Vier Sieger und 1500 Euro als Dank für soziales Engagement: Mit dem Essinger Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) zeichnete die Bürgerstiftung Essingen vier Jugendgruppen aus und dankte ihnen damit für ihre Arbeit. (Foto: Peter Hageneder)
Jugendarbeit wird gewürdigt
Kinder- und Jugendförderpreis der Bürgerstiftung Essingen geht an die Jugend der evangelischen Kirchengemeinde
Zum zweiten Mal zeichnete die Bürgerstiftung Essingen Jugendgruppen mit dem Essinger Kinder- und Jugendförderpreis (EsKiJu) aus. Platz eins belegte die evangelische Kirchengemeinde mit ihrem generationenübergreifenden Projekt „Begegnungen der Generationen beim Fußball und Kaffee“. Mit insgesamt 1500 Euro wurde das Engagement der ersten drei Siegergruppen nun im Musiksaal der Parkschule in Essingen honoriert.
Daniela Schurr
Essingen. Zum zweiten Mal wurde der Preis der Essinger Bürgerstiftung nun ausgeschrieben und verliehen, mit dem Ziel, die Jugendarbeit in Essingen zu würdigen und zu stärken. „Nicht nur in Vereinen wird Kinder- und Jugendarbeit geleistet, auch Kirchengemeinden sind haupt- und ehrenamtlich engagiert“, sagt der Vorsitzende der Bürgerstiftung Essingen, Dr. Rainer Lächele.
Das Gesamtpreisgeld von 1500 Euro, finanziert aus den Zinsen der Bürgerstiftung, wurde anteilig an die ersten drei Gewinner des Wettbewerbs vergeben. Eine fünfköpfige Jury hat die örtlichen Vereine ausgezeichnet, „und die Bewertung war einstimmig“, erklärt Lächele. So geht der erste Preis an die Jugend der evangelischen Kirchengemeinde in Essingen für deren generationenübergreifendes Projekt „Begegnungen der Generationen beim Fußball und Kaffee“.
„Der demographische Wandel braucht neue Formen des Miteinanders“, sagt Adolf Sesselmann, Vorstandsmitglied und Juryvorsitzender der Bürgerstiftung Essingen, der den Wanderpokal „Der Späher“ von Professor Karl Ulrich Nuss an die Gewinner übergab. Ein generationenübergreifendes Miteinander, so Sesselmann weiter, sei ein Geben und Nehmen, denn nicht nur die Jugend bringe Impulse für das Leben der Senioren, auch die Senioren könnten Fähigkeiten an die Jugend weitergeben.
Die Siegerprojektgruppe bastelte gemeinsam mit Senioren, lieferte Beiträge für einen Seniorennachmittag und nahm auch die Begegnungen mit Senioren in das Ferienprogramm auf. „Allein diese drei Bausteine haben die Jury davon überzeugt, dass sehr nachhaltige und längerfristige Projekte stattfinden“, erklärt Sesselmann, der nicht nur den Pokal, sondern auch einen Scheck im Wert von 1000 Euro an die Gewinner übergab.
Den zweiten Platz belegte der Leichtathletikclub (LAC) Essingen, der dafür ein Preisgeld von 400 Euro bekam. „Auch der LAC hat die Kriterien voll und ganz erfüllt“, sagt Lächele. Rund 700 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren beschäftigten sich intensiv mit Bewegung, was die Motivation zum Mitmachen im Verein stärke, so Lächele weiter.
Platz drei erreichte die Schulband der Parkrealschule in Essingen, die mit einem Preisgeld von 100 Euro für ihr gemeinsames Musizieren in der Band belohnt wurde. Denn dies fördere besonders die soziale Kompetenz der Schüler, so Adolf Sesselmann: „Das ist nicht selbstverständlich, dass man sich da hinstellt und Musik macht“, sagt er zu den jungen Musikern, die nicht nur mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurden, sondern auch mit rockigen Musikeinlagen zeigten, was sie musikalisch zu bieten haben.
Der vierte Platz ging an die Haugga Narra aus Essingen, deren Organisationsform für die närrische Jugend zwar nicht so richtig in die Kriterien der Jury gepasst habe, wie Lächele erklärt: „Aber wir wollen den Verein ermuntern, sich wieder zu bewerben, mit einem richtig tollem Projekt.“
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Dr. Erika Palm-Blaich (Mitte) hat 50 000 Euro aus der Palm Stiftung für den Neubau des Ferientagheims in Leinroden gespendet. Das Bild zeigt von links Pfarrer Bernhard Richter, Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Löwisch, Regina Schlipf (stellvertretende Kirchenpflegerin), Dr. Erika Palm-Blaich, Architekt Axel Schmid, Willi Popp (Stiftungsratbeisitzer) und Kirchenpfleger Harald Schweikert. (Foto: hag)
Stiftung lässt Spendenbarometer steigen
Dr. Erika Palm-Blaich überreicht 50 000 Euro aus der Palm Stiftung fürs Ferientagheim – Richtfest am 11. Februar
Mit einem Scheck über 50 000 Euro hat am Montagvormittag Dr. Erika Palm-Blaich die Finanzierung des neuen Ferientagheims Leinroden ein gutes Stück vorangebracht. Rund 200 000 Euro Spenden sind in der Finanzierung vorgesehen. Das „Spendenbarometer“ zeigt nun 101 000 Euro an. Richtfest soll am 11. Februar gefeiert werden.
Ulrike Schneider
Aalen-Leinroden. Die Freude bei den Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde war am Montagvormittag groß. Dr. Erika Palm-Blaich war gekommen und hatte einen großen Scheck dabei. 50 000 Euro aus der Dr. Wilfried Palm Stiftung kommen dem neuen Ferientagheim in Leinroden zu Gute. Dr. Erika Palm-Blaich daran, dass die Stiftung soziales und kirchliches Engagement fördere. „Dabei sollen auch Kinder im Vordergrund stehen“, erklärte Dr. Erika Palm-Blaich. Das Ferientagheim der evangelischen Kirchengemeinde Aalen passe perfekt zu den Vorgaben der Stiftung.
„Dank der Dr. Wilfried Palm Stiftung haben wir nun einen wichtigen Meilenstein bei den Spenden fürs Ferientagheim erreicht“, sagte Pfarrer Bernhard Richter beim Termin auf der Baustelle in Leinroden. Der Betrag sei mit 50 000 Euro so groß, dass man nun die Hälfte der benötigten Spenden beisammen habe und man ein entscheidendes Stück vorwärts gekommen sei.
Am 11. Februar wolle man Richtfest feiern – obwohl schon aufgerichtet sei. Doch man warte noch auf den Einbau der Fenster, damit die Richtfestgäste nicht so im Kalten sitzen müssten. Noch seien es 153 Tag, bis das Ferientagheim mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Fest seiner Bestimmung übergeben werde.
„Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun“, erklärte Architekt Axel Schmid. Im Rückblick erläuterte er zunächst, dass es eine Extra-Aufgabe gewesen sei, den Neubau in das Ensemble mit Denkmal-geschützer Kirche, Friedhof und dem Hausmeister-Haus zu integrieren. Gerade fertig sei der Rohbau mit der Dachkonstruktion, einem Pultdach. Große Fensterflächen sollen in den neuen Räume ein freundliches Ambiente entstehen lassen. In etwa zwei Wochen sollen die Fensterbauer beginnen. Derzeit hat das Wetter die Elektriker ausgebremst, so der Architekt. Dennoch sei man mit dem Bau zeitlich nicht im Verzug.
80 Quadratmeter Foyer und 160 Quadratmeter Saal sind die beiden großen Räume, die das ganze Jahr genutzt werden können. Hinzu kommen Nebenräume, eine Teeküche und vor allem moderne sanitäre Anlagen. „Derzeit arbeiten wir noch an einem Nutzungskonzept“, erklärte Kirchenpfleger Harald Schweikert. Schließlich wolle man den 585 000 Euro teuren Neubau künftig auch vermieten; etwa an Firmen, die hier tagen oder ihre Mitarbeiter weiterbilden wollen. Aber sie denke freilich auch an kirchliche Einrichtungen etwa die Kindergartenfachberatung oder die Seniorenfreizeit, die die Räume mit Aussicht ins Grüne nutzen könnten, ergänzte die stellvertretende Kirchenpflegerin Regina Schlipf.
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Unterhaltung und Tiefsinniges sind auch heuer wieder beim Ökumenischen Seniorennachmittag im Gemeindehaus in Aalen geboten. (Archiv-Foto)
Gottes Wort verbindet
73. Ökumenische Bibelwoche läuft in den hiesigen Kirchengemeinden an
Die Ökumenische Bibelwoche ist eine alte, wichtige und unkomplizierte Einrichtung der Ökumene, findet Pfarrer Bernhard Richter. „Himmel – Erde … und zurück“ ist sie in diesem Jahr überschrieben, rückt die Epheserbriefe in den Mittelpunkt und lässt miteinander ins Gespräch kommen.
Sandra Fischer
Aalen. Pfarrer Richter blickt der Bibelwoche, für welche die einzelnen Kirchengemeinden jeweils unterschiedliche Termine festlegen, freudig entgegen. Denn dann werde nicht nur predigtartig eine Bibelstelle vorgetragen, sondern sei in den Gesprächsabenden der mündige Christ gefragt. Der Besucher erzähle, hinterfrage kritisch, berichte von vielerlei Glaubenserfahrungen oder „wenn etwas nicht richtig rund laufe, was zum Leben dazu gehört“, zählt Pfarrer Richter auf. „Denn das Wort Gottes lebt von unseren Erfahrungen“, ergänzt er.
Die Bibel sei hierfür die wichtige und wertvolle Grundlage, auf die es sich zu besinnen gelte. Zwar wurde die Bibel zu einer ganz anderen Zeit niedergeschrieben, doch strahlt sie in unser heutiges Leben aus. „Über das Wie soll sich ausgetauscht werden“, ist sein Anliegen. Selbstverständlich darf auch nur zugehört werden, aber mitunter würden sehr lebhafte Gespräche entstehen, weiß er aus Erfahrung.
„Als Pfarrer stehen wir in der Aufgabe, unsere Mitmenschen von der tragenden und haltenden Botschaft der Bibel anzustecken. Damit steht und fällt die Zukunft der Kirche“, ist sich der Pfarrer seiner Aufgabe bewusst und findet auch den in vielen Gemeinden praktizierten Kanzeltausch innerhalb der Bibelwoche „eine gute Sache“.
Den Zeitpunkt der Bibelwoche, unmittelbar nach Jahresanfang, hält Pfarrer Bernhard Richter für ideal. Zu dieser Zeit würden viele eine Art „Jahresplan“ entwerfen oder manchmal schon vom ersten Frust eingeholt werden. Dann sei meist die Aufgeschlossenheit da, zu diskutieren und auch manches neu zu überdenken.
Anregende Gesprächsgrundlage sollen in diesem Jahr, dem 73. Jahr seit Beginn der Ökumenischen Bibelwoche, die Epheserbriefe sein. Dabei sei es interessant, wie der Epheserbrief von der Gemeinde spreche und welche Sehnsüchte er wecke. Etwa eine neue Sehnsucht nach der Verheißung, aus der die christliche Gemeinde lebe. Auch wird derjenige, der den Epheserbrief liest erkennen und beklagen, was sich in unserer Kirche und in unseren Gemeinden verändern müsse. Schließlich werde heute mit Stichworten wie „Kirche im Aufbruch“, „Leitbildprozesse“ oder „Gemeindeentwicklung“ debattiert.
Als Besonderheiten in der Bibelwoche nennt Pfarrer Richter den Ökumenischen Seniorennachmittag am Dienstag, 1. Februar, im evangelischen Gemeindehaus in Aalen. „Diesen Nachmittag gibt es erst seit rund vier Jahren. Wir haben gemerkt, dass viele ältere Menschen abends nicht mehr aus dem Haus gehen möchten“, sagt der Stadtkirchenpfarrer. Auch meint er zu wissen, dass der „Eröffnungsabend“ der Kirchengemeinde Wasseralfingen und Hofen, am Sonntag 30. Januar, in der Wasseralfinger Sängerhalle, in den Kirchengemeinden der Region einmalig ist.
Initiiert wird die Ökumenische Bibelwoche bundesweit von der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste im Verbund der Diakonie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischen Bibelwerk. „Die Bibelwoche ist ein wichtiger ökumenischer Baustein. Denn Gottes Wort verbindet uns“, weiß Pfarrer Richter.
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Nicht nur die CDU-Fraktion (hier im Bild) hat sich im Gemeinderat klar zur Kooperation mit den Kirchen bei den Kindergärten bekannt. (Foto: Oliver Giers)
Ja zu kirchlichen Kindergärten
Alle Fraktionen im Gemeinderat bekennen sich zur Förderung, auch bei St. Vinzenz
Noch vor einer Woche wurde kontrovers diskutiert. Nun haben sich alle Fraktionen des Gemeinderates zum Modell städtisch geförderter Kindergärten bekannt. Und auch zum Architektenwettbewerb für die Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Vinzenz. Damit ist der Weg frei für einen großen Schritt in Sachen Kleinkindbetreuung in Aalen.
rafael binkowski
Aalen. Eigentlich war es nur ein Sturm im Wasserglas: Die Grünen hatten im Verwaltungsausschuss einen Zuschuss von 7800 Euro infrage gestellt, der für den Architektenwettbewerb vorgesehen ist. Wie berichtet, will die katholische Kirche St. Vinzenz deutlich ausbauen und zwei weitere Kita-Gruppen für Kinder unter drei Jahren anbieten.
Davon ist nun keine Rede mehr. Vielmehr erklärte Doris Klein für die Grünen-Fraktion, der Ausbau der Kleinkindbetreuung im Ganztagesbetrieb müsse weiter vorangetrieben werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. „Wir begrüßen auch den Architektenwettbewerb“, sagte sie. Es sei auch sinnvoll, mit externen Trägern zusammen zu arbeiten, weil dies für die Stadt günstiger sei: „Selbst wenn wir künftig 73 statt 65 Prozent der Kosten tragen müssen“, sagte sie. Das wird nach Gesprächen mit der katholischen Diözese wohl der Fall sein. Klein verlangte allerdings, dass alle Zahlen auf den Tisch kommen. Das Bauvorhaben werde nun mit über einer Million Euro deutlich teurer als zunächst geplant.
