Anzahl der Taufen
So viele Taufen wie lange nicht Demografischer Wandel schlägt sich in Aalen nicht auf die Zahl der evangelischen Täuflinge nieder
Das Jahr der Taufe, das die evangelische Kirche Deutschland für 2011 ausgerufen hat, geht zu Ende. In Aalen haben die Protestanten das Thema bei der Frühjahrssynode stärker ins Bewusstsein gerückt. Die absoluten Zahlen der Täuflinge sprechen für einen Trend, sich taufen zu lassen. „Trotz demografischen Wandels ist die Zahl der evangelisch Getauften in der Kocherstadt 2011 auf 57 gestiegen“, sagt Dekan Ralf Drescher.
Ulrike Schneider
Aalen. Seit 2008 stellt die evangelische Kirche Deutschland jedes Jahr unter ein neues Thema. Für dieses Jahr wurde das Jahr der Taufe in der württembergischen Landeskirche ausgerufen. Doch die evangelische Kirche steckt nicht in einer Tauf-Krise, wie ein solcher Titel auf der Agenda vielleicht vermuten ließe. Das sagt der Blick auf die Anzahl der Getauften – zumindest gilt dies nicht für Aalen. In den vergangenen fünf Jahren haben sich in der Kocherstadt zwischen 50 und 57 Kinder, Jugendliche und Erwachsene jährlich taufen lassen (siehe Grafik). Dabei war mit 57 evangelisch Getauften die Zahl so hoch wie in den vergangenen fünf Jahren nicht.
„Wir werden als Evangelische zwar jährlich weniger, aber die Taufen nehmen nicht ab“, konstatiert Dekan Ralf Drescher und verweist dabei auf den demografischen Wandel. Im Ostalbkreis beispielsweise sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahre von 1990 bis 2010 um 12,3 Prozent (auf rund 85 000) zurückgegangen. Die Kinder unter sechs hätten sich in diesem Zeitraum sogar um 22,6 Prozent reduziert. Es gelte, sich mit diesen Zahlen auseinanderzusetzen.
Zumal es nicht mehr wie früher selbstverständlich sei, dass Eltern ihre Kinder taufen ließen. Und so begreift Dekan Drescher auch das Jahres-Thema Taufe als Impuls und als Chance. Als Chance, das Bewusstsein der Getauften für ihre eigenen Taufe zu stärken, die Taufbereitschaft von Eltern im Blick auf die Taufe ihrer Kinder zu fördern und Erwachsene auf dem Weg zur Taufe einzuladen. „Schließlich ist die Taufe Gottes Ja über unserem Leben“, erklärt der Dekan. Dieses Themas habe man sich bei der Frühjahrssynode in Essingen umfassend angenommen, erinnert er. Mit Referat und Aussprache.
Dekan Ralf Drescher: „Ich begreife das Jahr der Taufe als eine Chance.“
Gleichzeitig ist für Drescher die Taufe aber auch Bestandteil des Gottesdienstes. Vor diesem Hintergrund werde man sich auch im kommenden Jahr, dem Jahr des Gottesdienstes („Wir wollen den Gottesdienst wieder in die Mitte unseres Glaubenslebens rücken“), weiterhin mit dem Sakrament der Taufe befassen. Etwa in Tauferinnerungsgottesdiensten. Aber auch die üblichen Taufgespräche mit jungen Familien würden genutzt, Impulse zu geben – und die Taufen selbst auch.
Die sollten ein schönes Erlebnis für alle sein. Dabei denke er weniger an eine Art Happening, wie es manche Freikirchen veranstalten. Aber ein beeindruckender Gottesdienst in der Kirche oder im Grünen mit einer oder mehreren Taufen gleichzeitig seien mit seiner Vorstellung, ein Kind in der Mitte der Gemeinde zu taufen, gut vereinbar. Jedoch sei er dagegen, den Täufling unterzutauchen. „Drei Mal mit Wasser beträufeln genügt“, sagt Drescher und fügt an: „Taufen ist Handeln im Namen Gottes.“
Warum hat die evangelische Kirche für 2011 das Jahr der Taufe ausgerufen?
Die EKD hat die Jahre 2008 bis 2017 zur Reformationsdekade ausgerufen. Anlass ist: 1517 – also vor 500 Jahren – hat Martin Luther seine Thesen angeschlagen. Bis zum Jubiläumsjahr soll in jedem Jahr ein anderes Thema auf der Agenda stehen, das nicht nur zurückblickt auf den Umbruch der Reformationszeit, sondern vor allem zeigt, wie aktuell diese Themen für das kirchliche und gesellschaftliche Leben heute sind.
2011 war dem Thema Taufe gewidmet;
2012 wird zum Jahr des Gottesdienstes.
-> zurück zur Übersicht 2011
evangelischer Kirchenchor Lauchheim-Westhausen sang stimmungsvoll im Rittersaal
Vorweihnachtliche Einstimmung
Wohlklingende, musikalische Weisen beim Adventskonzert im Rittersaal auf Schloss Kapfenburg
Großen Anklang fand das traditionelle Adventskonzert der evangelischen Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen im Rittersaal auf Schloss Kapfenburg. Viele Besucher aus Nah und Fern füllten das historische Gemäuer, um sich mit einem musikalischen Gottesdienst auf die kommende Adventszeit einzustimmen.
Karin Müller
Lauchheim. „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“, mit diesem Psalm eröffnete Pfarrer Uli Marstaller den Adventsabend und gleichzeitig auch das neue Kirchenjahr. Dieses, so Marstaller, solle ein „Jahr des Gottesdienstes“ sein und große Gemeinschaft unter den Menschen und mit Gott stiften.
„Oh Bethlehem du kleine Stadt“ und weitere Adventslieder sang stimmungsvoll der evangelische Kirchenchor – eine kleine Sängergruppe mit 15 Stimmen, unter der langjährigen Leitung von Sandra Saur. Immanuel Dobler begleitete nicht nur die Lieder am Flügel, sondern zeigte meisterlich sein großes Können an den Tasten bei Mozarts „Fantasie“-Komposition, einem Musikstück mit ständig wechselndem Tempo und ungewöhnlichem Rhythmus.
In seiner Predigt aus dem Buch Sacharja mit der bekannten Textstelle „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und Helfer“ forderte Marstaller die Menschen zu mehr Solidarität auf. „Advent ist viel mehr als der Werbeprospekt im Briefkasten. Frieden wird nur dort, wo es nicht um Macht und Geld gehe“, sagte er und lobte den Einsatz der Jugendlichen aus seiner Gemeinde, die tags zuvor bei der Orangenaktion dazu einen großen Betrag lieferten.
Mit wohlklingenden, musikalischen Adventsweisen wie „Pastorella“, „Carol oft the Bells“ und „Machet die Tore weit“ spielte sich die Gastgruppe der zehn Frauen des Flötenensembles aus Oberkochen, unter der Leitung von Ruth Koch, in die Herzen der Konzertbesucher.
Zum Abschluss des musikalischen Adventsgottesdienstes waren alle eingeladen das Lied „Macht hoch die Tür“ zu singen und mit in die Nacht hinaus zu nehmen.
-> zurück zur Übersicht 2011
Auch Oberbürgermeister Martin Gerlach brachte ein Geschenk mit. Brigitte Jooß-Neukamm, die Leiterin der Kindertagesstätte, freute sich sehr. (Foto: hag)
Karrierechancen von Frauen erweitern
Die Aalener Hochschul-Kindertagesstätte „Einsteinchen“ existiert seit einem Jahr – bald eine zweite Gruppe?
„Einsteinchen“ heißt die Kindertagesstätte unweit der Hochschule im Aalener Wohngebiet Hüttfeld. Kein Wunder, dass diese Einrichtung etwas ganz Besonderes ist. Seit einem Jahr genau kümmert man sich dort um Kinder von Studierenden, Mitarbeitern und Lehrpersonal.
Manfred Moll
Aalen. Es hatte keine große Einweihungsfeier gegeben vor Jahresfrist, als das „Einsteinchen“ an der Ecke Silcherstraße / Richard-Wagner-Straße in Betrieb gegangen ist. Deshalb wolle man jetzt den „1. Geburtstag“ gebührend begehen, schickte Doris Klein voraus, die Leiterin der Familienbildungsstätte Aalen.
Gleich um die Ecke, im oberen Foyer der Hochschule in der Beethovenstraße, fand die kleine Geburtstagsfeier statt. Das Besondere der Kinderbetreuungseinrichtung umriss Doris Klein zu Beginn. Es sei ein einmaliges Modell: die Immobilie gehöre dem Land, der Träger sei eine ökumenische Einrichtung (FBS), die Stadt trage die Betriebskosten, geschlossen sei nur während der Semesterferien, die Studierenden (AStA) haben sich an den Kosten beteiligt. Geöffnet hat die Kindertagesstätte von 7.30 Uhr bis 17 Uhr. Dort werden Kleinkinder ab acht Wochen betreut, bis zum Kindergarteneintritt. Die erste Gruppe ist voll, es existiert bereits eine Warteliste für 2012.
Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider sagte, die Aalener Hochschule werde jetzt zügig die Frage angehen, ob eine zweite Gruppe eingerichtet werden könne. Die Kindertagesstätte sei sehr wichtig, sie erweitere die Chance von Frauen in Richtung Karriere. Die Hochschule Aalen wolle hinsichtlich der Familienfreundlichkeit spitze sein.
Oberbürgermeister Martin Gerlach, der Dekan der evangelischen Kirchengemeinde Aalen, Ralf Drescher, und die Kindergartenbeauftragte der katholischen Gesamtkirchengemeinde Aalen, Gemeindereferentin Angelika Keßler, sprachen weitere Grußworte und brachten Geschenke mit. Brigitte Jooß-Neukamm, die Leiterin der Kindertagesstätte, nahm sie erfreut entgegen.
In den Grußworten kam zum Ausdruck, dass der „Modellfall“ (Ralf Drescher) der Hochschul-Kindertagesstätte mittlerweile allgemein anerkannte Arbeit leistet. Die besondere Vernetzung zweier Kirchengemeinden, der Stadt und der Hochschule sei vorbildlich. OB Martin Gerlach und Angelika Keßler wortspielten mit dem Namen und meinten, das „Einsteinchen“ sei ein besonderer Stein im Mosaik der Aalener Kinderbetreuung mit ihren insgesamt 45 Trägern.
Brigitte Jooß-Neukamm zeigte eine Foto-Präsentation, in der der Alltag der Kleinkinderbetreuung vorgestellt wurde, inklusive des gemeinsamen Mittagessens und anschließenden Mittagsschlafes der Kinder.
Weitere Informationen übers „Einsteinchen“ gibt es im Internet unter www. htw-aalen.de, Rubrik „Service“, Kinderbetreuung.
-> zurück zur Übersicht 2011
Gesundes Vitamin C für einen guten Zweck
Gesundes Vitamin C für einen guten Zweck
Westhausen / mab Gesund sein macht glücklich und hilft so nebenbei noch anderen Menschen. Die Orangenverkaufsaktion der evangelischen Kirchengemeinde Westhausen/Lauchheim verbindet immer vor dem ersten Advent beide Vorteile zu einer perfekten Symbiose. „Dieses Jahr haben wir uns zum Ziel gesetzt 8000 Orangen zu verkaufen“, sagt Pfarrer Ulrich Marstaller. Die schönen, großen saftig orangenen Früchte aus garantiert biologischem Anbau kosteten ein Euro das Stück. Der Erlös aus dem Verkauf in den Gemeinden Westhausen und Lauchheim gehen zugunsten äthiopischer Straßenkinder. Der Verkauf lief prächtig, sodass die Chance das hoch gesteckte Ziel zu erreichen, doch in greifbare Nähe rückte.
