© Aalener Nachrichten 30.09.2011

Aus für die Notfallseelsorge wäre der Super-Gau
 
Ehrenamtliche werden händeringend gesucht – Zehnjähriges Bestehen wird am 7. Oktober gefeiert
 
Von Verena Schiegl
 
Aalen Angefangen hat die Notfallseelsorge Ostalbkreis, die am 7. Oktober ihr zehnjähriges Bestehen feiert, mit 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Heute sind es für den Raum Ellwangen und den Raum Aalen, Bopfingen und Neresheim gerade einmal noch 25“, sagte Gerhard Kuhn vom Landratsamt beim gestrigen Pressegespräch im Haus der katholischen Kirche. Die verbleibenden Helfer – zehn seien seit der Gründung der Notfallseelsorge immer noch dabei – stoßen mittlerweile an ihre Grenzen. Aus diesem Grund werden dringend Mitarbeiter gesucht – 40 sollten es mindestens wieder sein, damit jeder nur noch zwei, maximal drei Einsätze pro Jahr hat. „Das Ende der Notfallseelsorge wäre der Super-Gau“, sagte Martin Keßler, Koordinator und Geschäftsführer des katholischen Dekanats Ostalb. Diese in eine hauptamtliche Struktur überzuführen, sei nicht angedacht, dafür fehle es auch an den notwendigen Ressourcen.
 
Für den Dienst als Notfallseelsorger müsse man kein ausgebildeter Psychologe, Theologe oder Seelsorger sein – und auch kein „Superchrist“. Jeder, der aufgrund seiner Lebenserfahrung und seiner persönlichen Fähigkeiten dazu geeignet ist, Menschen nach einem plötzlichen, unerwarteten Tod in ihrer Trauer zu begleiten, könne diesen Dienst ausüben, sagte Jürgen Schnotz, Gemeindediakon der evangelischen Kirche in Essingen.
 
„Nicht davonlaufen, wenn es zum Davonlaufen ist“, umschreibt der evangelische Pfarrer Bernhard Richter den Dienst der Notfallseelsorger, bei dem es sich um eine Aufgabe im Hintergrund handle. Dann wenn Polizei, Notärzte und Feuerwehr ihren Einsatz beendet haben, kommen die Notfallseelsorger zum Einsatz. „Es ist kein Dienst, der einem Spaß macht, aber der einen persönlich erfüllen kann und sinnstiftend ist", sagte Keßler. Es gebe nur wenige Momente und Situationen im Leben, in denen man einem Menschen so direkt helfen und ihn unterstützend begleiten kann, damit dieser sich im Leben wieder zurechtfindet.
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© Aalener Nachrichten 29.09.2011

Bolten spendet für Langzeitarbeitslose – Predigtreihe beginnt

Bolten spendet für Langzeitarbeitslose – Predigtreihe beginnt

Bolten spendet für Langzeitarbeitslose – Predigtreihe beginnt
 
Aalen / tu Einen Spendenscheck über 500 Euro hat Professor Dr. Hans-Dieter Bolten dem Vorsitzenden des Fördervereins Regionales Bündnis für Arbeit, Dekan Dr. Pius Angstenberger, für Arbeitslosenprojekte im Ostalbkreis überreicht.
 
Bolten und seine Frau hatten zu ihren Geburtstagen ihre Gäste um Spenden für wohltätige Projekte gebeten. Je ein Drittel davon ging an Vorhaben der katholischen Kirchengemeinde Essingen in Kerala in Südindien und in Kamerun.
 
Das dritte Drittel widmete der Jubilar dem Bündnis für Arbeit. Bolten hofft, dass er viele Nachahmer findet, denn Kirchen, Landkreis und Bündnis für Arbeit starten eine Predigt- und Kollektenaktion gegen Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis. Auftakt ist mit einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag, 8. Oktober, um 18 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Aalen.
 
Insgesamt finden 77 Gottesdienste in 63 Kirchengemeinden statt.
 