Auch die anderen Fraktionen bekannten sich zu dem Projekt. „Auch 73 Prozent sind weniger als 100 Prozent“, meinte CDU-Fraktionschef Dr. Karl Franke. Wenn die Stadt weiterhin auf der Überholspur in Sachen Kinderbetreuung fahren wolle, müsse sie mit anderen Trägern kooperieren. Ute Hommel (SPD) betonte, dass auch die evangelischen Kindergärten gefördert würden. Sie zeigte Verständnis für die zurückgehenden Zuschüsse: „Auch die katholische Kirche muss sparen.“
Und FDP/FW-Fraktionschef Bernhard Ritter stellte klar: „Die Kooperation ist ein Geben und Nehmen.“ Die Irritationen über die Haltung seiner Fraktion seien nicht berechtigt gewesen.
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Die Orgel in der Aalener Johanneskirche ist eine Rarität. Jetzt wird geforscht, wie sie einst geklungen hat. (Foto: opo)
Wie sie wohl einst geklungen hat?
Kirchengemeinderat bringt Forschung für die Orgel in der Johanneskirche auf den Weg – 20 000 Euro Spenden
Die evangelischen Kirchengemeinderäte haben in ihrer Sitzung am Mittwochabend 20 000 Euro bewilligt. Mit diesem Geld soll erforscht werden, wie die Orgel in der Johanneskirche historisch korrekt zu rekonstruieren wäre.
Ulrike Schneider
Aalen. Über eine Stunde lang hat am Mittwoch Kirchenmusikdirektor Thomas Haller in der Sitzung des evangelischen Kirchengemeinderats über die Orgel in der Johanneskirche mit Herzblut referiert. Am Ende konnte er das Gremium davon überzeugen, jetzt die Chance zu nutzen und zu erforschen, wie die Allgeyer-Orgel aus dem Jahr 1802 historisch korrekt klingt und welche Metallpfeifen einzubauen sind – sofern die Orgel restauriert wird.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Kleinod wie die Orgel in der Johanneskirche in Vergessenheit gerät“, appellierte Pfarrer Bernhard Richter eingangs. Das historische Musikinstrument müsse als Denkmal einer versunkenen Kultur betrachtet werden. Dem stimmte Kirchenmusikdirektor Haller zu und erläuterte dem Gremium die Hintergründe in einem Power-Point-Vortrag.
„Das ist eine der wenig erhaltenen historischen Orgeln in dieser Bauweise aus der Zeit um 1800. Dieser Orgeltyp ist untergegangen“, stellte Haller fest. Und es gebe – außer dieser – keine weitere erhaltene Allgeyer-Orgel mehr. Zudem habe man mit den manuellen Blasbalgen auf dem Dachboden einen echten Schatz gefunden. „Die Fachwelt zeigte sich überrascht, dass eine solche originale Windanlage überhaupt noch existiert“, betonte der Kantor. Der historische Wert sei enorm. Des Weiteren habe man in der Orgel Pfeifen entdeckt, die aus den Jahren 1650 bis 1670 stammen.
Während also die technischen Änderungen der Orgel klein seien, seien die musikalischen dafür umso größer. Haller spielte damit vor allem auf die Metallpfeifen an, die dem Instrument fehlen, weil sie im Ersten Weltkrieg zu Kanonenfutter eingeschmolzen wurden. Jetzt müsse man herausfinden, welches die Stilmerkmale der Allgeyer-Orgel waren, wie ist der Stil definiert. Das gelte es nun zu erforschen und das Wissen zusammenzutragen. Jetzt haben die Personen das Wissen und die Ressourcen. Auch die Mittel seien vorhanden – dank der Palm-Stiftung und anderer Spender habe man eine Summe von 20 000 Euro zur Verfügung.
Jetzt gehe es in einem ersten Schritt um die Forschung. Dann erst könne man in einem späteren zweiten Schritt die Pfeifen historisch korrekt rekonstruieren. „Ich habe die Vision, wir machen das dann so, wie es einst war mit den Metallpfeifen und den alten Blasebälgen“, sagte Thomas Haller. Dies würde für Aalen ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Orgelbau bedeuten.
Der Kirchengemeinderat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.
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Spannend: Haller erforscht Orgelgeschichte
Der neue Dekan des evangelischen Kirchenbezirks, Ralf Drescher, wird am 1. Mai in der Stadtkirche in sein Amt eingeführt
AALEN / l Als eine historische Kostbarkeit von Rang hat sich die 200 Jahre alte Orgel in der Sankt Johann-Kirche entpuppt. Um auch noch ihre letzten Geheimnisse zu entschleiern, hat der evangelische Kirchengemeinderat einen Forschungsauftrag im Wert von 20 000 Euro gebilligt.
Er folgte damit einem Antrag von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller, der sich über die alte Orgel auf 40 Seiten bereits sehr ausführlich und profund in dem neuen Buch „Sankt Johann-Kirche Aalen“ geäußert hat. Haller nahm Bezug auf den tadellosen, vielfach noch originalen Erhaltungszustand der Orgel. Er biete die Chance, noch Genaueres über die handwerklichen Praktiken und musikalischen Überlegungen des Orgelbauers Josef Nikolaus Allgeyer herauszufinden. Dies umso mehr als bei einer Reinigungsaktion vor allem die ursprünglichen Blasebälge noch weithin unverändert angetroffen worden seien. Bei dem Forschungsauftrag gehe es nicht zuletzt darum, Anhaltspunkte für eine sensible, am Original orientierte Restaurierung der Orgel zu gewinnen. Diese würde nun allerdings an die 125 000 Euro kosten. „Das müssen wir noch etwas schieben“, meinte Pfarrer Bernhard Richter, der die Sitzung leitete.
Haller erinnerte in seinem Vortrag an die einstige Bedeutung der im württembergisch-fränkischen Raum sehr stark vertreten Orgelbauerdynastie Allgeyer, an die stilistischen Denkansätze von Rokoko und Klassizismus, an die Stiftung der Orgel durch den in der Sankt Johann-Kirche verewigten Bürgermeister Christian Friedrich Fürgang, aber auch an die „tragische Beschlagnahmung“ aller Metallpfeifen für Kriegszwecke 1917. Glücklicherweise sei der Orgel im Zweiten Weltkrieg ein ähnliches Schicksal erspart geblieben, nachdem es 1942 gerade noch gelungen sei, das Instrument unter Denkmalschutz zu stellen.
Was stand darüber hinaus auf der Tagesordnung des evangelischen Kirchengemeinderats? Die Amtseinführung des neuen Dekans Ralf Drescher ist für den 1. Mai, 15 Uhr, in der Stadtkirche vorgesehen. Auf der Heide wird der 25. Geburtstag des ökumenischen Nachbarschaftszentrums gefeiert. Laut Pfarrer Uwe Quast sind ein Vortrag, ein Festgottesdienst (29. Mai), ein Gemeindefest und ein 25 Kilometer langer Pilgerweg geplant.
