© Schwäbische Post 28.10.2011

Die Kinder des Kindergartens „Arche Noah“ fühlen sich sichtlich wohl in den neu gestalteten Gruppenräumen, von links hinten: Mathis Tröster, Volker Grab, Martin Schuster, Karl Hilsenbek mit Teddy im Arm und Kämmerer Gerhard Senger.  (Foto: AK)

Die Kinder des Kindergartens „Arche Noah“ fühlen sich sichtlich wohl in den neu gestalteten Gruppenräumen, von links hinten: Mathis Tröster, Volker Grab, Martin Schuster, Karl Hilsenbek mit Teddy im Arm und Kämmerer Gerhard Senger. (Foto: AK)

378 000 Euro wurden investiert

Feierstunde am Freitag: Die Sanierung des Kindergartens „Arche Noah“ ist abgeschlossen
 
Nach nur zweieinhalb Monaten Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten beim Kindergarten „Arche Noah“ im Kolpingweg 19 zum Abschluss gebracht worden. Bei einem Stehempfang wurde das am Freitagvormittag gebührend gefeiert.
 
Achim Klemm
 
Ellwangen. Die Kinder des evangelischen Kindergartens „Arche Noah“ schmetterten den Klassiker „Wer will fleißige Handwerker sehn“ und gewannen die Herzen der Gäste im Flug, darunter Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, Architekt Mathis Tröster und die Eltern der Kinder.
Der evangelische Kirchengemeinde-Pfarrer Martin Schuster begrüßte die Gäste und zeigte auf, was so alles im 1970 eröffneten Kindergarten gemacht worden ist. Dort werden vier altersgemischte Gruppen mit bis zu 96 Kindern betreut.
Die umfangreichen Arbeiten umfassten die Neugestaltung von zwei Gruppenräumen sowie dem Kreativraum. Hier wurden neue Fenster mit Wärmedämmverbundverglasung eingebaut, die Decken erhielten Akustikdämmungen und die Wände einen neuen Anstrich. Außerdem wurden die alten PVC-Böden durch Linoleum ersetzt. Elektrische Leitungen wurden neu verlegt und die Sanitäranlagen auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt fehlt nur noch der Wickeltisch, der später aufgestellt wird.
Ingesamt wurden für die Sanierungsarbeiten 378 000 Euro in die Hand genommen. Die Stadt schultert davon 237 000 Euro. Die evangelische Kirchengemeinde trägt 25 Prozent der Kosten. Hinzu kommen Zuschüsse von der Landeskirche und dem Kirchenbezirk.
Oberbürgermeister Karl Hilsenbek wies auf die Dringlichkeit dieser Sanierungsmaßnahme hin. „Die durchgeführten Maßnahmen bedeuten eine erhebliche qualitative Verbesserung.“ Dem Erzieherinnenteam um Kindergartenleiterin Iris Seifert wünschte Hilsenbek weiterhin hohe Motivation und viel Spaß bei der Arbeit.
Im Kindergarten „Arche Noah“ ist auch eine Intensivkooperationsgruppe der Wörter Konrad-Biesalski-Schule mit sieben körperbehinderten und zwölf nichtbehinderten Kindern untergebracht. Heimsonderschuldirektor Volker Grab von der Wörter Konrad-Biesalski-Schule freute sich über die gelungene Sanierung der Räumlichkeiten. Während der Baumaßnahmen wurde die Stockensägmühle als Waldkindergarten und Provisorium für einen Teil der Kinder genutzt. Grab hoffte, dass der Waldkindergarten beibehalten und vielleicht sogar zu einer Institution ausgebaut werden kann.
Danach luden die Kinder die Gäste auf eine Besichtigungstour durch die neu gestalteten Räume ein.
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© Schwäbische Post 27.10.2011

(Text/Bild: buc)

(Text/Bild: buc)

Landfrauen spenden 500 Euro
 
Beim Erntedankfest der Bezirkslandfrauen im Abtsgmünder Teilort Leinroden organisierte der ausrichtende Landfrauenverein Laubach-Leinroden nach dem Erntedankgottesdienst mit Pater Johny und Pfarrer Werner Kugler in der evangelischen Kirche in Leinroden auch ein gemütliches Beisammensein im frisch renovierten Ferientagheim. Die dort gesammelten Spenden - insgesamt waren es 500 Euro - überreichten die Landfrauen jetzt in den Räumen der Abtsgmünder Sozialstation jeweils zur Hälfte an den Hospizdienst der Sozialstation und an das Evangelische Bauernwerk in Württemberg. Hospizdienst-Einsatzleiterin Sabine Schäffler (Zweite v. re.) und Pfarrer Werner Kugler (li.) nahmen die Spendenschecks entgegen, bedankten sich und sicherten den Landfrauen zu, das Geld sinnvoll einzusetzen.
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© Schwäbische Post 27.10.2011

Das Pfandleihhaus als oft letzter Ausweg: Immer mehr Menschen geraten in Zahlungsschwierigkeiten. Foto: dpa

Das Pfandleihhaus als oft letzter Ausweg: Immer mehr Menschen geraten in Zahlungsschwierigkeiten. Foto: dpa

Zahl der Schuldner wächst
 
Diakonie: Aufschwung kommt bei Verbrauchern nicht an
 
Nach einer Studie befanden sich 2010 im Land 610 000 Menschen in Zahlungsschwierigkeiten, 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Denn der wirtschaftliche Aufschwung kommt bei den Verbrauchern nicht an.
 
RAIMUND WEIBLE
 
Katharina S. kann aufatmen. Im Juni hat sie ihre letzte Kreditrate abzahlen können. Jetzt ist sie wieder schuldenfrei. In ihre schwierige Lage war sie durch ihren ehemaligen Ehemann geraten. Als er seinen Job verlor, machte er sich selbstständig, konnte sich aber nicht freischwimmen. Im Gegenteil - die finanzielle Belastung nahm immer mehr zu. Seiner Frau verheimlichte er die Schwierigkeiten. Doch vor vier Jahren erfuhr sie von der finanziellen Schieflage - nachdem sie in Mithaftung genommen worden war. 'Das war ganz schlimm', erzählt Katharina S. 'Das war mit ganz viel Stress verbunden.' Und zunächst wusste sie keinen Ausweg.
 
Ihre Schwester fand im Internet die Adresse der Schuldnerberatung der evangelischen Diakonie in Stuttgart. Dort suchte sie Hilfe. Die zuständige Beraterin erarbeitete ein Konzept, die Schulden kontinuierlich abzubauen. Vor vier Monaten ist es der 37-Jährigen gelungen, ihre Kredite abzuzahlen. Jetzt kann sie wieder besser schlafen.
 
In solch schwierige finanzielle Situationen wie Katharina S. geraten immer mehr Menschen im Südwesten. Nach einem Gutachten des Büros für Sozioökonomie in Karlsruhe, das vom Diakonischen Werk der evangelischen Kirche Württemberg in Auftrag gegeben worden ist, befanden sich im Jahr 2010 rund 610 000 Menschen in Baden-Württemberg in Zahlungsschwierigkeiten - das waren 20 000 oder 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Von diesen 610 000 Menschen waren mit 310 000 mehr als die Hälfte absolut überschuldet. Die Zahl der Privatinsolvenzen im Land nahm sogar um 7,9 Prozent zu.
 
Der Anstieg hochverschuldeter Verbraucher steht im Kontrast zum generellen wirtschaftlichen Geschehen: 2010 war ein Boomjahr. Das Bruttosozialprodukt in Deutschland wuchs um 3,6 Prozent, der beste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging in Baden-Württemberg um 12,6 Prozent zurück. Die realen Nettolöhne der meisten Erwerbstätigen aber stiegen nicht oder nur wenig. 'Der wirtschaftliche Aufschwung ist bei den Verbrauchern nicht angekommen', sagt Diakonie-Vorstandsvorsitzender Dieter Kaufmann. Gunter Zimmermann vom Büro für Sozioökonomie sagt es so: 'Der Verbraucher ist in den letzten Jahren immer leer ausgegangen.'
 
Zimmermann führt die Schuldenentwicklung bei Verbrauchern nicht nur auf die fehlenden Einkommenszuwächse zurück. Die Abwrackprämie des Bundes, mit der die Automobilindustrie 2009 unterstützt wurde, habe viele Menschen dazu verlockt, neue Kredite aufzunehmen. Jede dritte von 3,8 Millionen Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2009 war ganz oder teilweise kreditfinanziert. Auch der Handel lockte mit Finanzierungsangeboten, was ebenfalls den Konsum der privaten Verbraucher steigerte. Sie sorgten dafür, dass der Binnenmarkt florierte - und linderten damit die Wirtschaftskrise. Viele gerieten aber durch den überhöhten Konsum in finanzielle Schieflage.
 
Das Schuldenproblem bei Privatleuten stößt, wie Kaufmann meint, auf viel zu geringe öffentliche Aufmerksamkeit. Obwohl die Zahl der Menschen mit extremen Zahlungsschwierigkeiten in Baden-Württemberg fast drei Mal so hoch ist wie die Zahl der Arbeitslosen - im September waren in Baden-Württemberg 216 000 Menschen ohne Job. Kaufmann kritisiert, dass das Schuldner-Problem weder regelmäßig statistisch erfasst noch die Zahlen regelmäßig veröffentlicht werden. Das will die neue Landesregierung nach dem Koalitionsvertrag künftig leisten.
 
'Überschuldung braucht mehr politische Aufmerksamkeit', verlangt Kaufmann. Er bemängelt, dass es keine Hilfe vom Bund und vom Land für die Schuldnerberatung gebe. Die Kommunen und die Verbände hätten die Finanzierung der Stellen selbst zu tragen und fühlten sich allein gelassen.
 
Die Schuldnerberatungsbüros im Land sind Kaufmann zufolge personell unterbesetzt. Er geht von 190 Vollzeitstellen aus. Auf einen Berater kommen demnach 3210 Hilfesuchende.
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© Aalener Nachrichten 27.10.2011

Foto: Joachim Ostowski

Foto: Joachim Ostowski

Firma Palm spendet Klettergerüst für Kindergarten
 
AALEN-UNTERKOCHEN / jo „Bewegung und Kinder gehören einfach zusammen“, sagte Marianne Jähn, Leiterin des evangelischen Kindergartens Schatzkiste, bei der Übergabe eines neuen Klettergerüsts, das von der Papierfabrik Palm gespendet wurde. Ein Unternehmen sollte sich sozial in der Gesellschaft verankern, meinte Dr. Wolfgang Palm (rechts), Inhaber und Geschäftsführer der Papierfabrik Palm. „Die Kinder sind unsere Zukunft“, fügte er hinzu. Auch wenn man die Früchte erst in zehn oder 20 Jahren ernten könne, sei die Investition in Menschen immer die beste Wahl. Als Dankeschön für das Klettergerüst, das etwa 6000 Euro gekostet hat, überreichten die Kinder ein Bild mit ihren Handabdrücken. „Das Bild wird einen Ehrenplatz erhalten“, versprach Palm.
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© Schwäbische Post 26.10.2011

Pfarrer Martin Schuster mit dem von Karl-Heinz Knoedler geschaffenen, schweren Metalllogo der Kirchengemeinde, das ein Kirchenschiff symbolisiert. Es wird wieder an die Außenfassade des Speratushauses montiert.  (Foto: Klemm)

Pfarrer Martin Schuster mit dem von Karl-Heinz Knoedler geschaffenen, schweren Metalllogo der Kirchengemeinde, das ein Kirchenschiff symbolisiert. Es wird wieder an die Außenfassade des Speratushauses montiert. (Foto: Klemm)

Mit Spenden und Opfergaben

Die Außensanierung des Speratushauses kostet rund 60 000 Euro und soll Ende Oktober abgeschlossen sein
 
Die Bauarbeiten an der Fassade des Speratushauses sind fast abgeschlossen. Anlass für die Außensanierung gaben Probleme mit dem Abfluss von Regenwasser, die jetzt aber behoben wurden.
 