-> zurück zur Übersicht 2011
Mit dem Verkauf von Orangen helfen auch die Kinder aus der evangelischen Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen armen Straßenkindern in Addis Abeba. (Foto: kmü)
Drei Tonnen Orangen verkauft
Lauchheim-Westhausen. „Wir möchten den Straßenkindern in Addis Abeba (Äthiopien) helfen, dass sie etwas zu essen bekommen und eine Schule besuchen können“, sagen Franziska, Johannes, Andreas und Niklas aus Westhausen, die in der Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen zusammen mit ihren Freunden 650 Kilo der süßen Früchte verkauft haben.
Auch in 14 weiteren Gemeinden hatten Kinder und Jugendliche aus Jungscharen und Konfirmandengruppen die Leiterwagen vollgepackt, um von Haus zu Haus zu ziehen. Knapp drei Tonnen saftige Orangen, bio und fair gehandelt, wurden am Samstag im Ostalbkreis bei der traditionellen Orangenaktion des evang. Jugendwerkes und ejw Weltdienstes verkauft. Gabi Vogt, Jugendreferentin im evangelischen Jugendwerk Aalen, ist jedes Jahr zusammen mit ihrem Arbeitskreis Jungschar für diese Aktion verantwortlich. Den Reinerlös erhalten Straßenkinder in Addis Abeba/Äthiopien, die damit in zwei Kinderzentren des CVJM-Weltdienstes mit Kleidung, geregelten Mahlzeiten sowie Ausbildung versorgt werden. kmü
-> zurück zur Übersicht 2011
Erfreuten das Publikum in der Pfarrkirche St. Erhardt in Walxheim mit einem wunderschönen Konzert: die junge Geigerin Rebekka Hartmann und die Musikpädagogin und Cembalistin Caroline Bergius. (Foto: dog)
Besonderer Glanz
75. Walxheimer Pfarrhauskonzert
Mit einem musikalischen Kleinod der Extraklasse wurden die Besucher des 75. Walxheimer Pfarrhauskonzertes erfreut. Das Duo Isaria Rebekka Hartmann (Violine) und Caroline Bergius (Cembalo) verlieh am Freitagabend in der evangelischen Pfarrkirche St. Erhardt mit seinem Auftritt dem 75. Walxheimer Pfarrhauskonzert einen besonderen Glanz.
Beide Künstlerinnen, die junge, trotz ihrer 30 Jahre mehrfach preisgekrönte Rebekka Hartmann und die erfahrene, ebenfalls hochdekorierte und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Caroline Bergius, verzauberten das Publikum unter anderem mit Werken von Georg Friedrich Händel und Johannn Sebastian Bach. Wobei die jeweiligen Soli, darunter die Suite Nr. 7, g-moll für Cembalo solo von Händel und die Sonate Nr. 4 c-moll, BVW 1017 von Bach zu einem musikalischen Hochgenuss gerieten.
Die nicht minder virtuos am Cembalo aufspielende Caroline Bergius mag es verzeihen, doch der eigentliche Star des Abends dürfte dann doch die junge Geigerin Rebekka Hartmann gewesen sein. Szenenapplaus und Bravo-Rufe begleiteten den ganzen Abend über ihr virtuoses Spiel.
Gesangliche Begleitung, in welcher Form auch immer, war hier nicht vonnöten. Die von Rebekka Hartmann gespielte Stradivari ersetzte jede Stimme. Ob jubilierend oder voller Trauer – das Geigenspiel der jungen, grazilen Frau verzauberte und bezauberte gleichermaßen.
Dass dieses bereits weltweit bekannte Ausnahmetalent, diese trotz ihrer noch jungen Jahre sensibel und technisch perfekt agierende Musikerin ausgerechnet in Walxheim einen ihrer ganz großen Auftritte haben sollte, dürfte für den Veranstalter des Konzerts, Pfarrer Gerhard Bergius, eine ganz besondere Ehre gewesen sein. dog
-> zurück zur Übersicht 2011

Die Bopfinger Vesperkirche ist mit einem Gottesdienst am ersten Advent feierlich eröffnet worden
Bereits zum vierten Mal öffnet die Bopfinger Stadtkirche ihre Pforten zur Vesperkirche. Alle sind von nun an bis zum 2. Dezember eingeladen, gemeinsam in der Kirche zu essen und sich zu begegnen. Am Sonntag wurde die Vesperkirche mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet.
Bopfingen. Das Ziel der
Vesperkirche sei, die Gemeinschaft zusammenzuführen und zu fördern, meinte
Pfarrer Michael Rau. Jesus habe weniger durch Predigten gewirkt, sondern Jesus
habe mit ganz unterschiedlichen Menschen den Tisch geteilt. Indem man die Vesperkirche
in der Kirche selbst veranstalte, sei demzufolge Jesus der Gastgeber.
Da das miteinander essen heutzutage immer seltener werde, bekämen die Menschen
so die Chance, sich in der Mitte des Tages zu besinnen, angeregte Gespräche zu
führen und sich von freundlichen Helfern bedienen zu lassen. Ein Händedruck,
ein freundlicher Blick, eine ermutigende Geste gehören zum Essen dazu.
Bis zum 2. Dezember werden die Tafeln von 12 bis 14 Uhr gedeckt sein. Auch in
den Fürbitten spiegelte sich der Grundgedanke dieser Aktion wieder. „Lass uns
Zeit und Muße für das Wesentliche finden“ und „Wir denken vor dir an alle, die
sich vor der Adventszeit fürchten, weil sie einsam sind“, hieß es dort.
Der katholische Pfarrer Waldemar Wrobel betonte in seiner Predigt, wie wichtig
es ist, wachsam zu sein und dass Veränderung Wachsamkeit brauche. Als Beispiel
für Wachsamkeit wählte der Pfarrer die Volksabstimmung über den Ausstieg aus
dem Bahnprojekts Stuttgart 21. Viele sehnten sich ein Ende des Dauerkonflikts
herbei.
Wachsamkeit sei eben genauso bei großen Themen wichtig, wie bei den kleinen
alltäglichen. Gerade in der Politik brauche es viel Wachsamkeit, weil die
Menschen auf Veränderungen schnell mit Ängsten reagieren und Ablehnung
reagieren, denn das Volk wolle sicher in die Zukunft geführt werden.
Die Texte, die man zu Beginn der Adventszeit lese, kündigten das Ende der Zeit
an. In diesen Beschreibungen könnten sich unsere Ängste widerfinden. Der Erlös
des Gottesdienstes komme den „Schneller-Schulen“ im Libanon, Jordanien und in
Jerusalem, Israels Hauptstadt zu gute. Das Projekt diene auch der Förderung
interkultureller Beziehungen, so Pfarrer Michael Rau.
Weitere Bilder





Pfarrer Michael Rau. (Foto: Faltus/Archiv)
Miteinander essen und warm werden
Pfarrer Michael Rau über die christliche Idee hinter der Bopfinger Vesperkirche
Bopfingen / sz Zum vierten Mal wird vom 27. November bis zum 2. Dezember die Bopfinger Stadtkirche zur Vesperkirche – alle sind eingeladen, gemeinsam im Kirchenraum zu essen und sich zu begegnen. Bernhard Hampp hat mit Pfarrer Michael Rau vom Vorbereitungsteam über die Idee gesprochen, die hinter der Vesperkirche steckt.
Hat die diesjährige Vesperkirche ein besonderes Motto?
Es gibt kein spezielles Motto, sondern wie jedes Jahr die bestimmende Idee: Miteinander essen. Das wird ja zunehmend selten. Viele Familien nehmen während der Woche keine einzige gemeinsame Mahlzeit ein. Und Alleinstehende müssen ohnehin fast immer alleine essen. Bei der Vesperkirche treffen sich unterschiedliche Menschen, um miteinander zu essen. Wer miteinander isst, wird miteinander warm.
Also geht es über das reine Essen hinaus.
Man isst einerseits, um satt zu werden, das kann man auch alleine tun. Aber das Sitzen am Tisch verbindet Menschen darüber hinaus zu einer Gemeinschaft. Es gibt in orientalischen und Mittelmeer-Ländern die Tradition der Gastfreundschaft. Man lädt Fremde zum Essen ein, und mit wem man das Essen geteilt hat, der kann kein Feind mehr sein.
Ist das auch ein christlicher Gedanke?
Ja, denn Jesus Christus hat weniger durch Predigten gewirkt, sondern dadurch, dass er unterschiedlichste Leute zum Essen und damit zur Gemeinschaft an einen Tisch geladen hat. Deshalb haben wir uns als Ort der Vesperkirche auch nicht das praktischere Gemeindehaus, sondern die Kirche selbst ausgesucht. Hier ist wirklich Jesus der Gastgeber, das Kreuz ist in der Mitte.
Passt Essen überhaupt in eine Kirche?
Wir nehmen ja das auf, was schon bei den frühen Christen üblich war. Sie trafen sich zu Gottesdiensten in Häusern beim gemeinsamen Abendmahl, Essen und Trinken gehörten selbstverständlich dazu.
-> zurück zur Übersicht 2011
Beratungsstelle des Diakonieverbandes renoviert
Beratungsstelle des Diakonieverbandes renoviert
Die Räume der Beratungsstelle des Kreisdiakonieverbandes wurden grundlegend renoviert. Damit wurde eine einladende Atmosphäre für alle Besucher und Besucherinnen der Beratungsstelle geschaffen. Und gefeiert wurde das am Donnerstag mit einem Renovierungsfestle im Saal des Augustinus-Gemeindehauses. Nach der Begrüßung durch Dekan Immanuel Nau gratulierten Landrat Klaus Pavel, Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, die Vorsitzende der Synode des evangelischen Kirchenbezirks Schwäbisch Gmünd, Ursula Bertsch, und der Bezirksrechner des evangelischen Kirchenbezirks Aalen, Harald Schweikert. Umrahmt wird die Feier durch den internationalen Frauenchor „Coral Alegria“, geleitet von Veronica Cardenas de Sattler.
-> zurück zur Übersicht 2011
Baum kann Wurzeln schlagen
Baum kann Wurzeln schlagen
Mit der Pflanzung einer Elsbeere, dem Baum des Jahres 2010, hat die Begrünung des Geländes rund um das ehemalige Bullingerwehr in Hüttlingen begonnen. „Eine kleine Gartenschau wird es wohl nicht, aber wir bekommen eine wunderschöne Grünzone“, sagte Bürgermeister Günter Ensle bei der Aktion (im Bild Zweiter von rechts, mit Vertretern des Gemeinderats und des evangelischen Kirchengemeinderats). Der Baum ist eine Spende der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen/Hüttlingen, die wiederum von der Landeskirche gesponsert worden ist. „Der Baum wird bis zu 20 Meter hoch“, sagte Stephan Stoll vom Kirchengemeinderat. na/Foto: Acker
-> zurück zur Übersicht 2011
(AK/Foto: Achim Klemm)
Choralblasen auf Sankt Wolfgang
Zum Gedenken und Innehalten an alle Verstorbenen spielte der evangelische Posaunenchor auf dem St. Wolfgang Friedhof am Ewigkeitssonntag. Es wurden Choräle, überwiegend in Bearbeitung von Johann Sebastian Bach, unter der Regie von Christoph Glöckner intoniert. Zu hören waren unter anderem „Befiehl du deine Wege“ und „Gloria sei dir gesungen“. Pfarrer Thomas Merkel las dazu Auszüge aus den Leichenreden des Schweizer Pfarrers und Poeten Kurt Marti, der in seinen Totenreden ganz offen über Trauer und Tod spricht. (AK/Foto: Achim Klemm)
-> zurück zur Übersicht 2011
Oratorienchor offenbart Paradies in der Stadtkirche
Oratorienchor offenbart Paradies in der Stadtkirche
Beeindruckende Aufführung der „Petite Messe Solenelle“ – Ein Meister am Akkordeon und wunderbare Solisten
Von Dr. Petra Rapp-Neumann
ELLWANGEN Es waren kaum mehr freie Plätze zu haben in der evangelischen Stadtkirche, als am Samstag der Oratorienchor Ellwangen unter der Leitung von Professor Willibald Bezler die „Petite Messe solenelle“ von Gioacchino Rossini aufführte.