Als Missionsprojekt für 2011 billigte der Rat ein Vorhaben der presbyterianischen Kirche in Ghana zur „Medizinische Versorgung der Ärmsten“. Zur Finanzierung des Ferientagheims Leinroden soll ein Verkauf auf dem Wochenmarkt (9. April) und ein Benefizessen im Foyer des Gemeindehauses (10. April) veranstaltet werden. Keine Einwände gab es gegen den von Kirchenpfleger Harald Schweikart erläuterten Rechnungsabschluss 2009. Er weist – „erfreulich“, so Pfarrer Richter – eine zusätzliche Rücklagenzuführung von 18 550 Euro auf. „Gerade noch ausreichend für einige kleine Reparaturen“, kommentierte Schweikart.
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Weltklasse-Musikerspielen in der Stadtkirche
Weltklasse-Musiker spielen in der Stadtkirche
Das Blechbläser-Ensemble „Harmonic Brass“ ist zurück
Ellwangen / pm Im Jahr 1991 hat Jürgen Gröblehner in München mit vier weiteren musikalischen Enthusiasten das Blechbläserquintett „Harmonic Brass“ gegründet. Die Musiker kommen am Sonntag, 23. Januar, nach Ellwangen. Ab 17 Uhr spielt das Ensemble in der evangelischen Stadtkirche.
Zahlreiche Auftritte in Kirchen und Festsälen, im In- wie im Ausland, live und im Fernsehen machten „Harmonic Brass“ bekannt. Mit seinen CD-Produktionen erlangte das Quintett Weltruhm. Im Herbst 2009 ist Jürgen Gröblehner nach einer Pause in die Welt der Blechbläsermusik zurückgekehrt. Erneut gelingt es ihm, sich in die Herzen einer großen Hörerschaft hinein zu spielen. Beim Zusammentreffen mit Classic Brass erweist sich die Wahrheit des Mottos dieser Musik-Reisenden, einem abgewandelten Satz aus dem Klassiker „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry: „Man hört nur mit dem Herzen gut“.
Jürgen Gröblehner hat auch nach dem Wechsel der Besetzung bei Horn, Posaune und Tuba die sehr erfolgreiche Zusammenstellung der Werke im Ablauf kaum geändert.
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Das Duo Jabadao, bestehend aus Monika und Dieter Hartmann, erfreute mit seiner Musik. (Foto: ne)
Ein bunter Strauß religiöser Folklore
Benefizkonzert mit dem Duo Jabadao in der Essinger Quirinuskirche findet zahlreiche Zuschauer
Eine bunte Mischung internationaler Folklore, die im religiösen zuhause ist, wurde von dem Duo Jabadao in der Essinger Quirinuskirche vor zahlreichen Zuschauern vorgetragen. Die Interpreten verliehen den Stücken dabei einen eigenen, individuellen Charme.
Nele Kasper
Essingen. Das Duo Jabadao, bestehend aus Monika und Dieter Hartmann, erfreute in der Essinger Quirinuskirche mit seiner religiösen Folklore. Mit Gitarre, Banjo, Geige und Flöte trugen sie Liedgut aus verschiedenen Ländern vor, sangen den Text zweistimmig, und luden zum Mitsingen ein.
Alles hat seine Zeit, und darum ging es in „Turn, turn, turn“, dem ersten angestimmten Lied. Das Paar hatte sich vor dem Altar auf Stühlen platziert, die Instrumente zu beiden Seiten neben sich. Etwa 200 Besucher waren in die evangelische Kirche gekommen, viele Essinger, aber auch die Fangemeinde, die vor dem Konzert noch persönlich von den Akteuren begrüßt wurde.
Das Team der evangelischen Erwachsenenbildung hatte zu dem Benefizkonzert zugunsten der Kirchenrenovierung eingeladen. Zwischen den Stücken erklärte Dieter Hartmann den Inhalt und übersetzte den Text. Ausgesuchte Stellen aus der Bibel dazu rundeten die Darbietungen ab. „Gottesdienst soll Spaß machen“, sagte er, und forderte die Zuhörer immer wieder zum Mitmachen auf.
Das Publikum, zunächst etwas zaghaft, klatschte und sang, nach weiterer Ermunterung vielstimmig mit. Zu spanischen Rhythmen und lateinischem Text, stimmten die beiden „Gaudete Christus est natus“ an, ein Lied das seinen Ursprung im Mittelalter hat. Bekannte Stücke wie „Kum Ba Yah, my Lord“ oder „Halleluja“ gab es zu hören.
„Alle denken dran und keiner will rein – das Paradies“, moderierte Dieter Hartmann das Lied „Ar Baradoz“ an. Und genau davon handelte der keltische Grabgesang. Zum Verständnis gab es auch eine Strophe auf Deutsch.
Mit Gitarre und Flöte stimmte Jabadao dann das provenzalische Weihnachtslied „Noel nouvelt“ an. Es gab ein israelisches Stück, ein Mantra aus Indien für den Schutz durch die Kraft der Liebe, Lieder aus Tansania oder aus dem Süden der USA, die gemeinsam für ein buntes Programm sorgten.
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Armut als Herausforderung zum Handeln
Frauenfrühstück im Gemeindezentrum der Martinskirche – Altdekan Erich Haller über Vertrauensaufbau für Bedürftige
Welche Hilfen brauchen arme Menschen? Mit mehr Geld zuzuschießen sei es nicht getan, betonte Altdekan Erich Haller. Er sensibilisierte am Freitag 20 Frauen zwischen Kaffeetasse und Frühstückstisch im Gemeindezentrum der Martinskirche für diese Problematik und die Aufgabe der Kirchen.
Sandra Fischer
Aalen. Vielen nackten Zahlen folgte die Ernüchterung: „Der geringe Hartz-IV-Regelsatz soll für das alles reichen?“, entfährt es einer Besucherin beim Betrachten eines Infofaltblatts. Doch nicht nur Hartz-IV-Beziehern fehle es an Geld. Laut Statistischem Bundesamt gelten 15,5 Prozent der deutschen Bevölkerung als armutsgefährdet, verlas Haller. Dabei gelte als armutsgefährdet, wer monatlich weniger als 929 Euro netto zur Verfügung habe. Diese ungünstige Entwicklung der letzten Jahre, dem immer größeren Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich, sei einem komplizierten Steuersystem und einer „Klientel-Politik“ zuzuschreiben, meinte Haller. Er hatte sich in den letzten anderthalb Jahren intensiv als Vorsitzender des Sonderausschusses einer Arbeitsgruppe der Landessynode diesem Thema gestellt.
