Am Montag beginnt im Jenningenheim wieder die "ökumenische Ellwanger Vesperkirche". Sie geht über eine Woche. (Foto: Schneider)
Die Vesperkirche beginnt am Montag
Eine Woche lang gibt es im Jeningenheim einen gedeckten Tisch für Arm und Reich
Von Josef Schneider
Ellwangen „Du deckst mir den Tisch“, unter diesem biblischen Motto (Psalm 23) beginnt am Montag, 27. Februar, die sechste „Ökumenische Ellwanger Vesperkirche“ im Jeningenheim. Eine Woche lang, bis Sonntag, 4. März, genießen Besucher täglich zwischen 11.30 und 13.30 Uhr für zwei Euro eine Tasse Tee, ein warmes Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.
„Willkommen sein, miteinander essen und trinken, beieinander sitzen und erzählen, voneinander hören und erfahren, den Akku laden, mit seinen Gedanken nicht allein sein, einfach gastliche Gemeinschaft erfahren“, das will die „Ökumenische Ellwanger Vesperkirche“ ermöglichen, wie es im Flyer heißt. So gehören zum Mittagessen ein gemeinsames Tischgebet und die Gespräche bei Tisch dazu, sodass in der Vesperkirche Leib und Seele gestärkt werden. Die katholische Gesamtkirchengemeinde und die evangelische Kirchengemeinde laden alle ein, egal ob arm oder reich, ob evangelisch oder katholisch oder Moslem, vor allem auch alleinlebende und einsame Menschen. „Wir denken bei der Vesperkirche besonders an die Menschen mit schmalem Budget in unserer Stadt, aber auch an die, die sich danach sehnen, in gastlicher Gemeinschaft zu essen“, fasst der katholische Pfarrer Anton Eßwein das Anliegen zusammen.
„Jede zum regulären Preis ausgegebene Mahlzeit verursacht einen Spendenbedarf von circa 2,50 Euro. Mit einer Spende von zehn Euro ermöglichen Sie also vier warme Mahlzeiten“, bittet der evangelische Pfarrer Martin Schuster um Spenden. Schirmherr der Vesperkirche ist Oberbürgermeister a. D. Dr. Hans-Helmut Dieterich. Bei der vergangenen Vesperkirche im März 2011 konnten circa 1300 Gäste begrüßt werden.
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Ein Notfallseelsorger klopft an die Tür. Was er braucht, ist ein gewisses Gespür für das, was der Betroffene in den nachfolgenden Momenten braucht. (Archivfoto)
Dasein, wenn es Not tut
Derzeit bildet die Notfallseelsorge Ostalbkreis neun neue Notfallseelsorger aus
Wenn für Menschen die Welt zusammenbricht, sind die Notfallseelsorger für sie da. Sie fangen die ersten Momente der Trauer ab, wenn Menschen vom plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen erfahren. Sie bleiben und harren aus, wenn in den ersten Schockmomenten keine klaren Gedanken gefasst werden können.
Sandra Fischer
Ostalbkreis. Momentan werden neun neue Notfallseelsorger aus sämtlichen Berufs- und Altersgruppen für diese Aufgabe geschult. Im Oktober 2001 wurde die Notfallseelsorge im Ostalbkreis eingerichtet und das sei gut so, sind sich Gemeindediakon Jürgen Schnotz, Dekanatsreferent Martin Keßler und Pfarrer Bernhard Richter einig.
Wenn Einsatzkräfte Bedarf sehen, wird der diensthabende Notfallseelsorger alarmiert. Rund 40 bis 50 Einsätze pro Jahr werden von zwölf Diensthabenden in Aalen/Bopfingen/Neresheim – und ein paar Einsätze weniger von elf Diensthabenden in Ellwangen geleistet, fasst Keßler zusammen. Im Bereich Schwäbisch Gmünd ist KIT, das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes, in der Betreuung im Einsatz.
Die Tendenz an Einsätzen sei steigend. Mit ein Grund, dass man stets bemüht sei, neue Notfallseelsorger für diese Aufgabe zu gewinnen. Teil der Ausbildung ist es, die Mitarbeiter von Rettungsleitstelle und der Polizeidirektion als „wichtige Kontaktpersonen“ näher kennen zu lernen.
Was die Notfallseelsorger vorort bei betroffenen Angehörigen erwartet, sei nie vorherzusehen. Mal könne ein Einsatz 45 Minuten dauern, mal seien es Stunden, bis man einen Angehörigen gut versorgt wisse und gehen könne, sagt Schnotz. Ein gewisses Gespür für das, was der Betroffene in diesen Momenten braucht, sei unabdingbar.
Das Fachwissen vermittelt den künftigen Notfallseelsorgern die Notfallseelsorge Ostalbkreis. Die Ausbildung starte mit einer der „härtesten Aufgaben“, der Überbringung der Todesnachricht, so Schnotz. In der Praxis überbringe diese die Polizei und nehme einen Notfallseelsorger mit, ergänzt Richter. Weiter werde mit Referaten speziell auf die Themen Suizid, Trauer und Trauerarbeit bei Einsätzen, sowie speziell bei Kindern und Jugendlichen eingegangen. Auch posttraumatische Belastungsstörungen werden nicht ausgelassen.