Bei der Aktion des Fördervereins Regionales Bündnis für Arbeit predigt unter anderem am Sonntag, 9.Oktober, um 9.30 Uhr Bürgermeister Peter Traub in der evangelischen Versöhnungskirche in Oberkochen; am Sonntag, 16. Oktober, um 8.30 Uhr der Geschäftsführer der Aalener Agentur für Arbeit, Peter Baur, in der katholischen Kirche in Böbingen und der Gmünder evangelische Dekan Immanuel Nau um 9 Uhr in der evangelischen Hergottsruhkapelle sowie um 10.15 Uhr in der evangelischen Augustinuskirche; am Sonntag, 23. Oktober, der Bundestagstagsabgeordnete Norbert Barthle um 9 Uhr in der katholischen Kirche in Iggingen und um 10.30 Uhr in der katholischen Kirche in Hussenhofen; am Samstag, 5. November, um 18.30 Uhr der Kreisvorsitzende der SPD und Vorsitzende der Kreistagsfraktion sowie Zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Josef Mischko, in der katholischen Kirche in Neresheim; am Sonntag, 13. November, der künftige Leiter des Jobcenters, Thomas Koch, um 9 Uhr im Münster und um 10.30 Uhr in der katholischen Kirche Sankt Petrus und Paulus in Schwäbisch Gmünd; am Sonntag, 20. November, Landrat Klaus Pavel um 9 Uhr in Sankt Maria und um 10.30 Uhr in Salvator in Aalen; am Sonntag 4. Dezember, Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter um 9.45 Uhr in der katholischen Kirche im Aalener Stadtbezirk Hofen und um 11 Uhr in der katholischen Kirche in Wasseralfingen und Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek in der katholischen Schönenberg-Wallfahrtskirche in Ellwangen; am Sonntag, 11. Dezember, der evangelische Aalener Dekan Ralf Drescher um 9.30 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Ellwangen und der Bundestagsabgeordnete Christian Lange um 10.30 Uhr in der katholischen Kirche Sankt Maria in Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof.
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© Schwäbische Post 23.09.2011

Neue Programme sind erschienen
Ostalbkreis. Die neuen Veranstaltungsprogramme der Evangelischen Erwachsenenbildung im Dekanat Aalen und im Dekanat Schwäbisch Gmünd sind erschienen. Mit vollflächigem kräftigem Rot fallen sie in den Schriftenständern auf.
Wie seit vielen Jahren bietet die Evangelische Erwachsenenbildung viele Angebote im Bereich des meditativen Tanzens: etwa ein Tanzwochenende im Kloster Untermarchtal, zwei Märchentanztage in Hofherrnweiler, Tanznachmittage in Schwäbisch Gmünd, einzelne Tanzabende in verschiedenen Ortschaften in beiden Dekanaten. Kurse zum Glauben, im Rahmen der deutschlandweiten Aktion „Erwachsen glauben“, sind in Bopfingen und Hofherrnweiler geplant. Für alle Mitarbeiter in Kirchengemeinden und Erwachsenenbildung gibt es einen Medientag im Ferientagheim Leinroden.
Die Programme für die Dekanate Aalen und Schwäbisch Gmünd enthalten außer überörtlichen Veranstaltungen die kirchengemeindlichen Angebote nach Orten sortiert mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie liegen in den evangelischen Gemeindehäusern aus; weitere Infos in den Pfarrämtern oder unter Tel. (07361) 35147.
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© Schwäbische Post 23.09.2011

Feuerwerk der Kirchenmusik
 
Erste Sitzung des evangelischen Kirchengemeinderates Aalen nach der Sommerpause
 
Zu einer ersten Sitzung nach der Sommerpause traf sich der evangelische Kirchengemeinderat und hatte unter Leitung von Dekan Ralf Drescher eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Pfarrer Bernhard Richter erinnerte in seiner Andacht an den Welt-Alzheimer-Tag, der in seinen vielen Facetten und mit seiner immer größer werdenden Verbreitung auch für die Kirchen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellt, wenn es darum geht, die Menschen, ihre Angehörigen und die Pflegekräfte seelsorgerlich zu begleiten.
 