Die Messe in der neapolitanischen Cembalo-Tradition des 18. Jahrhunderts, 1864 erstmals in Paris aufgeführt, gilt als das bedeutendste Werk der letzten Arbeitsphase des Komponisten, die er dem „lieben Gott“ mit den ironischen Worten widmete: „Hier ist sie, die arme kleine Messe. Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles“. Vom ersten Ton des andächtigen „Kyrie eleison“ angefangen, nahmen die Zuhörer viel Herzblut entgegen. Eine besonders reizvolle Note erhielt das Konzert durch das Akkordeon, welches das von Rossini vorgesehene Harmonium ersetzte und von dem international bekannten Trossinger Musiker Hans Maier meisterhaft gespielt wurde.
Internationale Besetzung
Hans-Roman Kitterer übernahm gewohnt souverän den Klavierpart und brillierte als Solist des „Prélude réligieux“.
Die schönen, die Herzen des Publikums bewegenden Stimmen des Oratorienchors wurden bereichert durch die großartigen Vokalsolisten, die ausnahmslos über internationale Bühnenerfahrung im Opernfach verfügen.
Vor allem der lyrische Tenor Andreas Wagner beeindruckte mit seiner strahlenden, hohe Tonlagen mühelos meisternden Stimme.
Doch auch die geschmeidige, warme Stimme der Altistin Esther Choi und Ryoko Wakatsukis schlank geführter, klarer Sopran, der jubelnd und preisend den sakralen Raum erfüllte, faszinierten. Teru Yoshihara (Bass) überzeugte mit der sensiblen Interpretation des „Quoniam – Herr, du allein der Höchste“.
Glänzend einstudiert
Der Chor zeigte sich glänzend einstudiert und entfaltete dramatische Kraft, etwa in der Passage „Et resurrexit – Er ist auferstanden“. Ergreifend zart und innig endete das Konzert mit der Bitte um Erbarmen an das „Agnus Dei“, das Lamm Gottes, einem gehauchten letzten Ton und dem Aufschrei „Dona nobis pacem“, Gib uns deinen Frieden. Lang anhaltender Beifall belohnte die Aufführung, die ein Stück vom Paradies, das sich Gioacchino Rossini mit diesem Werk erhoffte, in der Stadtkirche offenbarte.
-> zurück zur Übersicht 2011
Bei der Bezirkssynode am Freitag hat Dekan Ralf Drescher (rechts) bei einem Gottesdienst Katharina Utz (links) und Dr. Gabriele Schöll als Prädikantinnen beauftragt. (Foto: hag)
Wegweisender Wandel
Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks: Dekan Drescher mahnt trotz veränderter Strukturen die Mission nicht zu vergessen
Seine ersten Eindrücke und Perspektiven für den Kirchenbezirk Aalen hat Dekan Ralf Drescher bei der Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks am Freitag erläutert. Bei all dem strukturell, notwendigen Wandel, in dem sich die Kirche derzeit befinde, dürfe sie nicht ihre klassischen, missionarischen Aufgaben vergessen, mahnte Drescher.
Aalen-Weststadt. Seit knapp sieben Monaten ist Dekan Ralf Drescher im Amt. Die Herbstsynode, die diesmal in Unterrombach getagt hat, war seine erste Sitzung im hiesigen kirchlichen Parlament. Die haben die gut 80 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Kirchengemeinderätinnen und -räte sein erstes Resümee und die aufgezeichneten Perspektiven interessiert verfolgt. Es gebe zwei große Aufgaben: Da sei einerseits der strukturelle Umbau des Kirchenbezirks etwa mit Pfarrplan, Sicherstellung des Pfarrdienstes und Immobilienkonzepte; und andererseits die missionarischen Aufgaben unter anderem mit Verkündigung, Seelsorge und Diakonie. Er forderte dabei, trotz nötigen Strukturwandels, vor allem auch das zweite, klassische Aufgabenfeld des Pfarrdienstes nicht aus den Augen zu verlieren. Zur ersten Aufgabe etwa zähle der Pfarrplan III. Die Zahlen für diesen seien noch nicht „ganz“ offiziell. Aber nach dem, was Dekan Drescher aus den Vorgesprächen mit dem Oberkirchenrat ableitet, muss man sich im Kirchenbezirk Aalen darauf einstellen, dass bis zum Jahr 2018 anderthalb Stellen abzubauen sind. Er habe diese Zahlen im Kollegenkreis sowie mit den Laienvorsitzenden bereits angesprochen. Ziel sei ein offener, transparenter und fairer Prozess. „Meine persönliche Einschätzung ist: Das müssten wir hinkriegen“, sagte der Dekan. Es sei sinnvoll, die Entwicklung auf lange sich in den Blick zu nehmen. Schließlich sei damit zu rechnen, das es einen nächsten und einen übernächsten Pfarrplan geben werde. Eine Herausforderung seien auch die kirchlichen Immobilien. Die jährliche Unterhaltungslast, bisweilen ein Sanierungsrückstau und die Einführung der so genannten Substanzerhaltungsrücklage belasteten viele Kirchengemeinden finanziell. Daher seien viele Gemeinden dabei, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten – auch im Aalener Bezirk. „Ich bin gespannt“, sagte Dekan Drescher in Bezug auf die personellen Veränderungen. So habe man, weder in Oberkochen, nachdem das Pfarrerehepaar Nuding ins Dekanat Böblingen gewechselt hat, noch in Trochtelfingen (Pfarrerin Doris Dollinger wurde verabschiedet) die Stellen bei der ersten Ausschreibung besetzen können; in Wasseralfingen werden man ab Mitte Januar nach einem Nachfolger für das Ehepaar Stolch suchen. Zudem sei die Stelle in Lauterburg seit langem unbesetzt. Und wenn im kommenden Jahr Pfarrer Stotzka in Unterkochen, Pfarrer Merkel in Ellwangen und Pfarrer Bergius in Walxheim in den Ruhestand gehen, müsse man sehen, wer sich auf diese Pfarreien bewerbe. Drescher teilte zudem mit, dass Gabi Vogt das Jugendwerk zum 1. Februar kommenden Jahres verlassen werde. Vor all diesen Entwicklungen empfinde er das Jahr des Gottesdienstes als Projekt der Landeskirche als einen wichtigen Impuls. „Hier wollen wir im Kirchenbezirk auf unterschiedliche Wiese Akzente setzen“, meinte Dekan Ralf Drescher. Man wolle Bewährtes erhalten und Neues ausprobieren. Auftakt Gottesdienste dazu gebe es in Bopfingen (6. Januar), in Ellwangen und in Aalen (beide 8. Januar).
Ulrike Schneider
-> zurück zur Übersicht 2011
Nachdem Irmgard Kaschler (li.) bereits vor fünf Jahren beim ökumenischen Frauenfrühstück in Fachsenfeld referiert hat, kommt sie jetzt wieder. (Archivfoto)
Gemeinschaft als Antriebsfeder
Seit zehn Jahren managen Frauen ehrenamtlich das Frauenfrühstück in Fachsenfeld
Vor zehn Jahren, im November 2001, wurden Frauen in Fachsenfeld zum ersten Mal mit einem Ökumenischen Frauenfrühstück beschenkt. Dahinter stehen ein engagiertes Organisationsteam und nochmal so viele Frauen, die als wichtige Helfer im Hintergrund agieren.
Sandra Fischer
Aalen. Die Idee sei ganz spontan nach dem Weltgebetstag der Frauen im März entstanden, erinnern sich Pfarrerin Irmgard Kaschler sowohl Christa Bich, die von Anfang an im Team dabei ist. „Es ist schade, dass Frauen unterschiedlichen Alters nur einmal im Jahr zusammenkommen. Das wurde bedauert“, erinnert sich Christa Bich.
Frauenfrühstücke seien damals allgemein im Kommen gewesen, trotzdem war das Bauchweh groß, ob ein Frühstück an einem Samstagmorgen auf eine gute Besucherresonanz stoßen würde. Freudig überrascht wurden die Frauen mit rund 45 Besucherinnen. Etwas für „Leib und Geist“ tun, sei von Anfang an die Intention gewesen. Dafür sorgen zehn Frauen zwischen 40 und 60 Jahren im Organisationsteam und noch einmal zehn Frauen für Musik, fürs Geschirrabräumen, Spülen und Aufräumen.
Für den Leib sorgt das reichlich gedeckte Frühstücksbüffet, das außer gekauften Wurst- und Käseplatten Selbstgebackenes und Selbstkreiertes enthält. „Jede im Team hat einen unterschiedlichen Schwerpunkt“, sagt Christa Bich. Die eine könne gut mit dem Computer umgehen, die andere kaufe ein oder backe und wiederum eine andere habe die dekorative Ader, die beim Tischeschmücken zum Einsatz komme.
Team-Mitglied Ingrid Henne „managt“ die gemeinsam bei der Jahresprogramm-Planung besprochenen Referenten. „Ich sehe, dass eine Nachfrage da ist und wie gut es den Frauen gefällt“, beschreibt sie ihre Motivation zur Mitarbeit. Auch freut sie sich, wenn sie anderen den Rahmen für ein Zusammensein in Gesellschaft bieten kann und nebenbei viel über unterschiedliche Themen erfährt.
Drei Frühstücke werden pro Jahr ge-stemmt, immer im Winterhalbjahr. Die Referenten sorgen mit ihren Vorträgen und ihrem Wissen für die geistliche Bereicherung. Ein Frühstück beschäftigt sich mit einem religiösen Thema, bei einem anderen wird über den Tellerrand geblickt. Dann geht es um Friedensdienstes und Eine-Welt. Das dritte Frühstück soll sich einem Thema widmen, das Frauen egal welchen Alters beschäftigt, zählt Christa Bich auf. Sie weiß die Gemeinschaft unter Frauen zu genießen: „Das ist meine Antriebsfeder.“ Auch sei eine große Dankbarkeit seitens der Frauen spürbar. „Es freut uns zu hören, wenn es heute besonders toll war“, erzählt Christa Bich.
Andrea Graf ist die Frau am Computer. Sie kümmert sich um Handzettel und Plakate, gehört zu den Jüngeren im Organisationsteam und sieht es ganz positiv: „Ich profitiere von der Erfahrung der Älteren im Team.“
Zehn Jahre ökumenisches Frauenfrühstück in Fachsenfeld wird am Samstag, 19. November, um 9 Uhr im Olga-von-Koenig-Haus gefeiert. Aus dem besonderen Anlass des zehnjährigen Bestehens wird Pfarrerin Irmgard Kaschler aus Marbach/Neckar über „Freiheit – das vergessene Land“ sprechen. Sie hat vor zehn Jahren das ökumenische Frauenfrühstück mit ins Leben gerufen.