Grundsätzlich könne jeder aufgrund seiner persönlichen Eignung Notfallseelsorger sein, sagt Keßler. „Ein Notfallseelsorger darf nicht vor der Not der Anderen erschrecken“, fasst er in Worte, was den Notfallseelsorger psychisch erwarte. Hier sei es wichtig, dem Gegenüber mit einer „professionellen Distanz“, zu begegnen. Die Trauer des anderen zwar sehen und voll für ihn dasein, jedoch die Trauer nicht selbst zu übernehmen. Dies sei eine Kunst, die trainiert und gelernt werden könne, weiß er.
Die Notfallseelsorge Ostalbkreis steht im Dienst der Evangelischen und Katholischen Kirche, sei aber für alle da, die ihre Hilfe benötigen und annehmen wollen. Die offizielle Beauftragung der neuen Notfallseelsorger ist am 27. April in der Rettungsleitstelle Aalen durch Dekan Dr. Pius Angstenberger und Dekan Ralf Drescher.
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1000 Euro Spende für Vesperkirche
1000 Euro Spende für Vesperkirche Wasseralfingen
Mit 1000 Euro unterstützt die VR-Bank Aalen die Vesperkirche in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. Vorstandssprecher Hans-Peter Weber brachte die Scheine zum Mittagessen mit. „Wir unterstützen die Vesperkirche seit vielen Jahren sehr gerne – sowohl finanziell als auch über unsere Mitarbeiter durch deren ehrenamtliches Engagement“, hob Weber hervor. Er betonte, dass man als genossenschaftliches Institut Verantwortung für die Region habe, die man gerne wahrnehme und solche Projekte unterstütze. Pfarrerin Ursula Richter freute sich über die traditionelle Spende und auch darüber, dass VR-Bank-Mitarbeiter sich in der Vesperkirche engagieren. Von links Hans-Peter Weber, Ralf Weiher, Pfarrerin Ursula Richter, Ute Küster und Friedrich Fetzer. (Foto: privat)
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WORT ZUM SONNTAG
Immer wenn ich Schlittschuhläufer sehe, faszinieren mich die fließenden Bewegungen, Linien, Punkte und Kurven. Ab und an Unterbrechungen – Luftsprünge.
„Es gibt zielgerichtete Bewegungen, die die direkte, schnelle Verbindung zwischen zwei Punkten suchen. Es gibt Abweichungen vom schnellen Weg zum Ziel – Umwege, die sich aber ebenfalls von ihrem Ziel her bestimmen. Und es gibt Bewegungen, die sich nicht unter solche Kategorien oder Wertungen fassen lassen. Tanzen zum Beispiel“, meint Anselm Grün und zitiert den Benediktiner Steindl-Rast: „Schließlich tanzen wir ja nicht, um irgendwo hinzukommen.“
Wann haben Sie zum letzten Mal getanzt? Tanzen, einfach um zu tanzen. Mitmachen oder zuschauen: sei es Eislaufen, Staatsballett oder abends beim Ausgehen. Tanzen, um des Tanzens willen, ohne weiteren Sinn und Zweck.
War Tanzen in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit nicht völlig überflüssig?
Wir können im Tanzen die gemeinsame Bewegung genießen, die Welt vergessen. Im Tanzen eine gemeinsame Linie verfolgen – was statt durch Kontrolle ja viel leichter durch ein Sich-Loslassen und Sich-Einlassen geht (Anselm Grün). Ganz im Rhythmus, der Musik, im Augenblick aufgehen. Ganz in der Gegenwart sein, sich hingeben. So spüren sich Körper, Geist und Seele zusammen. In diesem Sinn hat Tanzen auch etwas Spirituelles.
Für unsere Gottesdienste wünsche ich mir das auch: Bewegung, Linien, Punkte, Zentrierung. Ab und an Unterbrechung im Alltag – vielleicht sogar Luftsprünge. Was brauchen Sie, damit im Gottesdienst die Seele in diesem Sinn „tanzen“ kann?
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In der Johanneskirche in Aalen werden in diesem Jahr die Wochenschluss-Gottesdienste zu besonderen Themen gefeiert. (Foto: opo)
Neue Gottesdienste im Kleinod
Andere liturgische Formen im Jahr des Gottesdienstes in der Johanneskirche
Um einen Erneuerungsprozess im gemeindlichen Leben anzustoßen, hat die evangelische Landeskirche für 2012 das „Jahr des Gottesdienstes“ ausgerufen. In drei Phasen gliedert sich dieses Jahr. Für die erste Phase „Von Gott berührt – vom Atemholen der Seele und den Kraftquellen des Glaubens“ hat sich das Stadtkirchen-Team um Dekan Ralf Drescher für die Johanneskirche andere liturgische Formen überlegt.
Sibylle Schwenk
Aalen. Als eine Chance sieht das Stadtkirchen-Team mit Dekan Ralf Drescher, Pfarrer Bernhard Richter, Pfarrerin Caroline Bender und die Kirchenmusiker Gabriele Bender und Thomas Haller den Wochenschluss-Gottesdienst in der Johanneskirche.
Jeden Samstag um 19 Uhr, beginnend am 3. März, wird es dort ein besonderes Thema, um das sich die Liturgie rankt, geben. Gregorianik, Abendmahl-Gottesdienst, Gottesdienst nach Formen von Taizé, ein Tauf-Gottesdienst. „Wir wollen zum einen neue Formen ausprobieren und zum anderen die Johanneskirche als Kleinod der Stadt aufwerten“, beschreibt Pfarrer Bernhard Richter. Berührende, meditative Gottesdienste, wie es etwa der Taizé-Gottesdienst (17. März) sein kann, gewähren Raum zum Stillwerden.