Die Landessynode hatte einen Schwerpunkttag im Juli zum Thema „Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze“ benannt und aktuelle „Herausforderungen zum Handeln“ formuliert. Fünf oder zehn Euro pro Monat mehr würden nicht viel bewirken, es gehe um die Teilhabe an der Gemeinschaft, am „normalen Leben“ sagte er. Kinder seien die am meisten Betroffenen, wenn es an Geld für den Sportverein, den Musikunterricht oder Ausflüge fehle. Und hier heiße es aufgepasst, denn „Armut vererbt sich“, zitierte er eine Statistik. Formen der Finanzierung solcher Teilhabe müssten gefunden werden. Die Kirche tue schon vieles, wusste Haller und nannte die Vesperkirche und den Kocherladen als herausragende Beispiele neben vielen kirchlichen Beratungsstellen. Vielen armutsgefährdeten Menschen fehle es an der Alltagsorganisation. Wie ein jeder mit dem Geld umzugehen pflege, sei eine Sache der Mentalität. „Nur fällt es bei den Reichen nicht so sehr auf, wenn sie es nicht können, denn sie haben ja genug“, sagte er. Als große Hürde habe Haller die Bürokratie zum Erhalt von Sozialleistungen kennengelernt, als er selbst einen jungen Mann unterstützte. Erschwerend komme hinzu, dass arme Menschen oft versuchten, ihre Armut zu verbergen. „Und ist die Scham überwunden, sollten sie sich nicht durch die Hilfe anderer stigmatisiert fühlen“, betonte er.
Nun sei es wichtig, innerhalb der Gemeinde eine Gruppe zu finden, die das Vertrauen gegenüber Betroffenen aufbaue. Fit in den Grundzügen des Sozialrechts und in bürokratischen Abläufen, könnten die Helfenden dieses Wissen in Familien transportieren. „Vertrauensbildend“ nannte er dies und einen sensiblen, offenen Umgang ohne Scheu nötig. Auf beiden Seiten der Scheren bräuchte es ein „Umdenken“ und einen „Begegnungsprozess“. „Denn wir können uns auf Dauer eine Finanzierung der Armut nicht mehr leisten.“
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WORT ZUM SONNTAG
Martin Schuster, Pfarrer in Ellwangen
295 Meter lang ist der Weg über den farbigen Marmorboden in der Kathedrale von Chartres, wenn man dem Weg des Labyrinths folgt. Dieses Labyrinth dient nicht dazu, den Wanderer in die Irre zu führen. Es will im Gegenteil dazu anleiten, den eigenen Weg des Lebens und des Glaubens anzunehmen. Es stellt nicht vor die Herausforderung der Entscheidung: Welchen Weg schlage ich ein? Der Weg des Labyrinths führt zur Mitte, er mutet dem Wanderer aber zu, sich führen zu lassen, auch wenn das Ziel aus dem Blick gerät.
Stellen Sie sich einmal vor, den Weg tatsächlich zu gehen. Zu Beginn kommt man dem Ziel schnell näher. Dann führt der Weg zur Seite, eine Kehre und fast hat man das Ziel erreicht. Dem Weg folgend, vor, zurück, in Viertelkreisen bewegen wir uns um das Ziel herum, unendlich scheint die Zahl der Kehren – hat es überhaupt einen Sinn weiterzugehen? Schließlich der Moment erschreckender Erkenntnis: Ich stehe fast wieder am Ausgangspunkt, weit bin ich gegangen, aber bin ich vorwärts gekommen? Doch der Weg öffnet sich zur Mitte und wird zum Ziel. So kann das Labyrinth von Chartres zu einem Spiegel unserer Lebens- und Glaubenserfahrungen werden. Es mutet uns zu, darauf zu vertauen dass Gott unsere Wege zum Ziel führt. Lesen Sie doch einmal die Geschichten von Abraham, Mose, Ruth oder Jona als solche Labyrinthgeschichten. Als Geschichten von Wegen und Umwegen und Abwegen, auf denen doch immer wieder die Treue Gottes, seine Gnade und Barmherzigkeit erfahrbar sind. Lassen Sie sich leiten auf Ihren Wegen!
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Die Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau haben begonnen. Die Aalener Delegation besichtigt mit Dekan Paul K. Dekyem (links) die Baustelle.
Geld für größeres Dekanat
Aalener Kirchenbezirk sammelt Spenden für Ghana – Dort fehlen Räume
Im evangelischen Kirchenbezirk Aalen läuft derzeit eine große Spendenaktion für den Partnerbezirk Akyem Abuakwa in Ghana. Unterstützt wird mit dem Geld dieErweiterung des Missionshauses in der ghanaischen Partnergemeinde.
Aalen. Nachdem eine Aalener Delegation im Sommer in Kyebi war, hat der Partnerschaftsausschuss beschlossen, die Partnerinnen und Partner in Ghana bei deren Baumaßnahmen am Missionshaus in Kyebi, dem Hauptort der Partner-Presbytery zu unterstützen. Das alte Haus aus den Gründerjahren der Basler Mission (ca. 1880), welches heute das Dekanatamt samt Büros und kleinem Versammlungsraum, Gästezimmern und Privaträumen des Dekans fasst, ist marode und zu klein. Die Wasserversorgung ist schlecht, Schulungsräume sind keine vorhanden, obwohl sie beispielsweise für die Katechistenausbildung dringend benötigt werden.
Ein Grundstück direkt hinter dem Haus konnte erworben werden und der Grundstein für den Erweiterungsbau ist bereits gelegt. Die Delegation hat Baupläne und Finanzierung eingesehen – die Kosten belaufen sich auf zirka 80 000 Euro – und ruft nun zu einem Zeichen der Solidarität auf.
Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch, Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses in Aalen, referierte bereits auf der Bezirkssynode Ende November über das Projekt. Sie rief dazu auf, auch an die „fernen Nächsten“ zu denken. Sie wies darauf hin, dass zwischen Akyem Abuakwa und dem Bezirk Aalen seit fast 15 Jahren eine lebendige Partnerschaft gewachsen sei, bei der man sich auch gegenseitig unterstützen sollte. Kaum ein anderes Projekt könne man in der Durchführung so transparent und direkt verfolgen wie dasjenige in Kyebi.
Bis zu 20 Prozent der Baukosten wolle der Kirchenbezirk versuchen aufzubringen. Das Geld sei absolut sinnvoll angelegt, da kirchliche Arbeit in Ghana wachse und diese Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen dringend notwenig seien. „Wenn kirchliche Arbeit in Ghana wachse, ist das auch für uns in Aalen ein Segen, sagt Heike Ehmer-Stolch.
Im Mai 2011 erwartet der Bezirk den Dekan aus Kyebi mit weiteren Mitarbeitern, sie werden auch über den aktuellen Stand des Bauprojekts berichten.
Spenden kann man direkt an: Kirchenbezirkskasse, Konto 110 004 790, BLZ 614 500 50 bei der KSK Ostalb, Stichwort: Baumaßnahmen Missionshaus Kyebi/Ghana. Überweisungsträger liegen in der kirchlichen Verwaltungsstelle, Wilhelm-Merz-Str. 13, im EG, im evangelischen Dekanatamt, Dekanstr. 4, oder in evangelischen Pfarrämtern und Kirchen aus.
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Die Versöhnungskirche ist für Gottfried Grimme ein zweites Zuhause geworden. (Foto: ls)
Vom Fast-Absturz zur Zufriedenheit
Oberkochener Mesner Gottfried Grimme: über die Suchthilfe zum erfüllten Christsein
„Meine Geschichte ist authentisch und in keiner Weise übertragbar. Weil ich dankbar dafür bin, dass sich einige Mosaiksteine als Hilfen für mein Leben vernetzt haben, spreche ich offen darüber“, betonte Gottfried Grimme (65) im Gespräch mit der Schwäbischen Post.
