ein

Himmlisch: Vesperkirche lädt wieder ein

Himmlisch: Vesperkirche lädt wieder ein
 
Die Wasseralfinger Institution öffnet am 6. Februar unter dem Motto „einfach–himmlisch-gut“ erneut die Pforten
 
Aalen-Wasseralfingen / an Die Verantwortlichen der Wasseralfinger Vesperkirche planen und organisieren die inzwischen 15. Vesperkirche in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. Als eine der ältesten Vesperkirchen überhaupt ist sie ab dem 6. Februar wieder vier Wochen lang für Menschen aus völlig unterschiedlichen Lebenslagen eine Begegnungsmöglichkeit.
 
„Auf Augenhöhe kommen Menschen zusammen, die sonst im Leben häufig aneinander vorbeileben. Dies macht die Vesperkirchen, die es inzwischen in über 25 Städten vor allem in Baden-Württemberg gibt, zu wertvollen Orten des sozialen Miteinanders“, so die Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen, Gudrun Fetzer und Pfarrerin Ursula Richter.
 
In der besonderen Atmosphäre des Kirchenraumes und bei einem warmen und günstigen Mittagessen setzen sich junge und alte Menschen gemeinsam an einen Tisch. Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, kommen mit Menschen, die in gut situierten Verhältnissen leben, ins Gespräch. Einsame Menschen erleben für ein paar Stunden Gemeinschaft
 
Alle sind eingeladen
 
Eingeladen sind alle Menschen, mit und ohne Obdach, arme und weniger arme Menschen, Schüler, Senioren, Alleinerziehende, Familien, Jugendliche und viele mehr. Menschen erfahren in der Vesperkirche, dass sie mit allen Problemen und Sorgen von Gott und den Menschen angenommen werden und willkommen sind.
 
Wer gerne mitarbeiten möchte, sollte am Dienstag, 11. Januar um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wasseralfingen den Informations- und Einführungsabend besuchen. Dort werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorbereitet und in die Teams eingeteilt.
 
Auch 2011 muss sich die Wasseralfinger Vesperkirche und die daraus wachsende weiterführende Begleitung Bedürftiger, zum Beispiel im offenen Begegnungstreff Magda-Eckle, allein aus Spenden, dem Verkauf von Essensgutscheinen und dem Eigenbeitrag der Gäste zum Mittagessen finanzieren. Deshalb bitten die Verantwortlichen wieder um Unterstützung der Vesperkirche durch Spenden. Diese können auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen, Kontonummer 382 700 007 bei der VR-Bank Aalen (BLZ 614 901 50) unter dem Stichwort „Vesperkirche / Magda-Eckle / Bedürftige“ eingezahlt werden. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt.
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© Schwäbische Post 04.01.2011

Bewegtes Gemeindejahr
 
Neugewählter Kirchengemeinderat zieht erstmals Bilanz
 
Zum Jahresabschluss bilanzierte der katholische Kirchengemeinderat Oberkochen das vergangene Jahr: Viel Gemeindearbeit, gelebte Ökumene und weiter sinkende Mitgliederzahlen beschäftigten das neugewählte Gremium.
 
Oberkochen. Am Silvesterabend berichtete Konrad Werner, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats St. Peter und Paul Oberkochen, im Jahresabschlussgottesdienst von den Ereignissen des vergangenen Jahres. Er erinnerte an die vielen Gemeindefeste und dankte den hauptamtlichen Mitarbeitern und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Schließlich sei die Gemeindearbeit nicht vom Kirchengemeinderat allein zu stemmen. Offenheit und gegenseitiges Vertrauen prägten die Treffen des neuformierten Gremiums. Weber lobte die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde, wie beim Trainee-Programm, das interessierte Jugendliche zum Gruppenleiter für die Jugendarbeit ausbilde. Auch beim Großprojekt, dem Ausbau des Kindergartens, wurde das gute Verhältnis zur Schwestergemeinde deutlich, welche die Nutzung des Christian-Hornberger-Saals ermöglichte.
Die kirchliche Statistik hielt Werner kurz. So sei die Zahl der eingeschriebenen Gemeindemitglieder in den vergangenen 20 Jahren um über 20 Prozent zurückgegangen und betrage heute noch 3553. Auch die Zahl der Taufen folgte diesem Trend. 2010 wurden 25 Kinder in Oberkochen getauft, konstant ist dagegen das Spendenaufkommen – mit 56 740 Euro wurde die höchste Summe der vergangenen 20 Jahre erreicht.
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© Schwäbische Post 03.01.2011