ACHIM KLEMM
 
Ellwangen. Nachdem die Innenrenovierung des in den 60-er Jahren erbauten Speratushauses vor drei Jahren mit der Sanierung des Festsaals, der Bühnentechnik und Küche über die Bühne ging, nahm die Evangelische Kirchengemeinde weitere Gelder in die Hand, um die notwendigen Arbeiten im Außenbereich anzugehen.
Pfarrer Martin Schuster erläuterte die Maßnahmen nun im Detail. Seit Mitte September sind die Handwerker mit der Sanierung der Fassade und anderem beschäftigt. In den letzten Jahren gab es immer wieder Probleme mit dem Abfluss des Regenwassers.
„Aus den überquellenden Regenrinnen floss das Regenwasser in einen Lichtschacht und überflutete von dort die Kelleräume“, erklärt Schuster. Kanaluntersuchungen wurden veranlasst. Dabei wurde festgestellt, dass die Entwässerungskanäle nicht mehr intakt waren und teilweise Durchsetzungen hatten.
Die schadhaften Kanäle wurden wieder instand gesetzt. Der Bauauschuss des Kirchengemeinderates stellte außerdem fest, dass die gesamte Fassade einen neuen Anstrich benötigt, „an manchen Stellen musste zudem der Putz erneuert werden“, fährt Schuster fort.
Das gesamte Speratushaus wurde eingerüstet. Andere kleinere Maßnahmen wurden im Zuge dieser Sanierungsetappe gleich mit erledigt. Der große Festsaal erhielt auf der Nordseite neue Fenster mit einer besseren Wärmedämmung, ebenso das Treppenhaus. Der Eingangsbereich wurde gegen in die Wände eindringende Feuchtigkeit isoliert.
Laut Pfarrer Martin Schuster belaufen sich die Gesamtkosten der Außensanierung auf 60 000 Euro. Um die Arbeiten anzugehen wurden Rücklagen gebildet. Viele Gemeindemitglieder haben durch das Gottesdienstopfer und durch Spenden beim Freiwilligen Ellwanger Gemeindebeitrag mitgeholfen, dass die Außensanierung des Speratushauses in Angriff genommen werden konnte. „Allen Spendern danke ich hierfür“, betont Pfarrer Schuster.
Ein Drittel der Baukosten bekommt die Evangelische Kirchengemeinde als Zuschuss von der Landeskirche erstattet. Die Arbeiten sollen in der zweiten oder dritten Novemberwoche abgeschlossen und das Gerüst abgebaut sein.
Für die Außenfassade muss jetzt nur noch ein passender Farbton gefunden werden. Es soll möglichst ein warmer Gelbton sein, mit dem sich das Speratushaus harmonisch in seine Umgebung einbindet. Außerdem wird noch darüber nachgedacht, wie man das Speratushaus als Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde kenntlich machen kann.
„Aus Gesprächen wissen wir, dass manchen Besuchern des Speratushauses nicht klar ist, dass es sich hier um ein Haus der evangelischen Kirche handelt. Eine Stele oder ein Schaukasten, der dies kenntlich macht, sollen hier Abhilfe schaffen.“
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© Schwäbische Post 25.10.2011

© Schwäbische Post 25.10.2011

 

Kinderkantorei Aalen glänzte bei ihrem Auftritt im evangelischen Gemeindehaus.  (Foto: Olivier Giers)

 

Begeisterter Applaus für zauberhafte Zauberflöte

Die Kinderkantorei der Chorschule Aalen begeistert im evangelischen Gemeindehaus mit Mozarts „Zauberflöte“

Seit Jahrhunderten fasziniert sie sowohl die großen als auch die kleinen Zuhörer. „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die jungen Sängerinnen und Sänger der Kinderkantorei Aalen bescherten den Besuchern eine bezaubernde Stunde mit der Mozart Oper, die von Michael Bender kindgerecht bearbeitet wurde.

Karin Burgenmeister

Aalen. „Höret nun ihr lieben Leute, wir erzählen euch nun heute die Geschichte aus der Feder von Emanuel Schikedanz“, in gereimter Form hieß Kirchenmusikdirektor Thomas Haller die Zuschauerschar willkommen.
Schon beim Erklingen der Ouvertüre erwachte in dem übervollen Gemeindehaus unter den Besuchern eine freudige Atmosphäre.
Kein aufwendiges Bühnenbild und opulente Kostüme waren notwendig, um Mozarts „Zauberflöte“ gekonnt in Szene zu setzten. Drei Erzählerinnen, die erfrischend die Geschichte über das alte Thema Liebe und Menschlichkeit schilderten und ein Chor singfreudiger junger Menschen mit ihrer engagierten Chorleiterin Gabriele Bender genügten, um die Geschichte des tapferen Prinzen Tamino und des lustigen Vogelfängers Papageno gekonnt auf die Bühne zu bringen.
Als Requisiten dienten Kinderzeichnungen, die Motive aus der Oper darstellten und an die Bühnenwand projiziert wurden.
Bis nach bestandenen Prüfungen am Ende Prinz Tamino seine bezaubernde Prinzessin Pamina in die Arme schließen durfte, hatten die jungen Sängerinnen und Sänger viel Gelegenheit, ihre frischen Stimmen erklingen zu lassen und die Zuhörer mit den bekannten Mozartkompositionen zu erfreuen.


Unterstützung erfuhr der Chor von den Pianisten Angelika Schultz und Thomas Haller, die mit ihrem Spiel kein Orchester vermissen ließen.
Die Zuschauer brachten ihre Begeisterung mit einem kräftigen Applaus zum Ausdruck, was die Kinder zum Strahlen brachte.
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© Schwäbische Post 24.10.2011

Tiefe und Ausdrucksgröße

Liszt’sche Chorwerke mit Orgelbegleitung in den Stadtkirchen in Aalen und Ellwangen
 
Franz Liszt hat am Samstag 200. Geburtstag. Die Ellwanger Kantorei hat ihm zu Ehren seine „Missa choralis“ von 1865 einstudiert. Zu hören war das halbstündige Werk zur Marktzeit in der Aalener Stadtkirche am Samstag und einen Tag später beim Konzertabend in der evangelischen Stadtkirche in Ellwangen mit weiteren Liszt-Stücken.
 
Hermann Weigold
 
Franz Liszt (1811 bis 1886) war einer der prominentesten, aber auch umstrittenen Klaviervirtuosen. Er gilt als Wegbereiter der programmatischen Musik der in seiner harmonischen Sprache seiner Zeit voraus ist.
Beim Konzertabend in der Evangelischen Stadtkirche kamen ausschließlich Liszt’sche Chorwerke mit Orgelbegleitung zum Vortrag, dazwischen, die großen Programmteile aufgliedernd, die nahezu unbekannte, 1879 geschriebene „Missa pro Organo“, eine Orgelmesse, wie man sie aus der Zeit eines François Couperin kennt.
Es ist ein Verdienst des Kantors der Aalener Stadtkirche, Thomas Haller, dieses ausgesprochen liturgische kurzsätzige Werk aus der Versenkung geholt zu haben. Als quasi sacrale Programm-Musik wollen die instrumentalen Ordinariumsteile in der „Stillen Messe“ dem Gaubenden Andachtshilfe und musiziertes Gebet sein.
Haller begann das „Kyrie“ mit feinem Gedackt-Spiel, das er in den Ruf um Erbarmen zurückhaltend weitete. Das „Gloria“ wurde zum Jubelruf, der in sich selber nachhallend schwingt, um klangschön zu enden. Das „Sanctus“, als klanggroßes Plenum registriert mit der Zungenstimmen Antwort, wuchs zur Hosanna-Freude. Im „Benedictus“ das ehrfürchtig tremolierende Lob, dem im „Hosanna“ der Organist klingend den Blick in Gottes Herrlichkeit scheint aufzutun.
Das Hauptwerk des Abends – man darf dies auch als ökumenischen Gruß verstehen – war Liszts bekannte und an den Chor bekanntermaßen hohe Anforderungen stellende „Missa choralis“. 1865 in Weimar entstanden und in Rom ausgeführt, ist sie auch der Versuch eines frühen cäcilianistischen Reformwerks der katholischen Kirchenmusik. Die Verarbeitung gregorianischer Weisen, eine kühne Stimmführung mit auch befremdendem harmonischen Vorgehen, zeigen ein Werk von Tiefe und Ausdrucksgröße, aber auch schwieriger Intonation und so für den zahlenmäßig nicht großen Chor eine enorme Herausforderung.
Kantor Reinhard Krämer gestaltete das in dorischer Tonart gehaltene „Kyrie“ in einer Mischung zuversichtlichen Bittens und dem Kyrios zurufendes Loben, dazu ein Orgelspiel, das stets präsent, aber nie deckend war. Das „Christe eleison“, war markant gesungen, um dann in Responsorien gleichenden Kyrie-Rufen zu verklingen. Das „Gloria“ ging der Chor in zügigem, auf Begeisterung basierendem Tempo an.
Hervorzuheben ist dabei die stilistisch ausgesuchte Orgelregistrierung und das andächtige „Qui tollis“. Und immer wieder die, eine hohe Konzentration der Chormitglieder fordernden Unisono-Partien. Auffallend das Credo, das sich mit seinen im romantisch- Liszt’schen Empfinden verarbeiteten Terz- und Sext- Parallelen über eine strenge gregorianische Vorgabe erhebt und beim „Et in carnatus“ in Bruchner’sche Nähe rückt.
Tief beeindruckend die Dramatik des „Cruzifixus“ und das glaubhafte Schluss-Amen. Der Heiligruf des kurzen „Sanctus“ wurde in bestechender Klangeinheit von Chor und Orgel widergegeben, gefolgt von einem glaubensgewissen, aber zurückhaltend formulierten „Hosanna“. Das breit angelegte „Benedictus“ stellte mit seiner strengen Stimmführung und den daraus resultierenden harmonischen Reibungen höchste Anforderungen an die chorische Intonationssicherheit.
Die „Seligpreisungen“, 1859 geschrieben, sind ein Wechselgesang zwischen Bariton-Solo und Chor. Kantor Krämer war dabei als Solist und Dirigent gefordert. Mit klarer und einer gewissen Herbheit eigenen Stimme gestaltete er mit dem Chor christliche Lebensregeln die in ihrer Aussage und musikalischen Sprache direkt fordern. Im „Vater unser“, 1860 entstanden, gibt Liszt den einzelnen Bitten einen vertieften Ausdruck, den der Chor bis zum erlösenden Amen, innerlich beteiligt, herausgearbeitet hat.
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© Aalener Nachrichten 23.10.2011

Das Gloria steigt leichtstimmig hinauf

Aalen / gk Die Ellwanger Kantorei unter der Leitung von Reinhard Krämer gestaltete am Samstagvormittag die Musik zur Marktzeit in der Stadtkirche. Etwa 100 Zuhörer lauschten der Missa choralis von Franz Liszt.
 
Kirchenmusikdirektor Thomas Haller hieß die zahlreichen Besucher und den gemischten Chor der Ellwanger Kantorei herzlich willkommen, exakt an dem Tag, an dem Franz Liszt vor 200 Jahren im burgenländischen Raiding geboren wurde.
 
Aus dem umfangreichen und vielseitigen Werk des musikalischen „Superstars“ des 19. Jahrhunderts hatten Reinhard Krämer und sein Chor die 1865 komponierte, heutzutage eher selten aufgeführte missa choralis einstudiert, ein religiöses Werk, dessen musikalische Wurzeln noch in der späten Romantik liegen, in dem man aber auch schon Strukturen und Impulse einer neuen musikalischen Epoche heraushören kann. An der Orgel begleitete Thomas Haller mit dezenter Zurückhaltung, sodass der kleine, aber stimmlich stabile und intonationssichere Chor der Ellwanger Kantorei nie in Gefahr geriet, von der Stadtkirchenorgel akustisch zugedeckt zu werden.
 