-> zurück zur Übersicht 2011
Bernhard Richter, Pfarrer in Aalen
WORT ZUM SONNTAG
Bernhard Richter, Pfarrer in Aalen
„Alles hat seine Zeit“, so heißt es im biblischen Buch Prediger. Und das gilt auch für die Feste im Jahr.
Weihnachten hat seine Zeit, und Ostern hat seine Zeit.
Doch irgendwie scheint das nicht mehr zu gelten. Dass wir Lebkuchen und Nikoläuse schon seit Ende August kaufen können, daran haben wir uns ja fast schon gewöhnt. Aber dass nun plötzlich schon Anfang November überlebensgroße Weihnachtsbäume vor dem Einkaufszentrum Mercatura in Aalen zu sehen sind, finde ich geschmacklos.
Alles hat seine Zeit, und Ende August ist nicht Nikolaus, und Anfang November ist nicht Weihnachten. Der November ist vielmehr geprägt von Gedenktagen wie Allerheiligen und Allerseelen. Oder dem Volkstrauertag.
Und morgen begehen wir in der evangelischen Kirche den Toten- und Ewigkeitssonntag und verlesen in den Gottesdiensten noch einmal alle Namen der Verstorbenen des zurückliegenden Kirchenjahres. Und diese Gedenktage haben auch ihre Zeit und Berechtigung, sie verdienen sowieso mehr Beachtung.
Es ist wichtig, dass wir uns der Toten erinnern und dankbar an die Zeit mit ihnen denken, ja uns auch mit unserer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Denn auch dieses hat seine Zeit.
-> zurück zur Übersicht 2011
(Foto: Fabian Greif)
Konfitag in Oberkochen
Der Konfitag 2011 fand am Wochenende in Oberkochen statt, organisiert von der Evangelischen Jugendarbeit. 250 Jungen und Mädchen kamen in der Versöhnungskirche zusammen. Die zehn Gebote als „Leitplanken für das Leben“ waren der geistliche und geistige Mittelpunkt des Tages. Seminare zu den zehn Geboten, gehalten von Vertretern des öffentlichen Lebens wie Aalens OB a.D. Ulrich Pfeifle und Chefredakteur Dr. Rainer Wiese, ein großer Gottesdienst am Schluss und zwischendurch viel Gelegenheit zu Spiel und Spaß, zu Begegnung und Sammlung waren die Programmelemente des gut organisierten, jedes Jahr stattfindenden Treffens aller Konfirmanden und Konfirmandinnen aus dem evangelischen Dekanat Aalen. Auf dem Foto ein Blick in die Eröffnungsveranstaltung.(Foto: Fabian Greif)
-> zurück zur Übersicht 2011
Sie preisen den Sozialführerschein als ideale theoretische Grundlage sozialen Engagements und empfehlen die Teilnahme an dem im Januar beginnenden Kurse Nummer zehn: Pfarrer Bernhard Richter, Heinrich Erath, Jörg Dolmetsch und Natalie Pfeffer (von links). (Foto: Kullmann)
„Sozialführerschein“ gilt als Einstieg ins Ehrenamt
Aalen / kul Die Kurse zum Erwerb des Sozialführerscheins gehen in Aalen im kommenden Januar in ihre zehnte Runde. Seit 2004 boten die Kursträger Caritas, Diakonie, Bahnhofsmission Aalen, katholische Seelsorgeeinheit Aalen und evangelische Kirchengemeinde Aalen bisher 23 Kurse in sieben Städten und Gemeinden innerhalb des Ostalbkreises an. In den zurückliegenden sieben Jahren absolvierten dabei 325 Teilnehmer die Ausbildung und erwarben so das Abschlusszertifikat. Der „Sozialführerschein“ gilt als idealer Einstieg ins Ehrenamt, insbesondere da die Kurse praktische Kenntnisse über soziale Prozesse und Arbeitsweisen sowie die theoretischen Grundlagen zu rechtlichen und sozialen Fragen vermitteln. Sogenannte Schnuppertage in einer sozialen Einrichtung oder einem Projekt runden den achttägigen Kurs (verteilt auf ein halbes Jahr) ab.
Aalen sei in Sachen Sozialführerschein Vorreiter, sagte Pfarrer Bernhard Richter (evangelische Kirchengemeinde). Nicht zuletzt auch wegen der Anzahl der Kurse und hohen Teilnehmerzahl. Die zurückliegenden neun Kurse in der Stadt seien von 150 Interessierten besucht worden, teilt Natalie Pfeffer (Caritas) mit. „Wir wollen uns aus christlicher Nächstenliebe für andere Menschen einsetzen“, begründet sie, um zu versichern, dass mit dem Besuch der Kurse niemand eine Verpflichtung eingehe und ein Einsatz immer völlig frei gestellt sei. Als innovativ, vielschichtig und zielgerichtet umschrieb sie die Ausbildung. Diakon Jörg Dolmetsch will dafür Menschen gewinnen, die aus Überzeugung bereit sind, sich für andere einzusetzen. Der „Sozialführerschein“ sei ein idealer Einstieg, um sich einen guten Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten sozialen Engagements zu ermöglichen.
Derzeit gibt es im Kreis über 20 Kursgruppen - in Ellwangen, Bopfingen, Oberkochen, Essingen und Schwäbisch Gmünd. Ein wesentlicher Bestandteil, neben einer Fülle an Informationen, sind sogenannte Schnuppertage in einer sozialen Einrichtung oder einem Projekt, die praktische Kenntnisse über soziale Prozesse und Arbeitsweisen vermitteln und den Teilnehmern zugleich Hinweise zum eigenen Engagement geben sollen. Hinzu kommt unter anderem eine Schulung über Hintergrundwissen zu rechtlichen Fragen und sozialen Problemstellungen sowie Tipps zur richtigen Gesprächsführung. Acht Kurstage, verteilt auf ein halbes Jahr, stehen zur Verfügung. Danach wählen die Teilnehmer eine Aufgabe, für die sie sich engagieren wollen. Als meistgenannte Motivation für dieses soziale Engagement nennt Natalie Pfeffer die Neuausrichtung des eigenen Lebens, wenn eine neue Lebensphase ansteht, beispielsweise eine Veränderung in der Familienzeit oder der sich abzeichnende Ruhestand. Mit dem Besuch der Kurse geht niemand eine Verpflichtung ein. Auch ein eventueller Einsatz danach ist völlig frei gestellt.
-> zurück zur Übersicht 2011
In den neu gestalteten Gruppenräumen macht das Spielen gleich doppelt so viel Spaß. (Fotos: AK)
Sanierungsarbeiten beim Ellwanger Kindergarten „Arche Noah“
Nur zweieinhalb Monate dauerten die Sanierungsarbeiten beim Ellwanger Kindergarten „Arche Noah“ im Kolpingweg 19. Der Altbau wurde dabei grundlegend aufgefrischt. Im evangelischen Kindergarten werden vier altersgemischte Gruppen mit bis zu 94 Kindern betreut.
Die umfassenden Arbeiten umfassten die Neugestaltung von zwei Gruppenräumen und dem Kreativraum. Ein neuer Estrich wurde verlegt, neue Fenster mit Wärmedämmverbundverglasung eingebaut, die Decken erhielten eine Akustikdämmung und die Wände wurden neu gestrichen. Daneben wurden die alten PVC-Böden in den drei Räumen durch Linoleum ersetzt. Die Elektroleitungen sind außerdem erneuert worden. Den WC-Bereich erneuerte man ebenfalls im Zuge der Sanierungsarbeiten. Dabei wurde auch ein Behinderten-WC integriert. Ein Wickelbereich für die Kleinkinder wurde extra neu geschaffen. Der Kindergarten bekam auch eine Außendämmung und einen neuen Anstrich.
Insgesamt wurden für die Sanierungsarbeiten 378 000 Euro in die Hand genommen. Die Stadt trägt 237 000 Euro. Die evangelische Kirchengemeinde übernimmt 25 Prozent der Kosten. Hinzu kommen Zuschüsse von der Landeskirche und dem Kirchenbezirk.
Bei der öffentlichen Präsentation des sanierten, im Jahre 1970 eröffneten Kindergartens „Arche Noah“, zeigte sich nach den Detailausführungen des Architekten Mathis Tröster Oberbürgermeister Karl Hilsenbek erfreut über die Baumaßnahmen: „Die Sanierung ist sehr gut gelungen, der Kindergarten kann sich wirklich sehen lassen.“ Hilsenbek strich heraus, dass die ergriffenen Maßnahmen zu einer deutlichen qualitativen Verbesserung geführt hätten. Besonderes Augenmerk sei auf Kosteneinsparungen auf energetischer Seite gelegt worden, so Hilsenbek.
Dem Erzieherinnenteam um Kindergartenleiterin Iris Seifert wünschte der Oberbürgermeister weiterhin hohe Motivation und viel Spaß bei der Arbeit. Im Kindergarten „Arche Noah“ ist auch eine Intensivkooperationsgruppe der Wörter Konrad-Biesalski-Schule mit sieben körperbehinderten und zwölf nicht behinderten Kindern untergebracht. AK
-> zurück zur Übersicht 2011
Der alljährliche Basar im evangelischen Gemeindehaus in Aalen wurde zum Familientreff. Die Besucher konnten Kaffee trinken, Linsen und Spätzle essen oder den Basar durchstöbern. Dort wurden Advents- und Weihnachtsschmuck, Schürzen, Socken, Kränze, Töpferware und vieles mehr angeboten. Der Erlös des Basars fließt zur Hälfte in die Finanzierung des Ferientagheims Leinroden und in ein Projekt des Gustav-Adolf-Werkes in Argentinien. (Text/Bild: BW)




(AK/Foto: Klemm)
„Wir wollen nie wieder Krieg haben“
An die im Krieg getöteten Menschen wurde am Volkstrauertag in Adelmannsfelden am Gefallenenehrenmal auf dem Friedhof gedacht. Der evangelische Pfarrer Werner Kugler (rechts am Mikrophon) erinnerte auch an die im Krieg erlittenen psychischen Schäden der Beteiligten und den erlittenen Schmerz, der niemals verheilt. „Die damalige Kriegszeit war schrecklich und von Intoleranz und Ignoranz geprägt“, sagte Kugler. Jedem müsse klar sein, dass Deutschland in kriegerische Handlungen verstrickt sei und meinte damit Afghanistan in seiner Ansprache. Das Erinnern gegen das Vergessen sei wichtig für einen gesellschaftlichen Konsens, der da lautet: „Wir wollen keinen Krieg“. Bürgermeister Edwin Hahn legte danach gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden des Kirchengemeinderates, Walter Schiele, den Trauerkranz am Gefallenenehrenmal nieder. Die Feier wurde musikalisch vom Sängerbund „Eintracht“ Adelmannsfelden und einem Bläserensemble des Musikvereins umrahmt.
-> zurück zur Übersicht 2011
Rund fünfzig Muslime fanden sich zum Freitagsgebet in der Moschee An der Jagst 1 ein. Auf Einladung nahmen daran auch einheimische Bürger teil. (Foto: AK)
Der Weg zu mehr Verständnis
Christen und Muslime kommen zum Freitagsgebet in der Ellwanger Moschee zusammen
Ein weiterer Schritt hin zu noch mehr Integration und größerem Verständnis des Glaubens von Muslimen wurde beim Freitagsgebet in der DITIB-Moschee gemacht. Rund 20 Christen waren der Einladung zum gemeinsamen Gebet gefolgt.