Mehr Kinder getauft

Jahresbilanz der evangelischen Kirchengemeinde Aalen
 
Im Jahresschlussgottesdienst in der Aalener Stadtkirche gab Pfarrer Bernhard Richter einen Rückblick auf das Gemeindeleben im vergangenen Jahr.
 
Aalen. Dabei gab Richter auch die Statistik für 2010 bekannt. Demnach wurden 54 vorwiegend Kinder getauft (im Vorjahr 47), 69 Jugendliche konfirmiert (72), 15 Paare getraut (11), und 98 Gemeindeglieder beerdigt (99), Erfreulich waren die 34 (im Vorjahr neun) Kircheneintritte, doch es schmerzten dagegen die 44 Austritte, zehn mehr wie im Vorjahr.
Richter äußerte deshalb die Überzeugung, dass es auch im neuen Jahr gelingen müsse, das Christsein überzeugend zu leben und in Wort und Tat zu verkündigen.
Als wichtige Vorhaben der Kirchengemeinde bezeichnete Richter den Neubau des Ferientagheimes in Leinroden und die anstehende Gebäudekonzeption für die Kirchengemeinde. Am späten Abend endete das Jahr der evangelischen Kirchengemeinde mit dem traditionellen Silvesternachtkonzert in der vollen Stadtkirche mit drei Bläsersolisten und Thomas Haller an der Orgel.
Am Neujahrsmorgen fand ein zentraler Gottesdienst in der Stadtkirche mit einer Predigt über die neue Jahreslosung aus Römer 12.21 statt. Daran schloss der Kirchenkaffee mit Neujahrsbrezeln an.
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© Aalener Nachrichten 02.01.2011

Protestanten gehen mit Zuversicht ins neue Jahr
 
Stadtpfarrer Bernhard Richter freut sich über 34 Kircheneintritte und bedauert die 44 Austritte
 
AALEN / pm Im Jahresschlussgottesdienst in der Aalener evangelischen Stadtkirche hat Pfarrer Bernhard Richter einen Rückblick auf das Gemeindeleben im vergangenen Jahr gegeben. Dabei gab er auch die Statistik für 2010 bekannt. Demnach wurden 54 vorwiegend Kinder getauft (im Vorjahr 47), 69 Jugendliche konfirmiert (72), 15 Paare getraut (elf), und 98 Gemeindeglieder beerdigt (99), Erfreulich waren die 34 (im Vorjahr neun) Kircheneintritte. Dagegen schmerzen den Stadtpfarrer die 44 Austritte, zehn mehr wie im Vorjahr.
 
Richter äußerte deshalb die Überzeugung, dass es auch im neuen Jahr gelingen müsse, das Christsein überzeugend zu leben und in Wort und Tat zu verkündigen, damit Jesus Christus in dieser Welt eine Chance erhalte und Raum gewänne.
 
Als wichtige Vorhaben der Kirchengemeinde bezeichnete Richter den Neubau des Ferientagheimes in Leinroden und die anstehende Gebäudekonzeption für die Kirchengemeinde. Am späten Abend endete das Jahr der evangelischen Kirchengemeinde mit dem traditionellen Silvesternachtkonzert in der überfüllten Stadtkirche mit den Bläsersolisten Johann Konnerth, Johannes Knoblauch und Joachim Jung und Kirchenmusikdirektor Thomas Haller an der Orgel.
 