Das liturgische Tempo wird reduziert und lässt „Nachhallzeiten“ zwischen den einzelnen Schritten des Gottesdienstes wirken. Übergänge werden nicht moderiert, sondern durch Stille gestaltet. Ansagen werden minimiert.
Das Miteinander von klassischen und neuen Formen fördern
Eine besondere Form bildet auch das liturgische Abendgebet mit gregorianischen Gesängen (3. März). Auch dort wird die Musik, die den Text in seiner Bedeutung und Wirkung unterstützen will, eine große Rolle spielen und den meditativen Aspekten großen Raum gewähren. Der Abendmahlgottesdienst (10. März) soll die Geste des Brotteilens und die dadurch zu spürende Gemeinschaft mit Christus in den Mittelpunkt stellen. Und am 24. März wird dann die Taufe im Abendgottesdienst näher beleuchtet.
All diese Gottesdienstformen wollen die Idee im Jahr des Gottesdienstes unterstützen, die Freude und Wertschätzung für den Gottesdienst zu fördern, Menschen neu zum Gottesdienst einzuladen, unterschiedliche Gottesdienstformen miteinander ins Gespräch zu bringen und das Bewusstsein zu vertiefen für Gottesdienstgestaltung und für die Beteiligung von Gemeindegliedern.
Das Miteinander von klassischen und neuen Gottesdienstformen soll dabei gefördert werden. „Die Vielfalt musikalischer Stile und die Vernetzung vieler Einrichtungen innerhalb der Gemeinde können dadurch neu erlebt werden“, sagt Pfarrer Bernhard Richter.
Die Phasen übers Jahr
1. Phase Der Auftakt war bereits am 8. Januar und dauert noch an: Von Gott berührt – Vom Atemholen der Seele und von den Kraftquellen des Glaubens
2. Phase Auftakt am 15. April: Gemeinsam feiern – Der Gottesdienst mit seinen Elementen Aufführung der Kantate BWV 67 „Halt im Gedächtnis Jesu Christ“
3. Phase Auftakt am 14. Oktober: Gott bewegt – Gottesdienst im Alltag der Welt – Gemeidegruppen beteiligen sich.
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Lions Club unterstützt Vesperkirche
Lions Club unterstützt Vesperkirche
Mit einer Spende von 1000 Euro haben Andreas Schirpke, Präsident des Lions Clubs Schwäbisch Gmünd-Aalen-Ellwangen und Schatzmeister Hans-Peter Schwarz das Mitarbeiter-Team der Vesperkirche erfreut. Auf dem Bild v.l.: Hans-Peter Schwarz, Andreas Schirpke, Uwe Maier, Pfarrerin Ursula Richter, Fritz Liebold, Wolfgang Heitzenreder und Viktor Dirlein. (Text/Foto: sik)
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Katholiken wollen Filialkirchen aufgeben
Katholiken wollen Filialkirchen aufgeben
Von Eckard Scheiderer
Aalen. Die katholische Gesamtkirchengemeinde Aalen will sich aus wirtschaftlichen, aber auch pastoralen Gründen auf längere Sicht von ihren Filialkirchen trennen oder zumindest deren Nutzung als Gotteshäuser aufgeben.
Damit hat sie in der Frage, welche ihrer insgesamt 42 Gebäude sie langfristig behalten kann und von welchen sie sich notfalls trennen muss, eine wichtige Grundsatzentscheidung getroffen. Diese besagt, dass die Gebäudekomplexe von Sankt Maria und von Salvator als zwei multifunktionale Zentren in der Kernstadt erhalten und im Hinblick auf ihre künftige Nutzungsstrukturen auch energetisch saniert werden sollen. Dafür stehen die übrigen Filialkirchen an der Peripherie der Kernstadt schrittweise zur Disposition.
Die Alternative wäre gewesen, diese Filialen langfristig zu erweitern und zu stärken und das kirchliche Geschehen in der Kernstadt dann nur noch auf ein Zentrum zu konzentrieren. Konkret heißt das, man hätte entweder die Gebäude von Sankt Maria oder von Salvator aufgeben müssen. Nicht zuletzt unter dem Aspekt der Identifikation der Gemeindemitglieder mit diesen zentralen Baulichkeiten sowie ihrer Bedeutung für Aalen insgesamt hätten die Gremien diese Lösung aber verworfen, sagt der vorsitzende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde, Dekan Dr. Pius Angstenberger.
Zusammen mit Salvator-Pfarrer Martin Dörflinger, Gesamtkirchenpfleger Jochen Breitweg sowie den Laienvorsitzenden der Kirchengemeinderäte, Robert Benz (Sankt Maria), Helmut Erhardt (Salvator) und Angelika Barthelmess (Sankt Bonifatius), hat Angstenberger am Dienstag über diesen wichtigen Entscheidungsschritt in dem vor über drei Jahren begonnenen Prozess zur Gebäudeentwicklung in der katholischen Gesamtkirchengemeinde informiert. Nicht zuletzt habe, so Angstenberger, das Bischöfliche Ordinariat in Rottenburg, das den Prozess seit zwei Jahren begleitet, im vergangenen Spätherbst auf eine solche Grundsatzentscheidung gedrängt. Ende Januar sei sie dann in den beteiligten Gremien vor Ort gefallen.
