Diakon Jörg Dolmetsch veranschaulicht das Thema Gesprächsführung anhand des Vier-Ohren-Modells aus der Kommunikationstheorie. (Foto: privat)
Ein Führerschein fürs Helfen
Neuer Kurs „Sozialführerschein“ startet am 25. Januar im Haus Kastanie
Ehrenämter und soziales Engagement haben in unserer Gesellschaft einen festen Platz. Viele Leute suchen nach Aufgaben, in die sie sich einbringen können. Um mehr Menschen einen Einstieg in diese Tätigkeiten zu geben, wird der Sozialführerschein jetzt zum zehnten Mal in Aalen angeboten.
Maximilian Matuschek
Aalen. Ohne Ehrenamt würde in Vereinen, Kirchen und Organisationen manches nicht funktionieren. „Wir bieten Menschen einen Einstieg in diese Ämter mit dem Sozialführerschein“, erklärt Diakon Jörg Dolmetsch. Da viele Menschen sich zwar gerne in einer kirchlichen Institution mit einbringen möchten, aber nicht genau wissen, wie sie das am besten anstellen sollen, haben die evangelische und katholische Kirchengemeinde in Aalen, die Bahnhofsmission, der Kreis Diakonieverband und die Caritas im Jahr 2004 den ersten Kurs begonnen. Dabei erhalten die Teilnehmer am Ende ein Weiterbildungszertifikat. Ein Team um Stadtkirchenpfarrer Bernhard Richter und Natalie Pfeffer von der Caritas haben die ersten Kurse konzipiert. Diese organisieren jetzt auch den neuen Kurs.
„Die Idee kommt ursprünglich aus Ulm“, erinnert Pfarrer Bernhard Richter und berichtet, dass die Bahnhofsmission dort schon seit vielen Jahren Kurse anbietet. Der Sozialführerscheinkurs, der in Aalen im Haus Kastanie an neun Abenden abgehalten wird, hat zum Ziel, den Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, in einer kirchlichen Einrichtung tätig zu werden. „Der Kurs setzt sich aus einer theoretischen Schiene und einer praktischen zusammen“, erläutert Dolmetsch.
Im theoretischen Teil geht es in erster Linie um die Stärken und Motivationen der Teilnehmer. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Kommunikation. Hier zeigen die Referenten den Teilnehmern, wie es gelingt richtig zuzuhören. Unterstützend erhalten die angehenden Ehrenamtlichen Einblicke in Aalens soziales Netz. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel die Arbeit in einem Altenheim kennenlernen oder erfahren, wie Hartz IV gestaffelt wird.
„Für die praktische Schiene gibt es auch diesmal wieder die Praxisbörse“, erklärt Dolmetsch weiter. Dabei stellen sich hiesige kirchlichen Organisationen, zum Beispiel der Kocherladen-Aalener Tafel vor und zeigen die Arbeitsweise der jeweiligen Einrichtung. „Die Teilnehmer müssen dann im Laufe des Kurses in mindestens einer Institution ein Schnupperpraktikum absolvieren“, erklärt Bernhard Richter. Die Praktika werden anschließend an einem Abend besprochen.
„Aalen ist seit 2004 auch anderen Gemeinden Vorbild“, sagt Dolmetsch und ergänzt, dass sich nach den ersten Kursen auch Gemeinden wie Bopfingen, Ellwangen, Oberkochen, Schwäbisch Gmünd, oder Crailsheim dazu entschlossen haben eigene Kurse anzubieten. Interessierte können seither in ihren Gemeinden den Sozialführerschein machen.
Wer den Führerschein schließlich in den Händen hält, muss sich nicht zwangsläufig in einer kirchlichen Institution einbringen. Er kann auch zum Beispiel in der Arbeiterwohlfahrt tätig werden. „Fest steht aber, dass sich 90 Prozent der Absolventen sich im Anschluss an den Kurs engagieren“, betont Dolmetsch.
150 Teilnehmer haben in den vergangenen neun Kursen ihren Führerschein gemacht und sind jetzt auch tätig. Sie befinden sich nun in den unterschiedlichsten Bereichen, zum Beispiel in einem Altenheim oder bei der Bahnhofsmission.
Am 25. Januar startet um 19.30 Uhr der 10. Sozialführerschein. Anmeldungen sind noch unter Telefon: 07361/59040 möglich. Kostenbeitrag: 25 Euro.