Am Neujahrsmorgen fand ein zentraler Gottesdienst in der Stadtkirche mit einer Predigt über die neue Jahreslosung aus Römer 12.21 statt. Daran schloss das Kirchenkaffee mit Neujahrsbrezeln an.
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© Aalener Nachrichten 02.01.2011

Die glänzenden Musiker (von links) Johannes Knoblauch, Johann Konnerth, Thomas Haller und Joachim Jung bescherten den Besuchern der Stadtkirche in der Silvesternacht ein festliches Konzert.

Die glänzenden Musiker (von links) Johannes Knoblauch, Johann Konnerth, Thomas Haller und Joachim Jung bescherten den Besuchern der Stadtkirche in der Silvesternacht ein festliches Konzert.

Festliche Musik beschließt das alte Jahr
 
Schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn werden die Sitzplätze in der Stadtkirche knapp
 
AALEN / kul Das Silvesterkonzert in der evangelischen Stadtkirche gehört zu einer der schönsten neueren Aalener Traditionen, zumal das Konzert nicht reinem Musikgenuss frönt, sondern in religiöser Intention auf das abgelaufene Jahr zurückblickt und auf das kommende voraus.
 
Es ist die vorletzte Stunde des Jahres. Und wer noch einen guten Sitzplatz in der Stadtkirche ergattern will, tut gut daran, reichlich früh zum Konzert zu erscheinen. Giovanni Battistas „Toccata per il Deo Gratias“ klingt zur Eröffnung in den Kirchenraum. Johann Konnerth, Johannes Knoblauch und Joachim Jung spielen auf der Trompete, Kirchenmusikdirektor Thomas Haller begleitet an der Orgel. Der Auftakt klingt festlich und freudig zugleich.
 
„Das alte Jahr ist vergangen, doch nicht Gottes Treu“, hebt Pfarrer Bernhard Richter in seiner Begrüßung hervor. Seine Zuhörer lauschen und folgen seiner Aufforderung zu innerer Einkehr. „Lassen Sie in dieser Stunde der Kirchenmusik in Gedanken das alte Jahr nochmals Revue passieren.“ Dank der der Musik innewohnenden Kraft soll dies bewerkstelligt werden und zugleich soll das Konzert den Mut zum Optimismus für das kommende Jahr 2011 befördern.
 
Mit dem „Allegro cantabile“ aus Charles-Marie Widors 5. Sinfonie begleitet Thomas Haller diese Exkursion. Er huldigt dabei einem ruhig dahinfließenden Klang, der erst in Händels nachfolgender „Oratorien Suite“ (Bläser und Orgel) wieder zu klareren Strukturen findet. Besonders charmant herausgearbeitet und mit dem Wohlwollen der Konzertbesucher bedacht, die „Tochter Zion“ - Melodie. Danach nochmals Widor und dessen „Adagio“ aus der 5. Sinfonie. Ein exzellenter Übergang zu Pfarrer Richters Lesung, in der er die allgegenwärtigen Unwägbarkeiten anspricht, die an der Schwelle zum neuen Jahr die Menschen belasteten. Mit Versen aus der Bergpredigt warnt er vor falschen Sorgen. Mut will er mit den „Anweisungen für die Gemeinde“ machen. Die aus dem Matthäusevangelium entnommene Textpassage befasst sich mit der menschlichen Selbstsicherung. „Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben auch nicht um einen Augenblick verlängern.“ Echter Glaube verwandle Sorgen in Mut und Zuversicht, so Pfarrer Richter. Soviel Mut tut gut. Auch den Musikern, die mit Purcel und Bach das Konzert fortsetzen. Erfrischend und mit Feingefühl zelebriert Thomas Haller dabei Widors „Toccata“ und erntet dafür spontanen Beifall.
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