Die Arbeit geht aber jetzt nicht weniger intensiv weiter. Im gemeinsamen Bauausschuss der Gesamtkirchengemeinde und in der Pastoralgruppe sollen nun in den vier Bereichen pastorale Konzeption, pastorales Personal, Haushaltsentwicklung und kirchliche Standorte/Immobilien die weiteren Schritte erarbeitet werden. Dabei sollen alle 42 Gebäude Gebäudepässe erhalten, für den Komplex von Sankt Maria wird zudem ein bedarfsorientierter Energieausweis erstellt. Für jedes der beiden Zentren wird außerdem ein Gesamtkonzept unter den Aspekten künftige Nutzung und Energie erarbeitet. Und erst wenn diese beiden Zentren für die Zukunft leistungsfähig gemacht seien, könne man Schritt für Schritt an die Ablösung der Filialkirchen gehen, so Angstenberger und Breitweg. Dabei wird es dann auch um die Frage gehen, wo die beiden muttersprachlichen Gemeinden der Italiener und der Kroaten künftig eine Heimat finden können.
Einen Zeitplan, wann welche Filialkirche aufgegeben wird, gibt es bislang noch nicht. Wohl werde aber eine Prioritätenliste nötig werden, so Angstenberger. Außerdem werde es um die Frage gehen, für welches Objekt man Interessenten oder alternative Nutzungen finden könne oder wo man sich auch mit der evangelischen Kirche zusammentun könne. Bis Spätsommer oder Herbst sollen aber auch hier konkretere Aussagen möglich sein. Filialkirchen, die zur katholischen Gesamtkichengemeinde Aalen gehören, sind Sankt Michael im Pelzwasen, Sankt Elisabeth im Grauleshof, Sankt Augustinus in der Triumphstadt, die Heilig-Kreuz-Kirche im Hüttfeld, das ökumenische Gemeindezentrum Peter und Paul auf der Heide sowie Sankt Thomas in Unterrombach.
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Katholiken schließen Kirchen
Katholiken schließen Kirchen
Aalener konzentrieren sich auf die Kirchenstandorte St. Maria und Salvator – Filialkirchen stehen zur Debatte
Die katholische Kirchengemeinde von Aalen hat in Absprache mit der Diözese beschlossen, sich künftig auf zwei multifunktionale Standorte in St. Maria und Salvator zu beschränken. Damit einher geht, dass die Filialkirchen schrittweise zur Disposition stehen. Konkret bedeutet das: In der Aalener Kernstadt werden katholische Kirchen geschlossen.
Ulrike Schneider
Aalen. Die katholische Kirchengemeinde in Aalen wird in den kommenden Jahren Kirchen schließen. Daran lässt Pfarrer Dr. Pius Angstenberger keinen Zweifel. Er nennt es Rückbau. Doch dahinter verbirgt sich eine Immobilienkonzeption, die künftig mit weniger Gebäuden auskommen will und muss.
Insgesamt 42 Gebäude(teile) nennen die drei katholischen Einzelgemeinden, die in der Seelsorgeeinheit Aalen zusammengeschlossen sind, aktuell ihr Eigen. Darunter neun Kirchen, sieben Gemeindezentren und zehn Kindergärten (im Vergleich: Wasseralfingen hat eine Kirche und ein Gemeindezentrum). Der finanzielle Aufwand dafür ist immens. Als „regelrecht erdrückend“ bezeichnet Kirchenpfleger Jochen Breitweg den Bestand. Denn den freien Rücklagebeständen in Höhe von 300 000 Euro stehen im kirchlichen Haushalt knapp 400 000 Euro an Schulden gegenüber. Für die Bewirtschaftung und den Gebäudeunterhalt seien jährlich knapp 200 000 Euro nötig. Mittelfristig müsse man zudem mit über vier Millionen Euro rechnen, um die Gebäude zu sanieren.
Daher sucht man in den kirchlichen Gremien schon seit geraumer Zeit nach einer Lösung. „Wir haben lange diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Angstenberger als vorsitzender Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit. Die Entscheidung sei nach zwei Klausurtagungen zu diversen Beratungen jetzt zwischen zwei Varianten gefallen. Zunächst habe noch ein Zentrum mit gestärkten Filialkirchen zur Debatte gestanden.
Mehrheitsfähig sei nun allerdings die Variante mit den zwei großen multifunktionalen Zentren Salvator und St. Maria. „Die sind zwar kostenintensiver, jedoch stiften sie Heimat und fördern die Identität“, sagt Angstenberger. Zudem gebe es viele Gruppenräume. „Wir lassen die Kirche in der Stadt“, meint der Pfarrer weiter.
In der Folge stehen dann allerdings die Filialkirchen in den Wohnquartieren schrittweise zur Disposition. Konkret bedeutet das, dass sieben Kirchengebäude, etwa Heilig-Kreuz im Hüttfeld, St. Michael im Pelzwasen, St. Elisabeth im Grauleshof oder St. Augustinus in der Triumphstadt geschlossen werden könnten. Noch ist offen, wo künftig kein Gottesdienst mehr gefeiert wird. So erhält noch in diesem Jahr jede Immobilie einen Gebäudepass. Der Energieausweis informiert über Kosten und den Sanierungsbedarf.