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Die Aalener Christen waren jeden Tag Gast einer anderen Gemeinde – auch bei Hoffnung für alle. (Foto: max)
Weckruf für die Gemeinde
Die Allianzgebetswoche verbindet auch in diesem Jahr Aalener Christen
An 1100 Orten sind rund 300 000 Menschen in der vergangenen Woche zur Allianzgebetswoche zusammengekommen. Auch in der Region haben sich die Christen mit dem Motto „Verwandelt durch Christus“ befasst.
Aalen. „Wir wollen fürbittend der Tausenden von Christen gedenken, die in Angst und Schrecken leben“, sagte Hartmut Steeb aus Stuttgart, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, in den Eröffnungsgottesdiensten zur Allianzgebetswoche in Pforzheim und in Heidelberg.
Diese Gebetswoche, die es seit 165 Jahren gibt, und zu der in diesem Jahr an 1100 Orten bis zum vergangenen Freitag ungefähr 300 000 Menschen zusammengekommen sind, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Verwandelt durch Christus“. Steeb sagte, er wünsche sich, dass die Gebetswoche „ein Weckruf für die Gemeinde Jesu in unserem Land ist“.
Auch in Aalen treffen sich die Christen der Stadt seit vielen Jahren zu dieser Allianzgebetswoche. Dabei wechselt der Ort jeden Tag, um auch die beteiligten Gemeinden näher kennen zu lernen. Die Arbeitsgemeinschaft Aalener Christen (AAC) unter ihrem Vorsitzenden Thomas Mayer zeichnet für diese Gebetswoche verantwortlich.
In einem gemeinsamen Auftaktgottesdienst am Erscheinungsfest in der Stadtkirche, den Pastor Thomas Mayer von „Hoffnung für alle“ zusammen mit Pastor Rainer Zimmerschitt von der methodistischen Gemeinde und Pfarrer Bernhard Richter von der evangelischen Kirche hielt, sprach Mayer von einem starken Zeugnis des Glaubens für diese Stadt, wenn Christen sich jeden Abend zum gemeinsamen Gebet treffen.
In der Gebetswoche gab es immer eine kurze Ansprache, und dann wurden verschiedene Gebetsanliegen formuliert, in einer ersten Runde im großen Kreis vorgetragen, und in einer zweiten Gebetsgemeinschaft in kleinen Gruppen.
„Das Gebet wurde auch in dieser Stadt unter den Christen wieder als wichtige Kraft entdeckt.“ Pfarrer Bernhard Richter
Beim ersten Abend in den Räumen von „Hoffnung für alle“ über dem Kinopark sprach Pfarrer Bernhard Richter vor über hundert Zuhörern von der Frage, die sich Christen am Beginn eines neuen Jahres stellen müssten. „Sind wir bereit, uns verändern zu lassen. Erwarten wir etwas von unserem Herrn und sind wir bereit, aufzustehen und uns von Jesus Christus verändern zu lassen, so dass es auch Auswirkungen hat auf diese Welt und das Miteinander der Menschen?“
In den Gebetsanliegen kamen schließlich sehr viele persönliche Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck. Aber es wurde auch für die Verantwortungsträger in Kirche, Politik und Wirtschaft gebetet, auch für verfolgte Christen und Menschen in materieller Not.
Weitere Gebetsabende fanden bei den Baptisten, im CVJM, in der methodistischen Kirche und am Freitagabend bei der Volksmission in der Ostpreußenstraße statt.
Sich vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn verändern zu lassen, bleibt ein wichtiges Anliegen über diese Allianzgebetswoche hinaus. „Das Gebet wurde auch in dieser Stadt unter den Christen wieder als wichtige Kraft entdeckt, die auf vielen mühsamen Wegen des Lebens und Glaubens stärkt und ermutigt“, bilanziert Pfarrer Richter.