Lothar Schell
Oberkochen. Gottfried Grimme ist ein Mann mit vielen Facetten. Gerne geht er unter die Leute. Ein lieb gewonnenes Gesicht in der evangelischen Kirchengemeinde, wo er seit acht Jahren als Mesner in der Versöhnungskirche tätig ist. Es gab andere Zeiten, lange Jahre der Verzweiflung und jener Momente, als er kurz vor dem Absturz stand. Schon in der Jugendzeit hatte Gerhard Grimme mit dem Trinken begonnen, die Droge Alkohol setzte ihm und der Familie zu. Dann der Entzug und die Erkenntnis: „Es muss für mich im Leben doch mehr geben.“ Herzinfarkt und Schlaganfall lagen hinter ihm und zu allem Unglück verlor er seinen Arbeitsplatz. „Die ganze Familie hat mich unterstützt, allen voran meine Frau Elli, mit der ich nun seit 43 Jahren verheiratet bin“, schaut er dankbar zurück. Im Rahmen der Nachsorge schloss er sich in seinem damaligen Wohnort in Bopfingen dem unter dem Dach der Diakonie stehenden Freundeskreis Suchthilfe an. Dort machte er eine Ausbildung als Gruppenbegleiter. Bis heute ist er dort sehr engagiert in der Suchtkrankenhilfe tätig. „Auch wenn ich längst trocken bin und ein selbstbewusstes Leben führe, weiß ich, dass der persönliche Kampf gegen die Droge immer weiter geht“, betont er und er setzt hinzu: „Wenn ein Suchtkranker glaubt, dass die Sucht kein Thema mehr für ihn ist, dann kann das Thema schon wieder hautnah da sein.“
„Ich habe meine Lebenssituation offen gelegt“, umschreibt Gottfried Grimme jenes Netzwerk von Mosaiksteinen, die ihm neben seinem Einsatz in der Selbsthilfegruppe zu einem geordneten Leben verholfen haben. Mit 58 Jahren stand er vor der schwierigen Frage, wie es beruflich weiter gehen soll. Von seinem Schwager erfuhr er, dass die evangelische Kirchengemeinde Oberkochen einen Mesner sucht und seine Schwägerin hatte ihn ermuntert, seine Stärken, mit Menschen gut kommunizieren zu können, doch zu nützen. Schonungslos erzählte er Pfarrer Albrecht Nuding und dem Kirchengemeinderat seine Lebensgeschichte. „Durch die Therapie und den Einsatz in der Suchthilfe war ich viel selbstbewusster geworden“, erinnert sich Grimme, dem die Kirchengemeinde grünes Licht gab für eine 60 Prozent-Stelle. Durch den Einsatz von Bürgermeister Peter Traub bei der Kreisbaugenossenschaft Aalen komplettierte sich das berufliche Glück in Form einer Hausmeisterstelle.
Gelebtes Christsein
Der dritte Mosaikstein war der nie abreißende Einsatz in der Suchthilfe, wo er sich weiter ausbilden ließ.
In der Arbeit als Mesner, die er nach seinem offiziellen Ruhestand heute noch täglich für einige Stunden verrichtet (Grimme: „Vor allem die Pflege des evangelischen Friedhofs liegt mir am Herzen“), habe er Erfüllung gefunden und entdeckt, „dass es im Leben Gott als zentrale Mitte gibt.“ Seine Arbeit in der Kirche sieht er als Berufung, das Dienen für die Gemeinde sei für ihn Synonym für den Dienst am Schöpfer. „Einfach den Leuten zuhören, Nächstenliebe üben, mal zu schweigen oder einen Rat aus dem eigenen Leben heraus zu geben, das ist für mich Christsein“, sagt er. Nach seiner Therapie hatte Gottfried Grimme auch einen Bibelkreis besucht. „Die Leute haben für mich gebetet, dass ich eine Wohnung bekomme und ich habe so was wie eine Gebetserhörung gefunden“, sagt er. Seine Lebensgeschichte sei nie und nimmer übertragbar, sie sei einfach authentisch, setzt er hinzu und er sei glücklich, innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit gefunden zu haben.
Und hinsichtlich seiner Arbeit im Bopfinger Freundeskreis Suchthilfe bekennt Grimme offen: Das ist meine Geschichte, ohne mich profilieren zu wollen. Wenn ich einem von hundert helfen kann, von der Krankheit wegzukommen, dann ist das ein Segen.“
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Die 15. Wasseralfinger Vesperkirche beginnt am 6. Februar. Sie kann nur wegen vieler ehrenamtlicher Helfer stattfinden. Diese sind zu einem Vorbereitungstreffen zusammengekommen.
Vesperkirche: Jeder Mensch ist eine wichtige Zutat
„Einfach himmlisch gut“ ist das Motto der Aktion der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen
Von Markus Lehmann
Aalen-Wasseralfingen (lem) - Es sind ganz neue Gesichter dabei und auch diejenigen, die sich schon bei der ersten Wasseralfinger Vesperkirche engagiert haben: Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und jeden Alters, vom Schüler bis zur Rentnerin. Das Vorbereitungstreffen zeigt, wie bunt die 15. Wasseralfinger Vesperkirche wieder sein wird.
Vier Wochen lang täglich eine warme Mahlzeit in der Gemeinschaft, sich begegnen, miteinander sprechen im Haus von Jesus Christus, in dem die Sakristei zum Kuchenlager und die Kirchenbank zur Tafel wird. Auch das wird wieder der Geist der Vesperkirche der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen sein, eine der ältesten im Land und Vorbild für die mittlerweile 25 anderen Vesperkirchen in Baden-Württemberg.
Seit Anbeginn gleich geblieben ist insgeheim das Motto „Die Mischung macht’s“. So jedenfalls grüßt Pfarrerin Ursula Richter die gut 50 ehrenamtlichen Helfer im evangelischen Gemeindehaus. Weil sie aus einer Bäckerfamilie stammt, vergleicht sie jeden der Engagierten mit einer Backzutat: „Aus verschiedenen Zutaten wird etwas ganz Tolles.“ Das offizielle Motto der 15. Vesperkirche heißt aber „Einfach himmlisch gut“.
Pfarrer Bernhard Richter wurde schon vor einiger Zeit von Menschen in der Aalener Innenstadt angesprochen, wann es wieder los gehe, berichtet er. Die Vesperkirche sei ein ganz wichtiges Ereignis, das außer warmem Essen ein Stück Wärme und Menschlichkeit vermittle. Und sie sei notwendiger denn je. Immer mehr Menschen träfen die gestiegenen Lebenshaltungskosten, immer mehr fühlten sich in ihrer Armut ausgegrenzt. Und immer häufiger erlebe man, dass Kinder nach der Schule vor verschlossenen Türen stünden, nichts zum Essen bekommen oder sich ein Essen in der Schulmensa schlicht nicht leisten können. Kinder zahlen deshalb nur 50 Cent pro Mittagessen.