Das einleitende Kyrie wurde zunächst von romantischen Motiven dominiert, dann entfaltete sich mit Hilfe der Männerstimmen ein ernsterer Duktus. Der Chor interpretierte aufmerksam und folgte flexibel und konzentriert wie etwa im Accelerando gegen Ende des Satzes dem fordernden Dirigat Reinhard Krämers. Im Gloria stiegen die Sopranistinnen leichtstimmig hinauf in die hohen Lagen, die Halbtonschritte wie etwa bei „qui tollis, peccata mundi“ wurden intonationssicher gesungen.
 
Dynamische Differenzierungen vom klangstarken Forte bis zum geheimnisvollen pianissimo kennzeichneten das lebhafte und anspruchsvolle Credo, wobei der Sopran gegen Ende allerdings auch ab und zu an seine stimmlichen Grenzen stieß. Innig und mit sehr viel Gefühl wurde das besinnliche Benedictus gesungen. In den chromatischen Strukturen des Agnus Dei bewiesen die Sängerinnen und Sänger wiederum stimmliche Sicherheit, mit der die heiklen Passagen gemeistert wurden, ehe sich ein langgezogenen Crescendo aus dona nobis pacem heraus zu einem kraftvollen Amen entfaltete.
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© Schwäbische Post 22.10.2011

Schön wie eine Ruine
 
Ellwanger Kantorei feiert Franz Liszt in der Aalener Stadtkirche
 
Franz Liszt hat am Samstag 200. Geburtstag. Die Ellwanger Kantorei hat ihm zu Ehren seine "Missa choralis" von 1865 einstudiert und führte das halbstündige Werk zur Marktzeit in der Aalener Stadtkirche vor ansehnlichem Publikum auf.
 
Die Ellwanger Kantorei ist besetzt wie ein Kammerchor mit 17 Frauen und 9 Männern. Was der Laienchor unter der Leitung von Reinhard Krämer leistet, ist beeindruckend. Am Anfang noch mehr als am Ende zeigt das Ensemble großes Können, stimmliche Präsenz auch in dem dreistimmigen Tenor, ein souveränes Auskosten der chromatischen und agogischen Effekte der Musik.
 
Das Stück inszeniert den katholischen Messetext mit unterschiedlich langen Partien, das Credo beispielsweise ausladend und anspruchsvoll komponiert, das folgende Sanctus kurz, schlicht, fast lakonisch. Wenn auch hier und da vom Chor Gefühl ud Sicherheit bei schwierigen harmonischen und rhythmischen Passagen gefordert wird, verzichtet Liszt bei seiner Missa choralis doch auf virtuose Höhenflüge. Die Musik ist effektvoll bis zur Gefühigkeit, romantisch schön halt wie der Neubau eine gotischen Ruine.
 
Das Stück ist am Sonntag um 20 Uhr noch einmal zu hören in der Evangelischen Stadtkirche in Ellwangen. Auch dort wird der Chor unter der Leitung von Reinhard Krämer begleitet von Thomas Haller an der Orgel. Rainer Wiese
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© Schwäbische Post 21.10.2011

WORT ZUM SONNTAG
Michael Rau, Pfarrer in Bopfingen
„Dunkle Energie“ – das hört sich an wie Science-fiction. Ist es aber nicht. Dunkle Energie ist Wirklichkeit. Für ihre Entdeckung haben Anfang des Monats drei Physiker den Nobelpreis bekommen. Wobei „Entdeckung“ eigentlich nicht stimmt. Die „dunkle Energie“ lässt sich weder beobachten noch messen. Die Wissenschaftler haben nicht die Spur einer Ahnung, worum es sich dabei handelt. Die Brisanz der neuen Entdeckungen liegt in der Größenordnung: 95 Prozent des gesamten Universums besteht nach den Erkenntnissen der Nobelpreisträger aus der dunklen Unbekannten.
Zwar wird sich durch die neuen Erkenntnisse unser Alltag zunächst nicht verändern. Doch fern ist das dunkle Unbekannte nicht. Es ist überall, sogar im Brot, das wir essen. Plötzlich wird klar: Chemie, Physik und Biologie haben bisher nur winzige Ausschnitte unserer Welt wahrgenommen. Für den Hauptteil sind sie blind. Kann das sein? Ist nicht die Wirklichkeit im Wesentlichen durchschaut und berechnet?
Doch der Nobelpreis drückt das Siegel drauf: Bei allen bisherigen Berechnungen wurden 95 Prozent der Wirklichkeit übersehen. Was wartet dort? Ein ungeheurer Raum tut sich auf. Das eng gestrickte Weltbild des Wissenschaftsglaubens zerbröckelt.
Und Gott bekommt wieder Plausibilität: „In ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. Und alles besteht in ihm“ (Kolosserbrief 1, 16-17).
Vielleicht hilft uns dieser Nobelpreis, wieder offen zu werden für die wirkliche Wirklichkeit.
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© Schwäbische Post 17.10.2011

(Text/Foto: ls)

(Text/Foto: ls)

Siegel für die Kirchengemeinde
 
Groß war die Freude bei Pfarrer Christoph Bäuerle, Gemeindediakon Jürgen Schnotz und Erika Probst, die für den Bereich „Eine Welt“ verantwortlich zeichnet, als sie den Gemeindefestbesuchern die Plakette präsentieren konnten, die „Brot für die Welt“ der evangelischen Kirchengemeinde Essingen für ihren 15-jährigen Einsatz in puncto fair gehandelter Lebensmittel verliehen hatte. „Fairer Kaffee und andere Lebensmittel haben bei uns im Gemeindehaus einen festen Platz und werden im Bewusstsein weiter gestärkt“, betonte Diakon Schnotz. „Ziel ist, einen Beitrag zu leisten, für ein menschenwürdiges Leben im Süden der Welt“, meinte Pfarrer Bäuerle. Die Ehrungsmedaille, das „Transfer-Siegel“ von „Brot für die Welt“, wurde von Pfarrer Christoph Bäuerle, Erika Probst und Diakon Schnotz (von links) am Eingang zum Gemeindesaal installiert. (Text/Foto: ls)
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© Schwäbische Post 16.10.2011

Der Posaunenchor unter Leitung von Wolfgang Böttiger hat zum Jubiläum des Christlichen Vereins junger Menschen in der Stadtkirche eine brillante „Stunde der Kirchenmusik“ gestaltet.  (Foto: mwi)

Der Posaunenchor unter Leitung von Wolfgang Böttiger hat zum Jubiläum des Christlichen Vereins junger Menschen in der Stadtkirche eine brillante „Stunde der Kirchenmusik“ gestaltet. (Foto: mwi)

Einander zuhören, helfen und wertschätzen
 
Festwochenende zum 125-jährigen Bestehen des CVJM Aalen – Landesverbandsvorsitzender Uwe Rechberger predigt in der Stadtkirche
 
Nach einer brillanten „Stunde der Kirchenmusik“, gestaltet vom Posaunenchor unter Leitung von Wolfgang Böttiger und einem Begegnungsabend im „Gütle“ feierte der „Christliche Verein junger Menschen“ in der Stadtkirche mit einem Festgottesdienst sein 125-jähriges Bestehen.
 
Lothar Schell
 
Aalen. Rhythmisch und fetzig eröffneten die Posaunisten den von Fröhlichkeit getragenen Gottesdienst, zu dem Dekan Ralf Drescher auch Oberbürgermeister Martin Gerlach willkommen heißen konnte. CVJM-Vorsitzender Uli Mildenberger skizzierte die 125-jährige Entwicklung vom Jünglingsverein über den Christlichen Verein junger Männer hin zum Christlichen Verein junger Menschen und er dankte den vielen Ehrenamtlichen für ihre Mitarbeit.
Unter diesem Motto des Landesverbands stand auch das Jubiläumswochenende des CVJM Aalen und der Landesverbandsvorsitzende Pfarrer Uwe Rechberger stellte „Echt leben“ auch seiner Predigt zugrunde, nachdem Mitarbeiter zuvor in einer Spielszene verdeutlicht hatten, dass zwischen „Essen, Trinken, Arbeiten und . . . . Sterben“ mittendrin „Echt leben“ steht.
Der Name CVJM sei auch binnen 125 Jahren aktuell geblieben, meinte Pfarrer Rechberger. Und begründet sei die vielfältige Sozialarbeit des CVJM am Menschen durch das Psalm-Wort „Lobet den Herren meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“ Hinwendung zueinander, einander zuhören und helfen und sich wertschätzen stehe im Fokus des CVJM. Dies sei seine Chance – auch in der Zukunft. Gerade für junge Menschen sei es eine Riesenchance, die individuellen Gaben in einem geschützten Verein auszuprobieren „und mal auch den Karren gegen die Wand fahren zu können“, meinte der Prediger.
Dabei sei es wichtig, junge Menschen zu begleiten und nicht mit Lob zu sparen, so wie es viele Altvordere des CVJM vorgemacht hätten. „Echt leben heißt, aus der Gnade Gottes und zu seiner Ehre zu leben“, betonte der Landesverbandsvorsitzende und dabei ging er auf die vielfältigen Gruppierungen im CVJM Aalen ein. Echt leben bedeute einander wahrzunehmen aus der ganzen Vitalität der Seele heraus. „Und echt leben heißt, aufzuatmen mit Gott, der mich atmen lässt“, setzte Rechberger hinzu. Echt leben heiße aber auch, den Segen Gottes weiterzugeben und in die Gemeinde einzubringen. Je früher man dies im Leben verinnerliche, desto besser gelinge dies im Alter.
Oberbürgermeister Martin Gerlach überreichte namens der Stadt eine Jubiläumsgabe in Höhe von 250 Euro. Er unterstrich die wertvolle Arbeit an der Jugend, auch er habe in seiner Jugend die Zeit beim CVJM in Wasseralfingen genossen.
Dekan Ralf Drescher überbrachte Grüße und Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde. Der CVJM habe sich in ganz besonderer Weise um die kirchliche Jugendarbeit verdient gemacht im Netzwerk von Kindern, Jugendlichen und Familien. Besonders hob Drescher das Engagement des evangelischen Posaunenchors hervor, ohne den beispielsweise ein Gottesdienst im Grünen undenkbar wäre. „Der CVJM Aalen ist ein wichtiger Pfeiler in der kirchlichen Arbeit vor Ort“, schloss Dekan Drescher.
Beifall und Respekt der Kirchenbesucher galt zwei hoch verdienten Altvorderen des CVJM Aalen. Hanspeter Pfeiffer (50 Jahre) und Eberhard Mildenberger (60 Jahre) wurden vom Landesverbandsvorsitzenden für ihren verdienstvollen aktiven Posaunendienst zum Lobpreis Gottes und zum Lobgesang ausgezeichnet. Viele Gottesdienste und Feste hätten sie mit ihrer musikalischen Tätigkeit bereichert und sie seien damit klassische Vorbilder für die Jugend.
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© Aalener Nachrichten 16.10.2011

Maximilian Mangold begeistert mit makelloserTechnik
 
Anspruchsvolles Programm eines Individualisten an der Gitarre in der evangelischen Stadtkirche
 
Von Petra Rapp-Neumann
 
ELLWANGEN (R.) – Aus Leimen ist der klassische Gitarrist Maximilian Mangold zu Gast in der evangelischen Stadtkirche gewesen. Er gilt als Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Konzertgitarristen, ist mit rund fünfzig Soloauftritten jährlich einer der aktivsten und ein Meister der Kammermusik.
 