Doch nicht allein der wirtschaftliche Aspekt soll ausschlaggebend für eine Schließung sein. „Die pastoralen Aufgaben sind ebenso mitentscheidend“, sind sich die Laienvorsitzenden von St. Bonifatius, Salvator und St. Maria, Angelika Barthelmess, Helmut Erhardt und Robert Benz, einig. „Sanierungen und Nutzung müssen ermittelt werden “, sagt auch Pfarrer Angstenberger. Das ergebe dann die Prioritätenliste. Zudem erarbeite eine Gruppe eine pastorale Konzeption, die aufzeigt, wie das Gemeindeleben in Zukunft aussehen wird und wo es stattfinden soll.
In einem nächsten Schritt will Angstenberger sich auch an den evangelischen Partner in Aalen wenden. Ein erstes Sondierungsgespräch hat es bereits gegeben. Bis in den Sommer, spätestens Herbst, will der vorsitzende Pfarrer ein gutes Stück weiter sein und Ergebnisse präsentieren. Schließlich gelte es, die Chance zu ergreifen und den momentan noch vorhanden Gestaltungsspielraum zu nutzen. „Das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg ist in unseren Konzeptionsprozess einbezogen“, sagt Angstenberger und fügt an: „Man hat uns auch zu mutigen Entscheidungen geraten.“ Die Aalener Seelsorgeeinheit sei Pilotprojekt; auch dafür, was mit einst geweihten, sakralen Gebäuden geschehen könne – kulturell oder ökonomisch.
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Andreas Malessa (links) und Pfarrer Bernhard Richter (Mitte) verteilen beim Gottesdienst zum Valentinstagin der Stadtkirche rote Herzen. (Foto: Thomas Siedler)
Liebe, Sehnsucht und Segen
Aalen / pm Zu einem etwas anderen Gottesdienst hat gestern Abend die evangelische Kirchengemeinde in die Stadtkirche eingeladen. Im Rahmen des Jahres des Gottesdienstes sollte es wieder einmal einen Gottesdienst zum Valentinstag geben. Er werde immer ein bisschen belächelt, wenn er zu diesem Gottesdienst einlade, sagte Pfarrer Bernhard Richter in seiner Begrüßung. Aber er sei der Überzeugung, dass dieser Tag nicht nur den Floristen und dem Süßwarenhandel überlassen werden dürfe. Sondern die ganze Bibel sei eine einzige Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen und dieser Welt.
Als Pediger für diesen Abend konnte Andreas Malessa gewonnen werden, bekannt als Hörfunk- und Fernsehjournalist, in früheren Jahren auch als Sänger im Duo Arno & Andreas. Doch gestern sang er nicht, sondern sprach eine klare Botschaft von Liebe, Sehnsucht und Segen. Dabei ließ sich Andreas Malessa leiten von der Frage: ohne Liebe ist doch alles nichts, oder? Und dann ging es um alle nur denkbaren Themen: um den Reiz der ersten Liebe und den Schmerz der ersten Trennung, um das Glück einer erfüllten Ehe und die Kosten der Scheidung, um die Geborgenheit in einem eigenen Nest und die Mehrfachmühen in einer Patchwork-Familie, immer haben Menschen beides im Blick, wenn sich die Sehnsucht meldet. Eine überzeugende Predigt, die immer auch den Gottesbezug nicht aus den Augen verlor und die weit über den Valentinstag hinaus reicht.
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Marstaller wird Pfarrer in Oberkochen
Marstaller wird Pfarrer in Oberkochen
Oberkochen/Lauchheim / sz (ug) - Ulrich Marstaller wird neuer evangelischer Pfarrer in Oberkochen. Das hat das Besetzungsgremium der Kirchengemeinde diese Woche entschieden und das Ergebnis seiner Wahl am gestrigen Sonntag im Gottesdienst bekanntgegeben. Der 57-jährige Marstaller ist derzeit Pfarrer in Lauchheim und Westhausen. Voraussichtlich noch bis zum Sommer wird er dort sein Amt ausüben und danach nach Oberkochen wechseln. Marstaller ist dort kein Unbekannter. Viele Jahre hat er dort das Kinderhaus geleitet und sich auch kommunalpolitisch engagiert. Die Pfarrstelle in Oberkochen war im vergangenen Jahr frei geworden, nachdem das Pfarrerehepaar Ulrike und Albrecht Nuding eine neue Aufgabe innerhalb der Landeskirche übernommen hatte. 1998 hatte das Ehepaar seinen Dienst in Oberkochen angetreten. Vor seiner Pfarrstelle in Lauchheim und Westhausen, die er 2004 antrat, war Ulrich Marstaller rund vier Jahre lang in der Aalener Stadtkirchenparochie im Bereich Langert, Triumphstadt und Zochental tätig.