Der Kirchengemeinderat blickte zurück auf die Sommerpredigtreihe der Aalener Pfarrer unter dem Motto "Ich bin dann mal weg", die allgemeine Zustimmung fand. Bei der diesjährigen Aktion Brot-für-die-Welt wurde auf Vorschlag von Pfarrer Manfred Metzger ein Projekt aus Südvietnam ausgewählt. Unter dem Motto "Frauen sind keine Ware-kämpft eine Initiative gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Ebenso soll bei der Weihnachtsspendenaktion wieder die Möglichkeit geben, ein Projekt in der eignen Gemeinde zu unterstützen. Der Kirchengemeinderat beschloss, dass es dem Neubau des Gemeinde- und Ferientagheimes zugute kommen soll.
 
Einen breiten Raum nahm im Kirchengemeinderat die Vorstellung des kirchenmusikalischen Programmes für das Jahr 2012 ein. Mit Gabriele Bender gibt es für ein Jahr eine Kirchenmusikerin im Praktikum, die nach ihrem Studium in Bayreuth nun ein Jahr Berufserfahrung als Kirchenmusikerin sammelt.
 
Kirchenmusikdirektor Thomas Haller legte dann ein richtiges Feuerwerk kirchenmusikalischer Höhepunkte für das Jahr 2012 vor. Dabei gibt es wieder die Orgelmusik zur Marktzeit, die Internationalen Orgelkonzerte und die Stunden zur Kirchenmusik. Auch ein Kantatengottesdienst mit Aufführung einer Bachkantate ist im Rahmen des Jahres mit dem Gottesdienst geplant.
 
Als herausragende Großprojekte stellte Haller ein symphonisches Gospeloratorium „Prince of Peace" von Ralf Grössler vor, das im nächsten Herbst mit allen Kantoreien und Heidenheimer Waldorfschulchören in Aalen und Heidenheim zur Aufführung gebracht werden soll. Die Chorschule und die Junge Philharmonie werden ein Kinderkonzert unter der Überschrift „Nola Note auf Orchesterreise" einstudieren, Die Aufführungstermine sind im April in Aalen, Waldstetten und Giengen.
 
Dekan Drescher zeigte sich tief beeindruckt ob dieser großen Vorhaben und dankte dem Kirchenmusikdirektor für sein großes Engagement.
 
Auf Antrag von Thomas Haller gab der Kirchengemeinderat den Weg frei für die Gründung eines Gemeindevereins „Freunde der Kirchenmusik. Dabei geht es um eine nachhaltige Kommunikationsplattform für alle, die mit der Kirchenmusik in Aalen verbunden sind und die bei Interesse auch helfen, die vielfältigen Aufgaben der Kirchenmusik zu bewältigen.
 
Und auch die Orgel in der Johanneskirche kam zur Sprache. Der Kirchengemeinderat beauftragte den Orgelsachverständigen Burkhart Goethe, einen Restaurationsplan zu erarbeiten, in den die Ergebnisse des derzeit laufenden wissenschaftlichen Forschungsprojektes zu dieser Orgel mit einfließen. Auch soll eine Angebotseinholung zur denkmalgerechten Restaurierung der Johanneskirchenorgel eingeleitet werden mit dem Ziel, die dafür notwendigen Kostenermittlung. Erst nach Vorlage der voraussichtlichen Kosten wird sich der Kirchengemeinderat mit der Finanzierung dieses Vorhabens erneut befassen mit dem Ziel, eine Finanzierung ausschließlich aus Drittmitteln zu erreichen.
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© Aalener Nachrichten 23.09.2011

Johanneskirchenorgel wird generalsaniert
 
AALEN / jo Für die Johanneskirchenorgel soll ein Restaurationsplan erarbeitet werden. Die Johanneskirchenorgel sei ein einzigartiges Objekt, schwärmte Kirchenmusikdirektor Thomas Haller am Mittwochabend bei der Sitzung des Evangelischen Kirchengemeinderats im evangelischen Gemeindezentrum.
 
Bei einer Rekonstruktion nach allen Regeln des Denkmalschutzes gebe es in Aalen ein historisch einmaliges und letztes Zeugnis einer untergegangenen Epoche, so Haller. Im Rahmen des derzeit laufenden Forschungsprojekts zu der Joseph-Allgeyer Orgel in der Johanneskirche sollen nun ein Restaurationsplan erarbeitet und Angebote für eine denkmalgerechte Restaurierung der Orgel eingeholt werden. Nach Vorlage der voraussichtlichen Kosten will sich der Kirchengemeinderat mit der Finanzierung, die ausschließlich aus Drittmitteln kommen soll, erneut befassen.
 