Überaus sensibel und ohne jegliche Effekthascherei, konzentriert in sein Spiel versunken, faszinierte Mangold in fast zwei Stunden die Zuhörer mit einem anspruchsvollen Programm auf hohem Niveau. Er eröffnete mit Johann Sebastian Bachs differenziert interpretierter Sonate Nr. 2 a-Moll BWV 1003. Das für Sologeige komponierte Musikstück erhielt in der vorzüglichen Akustik des Kirchenraums und dem einfühlsam gespielten Instrument Tiefe und besondere Klangschönheit.
 
Musikalisches Kabinettstück
 
Zu einem musikalischen Kabinettstück geriet unter Mangolds persönlich geprägter und träumerisch zarter Interpretation auch die Vertonung von Friedrich Hölderlins Ode „In lieblicher Bläue“ in drei Fragmenten von Hans Werner Henze, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feierte. Ausdrucksvoll spielte der Künstler die „Piéces caractéristiques“ von Federico Moreno Torroba, eines Meisters prägnanter Miniaturen im Geist spanischer Volksmusik.
 
Auf einer historischen Gitarre, einem Nachbau der Biedermeier-Gitarre des berühmten Wiener Gitarrenbauers Johann Anton Stauffer durch Bernhard Kresse, beeindruckte Mangolds Spiel in tänzerischer Anmut und makelloser Technik mit Kompositionen von Caspar Joseph Mertz, des letzten Gitarristen im österreichischen Biedermeier, und „Zauberflöte“-Variationen des großen Fernando Sor. Auf Bitten Mangolds vertonte der Darmstädter Komponist Alois Bröder 2011 das evangelische Kirchenlied „Strahlen brechen viele aus einem Licht“. In Ellwangen erlebte „Strahlen Licht“, eine spannungsreiche Miniatur von etwas mehr als drei Minuten, nun seine Uraufführung.
 
Melancholische Komposition
 
Das Konzert endete mit melancholischen und temperamentvollen Kompositionen der Argentinier Roberto Calvo und Astor Piazzolla. Verdienter Beifall wurde mit einer Zugabe, einem langsamen Walzer von Roberto Calvo, belohnt.
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© Schwäbische Post 16.10.2011

Bürgermeister Karl Bux sprach am Sonntagsmorgen in der evangelischen Stadtkirche Ellwangen.  (Foto: Klemm)

Bürgermeister Karl Bux sprach am Sonntagsmorgen in der evangelischen Stadtkirche Ellwangen. (Foto: Klemm)

Bürgermeister hielt die Predigt
 
Aktion sollte vor allem das Bewusstsein für die Probleme Langzeitarbeitsloser schärfen
 
Ein Bürgermeister predigt vorne am Ambo: Das gab es am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche in Ellwangen. Beigeordneter Karl Bux sprach über die Sorge für die Langzeitarbeitslosen; Pfarrer Martin Schuster gestaltete mit Kantor Reinhard Krämer den festlichen Gottesdienst.
 
RUDOLF GRUPP
 
Ellwangen. Die nicht alltägliche Predigt eines Bürgermeisters in der Kirche war der Aktion „Mit neuem Schwung aus der Langzeitarbeitslosigkeit“ zu verdanken, und so war auch das Opfer dieses Gottesdienstes für den „Förderverein Regionales Bündnis für Arbeit“ zur Unterstützung von Projekten im Ostalbkreis gegen Langzeitarbeitslosigkeit bestimmt.
Karl Bux, der zum Jahresende in den Ruhestand tritt, deutete wie der Pfarrer das Tagesevangelium von den Arbeitern im Weinberg. Er stellte gleich eingangs die Frage: Müssen wir gerade in Ellwangen mit der sensationell niedrigen Arbeitslosenquote unter drei Prozent auch an Langzeitarbeitslose denken?
Er bejahte diese Frage und erinnerte auch an den internationalen Aspekt dieses Themas: Menschen ohne Arbeit, etwa in Spanien, Portugal oder Griechenland. Für das Wohl aller zu sorgen, sei unsere Aufgabe, mit Gerechtigkeit für alle. Der Schwache dürfe nicht unterliegen. Und solche Schwachen gebe es durchaus auch in unserer überschaubaren Stadt Ellwangen. Wir dürften sie nicht vergessen, sondern müssten ihnen Gemeinschaft geben, sie wieder in die Gesellschaft hereinnehmen, ihnen Perspektiven geben und so die Zukunft öffnen.
Pfarrer Martin Schuster ließ diese Gedanken auch in ein Gebet einfließen: Verdichtet wurden diese Gedanken im Schlusssegen des Pfarrers: Die Langzeitarbeitslosen sollten sich nicht verstecken, und sie sollten auch nicht vergessen werden.
Gemeinsam beteten die Gläubigen beider Konfessionen das ökumenische Glaubensbekenntnis; gemeinsam empfingen sie das Abendmahl in beiderlei Gestalt; gemeinsam unterstützten sie mit einer Spende das Anliegen des Bündnisses für Arbeit; gemeinsam nutzten sie am Ende das Gespräch beim Stehempfang mit Kaffee und Kuchen. Als Dank und Geschenk überreichte Pfarrer Schuster dem Prediger Karl Bux ein Gesangbuch der evangelischen Landeskirche.
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© Schwäbische Post 16.10.2011

© Schwäbische Post 16.10.2011


Beim Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Magdalenenkirche haben sich Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch und Pfarrer Jochen Stolch verabschiedet. (Foto: hag)

“Gott muss ein Schwabe sein“

Feierliche Verabschiedung des Pfarrerehepaars Heike Ehmer-Stolch und Jochen Stolch in der Magdalenenkirche

In einem feierlichen Gottesdienst hat sich das Pfarrerehepaar Heike Ehmer-Stolch und Jochen Stolch von der Wasseralfinger und der Hüttlinger Kirchengemeinde verabschiedet. In den vielen, herzlichen Grußworten wurde deutlich, wie engagiert die beiden in den vergangenen knapp neun Jahren ihre Berufung ausgefüllt haben.

Ulrike Schneider

Aalen-Wasseralfingen. Der Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Wasseralfinger Magdalenenkirche war so gut besucht, wie sonst nur zu Weihnachten. Der Anlass war für viele jedoch eher ein etwas trauriger. Das Pfarrerehepaar Heike Ehmer-Stolch und Jochen Stolch verlassen zum Monatsende die Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen in Richtung Schwarzwald.

Am 1. November werden sie in Ostelsheim im Dekanat Calw ihren Dienst antreten. Doch zuvor haben sie sich in einer über dreistündigen Feier mit Abendmahls-Gottesdienst von der hiesigen Gemeinde verabschiedet.
Bereits der Gottesdienst unterstrich das Wirken der beiden Seelsorger für Kinder, Jugendliche und Familien; aber auch das Engagement für Ghana und den dortigen Partnerbezirk mit der Presbytery Akyem Abuakwa in Ghana von Heike Ehmer-Stolch. Die stellte in ihrer Predigt (2. Epheserbrief) am Partnerschaftssonntag das Haus in den Mittelpunkt. Das Haus als Existenzgrundlage, als Ort der Geborgenheit, des Rückzugs und der Heimat. „Gott muss ein Schwabe sein“, sagte die Pfarrerin mit Blick auf die hiesigen Häuslebauer und dass auch Gott in ein „Großprojekt“ investiere. In dessen Haus seien die Türen und Fenster weit geöffnet und das Treiben bunt. Gleichzeitig sei er aber auch eine umtriebige Ghanaerin, schlug Heike Ehmer-Stolch den Bogen nach Afrika. Sie mahnte die Gläubigen den Menschen dort auf Augenhöhe zu begegnen. Respekt und Partnerschaft seien auf beiden Seiten gefragt.
Wie offen auch im Bereich der Ökumene das Pfarrerehepaar ist, zeigte die explizite Aufforderung an die Vertreter der katholischen Schwestergemeinde auch am Abendmahl teilzunehmen, ehe sich die Grußworte anschlossen.

Ein „historisches Dokument“, den Gemeindebrief, in dem sich die zwei Seelsorger im April 2003 erstmals vorgestellt haben, hatte Diakon und Kirchengemeinderatsvorsitzender Jörg Dolmetsch im Gepäck. Es dürfe in unserer Kirchengemeinde ein neues Muster entstehen, mit neuen Farben, sei dort zu lesen. „Dafür habt Ihr gesorgt“, meinte der Diakon. Ein farbenprächtiges Bild sei entstanden, mit Hilfe von K 3- und K 8-Kindern, mit Schulkindern über den Religionsunterricht und Familien. Und auch die ghanaischen Partnerinnen und Partner hätten mit an dem Bild gearbeitet. Bei all diesem sei aber das diakonische Gepräge nicht zu kurz gekommen. Dolmetsch erinnerte an das Umweltzertifikat „Grüner Gockel“.

„Wir werden die Ghana-Arbeit neu aufstellen müssen“, sagte der Vorsitzende des Kirchenbezirks Heinz Schmidt. Er dankte auch im Namen von Dekan Ralf Drescher (der war zur gleichen Zeit beim CVJM-Jubiläumsgottesdienst) für den Mut und die Ideen, mit denen Heike Ehmer-Stolch und Jochen Stolch ihr kirchliches Wirken vorangetrieben hätten. Gleich drei Vertreter zählte die Abordnung der katholischen Schwesterkirchengemeinde St. Stefanus. Pfarrer Harald Golla betonte, wie sehr er es bedauere, dass mit den „Stolchs“ auch Ökumeniker die Stadt verlassen. „Ökumene ist mehr als große Gesten und Zeichen“, sagte der Priester. Ökumene zeige, was im Alltag möglich ist. Bei gemeinsamen Hochzeiten, bei Schulgottesdiensten oder bei der Bibelwoche. Gemeinsam habe man eine Vertrauensbasis geschaffen, die Grundlage für die Ökumene.

Weitere Grußworte sprachen Ortsvorsteherin Andrea Hatam, Erika Probst für den ghanaischen Partnerschaftsverein, Achim Falkenberg für die Tal-, die Braunenbergschule und Schuldekan Meinhardt, für den Mittwochsfrauenkreis Heidrun Bauer und für die Marienhöhe Carmen Wolfsteiner.

Der Kirchenchor unter der Leitung von Dagmar Barsacq und an der Orgel Sabine Ott-Seeling umrahmten die Feier musikalisch.


© Schwäbische Post 14.10.2011

© Schwäbische Post 14.10.2011

Plappern stört hier nicht

„Große Kirche für kleine Leute“ richtet sich an Kinder von bis sieben Jahre

Wenn kleine Leute in die große Kirche gehen, dann machen Stühle Sitzkissen auf dem Boden Platz, dann werden fröhliche Lieder gesungen und überhaupt ist vieles anders als sonst. Die „Große Kirche für kleine Leute“ gibt es seit 20 Jahren. Heute, Samstag, 15. Oktober, 16 Uhr, wird in der Markuskirche ein „Tauferinnerungsgottesdienst“ gefeiert.

Sandra Fischer

Aalen. „Normalerweise feiern wir die Kirche für die kleinen Leute immer in der Johanneskirche, jeden dritten Samstag im Monat um 16 Uhr“, sagt Martina Frasch, die neben Inken Broocks, Kerstin Letzgus und Michaela Weiß zum vierköpfigen, ehrenamtlichen Vorbereitungsteam gehört. Auch wenn es sich dabei um eine evangelische Kirche handelt: „Wir sind für alle Konfessionen offen, auch unser Team ist ökumenisch“, lädt sie alle von null bis sieben Jahren samt Eltern, Großeltern und Geschwister zum Kommen ein.
„Irgendwie gemütlich“, beschreibt Martina Frasch die Atmosphäre in der Kirche für die Kleinen. „Zwischenrein plappern“ oder auch Krabbelversuche auf dem Boden stören hier niemand, dafür sei die Kirche für die Kleinen schließlich da. Zwar gebe es eine feste Liturgie, angelehnt an den Gottesdienstverlauf der Großen, aber freilich werde auf ein kindgerechtes Konzept geachtet. Es wird gesungen und gebetet, biblische Geschichten mit Rollenspielen, Erzählfiguren, Bodenbildern und Bilderbüchern erzählt. „Es wurden auch schon einige Kinder während des Gottesdienstes für die Kleinen getauft“, erzählt Martina Frasch.