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Die Konfirmanden sehen orange
Die Konfirmanden sehen orange
Rund 300 Jugendliche aus dem ganzen Kirchenbezirk, genauer gesagt, die Konfirmanden aus den verschiedenen Orten brachten durch den Verkauf von Orangen rund 9080 Euro zusammen. Vor Beginn der ZAGG-Jugendkirche (Zusammen an Gott glauben) in der Markuskirche im Hüttfeld in Aalen wurde der symbolische Scheck überreicht. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg initiiere und unterstütze in jedem Jahr verschiedene Spendenaktionen, so der evangelische Pfarrer Marco Frey. Zur Auswahl stünden generell drei Projekte. Die Jugendlichen entschieden sich für ein „Straßenkinder-Projekt“ in Äthiopien. Hierbei werden Streetworker sowie der Bau von Häusern und die medizinische Versorgung unterstützt. An der Orangenaktion beteiligten sich Jugendliche aus folgenden Orten: Lauterburg, Trochtelfingen, Hüttlingen, Ellwangen, Adelmannsfelden, Wasseralfingen, Unterrombach, Essingen, Oberkochen, Abtsgmünd, Fachsenfeld, Neresheim, Aalen und Lauchheim. (Text/Foto: Susanne Rötter)
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Vesperkirche bekommt 1000-Euro-Spende
Vesperkirche bekommt 1000-Euro-Spende
Aalen-Wasseralfingen / an Zum Auftakt der diesjährigen Wasseralfinger Vesperkirche haben Filialdirektor Michael Hirsch und Geschäftsstellenleiter Berthold Gloning von der Kreissparkasse Ostalb eine 1000-Euro-Spende an das Organisationsteam rund um Pfarrerin Ursula Richter, Corinna Pavel und Traudl Ostertag übergeben.
Bereits zum 16. mal seit 1997 findet die Vesperkirche statt, bei der bis zu 250 Essen am Tag und rund 6000 Essen während des vierwöchigen Aktionszeitraum ausgegeben werden. Insgesamt 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Schülerinnen und Schüler aus Wasseralfingen setzen damit ein Zeichen gelebter Menschlichkeit und Christlichkeit.
Menschen aller Altersklassen und sozialen Schichten erhalten Dank der Vesperkirche ein gutes, warmes Mittagessen im Wert von vier Euro.
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Schüler verteilten das Brot während der Vesperkirche (Foto: sik)
Die evangelische Magdalenenkirche Wasseralfingen wird zur Vesperkirche
Unter dem Motto „Gott is(st) mit dir, nimm bei ihm Platz“, wurde am Sonntag die Wasseralfinger Vesperkirche eröffnet. Zum 16. Mal laden Mitarbeiter aus der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde zu einem warmen Mittagessen in den Kirchenbänken vor dem Altar ein. Als wichtiger Bestandteil prägt das unvoreingenommene Miteinander das Profil der Vesperkirche.
Aalen-Wasseralfingen. Nicht nur die Gäste, sondern auch die rund 120
Mitarbeiter, darunter Schülerinnen und Schüler der Karl-Keßler-Realschule und
des Kopernikus-Gymnasiums, freuten sich am Sonntagvormittag auf die Eröffnung
der 16. Wasseralfinger Vesperkirche. Längst hat sich das unter der Trägerschaft
der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen stattfindende,
insgesamt ökumenisch angelegte Projekt, seinen Platz zu Jahresbeginn gesichert.
Etwa 230 warme Mittagessen werden täglich in den kommenden vier Wochen bis zum
4. März jeden Tag in der Zeit von 11.30 bis 14.30 Uhr in der Magdalenenkirche
verteilt.

„Die Vesperkirche hat nicht
den Anspruch die Gesellschaft verändern zu wollen“, führte Pfarrerin Ursula
Richter aus. Vielmehr stehe sie für ein anderes Bild der Kirche. „Mittendrin
ist Gott und Jesus wendet sich denen zu, die ganz offensichtlich am Rand der
Gesellschaft stehen“. Damit nahm die Theologin Bezug auf das Evangelium von
Jesus und dem Zöllner Zachäus. Schon damals habe Jesus mit dem Besuch in
Zachäus‘ Haus die „Maßstäbe der Frommen“ durcheinander gebracht. „Vor ihm sind
alle Menschen gleich“, erklärte Ursula Richter. Und so wolle sich auch die
Vesperkirche verstehen: Als einen Ort, wo es keine sozialen Unterschiede gibt,
wo Menschen aus der Isolation heraus kommen und Freunde finden können. Mehr als
nur das warme Essen und anschließend Kaffee und Kuchen zu genießen.
Der Beginn der Vesperkirche ist gleichzeitig auch immer der Abschluss der
ökumenischen Bibelwoche. Pfarrer Harald Golla erinnerte in der Auslegung des
Psalms 118 „Dies ist der Tag, den der Herr macht“ an einen Gott, der durch
„große Aktionen aber auch durch kleine Gespräche“ stütze und Kraft gebe, auch
zum Weitergehen ermutige. In einem freudigen und festlichen musikalischen
Rahmen, den der ökumenische Kirchenchor unter der Leitung von Dagmar Barsacq
zum Orgelspiel von Sabine Ott-Seeling mitbrachte, führten Diakon Jörg
Dolmetsch, Ute Küstner und Leonie Stäbler den traditionellen Brotritus aus, der
zum Brotteilen in der ganzen Gemeinde führte.

Berührende Momente gab es bei der Ehrung für Gudrun Fetzer, die vor 16 Jahren die Vesperkirche mit Pfarrerin Ursula Richter ins Leben gerufen hat. Gudrun Fetzer hatte die ganze Zeit über die Organisationsleitung des gesamten Projektes in den Händen und gab diese Leitung nunmehr an ein Team ab, bleibt jedoch dem Mitarbeiterkreis erhalten.

Sozialbürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher lobte die Vesperkirche als ein Zeichen, „das wir gegen die Stigmatisierung von Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern in die Gesellschaft senden müssen“. Landrat Klaus Pavel sagte: „Wir wollen hier auf der Ostalb keine soziale Kälte haben“. Dekan Ralf Drescher richtete seinen Blick auf die vielen ehrenamtlichen Helfer. „Sie haben die Vesperkirche zu ihrer Sache gemacht!“.
Auf die neuen Außenstelle stoßen an (von links): Sozialpädagoge Jörg Deutsch, Pfarrer Michael Rau, Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und Sylvia Caspari, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes Ostalbkreis. (Foto: ott)
Anlaufstelle für Menschen in Not
Kreisdiakonieverband und evangelische Kirche eröffnen neue Beratungsstelle im Gemeindehaus Bopfingen
Der Kreisdiakonieverband Ostalbkreis hat im evangelischen Gemeindehaus in Bopfingen in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Bopfingen eine neue Beratungsstelle eröffnet. Jeden Donnerstagvormittag können dort Menschen mit persönlichen, sozialen oder materiellen Schwierigkeiten Unterstützung finden.
GÜNTER OTT
Bopfingen. Mit einer kleinen Feierstunde wurden am Mittwochabend im Gemeindehaus die offizielle Eröffnung der Außenstelle Bopfingen begangen. Im Untergeschoss des evangelischen Gemeindehauses wurde eine Beratungsstelle eingerichtet. Das Angebot wird vom Kreisdiakonieverband Ostalbkreis und der evangelischen Kirchengemeinde Bopfingen gemeinsam getragen.
Für Pfarrer Michael Rau war es ein ganz erfreulicher Abend. „Für mich ist heute ein ganz besonderer Traum in Erfüllung gegangen“, freute er sich, denn schon seit Jahren habe er darum gerungen, dass in Bopfingen eine kirchliche Institution mit einer Zweigstelle präsent ist. Das Gemeindehaus stelle er für die zwei Beratungsstunden am Donnerstagvormittag gerne zur Verfügung.
Für Sylvia Caspari, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes Ostalb, war es ebenso ein Tag der Freude. Sie wünscht sich, dass die Verstärkung der Diakonie in Bopfingen zu einer Erfolgsgeschichte wird und das soziale Netzwerk gut mit der Stadt und sozialen Einrichtungen zusammenarbeitet.
„Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Kirche auf die Menschen zubewegt“, sagte Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Er freut sich, dass hier eine dezentrale Struktur aufgebaut wurde. „Das wird eine Anlaufstelle für den östlichen Bereich des Ostalbkreises sein“, sagte er abschließend.
Der Gesprächspartner in Bopfingen wird Sozialpädagoge Jörg Dolmetsch sein. „Ich freue mich auf meine Tätigkeit hier“, sagte Dolmetsch. Seit 2005 ist er im heutigen Kreisdiakonieverband tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Sozial- und der Lebensberatung. Die Einrichtung und ihr Beratungsangebot soll für alle rat- und hilfesuchende Menschen erste Anlaufstelle sein.
In Bopfingen ist Dolmetsch kein Unbekannter, besetzte er doch zahlreiche weitere Knotenpunkte im sozialen Netz, wie etwa Vesperkirche, Sozialführerschein, oder den Treffpunkt Dienstagnachmittag. Von 2009 bis 2011 betreute er zudem die evangelischen Riesgemeinden und half dabei, Diakoniebeauftragte in den Gemeinden zu platzieren.
Die neue Außenstelle bedeutet für den Raum Bopfingen deutlich kürzere Wege, was es einfacher machen soll, das grundlegende Hilfsangebot der Sozial- und Lebensberatung des Kreisdiakonieverbandes Ostalbkreis wahrzunehmen.
Die Beratungsstelle im evangelischen Gemeindehaus in Bopfingen ist donnerstags von 9 bis 11 Uhr besetzt und in dieser Zeit telefonisch unter (07362) 7680 zu erreichen.
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ie wollen für einen reibungslosen Ablauf der Vesperkirche sorgen: von links Christine Möhler, Pfarrerin Ursula Richter, Ursula Hubel, Benjamin Schulz (KKR), Corinna Pavel, Jörg Dolmetsch, Gerhard Dorn(KKR), Wolfgang Möhler. (Foto: sik)
Mehr als eine warme Mahlzeit
Vom 5. Februar bis 4. März ist wieder Vesperkirche in der Magdalenenkirche Wasseralfingen
Zum 16. Mal öffnet die evangelische Magdalenenkirche ihre Pforten für die Vesperkirche. Vom 5. Februar bis zum 4. März bietet sie neben günstigen Mahlzeiten auch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, sich auszusprechen, nicht alleine zu sein. Mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr am Sonntag beginnt die Vesperkirche unter dem Motto „Gott is(s)t mit dir, nimm bei ihm Platz.“
Sibylle Schwenk
Aalen-Wasseralfingen. Als eine der Ersten im Land hatte die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen die Vesperkirche etabliert. Vier Wochen lang bieten knapp 120 Mitarbeiter, darunter Schüler der Karl-Keßler-Realschule und des Kopernikus-Gymnasiums nicht nur eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen, sondern auch menschliche Nähe und Gemeinsamkeit.