Achim Klemm
Ellwangen. Der Türkisch-Islamische Kulturverein Ellwangen DITIB und der Friedenskreis der Evangelischen Kirchengemeinde führten Ellwanger Christen und Muslime in der Moschee zusammen.
Der stellvertretende Vorsitzende von DITIB-Ellwangen, Namik Cilek, zeigte sich vor Beginn des Freitagsgebetes erfreut über die harmonische Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden und DITIB: „Die Beziehungen sind im Laufe der Jahre gewachsen. Unsere türkischen Mitbürger fühlen sich sehr wohl und angenommen in Ellwangen.“
Der evangelische Gemeindepfarrer Thomas Merkel rückte ebenfalls die freundschaftlichen Kontakte in den Fokus: „Seit der Imam Abdullah Ercin in Ellwangen ist, steht die Verständigung auf ganz anderen Beinen. Ercin ist Theologe und spricht gut Deutsch, das hilft sehr beim gegenseitigen Austausch.“ Ercin teilte zum Freitagsgebet ein Informationsblatt an die deutschen Gäste aus, worauf Inhalte des türkischen Glaubens und das Ritualgebet (türkisch: namaz) transparent gemacht wurden.
Das Ritualgebet gehört zu den Säulen des Islam. Es kommt in seiner Bedeutung und Wichtigkeit gleich nach dem Glauben selbst. Das Ritualgebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben. Fünf Mal am Tag legt der Gläubige Rechenschaft vor seinem Schöpfer ab und reinigt sich von seinen Sünden.
Das gestrige Freitagsgebet gestalteten der Prediger, Imam Abdullah Ercin und eine Rufer zum Gebet (Muezzin).
Ercin hieß dabei zunächst die deutschen Gäste herzlich zum Gebet willkommen, ehe er dann eine türkische Predigt vor rund 50 Muslimen abhielt.
Mit großem Interesse und sehr aufmerksam verfolgten die Besucher den Ablauf und die einzelnen Teile des Gebetes. So bekamen die Besucher einen guten Eindruck von den Ritualen der anderen Religion, die für manche auf den ersten Blick befremdlich erscheinen mag.
Das Gebäude An der Jagst 1 wurde vor vier Jahren vom Türkisch Islamischen Kulturverein Ellwangen gekauft und von seinen Mitgliedern zu einer Moschee grundlegend umgebaut.
Das Haus beherbergt neben einem großen Gebetsraum für die Männer auch einen kleineren für Frauen. Eine Cafeteria, Schulungsräume und ein Raum für den Vorbeter sind hier ebenfalls untergebracht.
„Eine Außenisolierung und ein neuer Anstrich sollen noch kommen, sobald Geld zur Finanzierung bereitsteht“, erklärt DITIB-Mitglied Namik Cilek.
Fünf mal am Tag findet in der Moschee An der Jagst 1 ein Gebet statt. Das Haus steht jedem Interessierten offen.
-> zurück zur Übersicht 2011
Kinder feiern zusammen mit den Senioren im Café Vergissmeinnicht. (Foto: privat)
Hand in Hand
Generationenübergreifende Freude
Abtsgmünd. Unter dem gemeinsamen Motto Freude gestaltete Sabrina Reuter, Altenpflegeauszubildende bei der Sozialstation Abtsgmünd im Cafe Vergissmeinnicht eine Andacht mit dem Thema „Hand in Hand -Nächstenliebe".
Dazu wurde der evangelische Kindergarten „Regenbogenland" aus Abtsgmünd mit einbezogen. Die Vorschüler begleiteten mit Liedern und dem Vorspiel „der Samariter". Allen bereitet es viel Freude. Dieses Projekt bot die Gelegenheit Generationen zusammen zu führen, sich gegenseitig Wert zu schätzen und gemeinsam Freude zu erleben. Bei anschließendem gemeinsamen Kaba, Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag ganz unter dem Motto „Hand in Hand" aus.
-> zurück zur Übersicht 2011
Ellwanger Jugendchor singt und spielt „Oh Freedom“
Ellwanger Jugendchor singt und spielt „Oh Freedom“
Ellwangen / pm Am Samstag, 12., und am Sonntag, 13. November, kommt jeweils um 19 Uhr im Speratushaus Ellwangen „Oh Freedom“ zur Aufführung.
Es handelt sich um eine Geschichte von Sklaven in Kentucky, die Markus Nickel als Handlung um von ihm bearbeitete Gospellieder geschrieben hat. Andrea Batz und Mitglieder des Jugendchors haben die Geschichte in Szene gesetzt, so dass ein Musical mit Gospelsongs als musikalischer Basis entstanden ist. Der Ellwanger Jugendchor singt und spielt, Jakob Schuster ist an der Trompete und Reinhard Krämer am Klavier zu hören, Regie führt Andrea Batz. Im Rahmen der Ellwanger Friedensdekade weist das Stück darauf hin, dass Freiheit nicht selbstverständlich und eine wesentliche Voraussetzung für Entwicklung zum Frieden ist und dass es sich lohnt, für sie einzustehen. Der Eintritt ist frei, Spenden dienen der Deckung der Kosten. Vor und nach der Aufführung, sowie in der Pause wird Verpflegung angeboten.
-> zurück zur Übersicht 2011
(Foto: privat)
Kinderbibeltage im Speratushaus
Rund 100 Ellwanger Kindern der Klassen 1 bis 5 haben in den Herbstferien an den ökumenischen Kinderbibeltagen im Speratushaus teilgenommen. Grundthema war die Schöpfung. Gleich am ersten Veranstaltungstag wartete mit einem Theaterstück, einstudiert von der Schauspielerin Andrea Batz, ein Highlight auf die jungen Teilnehmer. Theodor Tischbein, gespielt von Florian Hock, und Schnecke Tiffany, dargestellt von Anina Batz, erzählten fröhlich und farbenfroh von der biblischen Schöpfungsgeschichte. Staunend und begeistert erlebten die kleinen Zuschauer, wie auf der Bühne das Himmelsgewölbe, Land und Meer sowie eine bunte Pflanzenwelt entstehen. An den weiteren Tagen wurde im Spertaushaus experimentiert , gebastelt, viel gesungen und gemeinsam über das Wunder der Schöpfung sinniert. Betreut wurden die Kinder von Pfarrerin Uta Knauss und Pfarrvikar Alwin Miller sowie von rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. (Foto: privat)
-> zurück zur Übersicht 2011
„Glaube ist Vertrauen des Herzens“
Lions Club Ostalb Ipf lud Prälatin Gabriele Wulz zum öffentlichen Vortrag nach Bopfingen
Sehr gut besucht war die Schranne in Bopfingen auf Einladung des Lions Clubs Ostalb Ipf. Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm referierte spannend über das Thema „Woran wir glauben“. Im zweiten Teil bewirtete die interkulturelle Fraueninitiative Mosaik die zahlreichen Besucher und setzte ein echtes Zeichen gelungener und gelebter Integration.
GÜNTER OTT
Bopfingen. Die Lions-Veranstaltung eröffneten musikalisch Maximilian Bansemer auf der Klarinette und Gebhard Schmid, Leiter der Musikschule am Ipf, am Klavier. Lions-Präsident Erich Göttlicher hieß Prälatin Gabriele Wulz in der Schranne in Bopfingen herzlich willkommen. „Der heutige Vortrag ‘Woran wir glauben’ passt bestens in das Jahresthema der Lions ‘Komm, lass uns Brücken bauen’“, freute sich Erich Göttlicher. Neben zahlreichen Besuchern konnte er auch Pater Albert, Prior des Klosters Neresheim, Dekan Ralf Drescher aus Aalen und auch zahlreiche Pfarrer aus der Umgebung begrüßen.

Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler bescheinigte Lions, dass der Vortragstitel „Woran wir glauben“ bestens in die heutige Zeit passe, „in der die Grundfesten des Vertrauens erschüttert sind“. Bopfingens Stadtpfarrer Michael Rau berichtete, wie er erlebt habe, wie Brücken zwischen türkischen Mitbewohnern und seiner Familie gebaut worden seien. Die Fraueninitiative Mosaik habe das Netzwerk der Innenstadt verändert, so Pfarrer Rau. Die Begegnung mit dem Islam nannte er „eine Herausforderung, die uns gut tut, damit wir uns wieder zum Glauben bekennen können“.

Prälatin Gabriele Wulz mochte das in ihrem Vortrag nur bestätigen. „Der Glauben ist abhanden gekommen“, sagte sie, denn in der alltäglichen Gesellschaft herrsche Atheismus. Die Christenmenschen hätten Scheu, über ihren Glauben zu reden. „Wir müssen wieder lernen, darüber zu reden“, forderte sie. Es gehöre auch nicht mehr zum guten Ton, in die Kirche zu gehen. Im Glauben könne man aber „Ja“ sagen zum Gewissen und zum anstrengenden Weg als Christenmensch. „Glauben ist auch eine Ausrichtung des Herzens und ein Geschenk des Heiligen Geistes“, so Prälatin Gabriele Wulz. Im Glauben Gott zu vertrauen, sei ein Vertrauen des Herzens. Dabei sei entscheidend, woran das Herz hänge.

In der anschließenden
Diskussion kam auch der Glaubensprozess der Bürger der ehemaligen DDR zur
Sprache. Im Blick auf die Ökumene sagte Wulz, dass vielstimmiges Lob Gottes das
Ziel des Glaubens sei. Nach bald 500 Jahren habe es auch die katholische und
evangelische Kirche geschafft, in einem friedlichen Miteinander zu leben. „Die
Grenzen wurden durchlässiger gemacht“, freute sich die Prälatin. „Singen und
beten in der Gemeinschaft ist die Form des gelebten Glaubens“, sagte sie
abschließend. Lionspräsident Erich Göttlicher überreichte Prälatin Wulz als
Dank für ihren Vortrag eine Schäferschippe, die symbolisch für den „Guten
Hirten“ stehe. Heike Rau und Hatice Yavuz, die beiden Motoren der
interkulturellen Frauengruppe Mosaik, verwöhnten die Gäste mit türkischem Tee
und Köstlichkeiten.
-> zurück zur Übersicht 2011
Die Musikgruppe „Happy People“ des Samariterstifts Neresheim sorgte mit fröhlichen Liedern für gute Laune. (Foto: tr)
Die Gemeinde braucht alle
Dorfkirchentag in Schweindorf mit Liedern, Musik und vielen Informationen
„Miteinander Füreinander“ war das Motto des Dorfkirchentags der evangelischen Kirchengemeinde Schweindorf. Was das heißt, das konnten die vielen Besucher in der fast voll besetzten Carl-Bonhoeffer-Halle selbst erfahren.
Neresheim-Schweindorf. Die feierliche Andacht eröffnete der Schweindorfer Posaunenchor, verstärkt mit auswärtigen Bläsern unter Leitung von Fritz Funk. Martin Hager, Vertreter der Kirche, schickte voraus, dass der Erlös der Diakonie Aalen zugute kommt. Dekan Ralf Drescher sagte „Miteinander Füreinander“ sei ein guter Gedanke, es bedeute eine Gemeinschaft zu bilden, füreinander da zu sein und zu sorgen. Das Leben habe viele Facetten.