Für feierliches Ambiente beim Gottesdienst mit Kindern von null bis sieben Jahren sorgen Kerzen auf Tischen, während die Kleinen eher am Boden krabbeln.


Orientierung für die aufgegriffenen Themen geben die christlichen Feste im Jahresverlauf. „Entsprechende Mitmachangebote sollen alle Sinne ansprechen“, erklärt Martina Frasch, die seit acht Jahren bei den Vorbereitungen dabei ist. Entstanden sei die „Große Kirche für kleine Leute“ aus einem Hauskreis heraus, erzählt sie. Aus vier Familien schlossen sich die Gründungs-Mütter Christine Krauth, Gisela Neuberg-Heid, Christiane Pierro und Sabine Weinbrenner zusammen und erarbeiteten mangels kirchlichen Angebots für diese Altersgruppe ein Konzept.

Die Hände der kleinen Kirchenbesucher auf einem Plakat während eines Tauferinnerungsgottesdienstes verewigt.

„Das erste Mal wurde im März 1991 zusammen Gottesdienst gefeiert. Damals hieß der Gottesdienst noch Singen und Beten“, weiß Martina Frasch. „Eine der „Ur-Mütter“, Christine Krauth blieb gar 15 Jahre dem Team treu“, ergänzt sie. Einmal im Jahr, so auch am heutigen Samstag, weicht die Kirche für kleine Leute in die Markuskirche aus. Dann nämlich soll Tauferinnerungsgottesdienst mit Pfarrer Marco Frey gefeiert werden. „Wir haben rund 90 Kinder aus drei Jahrgängen, Zwei- bis Vierjährige, angeschrieben und eingeladen“, ergänzt sie. Dieser Gottesdienst dauert dann etwas länger als sonst: Statt 30 Minuten wird etwa eine Stunde lang gefeiert. An diesem Gottesdienst soll Rück- und Ausblick gehalten werden und wer von den Kindern möchte, darf sich einen Segen zusprechen lassen. Eine Flötengruppe wird musizieren. Nach jedem Gottesdienst - nicht nur am heutigen Tauferinnerungsgottesdienst bleibt im Anschluss bei Essen und Trinken noch ein wenig Zeit für Gespräche zwischen den Großen und dem Spielen der Kleinen. „Das wird sehr gerne von den Familien angenommen“, freut sich Martina Frasch über eine gute Resonanz.

Die „Große Kirche für kleine Leute“ Termine:
15. Oktober, Tauferinnerung in der Markuskirche 16 Uhr,
19. November und 17. Dezember, jeweils in der Johanneskirche um 16 Uhr.
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© Schwäbische Post 13.10.2011

©Schwäbische Post 13.10.2011

125 Jahre für die Jugend

Der Christliche Verein junger Menschen, kurz CVJM, feiert am Wochenende seinen 125. Geburtstag

An diesem Wochenende feiert der Christliche Verein junger Menschen, kurz CVJM, seinen 125. Geburtstag. Dieses Jubiläum feiert der Aalener Verein mit einer Kaffeestunde für Ehemalige, einer Bläserfeierstunde und einem Begegnungsabend am Samstag sowie einem Festgottesdienst am Sonntag.

Ulrike Schneider

Aalen. Seine Geschichte ist bewegt. In 125 Jahren hat der CVJM, zunächst als „Jünglingsverein“, dann als „Verein Junger Männer“ und seit 25 Jahren als „Verein Junger Menschen“ sich als „ein beständiger und zuverlässiger Partner der evangelischen Kirchengemeinde erwiesen, sagt dessen Vorsitzender Uli Mildenberger. Weil der CVJM Aalen in Landesverband und den CVJM-Gesamtverband Deutschland eingebunden ist, ist er Teil der weltweit größten Vereinigung für Jugendarbeit, dem Weltbund der YMCA.
Die kirchliche Jugendarbeit hat sich der Aalener CVJM ebenso auf die Fahnen geschreiben. In regelmäßigen Gruppenstunden und Programmen, Freizeiten und Wochenenden spricht er Kinder und Jugendliche genauso an wie junge Erwachsene und Familien. „Insbesondere in der Ausbildung junger Jugendmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Anschluss an die Konfirmandenzeit (das so genannte „Mitarbeiter-Trainee“) hat der CVJM in den vergangenen Jahren Akzente gesetzt“, erklärt Mildenberger. Der Posaunenchor des CVJM bringe sich in Kirchenmusik und in die musikalische Vielfalt der Stadt Aalen ein. Bei der Evangelischen Allianz und der „Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen“ wirkt der CVJM bei größeren Projekten wie „JesusHouse“ oder „ProChrist“ mit.


Ein historisches Bild des „Gütle“, die Heimat des Christlichen Vereins junger Menschen seit vielen Jahren. (Archivfotos)

„Neben den vielfältigen Unternehmungen, diversen Foren und zeitgemäßen Aktionen, bleiben in der CVJM-Arbeit das gemeinsame Bibellesen, Beten und die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus in vielfältigsten Formen zentrale Inhalte – und insofern eine bedeutsame Tradition, die nicht aufgegeben werden soll“, konstatiert der langjährige Vorsitzende und verweist auf die konkreten Angebote in Gruppen und Kreisen; etwa die Bubenjungschar (freitags, 18 Uhr), die Mädchenjungschar (mittwochs, ab 18 Uhr), der Jugendkreis „eX-Seekers“ (14-tägig mittwochs, 19.30 Uhr), der Hauskreis für junge Erwachsene (14-tägig donnerstags, 20 Uhr), der Bibelabend (mittwochs, 20 Uhr) und der Posaunenchor (freitags, 20 Uhr). Auch in der Jugendkirche ZAGG bringen sich Mitarbeiter des Christlichen Vereins junger Menschen ein.


Traditionell wird das Sommerfest des CVJM im Garten des „Gütle“ an der Jahnstraße mit einem Gottesdienst im Freien gefeiert. Das Bild zeigt diesen im Jahr 1992.

Auch wenn heute die demografische Entwicklung und das nachlassende christliche Grundverständnis in den Familien vor dem CVJM nicht Halt macht, finden immer wieder neue Mitglieder ins Vereinsheim „Gütle“. Dessen Beginn ist auf das Jahr 1913 datiert. Mit Hilfe von Spenden kam der Verein zu seinen Grundstücken am oberen Ende der heutigen Jahnstraße. Zunächst wurde hier eine hölzerne Turnhalle gebaut. „Damit hatte der CVJM Aalen eine eigene Heimat, das ‘Gütle’, das auch heute noch, nach Erweiterungen und Renovierungen, das Zentrum des Vereinslebens ist“, erinnert der Vorsitzende. Eines Vereinslebens im Zeichen Jesu Christi. „Jesu Zusage ‘Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben zu geben, Leben im Überfluss.’ aus Johannes 10, 10, haben wir erfahren und vertrauen auch zukünftig darauf“, erklärt Uli Mildenberger. Deshalb laute das Motto für das Jubiläumsjahr: Echt. Leben.
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© Aalener Nachrichten 12.10.2011

Der Posaunenchor des CVJM bringt sich in Kirchenmusik und in die musikalische Vielfalt der Stadt ein. (Foto: privat)

Der Posaunenchor des CVJM bringt sich in Kirchenmusik und in die musikalische Vielfalt der Stadt ein. (Foto: privat)

CVJM Aalen feiert 125-jähriges Bestehen
 
Aalen / pm Der CVJM Aalen hat sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Durch die Einbindung in Landesverband und CVJM-Gesamtverband Deutschland ist der CVJM Aalen Teil der weltweit größten Vereinigung für Jugendarbeit, dem Weltbund der YMCA.
 
Der CVJM Aalen steht für kirchliche Jugendarbeit und führt regelmäßige Gruppenstunden und Programme, Freizeiten und Wochenenden für Kinder und Familien durch. Insbesondere in der Ausbildung junger Jugendmitarbeiter im Anschluss an die Konfirmandenzeit setzte der CVJM in den vergangenen Jahren Akzente. Der Posaunenchor des CVJM bringt sich in Kirchenmusik und in die musikalische Vielfalt der Stadt ein. Im Rahmen der Evangelischen Allianz und „Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen“ wirkt der CVJM bei größeren Projekten wie „JesusHouse“ oder „ProChrist“ mit.
 
Neben den vielfältigen Unternehmungen und Programmen, die sehr von der jeweiligen Zeit geprägt sind, bleiben in der CVJM-Arbeit das gemeinsame Bibellesen und Beten und die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus in vielfältigsten Formen zentrale Inhalte – und insofern eine bedeutsame Tradition, die nicht aufgegeben werden soll.
 
Info: Aktuell gibt es im CVJM Aalen folgende Gruppen und Kreise: Bubenjungschar (freitags, 18 Uhr), Mädchenjungschar (mittwochs, ab 18 Uhr), Jugendkreis „eX-Seekers“ (14tägig mittwochs, 19.30 Uhr), Hauskreis für junge Erwachsene (14tägig Donnerstag, 20 Uhr), Bibelabend (mittwochs, 20 Uhr), Posaunenchor (freitags, 20 Uhr).
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© Schwäbische Post 12.10.2011

(Foto: privat)

(Foto: privat)

Erntedank in der Fachsenfelder Kirche
 
Nicht nur in den katholischen, sondern auch in den evangelischen Pfarrkirchen in der Region werden die Kirchenräume zum Erntedank geschmückt. Zum Erntedankfest gab es einen feierlichen Gottesdienst in der evangelischen Pfarrkirche in Fachsenfeld, an dem auch der evangelische Kindergarten Lebensbaum mitwirkte. Dazu wurde der Altar mit Erntegaben geschmückt, um auch in der heutigen, modernen Zeit für die Erträge der Felder zu danken. (Foto: privat)
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© Schwäbische Post 12.10.2011

(Foto: privat)

(Foto: privat)

Erntedankschmuck
 
Auch die evangelische Quirinuskirche in Essingen ist von ehrenamtlichen Helfern zum Erntedank mit Obst, Gemüse und Getreide festlich geschmückt worden. „Die gestifteten Erntegaben werden von der Caritas abgeholt für die täglichen Mahlzeiten Obdachloser“, informiert SchwäPo-Leser Richard Ziegler. (Foto: privat)
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© Schwäbische Post 11.10.2011

Über fairen Handel konnten sich die Besucher des Gemeindefestes am Eine-Welt-Stand informieren.  (Foto: ls)

Über fairen Handel konnten sich die Besucher des Gemeindefestes am Eine-Welt-Stand informieren. (Foto: ls)

Zwei Taufen im Mittelpunkt Evangelische Kirchengemeinde feiert fröhliches Gemeindefest mit Festgottesdienst in der Quirinus-Kirche

Beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Essingen waren die Sitzplätze eng besetzt und viele Gäste von der katholischen Schwestergemeinde feierten mit. Beim Festgottesdienst wurden auch die neuen Konfirmanden vorgestellt.
 