Welch planerischer Aufwand hinter jeder Vesperkirche steckt, zeigt die organisatorische Einführung von Gudrun Fetzer, dabei seit der ersten Vesperkirche: Wer übernimmt die Arbeit beim Ein- und Ausräumen der Geschirrspülmaschine, wer macht mit beim Kleiderbasar (vom 10. bis 23. Februar), wer putzt die Kirche nach dem gemeinsamen Essen, wer ist für die Kuchenspenden zuständig? In Listen haben sich bereits die eingetragen, die für die Küchenarbeit und die Kinderbetreuung zuständig sind. Etwa 130 Helfer sind dabei – darunter auch Schüler und Schülerinnen von Realschule und Gymnasium sowie die Konfirmanten.
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Von links: Vorsitzender des Festausschusses Bernhard Wettemann, Silvia Mühlberger (300 Euro für den Kindergarten Regenbogen), Ortsvorsteher Felix Auracher, Heidi Neher (200 Euro für die evangelische Kirchengemeinde), Pfarrer Willi Scheitz für die katholische Kirchengemeinde, Bürgermeister Werner Kowarsch, Helmut Merkle (200 Euro für die Seniorengruppe). (Foto: ks)
Verteilung des Festerlöses der 775-Jahr-Feier in Hülen
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Vater Johannes erteilt für die Kopten die Kommunion. (Fotos: ks)
„Wir haben schon Angst“
Wie koptische Christen aus Oberkochen mit anderen Gemeindemitgliedern in Stuttgart Weihnachten feiern
In Stuttgart haben koptische Christen aus ganz Baden-Württemberg am Donnerstagabend die Weihnachtsmesse gefeiert. Nach dem Anschlag in Ägypten und Terror-Warnungen für Deutschland, kamen viele mit einem mulmigen Gefühl. Polizeischutz wie in Frankfurt oder München gab es nicht. Dennoch stand ein Streifenwagen vor der Tür, als die Kopten die Kirche verließen. Auch eine junge Familie aus der koptischen Gemeinde in Oberkochen war mit dabei.
Katharina Scholz
Stuttgart/Oberkochen. Draußen vor der Kirche in Stuttgart-Degerloch haben die Kopten einen kleinen Altar aufgebaut. Kerzen, ein Kreuz, die ägyptische Flagge und Fotos erinnern an die Opfer des Anschlags von Alexandria am Neujahrstag. Drinnen wirkt Vater Johannes ruhig. Obwohl er so kurz vor der Weihnachtsmesse schon ein wenig im Stress ist. Er begrüßt jedes Gemeindemitglied und jeden Gast, der an diesem Tag in seine Kirche gefunden hat. Zwei Fernsehsender wollen ein Interview, das Radio auch. Noch schnell ein Foto für die Zeitung. Ob er Angst hat, wollen alle Journalisten wissen. Die Antwort ist immer die Gleiche: „Ich bin in Gottes Hand.“
Drei Gemeinden betreut Vater Johannes Ghali in Baden-Württemberg. In Stuttgart, in Tuttlingen und in Oberkochen. Die meisten seiner Gemeindemitglieder stammen aus Ägypten, die Tuttlinger und Oberkochener Kopten stammen aus dem Sudan. Elf Familien leben seit Ende der 80er-Jahre in Oberkochen. Eigentlich ist es mehr eine sehr große Familie. „Wir sind alle miteinander verwandt“, sagt ein junger Familienvater aus Oberkochen. Er möchte lieber anonym bleiben. „Die koptischen Christen haben bei uns Gastrecht“, sagte tags zuvor Achim Bellmann, der evangelische Pfarrer in Oberkochen am Telefon.
Zweimal im Monat kommt Vater Johannes und zelebriert in der Versöhnungskirche in Oberkochen die Messe. Nach der Messe gibt Vater Johannes für die Kinder koptischen Religionsunterricht und Lektionen in koptischer Sprache und Kultur im evangelischen Gemeindehaus. „Einmal im Jahr feiern wir auch einen großen ökumenischen Gottesdienst“, sagt Pfarrer Bellmann. Evangelisch, katholisch und koptisch.
Nach der Predigt findet Vater Johannes einige persönliche Worte. Er bedankt sich bei den evangelischen und katholischen Gästen. „Sie sind ja eigentlich nicht gekommen, um mit uns Weihnachten zu feiern“, sagt er. „Sie sind gekommen, um mit uns zu sterben.“ Füreinander zu sterben sei der größte Ausdruck der Nächstenliebe.
Die Familie aus Oberkochen ist ein wenig später gekommen. Sie wollten den zwei kleinen Töchtern die über dreistündige koptisch-orthodoxe Liturgie nicht antun. Dafür hat man Verständnis hier. Nach dem Gottesdienst sitzen die Eltern noch ein paar Minuten mit Freunden zusammen. Früher waren sie es gewohnt Angst zu haben. In Deutschland ist das ein neues Gefühl für sie. Die letzten Jahre wäre es keine Frage gewesen, ob sie zur Weihnachtsmesse nach Stuttgart fahren. Dieses Jahr haben sie es sich gut überlegt. „Wir haben schon Angst“, sagt die junge Frau.
Neben ihr sitzt eine Freundin, die aus Alexandria stammt. Es war ihre Kirche, vor der die Autobombe explodiert ist. Viele der Opfer hat sie gekannt. Der Anschlag in Ägypten und die Terror-Drohungen in Deutschland lassen die Kopten an die Erlebnisse ihrer Jugend denken. „Im Sudan haben wir immer mit der Angst gelebt“, sagt der junge Mann aus Oberkochen. „Nie konnten wir uns sicher fühlen“. Diskriminierung und Gewalt haben zum Alltag gehört. „Das kann man gar nicht alles erzählen“, sagt er.
Nach einer Pause erzählt er dann doch eine Sache. Einmal da habe er einen Unfall gehabt. Muslime, die ihn gesehen haben, hätten ihm nicht geholfen, stattdessen noch geschlagen. Ihn, den Christen. Eigentlich würde jetzt die ganze Gemeinde bei einem großen Bankett zusammen essen. Aus Respekt vor den Opfern aus Alexandria haben sie es dieses Jahr abgesagt.
Als die Familie die Kirche verlässt, steht ein Streifenwagen vor der Tür. „Danke“, ruft die junge Frau und winkt den beiden Beamten zu. Sie wirkt erleichtert. Die Kirchentüren sind aufgegangen und keine Bombe ist explodiert, niemand hat geschossen. Jetzt freut sie sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest mit Familie und Freunden. Und gutes Essen nach der Fastenzeit.
Kopten
Der Begriff „Kopten“ bezeichnet heute die ägyptischen Christen. Die koptische Kirche in Ägypten soll im ersten Jahrhundert nach Christus vom Evangelisten Markus gegründet worden sein. Es gibt auch kleinere Gemeinden in Lybien und im Sudan, von wo die Familie aus Oberkochen stammt. Heute bilden die Kopten in ihren Heimatländern eine Minderheit. In Deutschland leben ca. 6000 Kopten, 150 Familien in Baden-Württemberg, 11 in Oberkochen.