Lieder wie „Du meine Seele singe“ wurden gemeinsam gesungen und von den Posaunen schön begleitet. Der Kirchenchor Schweindorf-Kösingen, unterstützt von Trochtelfingen, unter dem Dirigat von Ingrid Philipp stimmte eindrucksvoll „Lobet den Herrn“ an. Zusammen wurde Psalm 46 gebetet und Dekan Drescher ging auf den 1. Korintherbrief ein: Nur alle Glieder könnten einen Leib oder eine Einheit bilden. Dabei treffen in der heutigen multikulturellen Gesellschaft, wie schon früher, Menschen mit unterschiedlichen Problemen aufeinander.
Silvia Brenner-Merz sprach über den Samariterstift Altenhilfe. Der Ersatzneubau des Samariterstiftes in Neresheim am Ulrichsberg wurde heuer bezogen.
Von der Sozialstation St. Elisabeth referierte Geschäftsführerin Iris Mayer. Die Sozialstation betreut mit drei Einsatzfahrzeugen ein großes Gebiet von Neresheim-Dischingen über Lauchheim, davon rund 90 Patienten im Neresheimer Raum.
Gute Laune verbreiteten die „Happy People“, die Musikgruppe des Samariterstiftes Neresheim mit ihren fröhlichen Liedern.
Den Krankenpflegeverein Neresheim und dessen Wirken stellte Bruni Schwarz vor, die Frau des damaligen Initiators Egbert Schwarz. 1975 wurde der Verein mit 40 Mitgliedern gegründet und hatte in Spitzenzeiten über 900 Mitglieder.
Friedrich Schröppel dankte allen Beteiligten und Helfern namens des Kirchengemeinderates und überreichte an Dekan Drescher ein Buchgeschenk.
In der Kaffeepause luden der Büchertisch zum Schmökern, Weltwaren-Verkauf zum Stöbern und die tolle Spielstraße für Kinder ein.
Den zweiten Teil eröffnete der Posaunenchor. Die Diakonie mit der Bezirksstelle Aalen stellten Silvia Kaspari, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes Ostalbkreis und Jörg Dolmetsch vor.
Der Posaunenchor beendete den Nachmittag mit dem Schlusslied. tr
-> zurück zur Übersicht 2011
Die Trommelgruppe „ACUA“ in Aktion. (Foto: Ak)
„So funktioniert Gemeinschaft“
Ökumenische Friedensdekade 2011: „Friedenscafé“ im Speratushaus wird zum bunten, multikulturellen Fest
Am Sonntag wurde im Speratushaus im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade ein „Fest der Begegnung“ gefeiert. Menschen unterschiedlicher Kulturen und Herkunft kamen zusammen, um hier in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.
Achim Klemm
Ellwangen. Das „Friedenscafé“ im Speratushaus hat sich einen festen Platz im Ellwanger Veranstaltungskalender erobert. Menschen unterschiedlicher Nationalitäten trafen sich dazu im gut besuchten Speratushaus und fanden im Gespräch miteinander viele Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte.
Der evangelische Pfarrer Thomas Merkel freute sich bei der Begrüßung über den hohen Zuspruch am „Friedenscafé“, das im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade veranstaltet wurde.
Wie vielfältig und mulitkulturell unsere Gesellschaft geworden ist, zeigten dann die verschiedenen Auftritte. Die Trommelgruppe „ACUA“ sorgte für viel Rhythmus und afrikanische Klänge. Eine tamilische Tanzgruppe gefiel mit ausdrucksstarken Tanzschritten. Schüler der städtischen Musikschule streuten dazwischen klassische Musikbeigaben – unter anderem von Josef Suk und Berthold Hummel – ein. Mal mit der Violine, mal mit Klavierunterstützung legten die Schüler beachtliche musikalische Reife an den Tag.
Ordnungsamtsleiter Harry Irtenkauf sprach im Namen der Stadt ein Grußwort und fand ebenfalls nur lobende Worte für das gelungene Fest der Begegnung. „In Ellwangen wird nicht nur über Integration gesprochen, in Ellwangen wird sie mit Leben gefüllt.“ Irtenkauf betonte die Weltoffenheit der Stadt und würdigte das gegenseitige Verständnis der Kulturen untereinander.
Musikalische Feinkost servierte dann auch das Duo „Hairless – Thomas & Thomas“, bestehend aus Thomas Bader und Thomas Frindt. Schüler von Elisabeth Dyck sorgten mit Gesang und Klavier für zusätzlichen Glanz.
Für den Tamilen Thanabalasingam Vyramuthu, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt, bietet das Friedenscafé eine willkommene Gelegenheit, anderen Kulturen zu begegnen und sich freundschaftlich auszutauschen. „In meiner Heimat Sri Lanka herrscht Terror und die tamilische Minderheit wird von den Singhalesen unterdrückt. Das macht mich traurig. Hier kann man dagegen mit vielen Kulturen in Frieden feiern. Das ist schön und zeigt, wie Gemeinschaft funktionieren kann.“
Utta Hahn ist zum zweiten Mal beim Friedenscafé dabei und schätzt den lockeren Umgang der Gäste untereinander: „Die bunte Vielfalt der Menschen unterschiedlicher Nationalität hier ist für mich beeindruckend. Dass man Präsenz zeigt und sich nicht abschottet, ist für mich ein Zeichen, dass die Leute aufeinander zugehen und sich öffnen.“
-> zurück zur Übersicht 2011
Ambulanter ökumenischer Hospizdienst sendet zehn neue Mitarbeiter aus
Ambulanter ökumenischer Hospizdienst sendet zehn neue Mitarbeiter aus
ELLWANGEN / kl Pater Windisch und Pfarrer Schuster haben für zehn neue ehrenamtliche Mitarbeiter im ambulanten Hospizdienst einen Aussendungsgottesdienst in der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik abgehalten. Aufgabe der Mitarbeiter wird es sein, schwerkranke und sterbende Menschen im ambulanten Bereich zu begleiten. Sicher eine Herausforderung, die Kraft und innere Stärke erfordert, aber auch gegenseitige Bereicherung beinhaltet, verriet eine langjährige Mitarbeiterin. „Man bekommt oft von Sterbenden den Blick für das Wesentliche vermittelt und verschiebt eigene Dinge nicht auf morgen“, sagt sie. Auch die Angehörigen, die oft mit der Situation überfordert sind, sollen unterstützt werden, indem Gespräche geführt oder sie zeitlich entlastet werden.
Um eine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben kommt der Mitarbeiter dabei nicht herum, aber auch medizinische und pflegerische Themen und Praktika, sowie Gesprächsführung am Krankenbett und mit Angehörigen gehören zu den Lerninhalten. Für die Koordination der Ausbildung ist Barbara Sittler verantwortlich gewesen, sie übergab folgenden neuen Mitarbeitern ihr Ausbildungs-Zertifikat: Sieglinde Kurz-Hilkert, Luzia Thorwart, Gertraud Gebhardt, Hermann Grupp, Beate Rettenmeier, Stephanie Töpfl, Heike Baron, Kay Baron, Gerlinde König und Regina Türck.
-> zurück zur Übersicht 2011
Fairtrade-Waren, angeboten vom Missionsausschusses der Kirchengemeinde, fanden viele Käufer, unter ihnen die Referenten des Abends Michael Wolfseiner und Jutta Ulmer (Mitte ). (Foto: fm)
Mit fairem Handel Mayas helfen
Vortrag von Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner im Pfarrstadel in Westhausen
Voll besetzt war der Pfarrstadel beim Vortrag von Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner, die seit 20 Jahren wiederholt Südmexiko, Belize, Guatemala und El Salvador auf abenteuerliche Weise bereist haben. In ihren Fotos stellten sie die Lebensbedingungen der Mayas vor.
Westhausen. Umwelt- und sozialverträgliches Reisen wurden hier ebenso vor Augen geführt wie fairer Handel. Abwechselnd kommentierten die beiden promovierten Westhausener, die jetzt in Frankfurt am Main leben. Auch unsagbares Leid spiegelte sich in der Multivisionsshow wider, als man erfuhr wie vor allem in El Salvador Tausende in Bürgerkriegen ermordet wurden.
Häufig sah man die beiden in beeindruckenden Fotos, wie sie mit fröhlich strahlenden Ureinwohnern zusammensaßen. Bei der Arbeit auf Kaffee-, Kakao- und Zuckerrohrfeldern, bei Festen und Gottesdiensten haben sie diese begleitet. Während ihres Vortrags weisen sie darauf hin, wie man bei uns durch den Kauf von Mayaprodukten deren Existenz sichern könne. Kaffee, Kakao, Schokolade, Honig und Regenwald-Kaugummi zählen zu den Produkten die in Fairtrade-Kooperationen vermarktet werden.
Der Missionsausschuss der Kirchengemeinde St. Mauritius bietet solche bei Kirchenveranstaltungen ständig an, war bei dieser Veranstaltung präsent und erfreute sich einer sehr guten Nachfrage. Auch die Veranstalter, die Kolpingsfamilie und die evangelische Kirchengemeinde, waren erfreut und bedankten sich. „Es ist Ihnen gelungen uns mitzunehmen in die Welt der Maya“, sagte Pfarrer Uli Marstaller. fm
-> zurück zur Übersicht 2011
Oberdorf hat einen neuen Ort der Stille
Oberdorf hat einen neuen Ort der Stille
Bopfingen-Oberdorf / mab „Es ist ein kleines und sehr schmuckes Bauwerk entstanden“, hat Oberdorfs Ortsvorsteher Martin Stempfle das Ergebnis der Bauarbeiten auf dem Friedhof bei der katholischen Kirche in Oberdorf gelobt.
Im Rahmen einer offiziellen Andacht wurde der neue Erweiterungsbau des Kolumbariums eingeweiht. „Die Oberdorfer haben einen weiteren Ort der Stille und des Gedenkens an die Verstorbenen erhalten“, sagte Stempfle in seiner Ansprache zu den zahlreichen Anwesenden, die bei der Einweihung des Bauwerks dabei waren. Unter den Gästen waren neben einigen Mitgliedern des Ortschaftsrats von Oberdorf auch der Leiter des Bauamts Bopfingen, Andreas Rief, in Vertretung der Stadtverwaltung.
Das lateinische Wort Kolumbarium ist auf die römische Zeit zurückführen und bezeichnet im ursprünglichen Sinne einen Taubenschlag. Ihre Ähnlichkeit mit altrömischen Grabkammern und ihrer typischen reihenweise übereinander angebrachten Nischen zur Aufnahme von Urnen nach Feuerbestattungen ließen das Wort Kolumbarium auch in der Bestattung üblich werden. Kolumba, die Taube, bezeichnet auch den Geist im Christentum.
„In diesem Geist ist das Kolumbarium nicht nur ein Ort der Trauer sondern auch der der Hoffnung und des Glaubens“, sagte Pfarrer Waldemar Wrobel, der zusammen mit Pfarrerin Anne Stiegele von der evangelischen Kirchengemeinde die kleine Andacht und Weihe auf dem Friedhof von Oberdorf vornahm. Die musikalische Umrahmung der offiziellen Feier übernahmen Mitglieder des Posaunenchors Oberdorf. Im Anschluss fanden sich die anwesenden Gäste noch zu einem kleinen Stehempfang im katholischen Gemeindehaus ein.
Seit 2005 gibt es ein Kolumbarium auf dem Friedhof in Oberdorf. Der jetzige Erweiterungsbau bietet Platz für weitere 22 Urnen. Geplant ist, auch einen ruhigen Sitzplatz für die Angehörigen und Besucher der Urnenstätte in unmittelbarer Nähe zu schaffen.