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Ein wichtiges Zeugnis der Ökumene
Ein wichtiges Zeugnis der Ökumene
Mit einem Festgottesdienst ist jetzt die Allianzgebetswoche eröffnet worden. Gemeindemitglieder von Methodisten, Baptisten, „Hoffnung für alle“, „Volksmission“, Altpietistischer Gemeinschaft, CVJM und evangelischer Gemeinde treffen sich seit Montagabend zum Gebet und zum Gespräch über Gottes Wort. Pfarrer Bernhard Richter sprach in seiner Begrüßung von einem wichtigen Zeugnis der Ökumene. Auch die Sternsinger von St. Maria waren zu Gast. Drei Kurzpredigten hielten die Pastoren Rainer Zimmerschitt, Thomas Mayer und Bernhard Richter. (Foto:opo)
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Beim zentralen Gottesdienst in der Aalener Stadtkirche nahmen Vertreter der beteiligten Gemeinden „ihre“ jeweilige Kerze zum Jahr des Gottesdienstes in Empfang. Auf dem Bild (von links): Lena Baumbusch, Maren Reiser und Susanne John. Im Hintergrund Dekan (Foto: Herbert Kullmann)
Den Gottesdienst neu entdecken
Evangelische Christen wollen dem Kirchgang wieder mehr Bedeutung beimessen
Von Herbert Kullmann
Aalen „Gottesdienst ist Gottes Dienst an uns allen“, befand der evangelische Dekan Ralf Drescher in seiner Predigt beim Auftakt zum Jahr des Gottesdienstes, der am Sonntag in der Stadtkirche gefeiert wurde.
Das gerade begonnene Jahr 2012 soll nach dem Willen der evangelischen Landeskirche Württemberg im Zeichen der Gottesdienste stehen. Die Eröffnung dieses „Jahr des Gottesdienstes“ für die gesamte Landeskirche fand bereits am ersten Advent in Ulm statt.
Als wegweisend erwies sich die Aussage von Landesbischof Dr. Frank Otfried July bei der letzten Synode, dass der Gottesdienst Herzstück und Mitte des Glaubens sei. Mit ihm den Glauben, die Gemeinschaft mit Gott und die der Christen zu stärken, war denn auch der Tenor des gestrigen Auftaktes. „Beim Gottesdienst spricht Gott zu uns“, betonte Dekan Drescher, um es mit Martin Luthers Worten zu umschreiben: „Dass unser lieber Herr mit uns rede durch sein heiliges Wort.“
Seine Predigt richtete der Dekan am zwölften Römerbrief aus. Danach solle das ganze Leben ein Gottesdienst sein, es solle gottgefällig geführt werden, um immer nach dem Guten und Vollkommenen zu streben. Den „schönen“ Worten setzte Drescher allerdings die in und außerhalb der Kirche allgegenwärtige Kritik entgegen: „Kann es einen vernünftigen Gottesdienst in diesem Sinne geben?“ Verknüpfen wollte er dies mit der Frage, wie die Kirche heute Menschen noch an sich binden könne. Das gesellschaftliche und diakonische Engagement sei zwar nach wie vor anerkannt, der Gottesdienstbesuch hingegen nicht.
„Ergreifen wir die Chance, den Gottesdienst neu zu entdecken“, rief Dekan Drescher seinen Zuhörern zu und forderte zu einem lebendigen wie fröhlichen Prozess auf, der neue Möglichkeiten der Spiritualität eröffne.
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Die Kerzen mit dem Symbol des Jahres des
Gottesdienstes wurden an der Osterkerze entzündet. (Foto: Oliver
Giers)
Der evangelische Kirchenbezirk eröffnete am Sonntag in der Stadtkirche Aalen das Jahr des Gottesdienstes
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntagvormittag in der Stadtkirche St. Nikolaus das „Jahr des Gottesdienstes“ eröffnet. Landesweit wollen die evangelischen Christen mit diesem Motto den sonntäglichen Gottesdienst neu erlebbar und zum Mittelpunkt des Glaubens machen.
Aalen. Aus acht
umliegenden Kirchengemeinden sind die Christen zum zentralen Eröffnungsgottesdienst
in die Stadtkirche gekommen. Sie alle beteiligen sich am „Jahr des
Gottesdienstes“, ein Motto, das von der evangelischen Landeskirche innerhalb
der Luther-Dekade für 2012 ausgelobt wurde.
Am ersten Advent bereits feierte die Landeskirche den Eröffnungsgottesdienst im
Ulmer Münster. In Aalen, Ellwangen und Bopfingen war es an diesem Wochenende so
weit. Dekan Ralf Drescher freute sich über den guten Besuch und lenkte in
seiner Predigt die Aufmerksamkeit auf Worte aus den Römerbriefen des Apostels
Paulus.
