Hier finden Sie weitere Fotos und der Bericht vom Besuch der Ghanaer im Sommer 2016 im Kirchenbezirk Aalen.

Unser Besuch im Jahre 2014 in Ghana

Auf Augenhöhe - unsere Partnerschaft mit Ghana

Partnerschaft zwischen dem Evangelischen Kirchenbezirk Aalen und dem Akyem Abuakwa Presbytery (Presbyterian Church of Ghana)

Partnerschaft auf Augenhöhe heißt: Wir setzten auf Begegnung: Alle zwei Jahre finden im Wechsel zwischen Ghana und Deutschland Workshops statt, die die Begegnung einer gleichen Anzahl von Teilnehmern aus Ghana und Deutschland ermöglichen.

Wir glauben, dass Europäer und Afrikaner, Männer und Frauen, jung und alt voneinander lernen können. Wir sind überzeugt, dass es trotz aller Ungleichheit besonders auch wirtschaftlicher Art in einer echten Partnerschaft ein beidseitiges Geben und Nehmen geben muss.

Mit unseren Workshops ist es uns gelungen, diesen Gedanken zu verwirklichen. Natürlich sind auch wir auf Spenden für unsere Partnerschaftsarbeit angewiesen; aber der Geldtransfer von Nord nach Süd zu welchem Zweck auch immer spielt bei uns keine Rolle.

Unser Besuch im August 2014 in Ghana

Neues aus unserem Partnerbezirk Akyem Abuakwa/ Ghana

Mit Unterstützung des Evangelischen Kirchenbezirkes Aalen wurde im Juli 2015 durch den evangelischen Partnerbezirk Akyem Abuakwa Presbytery ein Umweltprojekt in Kyebi (Ghana) gestartet. Projekteigner ist die Presbyterian Church of Ghana (PCG).

Durch die jahrelange unkontrollierte Goldsuche sind im Gebiet um Kyebi massive Umweltbelastungen entstanden: Regenwald und fruchtbares Ackerland wurden zerstört, Fluss und Flussfauna durch Quecksilber vergiftet,  mit Wasser gefüllte tiefe Gruben und eine zerwühlte Landschaft zurückgelassen. Gesundheit, Leib und Leben der Menschen, die in diesem Gebiet wohnen, sind dadurch unmittelbar bedroht: Es steht kein sauberes Trinkwasser mehr zur Verfügung und die verlassenen Claims sind einsturzgefährdet. In der Vergangenheit haben hier schon Kinder und Tiere ihr Leben verloren, weil sie in die mit Wasser gefüllten Löcher gefallen sind.

Modellhaft soll in einem genau definierten Areal nun getestet werden, wie die vorhandenen Umweltbelastungen und Gefährdungen für Leben und Gesundheit der Menschen und Tiere verringert werden können. In der von unseren ghanaischen Partnern entwickelten Projektskizze sind mehrere Projektphasen beschrieben. Zunächst werden die einsturzgefährdenden Bereiche verfüllt, anschließend humusreicher Boden aufgebracht und in einer dritten Phase 4444 spezielle Bäume gepflanzt. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen zukünftig auf weitere derartig geschundene Gebiete angewendet werden.

Seit mehr als 20 Jahren unterhält der evangelische Kirchenbezirk Aalen eine lebendige Partnerschaft zu dem Kirchenbezirk Akyem Abuakwa Presbytery mit Sitz in Kyebi. Im Jahr 2014 fand eine Begegnung in Ghana unter dem Thema „God`s Own Creation“ statt. Während dieses Treffens entstand auch die Idee für dieses Pilotprojekt. In der intensiven Zusammenarbeit der beiden Kirchenbezirke Akyem Abuakwa und Aalen in diesem Projekt zeigt sich auf sehr eindrucksvolle Weise, dass für beide Partner das Engagement für Gottes gute Schöpfung keine leere Worthülse ist, sondern einem tiefen Verständnis für die Menschen und die Umwelt entspringt.

Der Partnerschaftsausschuss unter Leitung der Ellwanger Pfarrerin Uta Knauss begleitet dieses ökologische Pilotprojekt in allen seinen Phasen. Für weitere Informationen steht Ihnen der Partnerschaftsausschuss sehr gern zur Verfügung. Über jede Form der Unterstützung dieses Umweltprojekts freuen wir uns mit unseren ghanaischen Partnern.

von Holger Menzel und Eva Schuster (PA Ghana), September 2015

Ansprechpartnerin: Pfarrerin Uta Knauss, Pfarramt Ellwangen III, Eugen-Bolz-Str. 11, 73479 Ellwangen, Fon: 07961/5657312, mail: pfarramt3@kirche-ellwangen.de

Partnerschaftsfest in Deutschland

God's own creation - Workshop in Kyebi/ Ghana, 1. bis 18. August 2014

Ich packe meinen Koffer... Was bringen wir mit nach Hause in unsere Gemeinden im Bezirk Aalen? Vor dieser Frage standen wir am Ende unseres Besuches bei unseren ghanaischen Freunden in Kyebi, die uns am 17. August in jeder Hinsicht reich beschenkt verabschiedeten.