Lothar Schell
 
Essingen. „Kostbar wie eine Perle“, lautete das Motto des Festgottesdienstes mit Pfarrer Christoph Bäuerle und dem Posaunenchor unter Leitung von Reinhard Liebhäußer. Die Taufe zweier Kinder nahm Pfarrer Bäuerle zum Anlass, auf die Bedeutung von neu Getauften als Söhne und Töchter Gottes hinzuweisen und das Motto zu unterstreichen: „Kostbar wie eine Perle“.
Die Konfirmanden hatten große Perlen aus Papier gefertigt und notiert, was für sie im Leben wichtig und notwendig ist. Begriffe wie Familie, Geborgenheit, Liebe, ein richtiges Zuhause oder Freundschaft waren dabei zu lesen. In Verbindung mit dem Predigttext brachte Pfarrer Bäuerle die Bedeutung des Miteinanders und Füreinander in der Gemeinschaft der Menschen unter dem Mantel Jesu Christi zum Ausdruck.
Von „einem richtigen Renner“ sprach Pfarrer Bäuerle in Bezug auf den gut bestückten Bücherflohmarkt, der seit langem von Renate Schnotz betreut wird und dessen Erlös – wie auch des gesamten Gemeindefests – für die Kirchenrenovierung eingebracht wird. Am Eine-Welt-Stand informierten sich die Besucher über fairen Handel und regen Absatz fanden fair gehandelte Produkte. Auch Selbstgestricktes wurde zahlreich an den Mann (die Frau) gebracht.
Beide evangelische Kindergärten traten am Nachmittag auf, nachdem sich die Sonne am Himmel zeigte. Großen Beifall gab es für Gretel Bezler, die von Pfarrer Bäuerle für ihre 15-jährige Betreuung des Kuchenstands geehrt wurde und diese Arbeit nun an Rosemarie Quendt übergibt. Höhepunkt des Nachmittags war der evangelische Kirchenchor, der seit 115 Jahren besteht und ein Gemeindequiz vorbereitet hatte.
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© Aalener Nachrichten 10.10.2011

Ellwanger Ärzte musizieren für den guten Zweck
 
ELLWANGEN / R. Die evangelische Stadtkirche ist beim Benefizkonzert von Ellwanger Ärzten zugunsten der geplanten Orgel in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof Sankt Wolfgang gut besucht gewesen. Das „ökumenische Projekt“, wie Kantor Reinhard Krämer es nannte, soll dem Missstand abhelfen, dass Sankt Wolfgang derzeit über kein Musikinstrument zur angemessenen und individuellen musikalischen Umrahmung von Trauerfeiern oder zur Begleitung von Gemeindeliedern verfügt.
 
Die Bürgerstiftung Ellwangen sagte den beiden Pfarrern Michael Windisch und Martin Schuster bereits eine Beteiligung von 7500 Euro zu, der Rest muss durch Spenden aufgebracht werden. Das nun vorliegende Angebot der Orgelmanufaktur Gebrüder Link aus Giengen entspricht der von den Kantoren Thomas Petersen und Reinhard Krämer erstellten Anforderung einer einmanualigen Pfeifenorgel mit sechs Registern. Diese Orgel wird zirka 50 000 Euro kosten. Um die Spenden aufzustocken, musizierten die Hautärztin Dr. Mechthild Reist, Viola da Gamba, der Allgemeinmediziner Dr. Ulrich Kraft, Posaune, beide im Ruhestand, und Dr. Wolfgang Fladerer, Facharzt für Innere Medizin, an der Orgel, von Irmgard Kraft am Fagott begleitet.
 
Die musikalischen Mediziner erwiesen sich als gut aufeinander eingespielt, und es tat dem Musikgenuss keinen Abbruch, dass bei der Sonata Seconda von Daniel Purcell Mechthild Reists „Kniegeige“ wegrutschte, was zu einigen schiefen Tönen führte. Wacker und durchaus hörenswert brachten die Musiker Tänze von Samuel Scheidt, eine Sonate von Johann Ernst Galliard, die Partita Nr. 2 von Georg Philipp Telemann und das Andante KV 292 von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör.
 
Wolfgang Fladerers sensibles Orgelspiel überzeugte besonders bei den Partiten für Orgel von Johann Sebastian Bach, Ulrich Krafts großartiges Posaunensolo beim „Morceau Symphonique“ von Alexandre Guilmant. Mit dem Spiritual „Go tell it on the Mountain“ endete das Konzert. Die Zuhörer erklatschten sich zwei Zugaben und spendeten reichlich und gerne.
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Schwäbische Post 09.10

© Schwäbische Post  09.10.2011

„Wir müssen Brücken bauen“

Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit startet – 80 Gottesdienste bis Weihnachten, Kollekte für Beschäftigungsprojekte

„Mit neuem Schwung aus der Langzeitarbeitslosigkeit“: Die Predikt- und Kollektenaktion des Regionale Bündnisses für Arbeit ist gestartet. 80 Gottesdienste sind bis Weihnachten vorgesehen. „Arbeit zu haben bedeutet viel mehr, als Geld zu verdienen“, predigte Landrat Klaus Pavel am Samstagabend in der Aalener Stadtkirche.

Alexander Gässler

„Jeder Mensch, der arbeiten will, muss in unserer Gesellschaft einen Platz finden“: Landrat Klaus Pavel predigte in der Aalener Stadtkirche.  (Foto: opo)

 

Aalen. Es war ein würdiger Auftakt – mit zwei Mut machenden Predigten und einem fantastischen Chor „Joy of Gospel“. Es war ein Gottesdienst, der mehr als die gut 100 Besucher verdient hätte. Das meinte auch der katholische Dekan Dr. Pius Angstenberger, der den ersten Teil der Predigt hielt. Zuvor hatte der evangelische Dekan Ralf Drescher begrüßt.

 

„Was gibt es Schlimmeres, als nicht gebraucht zu werden?“, fragte Angstenberger. Was sei schlimmer, als nicht mitwirken und ein menschenwürdiges Dasein führen zu können? Der Dekan erzählte aus der Bibel die Geschichte des Mannes, der 38 Jahre krank war und von Jesus geheilt wurde. Nicht der körperliche Schmerz habe ihn am meisten geplagt, sondern das Alleinsein. „Offensichtlich hat sich niemand für ihn interessiert und um seine Not gekümmert.“
Die Hoffnungslosigkeit des Kranken sei mit der trostlosen Situation vieler arbeitsloser Menschen vergleichbar, sagte Angstenberger und las aus der von der katholischen Betriebsseelsorge im Jahr 2010 herausgegebenen Broschüre „Merkwürdige Begegnungen“ die Lebensgeschichte einer früher selbstständigen Frau. Nach der Insolvenz kamen die Krankheiten und der soziale Absturz. Neuen Mut hat ihr das Enkelkind gemacht. Aber ihr ist klar, dass sie ihren Enkel nie wie andere Großeltern mit teurem Spielzeug wird beschenken können.
Die Predigt- und Kollektenaktion will Beschäftigungsprojekte für Langzeitarbeitlose unterstützen und ein Bewusstsein schaffen für die Menschen, die niemanden haben, sagte Angstenberger: „Einem Menschen Arbeit zu geben, heißt, ihn wieder auf die Beine zu stellen.“

 

 

Wie Angstenberger erinnerte Landrat Klaus Pavel daran, dass aktuell rund 7300 erwerbsfähige Menschen im Ostalbkreis von Hartz IV leben – trotz des wirtschaftlichen Hochs und einer Arbeitslosenquote von nur 3,7 Prozent. Es sei bedrückend, sagte Pavel, wenn Menschen sich nach Kräften mühen, eine Arbeit zu finden und immer wieder Absagen bekommen. Es sei bedrückend, wenn junge Menschen, die sich in der Schule und im Studium mächtig angestrengt haben, am Schluss mit leeren Händen dastehen. „Wir müssen Brücken in die Arbeitswelt bauen.“ Dazu gehören für Pavel maßgeschneiderte Eingliederungsmaßnahmen wie sie die vielen Beschäftigungsprojekte für Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps anbieten. Sie stünden sonst auf verlorenem Posten. „Jeder Mensch, der arbeiten will, muss in unserer Gesellschaft einen Platz finden.“
Pavel stellte klar, dass die Beschäftigungsprojekte unkonventionell sind, über das übliche Instrumentarium hinausgehen und eine Finanzierungsgrundlage brauchen. Er warb um Unterstützer und Verbündete, die ein Zeichen der sozialen Verantwortung und der christlichen Nächstenliebe setzen sollen – gegen Gleichgültigkeit und Ausgrenzung.
Ausdrücklich lobte der Landrat das 1998 gegründete Regionale Bündnis für Arbeit als beispielhaftes Modell der kommunalen, kirchlichen und wirtschaftlichen Partnerschaft. Und er freut sich über dessen neue, breite Solidaritätskampagne, die übrigens auch von den Bischöfen Frank Otfried July und Dr. Gebhard Fürst unterstützt wird. Dass sich die Kirche an die Seite der kommunalen Parter stelle, sei keine Selbstverständlichkeit.

 

 

Das Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit im Ostalbkreis wird bis zum vierten Advent fortgesetzt. Insgesamt 80 Gottesdienste sind geplant, 66 katholische und evangelische Kirchengemeinden beteiligen sich, 46 Personen des öffentlichen Lebens halten eine Predigt.

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© Schwäbische Post 07.10.2011

Die ACK-Deligiertenversammlung, v.l: Bernhard Richter, Werner Laveuve, Rainer Zimmerschitt, Hilde Westhauser, Thomas Hiesinger, Dr. Karl Buschoff, Steffen Seibold, Rosemarie Löwisch, Matthias Harsanyi, Theo Lunz und Dr. Pius Angstenberger.

Die ACK-Deligiertenversammlung, v.l: Bernhard Richter, Werner Laveuve, Rainer Zimmerschitt, Hilde Westhauser, Thomas Hiesinger, Dr. Karl Buschoff, Steffen Seibold, Rosemarie Löwisch, Matthias Harsanyi, Theo Lunz und Dr. Pius Angstenberger.

Ökumene duldet keinen Stillstand

Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen plant vierten ökumenischen Kirchentag
 
Die Erklärung zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen (ACK) wurde am 12. Juni 2005 während des Festgottesdienstes des ökumenischen Kirchentags in der Greuthalle unterzeichnet. In dieser Erklärung verpflichten sich die katholische, die evangelische, die methodistische und die baptistische Gemeinde zu einer engen Zusammenarbeit.
 