Nur noch 3,9 Prozent der evangelischen Christen, so der Dekan, besuchen den
Gottesdienst am Sonntag regelmäßig. Eine Untersuchung des evangelischen
Jugendwerks habe gar ergeben, dass der traditionelle Sonntagsgottesdienst
unüberbrückbar weit von einem jugendgemäßen Gottesdienst entfernt sei. „Die
spannende Frage wird sein, wie es uns gelingt, die unterschiedlichen
Bedürfnisse so miteinander zu verbinden, dass der Reichtum der Möglichkeiten
sichtbar wird“, führte Ralf Drescher aus. Dabei wolle man Bewährtes erhalten
und Neues wagen.
„In der Versammlung der Glaubenden, im Hören auf Gottes Wort ereignet sich
Gottesdienst, fast wie eine dramatische Begegnung mit Gott, in der er sich
jedem Einzelnen von uns zuwendet“. Die Vielfalt und die Lebendigkeit des
gottesdienstlichen Geschehens wieder grundlegend neu zu entdecken, gehöre
ebenfalls zu den Chancen des „Jahres des Gottesdienstes“.
Der diakonische Auftrag der Kirche, so Drescher, sei verankert in der
gemeinsamen Feier des Gottesdienstes, „um zu spüren, was Gottes Wille ist und
diesen in die Welt hinaus tragen“. Viel davon wurde bereits in diesem zentralen
Eröffnungsgottesdienst umgesetzt. Ein gelungenes, aus dem Alltag gegriffenes
Anspiel, das die sonntäglichen Aktivitäten zweier Frauen, abseits von
Gottesdiensten, thematisierte. „Die könnten sich ruhig mal was Neues einfallen
lassen in der Kirche“, so eine der Frauen im Dialog.
Der sternförmige Einzug der Gemeindemitglieder in die Mitte der Kirche, und die
Weitergabe der Kerze mit dem Symbol des Jahres des Gottesdienstes durch Pfarrer
Uwe Quast und Pfarrer Marco Frey, zeigten ebenso eindrücklich die innere
Verbundenheit der Christen. Die an der Osterkerze entzündete Kerzen trugen
Vertreter der Gemeinden aus Aalen, Abtsgmünd, Essingen, Lauterburg, Oberkochen,
Unterkochen, Unterrombach und Wasseralfingen aus der Stadtkirche hinaus in ihre
Gemeinden.
Ein großer Chor mit Sängerinnen und Sängern aus diesen Gemeinden begleitete
unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller und Gabriele Bender
den Gottesdienst. Stadtkirchenpfarrer Bernhard Richter lud zu Kirchenkaffee und
Neujahrszöpfle ein.

Im Jahr des Gottesdienstes spielt die Kerze mit dem speziell dafür entworfenen Logo eine große Rolle. Das Logo interpretiert Gottesdienst als ein Wechselspiel von Öffnen und Verdichten, das hinlenkt zur Konzentration auf die Mitte. Pfarrer Uwe Quast (links) und Dekan Ralf Drescher freuen sich darauf. (Foto: opo)
Neue Gottesbegegnung
Am Sonntag startet im evangelischen Kirchenbezirk das „Jahr des Gottesdienstes“
Den Gottesdienst wieder stärker ins Bewusstsein und in die Mitte der Gemeinde rücken. Sich von Gott berühren lassen, neue Wege gehen. Darauf werden sich die evangelischen Kirchengemeinden künftig stärker einlassen und folgen damit dem von der Württembergischen Landeskirche ausgegebenen Motto für 2012, dem „Jahr des Gottesdienstes“.
Sibylle Schwenk
Aalen/Ostalbkreis. Wenn am Sonntagmorgen aus der Aalener Stadtkirche Menschen mit brennenden Kerzen sternförmig in ihre Gemeinden ausziehen, dann hat das einen Symbolcharakter, der zum Jahr des Gottesdienstes gehört. Innerhalb der Lutherdekade, die im Jahr 2017 mit dem großen 500-jährigen Reformationsjubiläum ihren Höhepunkt erreicht, soll in diesem Jahr der Gottesdienst eine neue Wertigkeit bekommen. „Wir wollen neue, ansprechende Wege gehen, aber auch bewährte Traditionen aufrecht erhalten“, beschreibt Dekan Ralf Drescher.