-> zurück zur Übersicht 2011
(Text / Foto: ks)
Karin Müller liest aus ihrem neuen Buch
Am Sonntagnachmittag stellte Karin Müller ihren neuen Roman „Milchkaffee mit Vivaldi“ im evangelischen Gemeindehaus in Westhausen vor. Es sei keine direkte Fortsetzung von „Das Farbenspiel“, wie sie verriet. Denn mit den beiden Pianisten Viktoria und Roberto stehen zwei neue Figuren im Zentrum der Geschichte, doch auch Paola und Paolo aus Karin Müllers Erstlingswerk tauchen auf. Und wieder spielt die Handlung vor der Kulisse der Ligurischen Alpen, diesmal im Bergdorf Monesi. Karin Müller nahm ihre 50 Zuhörer gleich im doppelten Sinne mit auf eine Reise dorthin. Sie las zwei Passagen aus ihrem neuen Buch und zeigte Fotos von ihrer Reise durch die Ligurischen Alpen. Danach gab es italienisches Gebäck, Kuchen, Milchkaffee und Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ aus dem CD-Player. (Text / Foto: ks)
-> zurück zur Übersicht 2011
Die rund 70 jugendlichen Sänger haben das Musical in nur vier Tagen während eines Musicalcamps einstudiert. Mehr Bilder davon gibts im Internet unter www.schwaepo.de/haertsfeld. (Foto: sus)
Nach dem Dunkel kommt ein neuer Tag
Der Adonia-Teens-Chor unterhält in der Jurahalle in Ebnat mit dem gefühlvollen Musical „Bathseba“
Der Adonia-Teens-Chor, bestehend aus 70 Sängerinnen und Sängern und einer jungen Live-Band, begeisterte die zahlreichen Besucher am Freitagabend in der Jurahalle mit einem Musical. Mit 15 Songs, kurzen Theaterstücken und Tanzeinlagen, erinnerten die zwölf- bis 18-jährigen Akteure an die Geschichte von König David, Bathseba und Urija.
Susanne Rötter
Aalen-Ebnat. In den Grundzügen ist die alttestamentarische Geschichte des sicherlich bekanntesten Königs Israels allen bekannt. König David schaut vom Flachdach seines Palastes seiner Nachbarin Bathseba beim Baden zu. Hingerissen von ihrer Anmut und Schönheit lässt er sie zu sich bringen. Er umwirbt sie und schläft mit ihr. Kurz darauf lässt sie ihrem König drei Worte ausrichten: „Ich bin schwanger.“
David versucht die Vaterschaft Bathsebas Mann Urija, der als Soldat in seiner Armee kämpft, unterzuschieben, doch das misslingt. Also lässt David den unliebsamen Ehemann in der nächsten Schlacht zu Tode kommen. Doch während der Trauerzeit Bathsebas wendet sich das Blatt. Aus der Affäre wird eine tiefe Liebe – David und Bathseba heiraten. Den Mord bestraft Gott jedoch mit dem Tod des Sohnes der beiden.
Das Besondere an der Adonia-Inszenierung sind die Feinheiten, die David in ein anderes Licht rücken. So windet er sich vor Scham und Qual auf der Bühne und fleht um Vergebung: „Was bin ich nur für ein Versager, charakterlos und so gemein.“ Durch seine Rückkehr zu Gott wird ihm die Schuld erlassen.
Lieder wie „Ein reines Herz“ und „Du vergibst mir“ zeichnen gefühlvoll einen König voller Wehmut und Reue. Voller Enthusiasmus singt der Chor dann, jubelnd und tanzend: „Gott hat den perfekten Plan“ und „Nach dem Dunkel kommt ein neuer Tag“.
Die Geburt des Thronfolgers Salomo wird auf der Bühne regelrecht zelebriert. „Alles Dunkle ist vergangen“, singt der Chor. Ein Feuerwerk knallt. Die Zuschauer applaudieren. Das Programm wurde von den Jugendlichen in nur vier Tagen, während eines Musicalcamps, einstudiert.
Der Abend mit „Adonia“ wurde vom „Mittelpunkt“ organisiert, eine Initiative von evangelischen und katholischen Christen aus Ebnat und Waldhausen.
-> zurück zur Übersicht 2011

Foto (sik): Grund zur Freude hatte
der Chor der evangelischen Kirche Wasseralfingen am Sonntag. Vor 120 Jahren
wurde der Kirchenchor der Magdalenenkirche, heute unter der Leitung von
Kantorin Dagmar Barsacq, gegründet.
Der evangelische Kirchenchor Wasseralfingen feierte sein 120-jähriges Bestehen mit einem festlichen Gottesdienst am Sonntag
Auf seine 120-jährige Geschichte blickte der Chor der evangelischen Kirche Wasseralfingen am Sonntagvormittag zurück. In einem festlich gestalteten Gottesdienst, in dem der Chor sein gesangliches Können unter Beweis stellte, feierte man mit der ganzen Gemeinde.
Aalen-Wasseralfingen. „Wir haben hier lauter Gotteslober“, sagte Pfarrer Bernhard Richter im Gottesdienst, der dem Kirchenchor gehörte. Eine große Gemeinde war zusammengekommen, um gemeinsam mit der traditionsreichen Sängerschaft zu feiern. Chormitglied Frieder Lindenau blickte auf die Anfänge der Kirchenmusik in der evangelischen Kirche zurück.

Im Jahr 1891 bewilligte König Karl von Württemberg eine
selbständige evangelische Pfarrei in Wasseralfingen. Es wurde festgehalten,
dass beim Gründungsgottesdienst ein Chor gesungen hat. Der evangelische
Kirchenchor.
Seither begleiten die Sängerinnen und Sänger die liturgischen Feiern und
bereichern damit die Gottesdienste. „Sie geben ein Zeugnis des Glaubens in
ihrem Gesang“, führte Pfarrer Richter, in Vertretung für seine Frau Pfarrerin
Ursula Richter, die sich momentan in Rehabilitation befindet, aus.
Zudem sei der Wasseralfinger Kirchenchor eine wertvolle Gemeinschaft. Der
Gesang schaffe über den Text hinaus eine Ebene, in der das Gefühl angesprochen
werde.
Momentan zählt der Chor, den Kantorin Dagmar Barsacq leitet, knapp 30
Mitglieder, die mit Freude und Engagement ihre Stimmen zusammenführen. Daneben
lerne man, wie Frieder Lindenau es ausdrückte, wertvolle Chorliteratur,
Vokalkultur und ein Stück Heimatgut kennen. Das Mitmachen und Sich-Einbringen
zähle dabei.

Am Sonntag erfreute der Chor mit der kleinen Orgelmesse von
Joseph Haydn. An der Orgel begleitete Sabine Ott-Seeling, ein Streicherensemble
mit Isolde Schmerek an der Spitze lieferte die instrumentalen Klangfarben. Die
liebliche Tonsprache des Komponisten spiegelte sich in der freundlichen,
dennoch disziplinierten stimmlichen Ausstrahlung des Chores wider.
Mit der herrlichen Motette „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix
Mendelssohn-Bartholdy eröffnete die Sängerschaft den Gottesdienst. Achtstimmig
schlossen sie in Johann Pachelbels „Nun danket alle Gott“. Im Anschluss an den
Gottesdienst wurden langjährige Chormitglieder geehrt und mit einem Stehimbiss
der Festtag gefeiert. sik
-> zurück zur Übersicht 2011

Beim gemeinsamen Anspiel zum Einstieg
in die ökumenischen Kinderbibeltage erleben 65 Kinder im evangelischen
Gemeindehaus Bopfingen bis Sonntag Geschichten aus der Bibel. (Foto: gne)
Kinder erleben Josefs Geschichte
Bei den dritten ökumenischen Kinderbibeltagen gehen 65 junge Abenteurer auf eine gedankliche Reise an den Nil
In Bopfingen sind die Kinderbibeltage am Donnerstagnachmittag gestartet. 65 Kinder lauschten Josefs biblischer Geschichte und seiner Reise nach Ägypten. In Liedern, Spielen und beim Basteln werden die Kinder die Anregungen aus der Bibel umsetzen.
Bopfingen. Zum dritten
Mal veranstalten die sieben evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks
Aalen und die beiden katholischen Seelsorgeeinheiten Ipf und Ries im Raum
Bopfingen ökumenische Kinderbibeltage. Die Leitung hat Diakon Jörg Dolmetsch,
der die vier- bis zwölfjährigen Teilnehmer am Donnerstag im evangelischen
Gemeindehaus in Bopfingen zu einer gemeinsamen Abenteuerreise an den Nil nach Ägypten
einlud.
Auch am Freitag- und Samstagnachmittag sowie beim abschließenden ökumenischen
Familiengottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in
Bopfingen wird sich alles um die spannende Geschichte des jungen Josef drehen.
In einem dreiteiligen Anspiel erleben die Kinder, wie Josef von seinen
eifersüchtigen Brüdern nach Ägypten in die Sklaverei verkauft wird.
Doch weil Gott stets an seiner Seite ist, macht er dort trotz einiger
Tiefschläge als Traumdeuter Karriere und bringt es schließlich zum obersten
Berater des Pharaos. Josef rettet das Land vor einer großen Hungersnot, indem
er in sieben fetten Jahren große Mengen Getreide speichert für die sieben
mageren Jahre, die den guten folgen. Als selbst seine Brüder zu ihm kommen um Getreide
zu kaufen, verzeiht er ihnen sogar ihre schändliche Tat.

Das dreiteilige Anspiel findet stets im Rahmen eines großen Anfangsplenums
statt. Dort begannen die Bibeltage am Donnerstagnachmittag mit viel Musik.
Begleitet von einer Band sangen die Kinder mit großer Begeisterung fetzige,
christliche Lieder. Danach wurden die Kinder in vier Altersgruppen aufgeteilt
und vertieften, angeleitet von mehr als 25 ehrenamtlichen Helfern aus den
beteiligten Kirchengemeinden, mit verschiedenen Bastel- und Spielangeboten den
Inhalt der Geschichte.
Den Abschluss der Nachmittage bildet ein gemeinsames Schlusspiel, bei dem die
Kinder sich über ihre Gedanken und Eindrücke zu der spannenden Geschichte
austauschen können. Den dritten Teil des spannenden Abenteuers um Josef gibt es
am Sonntag im Familiengottesdienst, bei dem neben den Familien der Kinder alle
Gemeindemitglieder und Interessierten herzlich willkommen sind.
-> zurück zur Übersicht 2011
Kinderbibeltage drehen sich um Schöpfung
Kinderbibeltage drehen sich um Schöpfung
Rund 100 Mädchen und Jungs befassen sich drei Tage lang im Speratushaus mit Gott
Von Josef Schneider
Ellwangen „Theodor will’s wissen“, unter diesem Motto finden in diesem Jahr die Ökumenischen Kinderbibeltage im Speratushaus statt. Grundthema ist die Schöpfung. Und die fast hundert Kinder aus den Klassen 1 bis 5, die von Pfarrerin Uta Knauss und Pfarrvikar Alwin Miller sowie von rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut werden, sind begeistert. Am morgigen Sonntag um 10 Uhr ist in der Evangelischen Stadtkirche der Abschlussgottesdienst.
„Einfach spitze, dass Ihr da seid“, singen die Mädchen und Jungs im evangelischen Gemeindehaus „Speratushaus“ aus voller Kehle: „Kommt, wir loben Gott, den Herrn.“ Eine für die Bibeltage zusammengestellte Band macht die Musik. Singen, beten, basteln und spielen sind wesentliche Bestandteile der drei ökumenischen Kinderbibeltage, die heute zu Ende gehen. „Theodor ist einer, der sich selbst für einen Künstler hält und staunt über das, was es alles gibt, was Gott alles geschaffen hat“, erklärt Pfarrvikar Alwin Miller das Motto „Theodor will’s wissen“.