Aalen. Wie der derzeitige ACK-Vorsitzende Pfarrer Bernhard Richter betont, ist allen Mitgliedern der Delegiertenversammlung wichtig, dass sich die Christen in der ACK in ihrer konfessionellen Verschiedenheit akzeptieren und sich auch näher kennenlernen. Und ohne Unterschiede verwischen zu wollen, möchte die ACK ein starkes Zeugnis des Glaubens in diese Stadt hinein leben.
Und so hat sich die ACK für dieses Jahr einen Themenreihe mit vier Abenden vorgenommen, die alle unter der Überschrift stehen: „Einander begegnen. Miteinander glauben!“ Dabei spielte bei der Konzeption dieser Abende die Überlegung eine wichtige Rolle, in die einzelnen Kirchen der ACK-Gemeinden zu gehen, um wirklich auch deren Leben und Eigenheiten näher kennen schätzen zu lernen.
Die Themenreihe begann bei den Baptisten in der Oesterleinstraße unter dem Motto: „Wie viel Wasser darf es denn sein?“, und machte den Teilnehmenr bewusst, wie eng Glaube und Taufe zusammengehören. Der zweite Abend fand im Ökumenischen Gemeindezentrum Peter-und-Paul statt, wo Gemeindereferentin Angelika Keßler die katholische Seelsorgeeinheit vorstellte und Dekan Dr. Pius Angstenberger ein Impulsreferat unter der Überschrift „ Heiligenverehrung und der eine Mittler „Jesus Christus“ hielt. Der dritte Abend im evangelischen Gemeindehaus stand unter der Überschrift des Petrusbekenmntnisses „Du hast Worte des ewigen Leben“ und war geprägt von einem reformatorischen Anliegen, das Pfarrer Uwe Quast in einem Vortrag erläuterte. Pfarrer Marco Frey übernahm die Vorstellung der Evangelischen Landeskirche und der Aalener Kirchengemeinde.
Der letzte Abend dieser Themenreihe wird die ACK am Donnerstag, 17. November, in die Räume der methodistischen Kirche führen, wo der neue Pastor Rainer Zimmerschitt seine Kirche unter der Überschrift „Kirche für Glaubende und Suchende“ vorstellen wird.
Nach dieser Reihe, die für das gegenseitige Verstehen der verschiedenen Konfessionen werben sollte, macht sich die ACK an ein großes Vorhaben im übernächsten Jahr. Nach 2000, 2005. und 2009 soll es am zweiten Juni-Wochenende 2013 einen vierten ökumenischen Kirchentag in Aalen geben. Neben den vielen unkomplizierten ökumenischen Projekten in Diakonie und Caritas und dem guten Miteinander bei vielen Veranstaltungen, von der Bibelwoche bis zur Adventseröffnung, scheint es der ACK wichtig, in zeitlichen Abständen ein ökumenisches Highlight zu setzen.
Programm-Vorschläge für einen Kirchentag 2013 gibt es bereits: eine Ausstellung im Rathaus etwa, einen Hauptvortrag mit einem überregional bekannten Redner, eine Nacht der offenen Kirchen, ein Mitmachkonzert für Kinder, das durchgängige Lesen der Bibel in der Stadtkirche und natürlich einen ökumenischen Festgottesdienst mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen.
Ökumene, dessen ist sich Pfarrer Bernhard Richter sicher, duldet keinen Stillstand und braucht ab und zu ein starkes Zeichen des Glaubens und der gemeinsamen Verbundenheit, das nach außen strahlt und in die Stadt hineinwirkt.
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© Schwäbische Post 07.10.2011

Gemeinsame Projekte im Blick
 
Der ökumenische Kirchengemeinderat traf sich in der Hochschule Aalen
 
Zur Besichtigung der Kindertagesstätte „Einsteinchen“, die als Einrichtung der Familienbildungsstätte Kinder von Studenten, Professoren und Hochschulmitarbeitern aufnimmt, hat sich der ökumenische Kirchengemeinderat vor Ort getroffen. Zudem wurde die Arbeit der ökumenisch angelegten Familienbildungsstätte und der Hochschul-Seelsorge in den Blick genommen.
 
Sibylle Schwenk
 
Aalen. Groß war das Interesse der Räte der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, als die Leiterin der Kindertagesstätte „Einsteinchen“, Brigitte Jooß-Neukamm, von der seit einem Jahr in Betrieb genommenen Einrichtung für Kinder bis zu drei Jahren berichtete. Die etwa 80 Quadratmeter große Kinderkrippe, in der sich momentan zehn Kinder ausschließlich aus dem Einzugsbereich der Hochschule befinden, liegt direkt unterhalb des Hauptgebäudes in der Silcherstraße. Dort hat die Familienbildungsstätte als Träger der Einrichtung einen großen Gruppenraum, Schlafraum, Wickelraum, ein Büro und einen Flur mit kleiner Küche eingerichtet.
Über mangelndes Interesse können die vier Erzieherinnen, die sich zwei Vollzeitstellen teilen, nicht klagen. „Wir sind voll besetzt und könnten sofort eine zweite Gruppe aufmachen“, berichtete Brigitte Jooß-Neukamm. Als ökumenische Bildungs- und Betreuungseinrichtung wurde das „Einsteinchen“ vor einem Jahr eröffnet. In einem christlichen Grundverständnis, mit festen Ruhezeiten und Mahlzeiten, die von der Mensa der Hochschule bezogen werden, können Kinder bis zu drei Jahren dort den ganzen Tag lang betreut werden.
Als „einmaliges Kooperationsprojekt“ der Stadt, der Hochschule und der Kirchengemeinden bezeichnete Doris Klein, Leiterin der Familienbildungsstätte, das Projekt „Einsteinchen“. Ebenfalls von der gut funktionierenden Ökumene der Stadt und der Infrastruktur der Kirchengemeinden getragen, sei die Familienbildungsstätte. Von deren Organisation, Finanzierung und Angebot berichtete Doris Klein. Das reichhaltige Kursangebot mit 5300 Unterrichtseinheiten und 4500 Teilnehmern jährlich finanziere sich hauptsächlich aus den Beiträgen der Kursteilnehmer. Den zweitgrößten Finanzanteil legten die Kirchengemeinden in die Waagschale.
Eine klarere Stellung der Familienbildungsstätte innerhalb der Kirchengemeinden wünschte sich Doris Klein hinsichtlich von Kursüberschneidungen. Außerdem beklagte sie den Sanierungsstau, Sauberkeit und Heizbarkeit der Räume der Kirchengemeinden.
Ökumenisch ausgerichtet ist auch die seelsorgerische Arbeit an der Hochschule. Pfarrer Bernhard Richter und Pastoralreferent Tobias Obele verstehen sich als Ansprechpartner auch neben dem regelmäßig neu aufgelegten Semesterprogramm der Hochschule. Regelmäßig werden offene Meditationsabende, Hauskreise, gemeinsame Mittagessen und geistliche Impulse zum Frühstück angeboten. Gottesdienste, das Ethik-Café und Geselliges, wie etwa der „Internationale Abend“, haben sich etabliert.
Immer mehr Platz in der seelsorgerischen Arbeit nehme das persönliche Gespräch ein, berichtete Pfarrer Bernhard Richter. Die Umbruchssituationen der jungen Menschen, Zukunfts- oder Geldsorgen, auch Prüfungsängste plagen die Studenten. Richter sieht die Hochschulseelsorge als „einmalige Chance, Kirche und Glauben den Menschen näherzubringen, die künftig wahrscheinlich Leitungspositionen in Industrie und Gesellschaft einnehmen werden.“
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© Schwäbische Post 05.10.2011

Evangelische Gemeinde Aalen feiert ihre Senioren

Evangelische Gemeinde Aalen feiert ihre Senioren

Evangelische Gemeinde Aalen feiert ihre Senioren
 
Rund 200 ältere Gemeindeglieder hat Dekan Ralf Drescher am Nachmittag des Erntedankfestes im evangelischen Gemeindehaus begrüßt. Traditionell feiert die Kirchengemeinde an diesem Tag das Altenehrenfest, zu dem alle über 70-Jährigen eingeladen waren. Festlich begann der Nachmittag mit Gesang. Der neue Dekan, Pfarrerin zur Anstellung Caroline Bender und Kirchenmusikerin im Praktikum Gabriele Bender stellten sich als neue Mitarbeiter in der Gemeinde vor. Pfarer Marco Frey hielt die Andacht. Pfarrer Bernhard nahm die Ehrung vor. Die zehn ältesten Gemeindeglieder und auch das jüngste wurden mit einem Blumengruß geehrt (Foto). Gabriele Bender (Gesang) und Oliver Buchstab (Flügel) musizierten. Nach der Pause mit Kaffee und Kuchen führte Christine Schlegelmilch mit ihrem Figurentheater das Märchen „Der König und die kluge Frau“ auf. Dankbar für diesen Nachmittag stimmten alle ein in das Lied „Großer Gott wir loben Dich“. (Foto: privat)
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© Schwäbische Post 05.10.2011

Bündnis für Langzeitarbeitslose startet

79 Gottesdienste bis Weihnachten – Spenden für Beschäftigungsprojekte – Kritik an der Instrumentenreform
 
Das Regionale Bündnis für Arbeit unterstützt Maßnahmen für Langzeitarbeitslose mit einer Predigt- und Kollektenreihe. Ob das reicht, die vielen Beschäftigungsprojekte auf der Ostalb fortzusetzen, ist fraglich. Die Instrumentenreform der Bundesregierung droht dem zweiten Arbeitsmarkt nämlich den Geldhahn zuzudrehen.
 
Alexander Gässler
 
Aalen. Hinter der Instrumentenreform verbirgt sich jede Menge Sprengstoff. So hat es unlängst Landrat Klaus Pavel ausgedrückt. Er fürchtet, dass etliche Einrichtungen ums Überleben kämpfen werden. Beispiele hat Pavel nicht genannt. Aber die SchwäPo berichtete bereits Anfang Juni über die Protestaktion das Aalener Kaufhauses der Caritas gegen die geplante Gesetzesänderung. 36 Langzeitarbeitslose bangen dort um ihre Ein-Euro-Jobs.
Insgesamt rund 6000 Frauen und Männer auf der Ostalb sind derzeit ohne Arbeit, gut 3300 sind Hartz-IV-Empfänger und somit länger als ein Jahr arbeitslos. Auch der SPD-Kreispolitiker und Gewerkschafter Josef Mischko fürchtet die Instrumentenreform: Ein zweiter Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose werde dringend gebraucht, sagt er.
Der Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales hat der Gesetzesänderung schon am 21. September zugestimmt. Grundsätzlich sei daran nicht mehr zu rütteln, sagt Susanne Dietterle, Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage der SchwäPo. Bei den Haushaltsberatungen im November werde sich entscheiden, wie viel Geld in die einzelnen Töpfe komme. Im SchwäPo-Bericht vom Juni hieß es, die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach dem Sozialgesetzbuch II sollen im kommenden Jahr von 6,6 auf 3,9 Milliarden Euro gesenkt werden.
Die Möglichkeiten des Landkreises, der die Hartz-IV-Empfänger als sogenannte Optionskommune ab Januar in Eigenregie betreut, sind gering. Wie Susanne Dietterle sagt, informiert der Landkreistag in Kürze über die Instrumentenreform und die Folgen. Mit dieser Information will der Ostalbkreis die Bundestagsabgeordneten um Unterstützung in Berlin bitten. Außerdem ist geplant, dass der Kreistag eine Resolution gegen die Instrumentenreform und für den zweiten Arbeitsmarkt beschließt. Wie viel Geld wird dem Landkreis am Ende im Sozialetat fehlen? „Das wissen wir noch nicht.“
Parallel läuft in 64 katholischen und evangelischen Kirchengemeinden im Kreis die Predigt- und Kollektenaktion an. Sie dauert vom 8. Oktober bis zum vierten Advent. 79 Gottesdienste sind geplant, 45 Personen des öffentlichen Lebens übernehmen die Predigten. Auf die Kanzel gehen nicht nur Dekane und Pfarrer, sondern auch der Landrat, Sozialdezernent Josef Rettenmaier, der Leiter der Agentur für Arbeit Aalen, Peter Baur, Vertreter des Jobcenters, der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände, der Betriebsseelsorge, der Caritas, der Diakonie sowie Bundestagsabgeordnete, Bürgermeister, Kreisräte und ein Oberbürgermeister. Alle wollen auf die Situation der Langzeitarbeitslosen aufmerksam machen und um Spenden für den Förderverein Regionales Bündnis für Arbeit bitten, der die Gelder an schlagkräftige Langzeitarbeitslosenprojekte im Ostalbkreis weiterleitet.
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© Aalener Nachrichten 04.10.2011

Die Kirche steht im Mittelpunkt

Die Kirche steht im Mittelpunkt

Die Kirche steht im Mittelpunkt
 
AALEN-UNTERKOCHEN / jo Jedes Jahr zum Erntedank feiert die evangelische Kirchengemeinde Unterkochen/Ebnat ihr Gemeindefest. Unter dem Motto „Zusammenhalten“ gab es einige Aktionen, wie beispielsweise ein Herzpuzzle, bei dem jeder seine Gedanken und Wünsche zum Motto niederschreiben und in einer symbolischen Handlung veröffentlichen konnte. Nach dem Erntedankgottesdienst wurden die Gemeindemitglieder zunächst zum „Kirchenkaffee“ eingeladen. Danach wurde mit einem gemeinschaftlichen Kanon das Fest eröffnet.
 