Der sonntägliche Gottesdienst. Eine Stunde innehalten, beten, sich besinnen, sich Einlassen auf die Begegnung mit Gott. „Für mich eine wichtige Zäsur in der Woche, in der Zeit und Ruhe vorherrschen“, meint Ralf Drescher, Landesbischof Dr. Frank Otfried July spricht in seinem Geleitwort von einer „heilsamen Unterbrechung des Alltags“. „Diese Chance wollen wir ganz bewusst nutzen“, so Drescher.
Dafür hat man im Kirchenbezirk erst einmal geschaut, was bereits da ist, die Kirchen beim Namen genannt, ihnen gleichsam ein „Gesicht“ gegeben und einen inhaltlichen Schwerpunkt benannt. Pfarrer Uwe Quast vom ökumenischen Gemeindezentrum Peter und Paul hat sich gemeinsam mit Pfarrer Marco Frey vom Hüttfeld darum gekümmert. „Wir wollen mit dem Flyer die Wahrnehmung der bereits vorhandenen Gottesdienste schärfen“, erklärt Uwe Quast.
Auf dem ansprechend gestalteten Faltbogen finden sich die acht verschiedenen Kirchenformen der evangelischen Gemeinde, angefangen von der Johanneskirche, deren Schwerpunkt auf Tradition und Taizé-Liturgie liegt, über die Stadtkirche, die Markuskirche (Schwerpunkt Familie, Jugend), die Martinskirche, das Christushaus Waldhausen, Peter und Paul auf der Heide und dem Ostalbklinikum, bis hin zur Kirche im Grünen, die die Natur und die Bewahrung der Schöpfung in den Vordergrund rückt.
Dass der Gottesdienst etwas Schönes ist, etwas, das der Gemeinschaft gut tut und gleichzeitig eine kritische Distanz zum eigenen Ich schaffen kann, soll im Jahr des Gottesdienstes neu erlebbar werden. Dafür ist das Jahr in drei Phasen eingeteilt.
Die erste Phase steht unter dem Themenblock „Von Gott berührt – vom Atemholen der Seele und den Kraftquellen des Glaubens“. „Hier werden, wie auch in unserem Auftaktgottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche, meditative und spirituelle Elemente besonders betont“, erklärt Uwe Quast. In einer zweiten Phase, die am 15. April beginnen wird, sollen die Gottesdienstelemente wie Gebet, Gesang, Verkündigung und Segen in einer Kantaten-Aufführung und einer sich anschließenden Predigt-reihe näher in den Blick genommen werden. Ab 14. Oktober dann geht es um „Gottesdienst im Alltag der Welt“ und das kirchliche Engagement für andere.
„Über das Jahr des Gottesdienstes wollen wir wieder alle Menschen erreichen und ins Gespräch kommen“, resümiert der Dekan. Wichtig ist ihm, dass Bewährtes erhalten bleibt. „Rituale und Liturgie schaffen in ihrer Regelmäßigkeit auch eine gewisse Geborgenheit“, weiß er aus Erfahrung.
Auftaktgottesdienste: in Aalen und Ellwangen jeweils Sonntag, 8. Januar, 10 Uhr, in den Stadtkirchen; im Anschluss: Beisammensein.
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300 Bürger fordern Verzicht von Rüstungsexporten (Foto: Archiv)
300 Bürger fordern Verzicht von Rüstungsexporten
Unterschriftenaktion der evangelischen Kirche in Ellwangen am Heiligen Abend stößt auf große Resonanz
Ellwangen / pm Die Anregung des Friedenskreises der evangelischen Kirchengemeinde, am Heiligen Abend Unterschriften für die Aktion „Stoppt den Waffenhandel!“ zu sammeln, ist positiv aufgenommen worden: Im Anschluss an die Gottesdienste in der Stadtkirche unterzeichneten mehr als 300 Bürger vor dem Kirchenportal einen Appell der beiden kirchlichen Friedensorganisationen „Ohne Rüstung Leben“ und „pax christi“ für eine Klarstellung des Artikels 26 des Grundgesetzes. Darin soll künftig festgelegt werden: „Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden. Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert.“ Anlass für die Kampagne ist die Rolle Deutschlands als Waffenexporteur.