Eine erste Kostbarkeit, die wir im Gepäck haben, ist das gemeinsame Lesen und Diskutieren der ersten beiden Kapitel des ersten Buches Mose, die von der Erschaffung der Welt erzählen. Deutlich wurde bei diesen Bibelarbeiten die unterschiedliche Zugangsweise zu diesen Texten. Während für uns die Frage nach der Vereinbarkeit von Glauben und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen im Vordergrund stand, setzen die ghanaischen Partner ihre unmittelbaren Erfahrungen mit den beiden tropischen Jahreszeiten, der Regen- und Trockenzeit, und dem jähen Wechsel von Tag und Nacht in Beziehung zu den Schöpfungswerken Gottes. Sie sehen in ihrem Erleben dieser Phänomene Gottes ordnende und seine Schöpfung bewahrende Hand. Ein Höhepunkt unserer Gespräche war die Diskussion über die Sonntagsruhe, den 7. Schöpfungstag, und die Deutung der Erschaffung der Frau aus der Rippe Adams: Überraschend war für uns die hohe Wertschätzung und gesellschaftliche Stellung der Frau, die die Ghanaer aus dieser Textstelle ableiten. Jedem Versuch, Frauen eine dem Mann untergeordnete und minderwertige Position zuzuschreiben, erteilen sie eine klare Absage und nehmen auch ausgesprochen kritisch entsprechende gesellschaftliche Wirklichkeiten wahr, ob in Ghana oder Europa.

Das zweite wertvolle Mitbringsel in unserem Koffer ist ein verändertes Bewusstsein für etwas, das für uns in Deutschland selbstverständlich ist: Wasser. Wir brauchen nur den Hahn aufzudrehen, um das ganze Jahr über, vierundzwanzig Stunden am Tag, so viel sauberes Wasser zu bekommen, wie wir wollen. Kein Wunder, dass wir uns kaum einmal bewusst machen, welchen Luxus wir mit unserer geregelten Trinkwasserversorgung eigentlich genießen. In Ghana sieht das ganz anders aus. Nur wenige Häuser sind ans Wassernetz angeschlossen. Die meisten Familien müssen ihr Wasser in Schüsseln vom Brunnen holen. Selbst wenn es Leitungswasser gibt, sollte man es besser nur zum Waschen und Duschen benutzen und nicht trinken. Extra aufbereitetes Trinkwasser wird in Flaschen oder kleinen Plastikbeuteln verkauft und ist sehr teuer. Diese kostspielige Versorgung mit Trinkwasser wurde erst durch die fortschreitende Umweltzerstörung in Ghana nötig. Ghana war wegen seiner Goldvorkommen früher unter dem Namen „Goldküste“ bekannt, und auch wird dort nach Gold geschürft, was allerdings auf Kosten der Umwelt geschieht: Beim Schürfen wird Quecksilber eingesetzt, das nicht nur die Gesundheit der Arbeiter schädigt, sondern auch in die nahe gelegenen Gewässer gelangt. Das Wasser des Flusses, der an Kyebi vorbeifließt, war noch vor wenigen Jahrzehnten von so guter Qualität, dass man es gefahrlos trinken konnte. So erzählen es uns die Ghanaer. Heute kann man diese Geschichte kaum glauben: Wer am Flussbett entlang spaziert, sieht darin statt klarem, sauberem Wasser eine gelbbraune Brühe. Daher ist das Bohren von Brunnen, um sauberes Wasser zu bekommen, dringend notwendig, - ein Projekt, das vom Bezirk Aalen finanziell unterstützt wird.

Den Goldsuchern und ihren Auftraggebern dagegen scheint nicht bewusst zu sein, welche vielleicht irreparablen Schäden sie mit ihrem Tun anrichten. Sind die Goldvorkommen erschöpft, verlassen sie die durchwühlten Gebiete, die das Leben der Bewohner unmittelbar gefährden. So ertrank im vergangenen Jahr ein Kind in einer der Schürfgruben, die sich mit Wasser gefüllt hatte. Daher will die presbyterianische Kirche im Partnerbezirk Akyem Abuakua mit einem ökologischen Projekt beginnen, das die Rekultivierung dieser zerstörten Landstriche zum Ziel hat.