Die Sommerpredigtreihe unter dem Motto „Ich bin dann mal weg“, sei sehr gut angekommen, meinte Pfarrer Bernhard Richter. In dieser „Predigtrotation“ hatten die Pfarrerinnen und Pfarrer ihre Predigt in verschiedenen Kirchen der Gemeinde gehalten. Zum einen sei es für die Kirchgänger spannend und interessant gewesen, verschiedene Predigten zu einem Thema zu hören, zum anderen sei dies auch eine Entlastung der Pfarrer gewesen, die in dieser Zeit nicht jede Woche eine neue Predigt verfassen mussten, so Richter.
 
Als Projekt für „Brot für die Welt“ wählte der Kirchengemeinderat ein Projekt in Vietnam aus. In diesem Projekt gegen den Menschenhandel soll Frauen mit Aufklärung und Kleinkrediten zum Aufbau einer Existenz geholfen werden. Weiterhin beschloss der Kirchengemeinderat die Weihnachtsspenden dem Ferien- und Tagheim Leinroden zukommen zu lassen. An der Außenanlage und der Küche müsse noch einiges gemacht werden, führte Dekan Ralf Drescher aus. Auch beim Gemeindebasar am 12. November sollen 50 Prozent des Erlöses dem Heim in Leinroden zu Gute kommen. Die andere Hälfte geht an zwei Projekte des Gustav-Adolf-Werks, das religiösen Minderheiten in der Welt hilft.
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© Aalener Nachrichten 22.09.2011

„Aufwand für den Papstbesuch stimmt mich nachdenklich“

„Aufwand für den Papstbesuch stimmt mich nachdenklich“

„Aufwand für den Papstbesuch stimmt mich nachdenklich“
 
Aalen / sz Der Besuch von Papst Benedikt XVI. stößt bei den Bundesbürgern auf freudiges wie kritisches Interesse. Herbert Kullmann unterhielt sich mit dem evangelischen Dekan Ralf Drescher über das Ereignis.
 
Freuen Sie sich den Papst in Deutschland zu wissen?
 
Der Aufwand, der für diesen Besuch betrieben werden muss, stimmt mich nachdenklich und ich frage mich, wie er mit dem bescheidenen Kommen des Gottessohnes in Einklang zu bringen ist: „Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel …“. So berichtet die Bibel vom Einzug Jesu in Jerusalem (vgl. Matthäus 21,1ff).
 
Was bedeutet sein Besuch für die evangelischen Christen?
 
Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Ich selber gehe davon aus, dass sich die Bedeutung dieses Besuchs eher in Grenzen halten wird. Man wird es sehen.
 
Und seine Begegnung mit Vertretern der EKD?
 
Es wird sich dabei in erster Linie um eine protokollarische Angelegenheit handeln, bei der man sich mit Anstand und Respekt begegnet. Mehr ganz sicher nicht, zumal der Papst bereits im Vorfeld seines Besuchs mitteilen ließ, man solle jetzt keine Wunder erwarten.
 
Kann daraus ein neuer Impuls für die Ökumene entstehen?
 
Das glaube ich zunächst nicht. Dazu waren die Äußerungen des Papstes zur Bedeutung der anderen Kirchen innerhalb der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) zu ausschließlich und eine tiefe Kränkung für viele ökumenisch engagierte Christen aller Konfessionen. Ich selber setze in der ökumenischen Arbeit auf die kreativen und mutigen Kräfte an der Basis und vor Ort.
 
Verstehen Sie die Proteste gegen den Papstbesuch?
 
Das fragen Sie einen Protestanten?! Proteste sind meist Ausdruck dafür, dass ein System nicht mehr im Gleichgewicht erscheint, es Gewinner und Verlierer gibt. Außerdem deuten sie darauf hin, dass ein Vermittlungsproblem besteht und möglicherweise auch eine Vertrauens- beziehungsweise Glaubwürdigkeitskrise. Das muss man prüfen. Und dann sind Proteste, sofern sie friedlich über die Bühne gehen, ein legitimes Mittel der Meinungsäußerung in einer Demokratie.
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