Karin und Dietrich Böhme vom Friedenskreis der evangelischen Kirchengemeinde beklagen, dass einerseits mit den Kollekten „Brot für die Welt“ und „Misereor“ Spenden gesammelt würden für Notleidende in Ländern, deren oftmals autoritäre und diktatorische Regierungen andererseits ein Vielfaches an Geld für Waffenkäufe ausgeben.
Diesem Argument haben sich viele Gottesdienstbesucher angeschlossen, so dass der Friedenskreis und das Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen die Unterschriftenaktion weiterführen wollen. Das Ziel sind insgesamt 262 000 Unterschriften für eine Grundgesetzinitiative zur Bundestagswahl 2013.
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Neben dem Züricher Trompetenprofessor Claude Rippas (links) postierten sich
Christian Nägele, Johannes Knoblauch und Joachim Jung aus Stuttgart auf der
Orgelempore. Begleitet wurden sie von Thomas Haller an der Orgel. Foto: opo)
Großer Andrang beim traditionellen Konzert zur Silvesternacht in der Aalener Stadtkirche
Zu einem glänzenden Trompetenfest wurde das traditionelle Silvesternachtkonzert bei Kerzenschein in der Stadtkirche. Der Andrang war wieder einmal gewaltig: Bereits eine Viertelstunde vor 22 Uhr waren alle Sitzplätze belegt, sodass die letzten der etwa 500 Besucher mit der Treppe zur Empore, beziehungsweise mit einem Stehplatz, vorlieb nehmen mussten.
Aalen. Dekan Ralf Drescher lud
die Konzertbesucher mit Worten aus dem evangelischen Gesangbuch – „Dein ist das
Jahr, dein ist die Zeit….“ dazu ein, die Musik zum Ausklang des Jahres zu
genießen.
Gleich vier Trompeter hatte Kirchenmusikdirektor Thomas Haller in diesem Jahr
engagiert. Neben dem Züricher Trompetenprofessor Claude Rippas postierten sich
Christian Nägele, Johannes Knoblauch und Joachim Jung aus Stuttgart auf der
Orgelempore zur einleitenden Suite in D von Jeremiah Clarke.
Fanfarenklänge verkündeten dabei den Auftritt des Herzogs von Gloster. Dann
folgten die beiden Sätze „Sybelle“ und „Serenade“, getragen von majestätischer
Feierlichkeit, ehe der Marsch des Prinzen von Dänemark, auch bekannt als
„Trumpet voluntary“ die Suite festlich vollendete.
Die Trompeter aus Stuttgart sorgten dabei für eine klangreine und stabile
musikalische Basis, über die sich die Solotrompete von Claude Rippas elegant
und treffsicher in die hohen Lagen hinaufschwingen konnte. Dabei pflegte der
Schweizer ein ausgesprochen feines und zurückhaltendes Spiel, vermied jegliche
übertriebene, solostische Dominanz. An der Orgel begleitete Thomas Haller
ebenfalls mit adäquater Zurückhaltung.
Die Originalliteratur für vier Trompeten und Orgel ist eng begrenzt, man muss
auf entsprechende Bearbeitungen zurückgreifen. Auf dem Programm standen die ersten
beiden der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach. Beide
experimentfreien Transskriptionen entwickelten dabei durchaus einen eigenen
Reiz, auch wenn natürlich vier Trompeten, bzw. zwei Trompeten und zwei
Jagdhörner ein Streichorchester klanglich nicht ersetzen können. Claude Rippas
übernahm mit feinem, virtuosem Spiel in beiden Bearbeitungen die Rolle der
Solovioline, bzw. der Soloflöte.
Im langsamen Mittelsatz des 2. Konzerts variierte das Quartett sein
Klangspektrum durch den Einsatz verschiedener Dämpfer – ein gewagtes
Experiment. Sehr besinnlich und gefühlvoll – nicht zuletzt durch den Gebrauch
der Flügelhörner – klang dagegen die Psalmmotette „Der Herr hat des Tages
verheißen seine Güte“ von Mendelssohn-Bartholdy, mit der von Claude Rippas
butterweich geblasenen Kantilene.
Die Organistin Gabriele Bender verschaffte den Bläsern zwei Verschnaufpausen
mit dem meditativ interpretierten Magnificat von Samuel Scheidt und dem
kraftvollen Präludium in e-Moll von Bach.
Mit dem Segen von Ralf Drescher und dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun danket
alle Gott“ machten sich die Konzertbesucher schließlich auf den Weg ins Neue
Jahr.