Das Besondere am Fest ist, dass hier die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt steht. Während andere Kirchengemeinden ihre Feste auf die Gemeindehäuser beschränken, wurden in der Friedenskirche Tische und Bänke aufgestellt. Auch das Büfett und die Getränke wurden in der Kirche angeboten. Wie jedes Jahr war das Büfett kostenlos. Wer wollte, durfte spenden.
 
„Unser Gemeindefest soll keine kommerzielle Veranstaltung sein“, sagte Harry Bauer vom Festausschuss. Das Spendenaufkommen sei bisher immer kostendeckend gewesen. Die Kirchengemeinde nutzte das Fest, um sich vorzustellen. So gab es beispielsweise einen Bläser Crashkurs, der für die Mitgliedschaft im Jungbläserchor warb. Eine Spieleecke bot Unterhaltung für Kinder und Jugendliche und auch der Spielplatz des Kindergartens „Schatzkiste“ war geöffnet.
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© Schwäbische Post 02

© Schwäbische Post  02.10.2011

"Geteilte Arbeit ist doppelter Ertrag"

Investitur: Die Pfarrstelle in Bopfingen-Oberdorf teilt sich das Pfarrer-Ehepaar Anne und Stephan Stiegele

Bopfingen-Oberdorf. Die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Oberdorf teilen sich ab sofort Pfarrer Stephan Stiegele und die seitherige Pfarrerin Anne Stiegle je zur Hälfte.

Bei der Investitur am Sonntag wurde Pfarrer Stephan Stiegele von Dekan Ralf Drescher in seinem neuen Amt verpflichtet. Seit nunmehr dreieinhalb Jahren lebt das Ehepaar Anne und Stephan Stiegele in Oberdorf. „Ich bin hier heimisch geworden und fühle mich als Oberdorfer", sagte der neu eingesetzte Pfarrer Stephan Stiegele. Die letzten Monate hat er sich ausschließlich um seinen Sohn Clemens gekümmert. Da er sehr gerne Pfarrer sei, könne er nun zusammen mit seine Frau Familie und Beruf vereinen: „Geteilte Freude ist doppelte Freude und geteilte Arbeit ist doppelter Ertrag." Einen Teilauftrag wird er auch in der evangelischen Kirchengemeinde Bopfingen wahrnehmen. „Das ist heute ein ganz besonderer Gottesdienst", freute sich eingehend Dekan Rolf Drescher. "Auch deshalb, weil es uns am Erntedankfest recht gut geht, und wir in diesen Breiten in relativem Frieden leben." Er setzte Pfarrer Stephan Stiegele in sein neues Amt ein und übereichte ihm für seine erste Pfarrstelle die Ernennungsurkunde.

Er wünschte dem Pfarrer-Ehepaar eine gute gemeinsame Zeit, Gottes Segen und der Kirchengemeinde gratulierte er zu Pfarrerin und Pfarrer. Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler freute sich, dass Stephan Stiegele nun seine Persönlichkeit in seinen Pfarrberuf mit einbringe. „Zwei Pfarrer am Ort, welch ein Glück", frohlockte Heinz Schmidt, Vorsitzender der Bezirkssynode. Denn trotz der Stellenteilung werden die Gemeindemitglieder durch die unterschiedlichen Gaben der beiden Pfarrer einen Mehrwert erleben. Dieter Beck von der evangelischen Kirchengemeinde Bopfingen freute sich ebenfalls auf eine gute Zusammenarbeit und wünscht den Beiden eine gute Zeit in Oberdorf und Bopfingen. „Es ist für Oberdorf einmalig, dass die Pfarrstelle geteilt wird" sagte Ernst Scheidle, 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderates von Oberdorf. Hans Schwenniger übermittelte die Grüße der Katholischen Kirchengemeinde. Er war sicher, dass sich die geteilte Arbeit positiv auf die Gemeinde auswirken wird. „Es gibt hier nun eine doppelte Kompetenz" sagte Synodalin Dr. Waltraud Bretzger.

Die Kinder der Kinderkirche Oberdorf erfreuten die Besucher mit einer Aufführung, in der deutlich wurde, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir alle genug Lebensmittel kaufen können. Der Altar war deshalb auch nicht reich gedeckt. Stattdessen war am Ausgang der Kirche ein "Einkaufszettel" angebracht, mit denen die Kirchenbesucher den symbolischen Kaufmannsladen bestücken sollen.

Die Gaben werden an die Tafel Bopfingen weitergeleitet. Den feierlichen Gottesdienst umrahmte der Posaunenchor Oberdorf mit seinem Leiter Florian Mark. Im Anschluss feierte die Kirchengemeinde Gemeindefest. Der Erlös einer Tombola ist für das Waisenhaus „Christ Outreach" in Ghana bestimmt.
(Günter Ott)
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©Schwäbische Post 02_10_2011

©Schwäbische Post 02.10.2011

 So bunt kann Leben sein

 Evangelisches Gemeindefest in Unterkochen Motto: „Zusammenhalten"


Aalen-Unterkochen. Zusammen spielen, zusammen Mittagessen und Kaffe trinken und zusammen ganz locker und fröhlich Gottesdienst feiern.



Mit Spiel und Gesang. Von den kleinsten Kindergarten-Kindern bis hin zu den Senioren sind alle integriert.



„So bunt kann Leben sein", sagt Pfarrer Friedrich Stotzka am Erntedanktag, als die Kleinsten vom Kindergarten vom Zueinandergehören und vom Zusammenklang von Natur und Mensch singen.



Das Lied ist Symbol für den Festgottesdienst zum Auftakt des Gemeindefests der evangelischen Christen aus Unterkochen und Ebnat. Und die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Kirchenchor den musikalischen Auftakt präsentiert. „Zusammenhalten in der Kirche ist schön", sagt Pfarrer Stotzka bei der Vorstellung der „Konfi-3-Kinder" und des Konfirmandenjahrgangs der Klasse acht. Ein bunt gemixtes Programm hat sich der Festausschuss ausgedacht mit Kinderprogramm, Herzpuzzle, Perlen- und Kettenfädeln und meditativen Tänzen.


 Teilen bringt Segen

Auch alle Facetten des Festgottesdiensts sind auf das Stichwort Zusammenhalten, aufs Miteinanderteilen und Sich-an-die-Hand-Nehmen ausgelegt. „Zusammenhalten schweißt Gruppen zusammen", betont Pfarrer Friedrich Stotzka in seiner Predigt. Dieser Zusammenhalt gehe von gemeinsamen Wurzeln aus, zum Beispiel auch von der gemeinsamen Kultur und Religion. Am Erntedankfest freuten sich die Menschen über jene Lebensmittel, die Gott geschenkt habe und Teilen werde durch den Glauben zum besonderen Ausdruck des Zusammenhaltens. Eine Geschichte aus einem afrikanischen Dorf berichtet vom „Geheimnis des Teilens", das darin besteht, auch in extremen Situationen Egoismus beiseite zu schieben und danach zu schauen, „dass der andere nicht auf der Strecke bleibt", sagt Pfarrer Stotzka in seiner Predigt. Egoismus dürfe nicht Maßgabe sein fürs Überleben auf der Erde. Pfarrer Stotzka zitiert Gottes Grundsatzregel: „Starke nehmen Schwache an die Hand und tragen sie mit." Auf dem Teilen liege Gottes Segen. (Lothar Schell)
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© Schwäbische Post 01.10.2011

Während Hochschulseelsorger Tobias Obele sein erstes Semster an der Hochschule in Aalen verbringen wird, hat Pfarrer Bernhard Richter im 25. Semester schon reichlich Erfahrung gesammelt.  (Foto: sf)

Während Hochschulseelsorger Tobias Obele sein erstes Semster an der Hochschule in Aalen verbringen wird, hat Pfarrer Bernhard Richter im 25. Semester schon reichlich Erfahrung gesammelt. (Foto: sf)

Die Suche nach Mutigen
 
Evangelische und katholische Hochschulgemeinde startet ins Wintersemester
 
Der „globale Querschnitt“ an Menschen kommt in der Hochschule Aalen zusammen. Als verbindend, inspirierend, hilfestellend, als Christ begleitend und noch mehr verstehe sich die Hochschulseelsorge. Während Pfarrer Bernhard Richter vor seinem 25. Semester steht und reiche Erfahrungen hat, startet Pastoralreferent Tobias Obele als „Erstsemester“.
 
Sandra Fischer
 
Aalen. Pastoralreferentin Elisabeth Beyer hatte nach 13 Jahren die Seelsorgeeinheit Aalen und damit auch die Hochschulseelsorge verlassen, um in den Schuldienst zu wechseln. „Die freiwerdende, ausgeschriebene Stelle hat mich sehr interessiert“, sagt Tobias Obele, der sich daraufhin für die neue Aufgabe bewarb. Seit kurzem ist der in Ellwangen Geborene in der Seelsorgeeinheit Aalen mit Schwerpunkt Hochschulseelsorge eingesetzt. Hier versucht der 38-Jährige im Vorfeld keine großen Erwartungen zu haben und sich überraschen zu lassen. Ein Leitgedanke könne das „genaue Hinhören und Hinsehen“ sein, meint der zweifache Familienvater. Angelehnt und passend für das Studieren an der „Hochburg des Forschens“, dort wo dieses stark gefragt sei, ergänzt er. Genau hinhören und hinsehen auf den Menschen, wenn er sich in stressigen Zeiten, bestimmten Situationen befindet oder in Fragen der Lebensgestaltung Hilfe braucht.
Das Angebot gelte im Übrigen nicht nur für Studierende, sondern auch für alle Mitarbeiter. Doch weiß er, dass für die Studierenden ein neuer, aufregender und zugleich oft schwieriger Lebensabschnitt beginne. „Viele sind dabei sich neu zu ordnen, fernab der vertrauten Familie und den alten Freunden“, sagt er. Obele selbst hat nach seinem in Bopfingen abgelegten Abitur in Ehingen und in Tübingen studiert. Die Ausbildung zum Pastoralreferenten hat er in Nagold gemacht.
Mit der Hochschulseelsorge soll Raum für Gemeinschaft geboten werden, sei es mit regelmäßigen und punktuellen Angeboten. Immer wieder kehrende Termine sind etwa jeden Donnerstag „Come together“, das „etwas andere“ Mittagessen mit guten Gesprächen oder offene Mediationsabende am Montag.
Die Vereinsamung trotz vieler Kommilitonen sei oft groß, weiß Pfarrer Bernhard Richter aus Erfahrung. Deshalb möchte die Hochschulseelsorge Raum für Gemeinschaft mit der Kernbotschaft des christlichen Glaubens vereinen und bieten. Keine leichte Aufgabe, wie Richter weiß.
Obele hofft auf viele mutige Menschen, die sich dafür öffnen und sich Fragen stellen wollen. Eine starke Verschulung, die Zeit ist oft vom ersten Tag an verplant oder die eigene Lebensweise des Studenten ist von der Kirche weit weg, gelten oftmals als Hemmschuh.
„Toll“ findet Pfarrer Richter, dass es einen gemeinsamen Anfangsgottesdienst zu Semesterbeginn gibt. „Dabei darf man die Leute natürlich nicht überrennen“, sagt er und weist auf die vielen unterschiedlichen Kulturen, Lebensentwürfe und Religionen hin, die an der Hochschule zusammen kommen. Die Kirche sollte sich aus diesem Lebensabschnitt der jungen Leute zwischen 20 und 30 Jahren nicht „raus stehlen“, ist Pfarrer Richter der Meinung. Hier sollte die Kirche für alle Nöte und Sorgen da sein, findet er. Und wer weiß schon? „Heute sind sie Studierende, später vielleicht einmal tragende Säulen“, sagt er.
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