Aber nicht allein die Goldsucher, sondern die meisten Ghanaer machen sich anscheinend wenig Gedanken über die Umwelt. Müll wird achtlos weggeworfen, egal ob an den Straßenrand, ins nächste Gebüsch oder in die Nähe von Gewässern. Wenn sich doch zu viel anhäuft, wird der Müllberg einfach angezündet. Auch dadurch gelangen Schadstoffe in die Erde und ins Wasser. Für uns Besucher aus Deutschland ist dieses Verhalten unverständlich. Aber behandeln wir die Natur wirklich mit mehr Achtsamkeit oder sind auch wir, ohne es uns bewusst zu machen, für Verschwendung und Verschmutzung des für uns eigentlich so kostbaren Wassers verantwortlich?

Unser letztes Reisepräsent ist ein Einblick in die bewegte Geschichte der Ashanti bei einem Besuch des alten Königspalastes in Kumasi. Die stolze Kultur der Ashanti findet sich auch heute noch in den kunstvoll gewobenen und bedruckten Kente- Stoffen mit ihrer reichen Farb- und Mustersymbolik. Diese alten Adinkra- Symbole sind wie selbstverständlich auf Alltagsgegenständen wie z. B. Kacheln oder Stuhllehnen gegenwärtig, aber auch im christlichen Kontext wie z.B. an Kirchentüren: So wird eine Darstellung Jesu als der gute Hirte mit dem alten Symbol Gye Nyame, Gott der Allmächtige, kombiniert.

Voller Dankbarkeit für diese vielfältigen Erfahrungen, aber auch für die Liebe, Fürsorge und Einfühlsamkeit, mit der uns unsere ghanaischen Partner während unseres Aufenthalts umsorgt haben, sind wir gesund und wohlbehalten zurückgekehrt: eine von Gott reich gesegnete Zeit!
Autorinnen: Carola Moser, Eva Schuster

Veränderungen an der Spitze im evang. Kirchenbezirk Akyem Abuakwa / Ghana

Veränderungen an der Spitze im evang. Kirchenbezirk Akyem Abuakwa / Ghana

Der evangelische Kirchenbezirk Aalen unterhält seit fast 20 Jahren eine Partnerschaft zum Partnerbezirk der Presbyterian Church of Ghana (PCG) in Akyem Abuakwa in Ghana. Die bisherige Arbeit stand im Zeichen verschiedener Projekte und vor allem von  Begegnungen in Workshops und gegenseitigen Besuchen. Begegnungen bieten die große Chance, andere  Menschen kennenzulernen und gemeinsam Erfahrungen auszutauschen. Dabei  können uns afrikanische Christinnen und Christen sehr viel vermitteln in ihrer vitalen Art ihren Glauben zu leben. Auf der anderen Seite müssen wir auch unsere eher rationale und nüchterne  Art zu glauben nicht verstecken. Im Austausch können so beide Seiten voneinander lernen. Im Jahr 2013 gab es tiefgreifende Veränderungen an der Führungsspitze unseres Partnerbezirkes.

Der bisherige Dekan Rev.  Dekyem, sein Stellvertreter Rev. Adjapong und  der Beauftragte für die Partnerschaft Rev. Sakado haben andere Aufgaben übernommen. Ein steter Wechsel ist für ghanaische Gegebenheiten völlig normal. Der Kirchenbezirk Aalen und der Partnerschaftsausschuss möchten sich ganz besonders für den gemeinsamen Weg und die vielen Begegnungen bedanken. Gleichzeitig sagen wir herzlich Willkommen der neuen Führungsmannschaft um Dekan Rev. Peasa und seinem Stellvertreter Rev. Andam. Im Jahr 2014 wird es wieder einen Workshop in unserem Partnerbezirk in Ghana geben. Wenn Sie an dem Workshop interessiert sind, dann melden Sie sich bitte bei der Leiterin des Partnerschaftsausschusses, der Ellwanger Pfarrerin Uta Knauss unter Pfarramt.Ellwangen-3dontospamme@gowaway.elkw.de

Presseberichte:


20.05.2011 Besuch aus Ghana ist da (Nachrichten)

19.05.2011 Besuch aus Ghana ist da (Schwäpo)

30.07.2010  Besuch in Ghana 

20.06.2009  Acht Gäste aus Ghana besuchen derzeit den Kirchenbezirk

17.06.2009  Gäste aus Ghana werden vom OB in AA empfangen