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Foto: dog
800 Euro für Oberdorfer Kindergärten
Mit einer Spende in Höhe von 800 Euro beglückte Thomas Mayer vom Bund der Selbstständigen Oberdorf (Mitte) die beiden örtlichen Kindergärten. Marion Walter vom evangelischen Kindergarten (links) und Waldtraud Schwarz vom katholischen Kindergarten Oberdorf (rechts) nahmen den Geldbetrag gern entgegen. Die Kindergärten wollen damit neue Kochtöpfe und Schneidebretter sowie die Puppenküche auf den neuesten Stand bringen. (Text / Foto: dog)
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Unternehmer spenden für Kindergärten
Unternehmer spenden für Kindergärten
Bopfingen-Oberdorf / ham Die Aktion hat sich gelohnt: 800 Euro hat der Bund der Selbstständigen (BdS) aus Oberdorf beim Nikolausmarkt erlöst. Jeweils 400 Euro davon haben die Unternehmer jetzt dem katholischen Kindergarten „Christus König“ Oberdorf und dem evangelischen Kindergarten Oberdorf gespendet.
Das Geld ist gut angelegt: „Wir kaufen neue Töpfe für unsere Küche“, sagt Waltraud Schwarz (rechts), Leiterin des katholischen Kindergarten. Im evangelischen Kindergarten wird mit der Spende die Puppenstube neu eingerichtet, wie die Leiterin, Marion Walter (Zweite von links), verrät. Die Spende übergaben Thomas Mayer (Zweiter von rechts) und Alexander Plöchl (links) vom BdS.
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Himmlisch: Vesperkirche lädt wieder ein
Himmlisch: Vesperkirche lädt wieder ein
Die Wasseralfinger Institution öffnet am 6. Februar unter dem Motto „einfach–himmlisch-gut“ erneut die Pforten
Aalen-Wasseralfingen / an Die Verantwortlichen der Wasseralfinger Vesperkirche planen und organisieren die inzwischen 15. Vesperkirche in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. Als eine der ältesten Vesperkirchen überhaupt ist sie ab dem 6. Februar wieder vier Wochen lang für Menschen aus völlig unterschiedlichen Lebenslagen eine Begegnungsmöglichkeit.
„Auf Augenhöhe kommen Menschen zusammen, die sonst im Leben häufig aneinander vorbeileben. Dies macht die Vesperkirchen, die es inzwischen in über 25 Städten vor allem in Baden-Württemberg gibt, zu wertvollen Orten des sozialen Miteinanders“, so die Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen, Gudrun Fetzer und Pfarrerin Ursula Richter.
In der besonderen Atmosphäre des Kirchenraumes und bei einem warmen und günstigen Mittagessen setzen sich junge und alte Menschen gemeinsam an einen Tisch. Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, kommen mit Menschen, die in gut situierten Verhältnissen leben, ins Gespräch. Einsame Menschen erleben für ein paar Stunden Gemeinschaft
Alle sind eingeladen
Eingeladen sind alle Menschen, mit und ohne Obdach, arme und weniger arme Menschen, Schüler, Senioren, Alleinerziehende, Familien, Jugendliche und viele mehr. Menschen erfahren in der Vesperkirche, dass sie mit allen Problemen und Sorgen von Gott und den Menschen angenommen werden und willkommen sind.
Wer gerne mitarbeiten möchte, sollte am Dienstag, 11. Januar um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wasseralfingen den Informations- und Einführungsabend besuchen. Dort werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorbereitet und in die Teams eingeteilt.
Auch 2011 muss sich die Wasseralfinger Vesperkirche und die daraus wachsende weiterführende Begleitung Bedürftiger, zum Beispiel im offenen Begegnungstreff Magda-Eckle, allein aus Spenden, dem Verkauf von Essensgutscheinen und dem Eigenbeitrag der Gäste zum Mittagessen finanzieren. Deshalb bitten die Verantwortlichen wieder um Unterstützung der Vesperkirche durch Spenden. Diese können auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen, Kontonummer 382 700 007 bei der VR-Bank Aalen (BLZ 614 901 50) unter dem Stichwort „Vesperkirche / Magda-Eckle / Bedürftige“ eingezahlt werden. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt.
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Die glänzenden Musiker (von links) Johannes Knoblauch, Johann Konnerth, Thomas Haller und Joachim Jung bescherten den Besuchern der Stadtkirche in der Silvesternacht ein festliches Konzert.
Festliche Musik beschließt das alte Jahr
Schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn werden die Sitzplätze in der Stadtkirche knapp
AALEN / kul Das Silvesterkonzert in der evangelischen Stadtkirche gehört zu einer der schönsten neueren Aalener Traditionen, zumal das Konzert nicht reinem Musikgenuss frönt, sondern in religiöser Intention auf das abgelaufene Jahr zurückblickt und auf das kommende voraus.
Es ist die vorletzte Stunde des Jahres. Und wer noch einen guten Sitzplatz in der Stadtkirche ergattern will, tut gut daran, reichlich früh zum Konzert zu erscheinen. Giovanni Battistas „Toccata per il Deo Gratias“ klingt zur Eröffnung in den Kirchenraum. Johann Konnerth, Johannes Knoblauch und Joachim Jung spielen auf der Trompete, Kirchenmusikdirektor Thomas Haller begleitet an der Orgel. Der Auftakt klingt festlich und freudig zugleich.
„Das alte Jahr ist vergangen, doch nicht Gottes Treu“, hebt Pfarrer Bernhard Richter in seiner Begrüßung hervor. Seine Zuhörer lauschen und folgen seiner Aufforderung zu innerer Einkehr. „Lassen Sie in dieser Stunde der Kirchenmusik in Gedanken das alte Jahr nochmals Revue passieren.“ Dank der der Musik innewohnenden Kraft soll dies bewerkstelligt werden und zugleich soll das Konzert den Mut zum Optimismus für das kommende Jahr 2011 befördern.
Mit dem „Allegro cantabile“ aus Charles-Marie Widors 5. Sinfonie begleitet Thomas Haller diese Exkursion. Er huldigt dabei einem ruhig dahinfließenden Klang, der erst in Händels nachfolgender „Oratorien Suite“ (Bläser und Orgel) wieder zu klareren Strukturen findet. Besonders charmant herausgearbeitet und mit dem Wohlwollen der Konzertbesucher bedacht, die „Tochter Zion“ - Melodie. Danach nochmals Widor und dessen „Adagio“ aus der 5. Sinfonie. Ein exzellenter Übergang zu Pfarrer Richters Lesung, in der er die allgegenwärtigen Unwägbarkeiten anspricht, die an der Schwelle zum neuen Jahr die Menschen belasteten. Mit Versen aus der Bergpredigt warnt er vor falschen Sorgen. Mut will er mit den „Anweisungen für die Gemeinde“ machen. Die aus dem Matthäusevangelium entnommene Textpassage befasst sich mit der menschlichen Selbstsicherung. „Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben auch nicht um einen Augenblick verlängern.“ Echter Glaube verwandle Sorgen in Mut und Zuversicht, so Pfarrer Richter. Soviel Mut tut gut. Auch den Musikern, die mit Purcel und Bach das Konzert fortsetzen. Erfrischend und mit Feingefühl zelebriert Thomas Haller dabei Widors „Toccata“ und erntet dafür spontanen Beifall.
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