„Wir begeben uns damit auf die Spuren Jesu, blicken zurück auf die Urgemeinden“, sagt Pfarrerin Ursula Richter, die vor 16 Jahren die Vesperkirche mit ins Leben rief. Ein Grundgedanke sei, dass Menschen aus allen Schichten und allen Generationen zusammenkommen. Richter: „So begegnen sich hier Leute mit Rucksack und vielleicht auch mit Pelzmantel.“ Oft sehe man den Menschen ihre Armut auch nicht an. Und manchmal handele es sich auch nicht um finanzielle Armut, die Menschen in die Vesperkirche führt. „Niemand muss hier seine Lebensgeschichte erzählen“, fügt Christine Möhler, Mitarbeiterin im Organisationsteam hinzu, „aber viele tun es, weil sie das Bedürfnis haben“. Man habe im Vesperkirchen-Mitarbeiterteam genügend Menschen, die auch „nur“ zuhören können. Im Zentrum des Geschehens solle Gott stehen. Am Altar werden die Kerzen brennen, jeden Tag gibt es einen geistlichen Impuls.
„Deshalb muss die Vesperkirche auch in einer Kirche stattfinden“, meint Christine Möhler. Dort werden dann die Kirchenbänke ab- und Tischgarnituren aufgebaut sein. Rund 230 Mahlzeiten werden jeden Tag ausgeteilt. Für Erwachsene kostet ein Essen 1,50 Euro, für Kinder nur 50 Cent. In diesem Jahr bezieht die Vesperkirche ihre Mahlzeiten von hiesigen Metzgereien und Gastronomen und vom Rotary-Club Aalen-Limes.
Vier Euro muss die Vesperkirche pro Mahlzeit bezahlen. „Wir finanzieren den Rest ausschließlich durch Spenden“, sagt Jörg Dolmetsch vom Diakonie-Verband. Auch die Kuchen, die nach dem Essen ausgegeben werden, sind Spenden. „Die Leute kommen einfach und bringen uns einen Kuchen“, freut sich Mitarbeiterin Corinna Pavel. Neben den Mahlzeiten gibt es in der Vesperkirchenzeit vom 5. Februar bis zum 4. März täglich von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr auch wieder den beliebten Kleiderbasar. Vom 11. bis 22. Februar können im Magda-Eckle günstig Second-Hand-Kleider erworben werden. Die Abgabe der Kleider ist am 9. und 10. Februar von 11.30 bis 17 Uhr möglich. Außerdem finden besondere Gottesdienste im Rahmen der Vesperkirche statt. Immer mittwochs gibt es in der Mittagszeit kostenloses Blutdruckmessen, der Kreisdiakonieverband ist immer dienstags präsent. Am 15. Februar werden Mitarbeiter der ökumenischen psychologischen Beratungsstelle für Gespräche zur Verfügung stehen.
Ökumenischer Eröffnungsgottesdienst mit dem ökumenischen Kirchenchor und Grußworten am Sonntag, 5. Februar, 10 Uhr, in der Magdalenenkirche.
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Hier finden alle ein offenes Ohr
Die neue Beratungsstelle in Bopfingen ist immer donnerstags geöffnet
Von Bernhard Hampp
Bopfingen „Jeder kann kommen, egal mit welchem Problem, egal welcher Herkunft und Konfession“: Das sagt Sylvia Caspari, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes, über das neue Sozial- und Lebensberatungsangebot im evangelischen Gemeindehaus Bopfingen. Jeden Donnerstag zwischen 9 und 11 Uhr finden Menschen ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Ob finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, Familien- und Eheprobleme oder Einsamkeit: Im Gespräch mit Diakon Jörg Dolmetsch können sie Hilfe finden. Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht. Das Angebot wird vom Kreisdiakonieverband Ostalbkreis und der Kirchengemeinde Bopfingen gemeinsam getragen.
„Ich fühle mich in dieser Region wohl“, sagte Dolmetsch, der in Bopfingen kein Unbekannter ist, gestern bei der Einweihung der Beratungsstelle. Der gelernte Zimmermann und studierte Sozialpädagoge ist seit der seit 2005 bei der Diakonischen Bezirksstelle, die mittlerweile im Kreisdiakonieverband aufgegangen ist, beschäftigt. In dieser Zeit betreute und begleitete er in Bopfingen zahlreiche Aktionen. Von 2009 bis 2011 war er im gemeindepädagogischen Auftrag tätig, um den Zusammenhalt der fünf evangelischen Riesgemeinden im Dekanat zu stärken. Dass Dolmetsch nun weiterhin in Bopfingen tätig sein kann, wird von vielen Ehrenamtlichen begrüßt.
„Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung", sagte Bopfingens evangelischer Pfarrer Michael Rau, der sich seit langem für das Beratungsangebot einsetzt. Bopfingen und die Umgebung seien im Dekanat „ein bisschen abgehängt“, weshalb die neue Einrichtung sehr zu begrüßen sei. „Ich freue mich, dass sich die Kirche auf die Menschen zubewegt“, ergänzte Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler
Eine telefonische Terminvereinbarung für die Beratung über Telefon 07361 / 370510 wird empfohlen. Während der Beratungszeit selbst ist Jörg Dolmetsch unter Telefon 07362 / 7680 zu erreichen.
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