Das Thema Schöpfung und die Schöpfungsgeschichte kommen natürlich auch in dem von der Schauspielerin und Sängerin Andrea Batz einstudierten Theaterstück zum Ausdruck. Hier sieht man Gottes Geschöpfe, die Löwen, die Vögel, die Fische und all die anderen Tiere munter auf der Bühne, die Kinder spielen ihre Rollen überzeugend. Und die Buben und Mädchen lernen dabei, dass Gott alles auf der Welt perfekt gemacht hat. Pfarrerin Uta Knauss erklärt das so: „Der Künstler Theodor (gespielt von Florian Hock) und die Schnecke Tiffany (Anina Batz) sprechen über den ganz großen Künstler, der es richtig hingekriegt hat, der die Welt erschaffen hat.“
Am Donnerstag machen die Kinder Experimente, so zur Oberflächenspannung des Wassers, am Freitag basteln sie Tiermasken. „Uns ist einfach wichtig, dass wir mit den Kindern über die Schöpfung nachdenken, mit ihnen zusammen staunen über das Wunder der Schöpfung, sie sensibilisieren über die Zerbrechlichkeit der Schöpfung und sie zu einem guten Umgang mit der Schöpfung anregen“, unterstreicht Pfarrerin Uta Knauss.
-> zurück zur Übersicht 2011

Basteln eines hübsch dekorierten Bilderrahmens während der ökumenischen Kinderbibelwoche im evangelischen Gemeindehaus – auch das passt zum Motto: „Klein, aber wichtig.“ (Foto: Oliver Giers)
Die Botschaft: Klein, aber wichtig
Motto der ökumenischen Kinderbibelwoche im evangelischen Gemeindehaus – Sonntag Abschlussgottesdienst
Unter dem Motto „Klein, aber wichtig“ findet auch in diesem Jahr im evangelischen Gemeindehaus in Aalen wieder eine Kinderbibelwoche statt. Mit 56 Kindern und fast 30 – überwiegend jugendlichen – Mitarbeitern wird an drei Vormittagen gesungen, gebastelt, getanzt, gebetet, gelacht und viel erlebt.
Aalen. Die KiBiWo ist
ein ökumenisches Projekt, das von der ACK in Aalen, der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen, organisiert und finanziert wird. Eingeladen sind
Grundschulkinder zwischen sechs und elf Jahren. Im Vordergrund steht diesmal
die Geschichte von Samuel, der bereits als kleines Kind im Tempel aufwächst und
später zu einem großen Propheten wird.
Und so geht es los: Es ist 9.15 Uhr, die ersten Kinder strömen in das Foyer des
Gemeindehauses. Langsam aber sicher wird es immer lauter und die Vorfreude auf
einen neuen KiBiWo-Tag steigt. Begonnen wird dann mit einer kleinen Andacht. Danach
spielen die jugendlichen Mitarbeiter einen neuen Teil der Samuel-Geschichte auf
der Bühne vor. Mucksmäuschenstill lauschen die Kinder, denn mit der Geschichte
eines Jungen, der Wichtiges zu sagen hat und dem trotzdem nicht immer zugehört
wird, können sich viele identifizieren.
Danach ist es Zeit für die Gruppeneinteilung. An Angeboten mangelt es nicht: In
acht verschiedenen Gruppen wird mit viel Spaß zunächst das Thema vertieft und
dann je nach Gruppe gebastelt, gebacken, getanzt, geschreinert oder gespielt.
Hier lernt man sich besser kennen, es ist Raum für Kreativität und
Gemütlichkeit. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre zwischen Großen und
Kleinen – schließlich waren fast alle Mitarbeiter bis vor kurzem selbst noch
KiBiWo-Kinder. Nach einem gemeinsamen Abschluss mit Liedern und Segen
verabschieden sich die Kinder und präsentieren ihren Eltern strahlend ihre
Bilderrahmen, Trommeln, Kerzen, Glitzerherzen, gebackenen Brote oder Wolltiere.
Am Sonntag endet die diesjährige Kinderbibelwoche mit einem
Familiengottesdienst um 10.30Uhr in der Martinskirche.






„Jazzit“ sorgte für einen schwungvollen Fundraising-Auftakt. (Foto: ls)
Im Einsatz für ein neues Kirchendach
Die evangelische Kirchengemeinde startet die Spendensammlung mit einem schwungvollen Auftakt von „Jazzit“
Gut gefüllt ist der Christian-Hornberger-Saal, lockere Atmosphäre mit bekannten Jazzstücken und Eigenkompositionen der Gruppe „Jazzit“. Pfarrer Achim Bellmann wirbt für den Schulterschluss der anstehenden Kirchenrenovierung.
Oberkochen. Die Männer und Frauen vom Fundraising-Team haben für eine lockere Atmosphäre beim Jazzabend gesorgt. So kommen die Jazzfreunde bei Swing, Latin, Funk und Bebop und der energiegeladenen Gesangnummern so richtig in Schwung.
„Den Schwung wollen wir als Kirchengemeinde mitnehmen, denn es stehen große Aufgaben ins Haus“, sagt Pfarrer Achim Bellmann, der sich sichtlich freut, dass sich die akribischen Vorbereitungen und das Engagement für den Auftakt der Fundraising-Serie gelohnt haben. Kaum ein Platz ist mehr frei im Christian-Hornberger-Saal. Das Motto ist nicht zu übersehen: „Gut bedacht“ – ein eigenes Logo gibt es. Die Versöhnungskirche steht zur Renovierung an.
Das Kirchendach werde bald undicht und auch die Heizung in der Versöhnungskirche muss erneuert werden. Die Maßzahlen stehen: Die Gesamtsanierung beziffert Pfarrer Bellmann mit 900 000 Euro. 45 Prozent erhält man von der Landeskirche und vom Kirchenbezirk. Man hofft auf einen Zuschuss seitens der Stadt, aber bis 2015 muss die Kirchengemeinde 200 000 Euro selbst an Spenden, Verkaufs- und Aktionserlösen, Eigenmitteln und aus Veranstaltungen aufbringen.
Das Fundraising-Team ist deshalb aktiv geworden. Man organisiert Einschläge und verkauft im kommenden Jahr Holz. Es wird Konzertabende geben, für Januar ist ein Flötenkonzert geplant und natürlich hofft man auf die Spendenfreudigkeit der Gemeindeglieder.
„Jazzit“ tut sein Bestes, die vibrierende Musik geht unter die Haut. „Gehen Sie am Klingelbeutel vorbei“, sagt Pfarrer Bellmann lachend. Natürlich meint er jene Körbchen, die unübersehbar im Gemeindesaal platziert sind. ls
-> zurück zur Übersicht 2011
(Foto: privat)
Abtsgmünder Bank spendet für Garten
Da die Spielgeräte wie die gesamte Ausstattung des evangelischen Kindergartens Lebensbaum in Fachsenfeld über die Jahr stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien und umfangreiche Erdarbeiten im Garten notwendig geworden seien, habe sich die Abtsgmünder Bank – so erklärten es die Vorstände Eugen Bernlöhr und Werner Bett – bereit erklärt, dieses Projekt mit 500 Euro zu unterstützen. Beide Vorstände wünschten den Kindern sowie deren Erzieherinnen viel Spaß mit den neuen und renovierten Spielgeräten im frisch angelegten Garten.
-> zurück zur Übersicht 2011
An verschiedenen Stationen in der Kirche wurden bei der Church-Night Kärtchen mit Segenssprüchen an die Besucher verteilt. Im Bild holt sich Tanja Ruprecht (Kirchengemeinderätin Essingen) ein solches bei Ingmar Nolting ab. (Foto: sus)
Die Freiheit im Glauben ausleben
Am Reformationstag wurde in Lauterburg die Church-Night zum Thema „Ich bin so frei“ gefeiert
Wer innerlich frei ist, kann sich entfalten und sein Leben und die Gesellschaft gestalten. Er kann sagen: „Ich bin so frei.“ So lautet auch das Thema der Church-Night 2011. Am Montagabend feierten die evangelischen Kirchengemeinden Essingen und Lauterburg gemeinsam in der evangelischen Kirche in Lauterburg die besondere Kirchennacht, die vom Posaunenchor und der Band „LayBack“, dem Chor und den Konfirmanden mitgestaltet wurde.
Susanne Rötter
Essingen-Lauterburg. Der Glaube an Jesus Christus befreie von dem Zwang, Christsein nach Regeln und Moralvorstellungen zu gestalten. Leben beginne mit Gottes „Ja“ zu uns. Pfarrer Gerhard Brüning versuchte in seiner Predigt das Gleichnis des verlorenen Sohnes aus dem Lukas-Evangelium unter dem Aspekt der Freiheit neu auszulegen. Eine Geschichte über zwei Söhne. Der eine scheitert an dem Versuch der Freiheit und der andere an seinem Pflichtgefühl. Man könne sich – und dies sei ein ganz großes Geschenk in unserem Land – völlig frei entscheiden wie man leben wolle, mit dieser Feststellung begann Pfarrer Brüning sein Gedankenspiel.
Doch bei all der Freiheit, die uns vergönnt sei, könne man ganz schnell an Grenzen stoßen, die in einem selber liegen oder an die Grenzen gewisser Lebensumstände. „Eine unbegrenzte Freiheit scheint es wohl doch nicht zu geben.“ Unbegrenzte Freiheit, so Pfarrer Brüning, könne auch ausarten in eine ganz erbarmungslose Diktatur, zum Beispiel der Stärksten über die jeweils Schwächeren.
Um dies zu verdeutlichen zog Brüning ein Beispiel heran. Die Geschichte „Der Verdacht“ von Friedrich Dürrenmatt, die von einem Arzt des Konzentrationslagers Stutthoff handelt, der dort grausame Experimente mit Menschen gemacht hat. „Als ich begriffen habe, dass da niemand über uns ist und dass ich tun und lassen kann was ich will, da habe ich mir diese Freiheit genommen“, rechtfertige der Arzt im Roman seine Taten.
So einfach sei es also wohl nicht mit der Freiheit, resümierte Brüning. Auch die Geschichte vom verlorenen Sohn sei eine Geschichte über einen gescheiterten Versuch, Freiheit auszuleben. Doch der verlorene Sohn, ganz im Gegenteil zum Arzt im Konzentrationslager, erkennt und kehrt um. Er habe inbrünstig um Vergebung gebeten: „Herr, ich habe Schuld auf mich geladen.“
Auch bei den Fürbitten stand die Freiheit im Mittelpunkt. Jürgen Nolting, Essinger Kirchengemeinderat, bat: „Herr – in vielen Familien ist der Dialog zwischen den Generationen verstummt.“ Das offene Gespräch sei dem Streit und den Vorhaltungen gewichen. „Lehre uns, unsere Kinder wieder als das zu akzeptieren, was sie sein wollen. Lass uns einander wieder neu respektieren, Zukunft gestalten lernen.“
Chor und Posaunenchor sowie die Band „LayBack“ bereicherten die Church-Night mit musikalischen Beiträgen. Konfirmanden und Freiwillige hatten sich zudem an verschiedenen Stationen in der Kirche aufgestellt und gaben den Gottesdienstbesuchern Kärtchen mit Segenssprüchen an die Hand.
Im Anschluss gab es einen „Luther-Imbiss“ und eine Filmnacht in der Kirche.
-> zurück zur Übersicht 2011